Zwischendrin und überall - aber nirgends richtig mit dabei

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Zwischendrin und überall - aber nirgends richtig mit dabei

Beitragvon Shinigami » Fr 27. Mär 2015, 10:47

Hallo zusammen,

mir sind gerade ein paar Dinge durch den Kopf gegangen die ich gerne mit euch teilen würde:

Ich bin der Meinung dass ich viele Menschen verstehen und vertreten kann, auch wenn sich alles gegen diese gewendet hat.
Ich habe bei vielen Dingen mitgemacht und ausprobiert und sehe mich als eine vielfältige Person.
Seit langem merke ich dass es bei mir an richtiger Hingabe fehlt, ich probiere etwas aus und verliere dann Interesse, egal wie gut es damit läuft. So war das mehr oder weniger schon immer und ich nehme stark an das müssten die meisten von sich kennen...

Nun betrachte ich das alles wieder duch das selbstkritische und vielleicht etwas negative "Objektiv" und sehe mich als ein Stückchen Eisen zwischen vielen Magneten die sich meist ausgleichen, sodass ich keinen Platz finden kann an dem ich mich geborgen fühle und mit dem ich mich vollends identifizieren kann. Ob das wegen fehlenden Entscheidungen, bzw. schwachem Willen so ist habe ich in Erwägung gezogen, das könnte wohl ein Faktor sein.
Das Problem ist teilweise auch auf Menschen und sozialen Kontakte anzuwenden.

Kennt ihr das? Bilde ich mir nur ein dass die anderen ihre Plätze und ihr Umfeld gefunden haben, oder bin ich wirklich eine dahinwandelnde Seele die keinen Anschluss finden kann?

Ich freue mich über eure Meinungen,

Grüße
Shinigami
Shinigami
 

Re: Zwischendrin und überall - aber nirgends richtig mit dab

Beitragvon Uiuiui » Fr 27. Mär 2015, 13:20

Hi Shinigami,

ich bin auch ein Neuling. Der Titel Deines Beitrages hat mich interessiert.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich den folgenden Satz richtig interpretiere:

"Ich bin der Meinung dass ich viele Menschen verstehen und vertreten kann, auch wenn sich alles gegen diese gewendet hat."

Mir geht es auch so, dass ich immer alle/s verstehen kann und immer wieder geduldig Rücksicht nehme auf die mannigfaltigen Defizite anderer, selbst wenn sie sich schon mehrfach als der weiteren Unterstützung/Rücksichtnahme unwürdig erwiesen haben. Ich nehme Nachteile für mich in Kauf und nehme mich ständig für andere zurück. Warum? Vielleicht, weil ich dumm bin?! Nein, natürlich nicht, sondern, weil ich verstanden habe, dass eine sogenannte Zivilisation nicht besteht, wenn alle Affen ihr Ding durchziehen und gehe deshalb immer schön als gutes Beispiel voran. Leider fängt man sich dabei weniger Anerkennung als Fußtritte ein.

Das Problem, sich mit niemand so richtig identifizieren zu können, habe ich definitiv auch und es verschlimmert sich, je älter man wird. Viele Menschen werden frustrierter und verbitterter und wenn man dann wie ein Kind offen, ehrlich und gutherzig angelaufen kommt, dann werden im Gegenüber viele komplexe Dynamiken und Mechanismen ausgelöst, die in meinem Fall leider in den letzten Jahren sehr viel Negativ-Erfahrungen mit sich gebracht haben. Neid, Missgunst, Misstrauen, MissUniversum, etc.

Ich bin immer das Individuum, das die Gruppe (zumindest die klassische) nicht braucht. Es gibt selten Gruppen, die aus Individuen bestehen, die sich gegenseitig respektieren, sich weitestgehend uneigennützig unterstützen und sich auf Augenhöhe begegnen. Gäbe es das irgendwo, wäre ich auch gerne mal Teil einer Gruppe _läch_

"...und sehe mich als ein Stückchen Eisen zwischen vielen Magneten die sich meist ausgleichen, sodass ich keinen Platz finden kann…"

Also, ob sich da bei den anderen Magneten irgendwas ausgleicht, das sei mal dahingestellt, aber offensichtlich bist Du ja hier angekommen und hier schwirren ja noch ein paar andere Eisenteile 'rum icon_winkle
Das ist ja das großartige an diesem Ort (den ich im Übrigen sonst auch ins Leben gerufen hätte)… all diese dezenten Wesen, die sich nicht in den Vordergrund stellen und immer einsam ihr Ding machen können sich hier Verstärkung holen (das erhoffe ich mir zumindest). (…und mir ist durchaus bewusst, dass nicht alle HSPs grundsätzlich dezent sind - ich bin nur von meiner Sparte ausgegangen…)

Fehlender Wille/Entscheidungen kann ich nicht teilen. Das habe ich sehr stark. Einer guten Freundin von mir geht das manchmal so. Das stelle ich mir nicht einfach vor. Wenn Du sagst, das ist nur teilweise auf Menschen und soziale Kontakte anzuwenden, von was sprichst Du dann sonst?
Ich denke, dass viele Menschen sehr genügsam sind und deshalb gar nicht erst in Frage stellen, ob das Umfeld und der Platz, den sie haben, der richtige ist. (Der Schein…) Und… ja, Du bist wohl laut Deiner Beschreibungen eine "dahinwandelnde Seele", ABER.!

Schönen sonnigen Tag Dir und allen anderen!

Grüße von der, die nun gerne ihren Vorab-Benutzernamen ändern würde… Uiuiui


Hallo zusammen,

mir sind gerade ein paar Dinge durch den Kopf gegangen die ich gerne mit euch teilen würde:

Ich bin der Meinung dass ich viele Menschen verstehen und vertreten kann, auch wenn sich alles gegen diese gewendet hat.
Ich habe bei vielen Dingen mitgemacht und ausprobiert und sehe mich als eine vielfältige Person.
Seit langem merke ich dass es bei mir an richtiger Hingabe fehlt, ich probiere etwas aus und verliere dann Interesse, egal wie gut es damit läuft. So war das mehr oder weniger schon immer und ich nehme stark an das müssten die meisten von sich kennen...

Nun betrachte ich das alles wieder duch das selbstkritische und vielleicht etwas negative "Objektiv" und sehe mich als ein Stückchen Eisen zwischen vielen Magneten die sich meist ausgleichen, sodass ich keinen Platz finden kann an dem ich mich geborgen fühle und mit dem ich mich vollends identifizieren kann. Ob das wegen fehlenden Entscheidungen, bzw. schwachem Willen so ist habe ich in Erwägung gezogen, das könnte wohl ein Faktor sein.
Das Problem ist teilweise auch auf Menschen und sozialen Kontakte anzuwenden.

Kennt ihr das? Bilde ich mir nur ein dass die anderen ihre Plätze und ihr Umfeld gefunden haben, oder bin ich wirklich eine dahinwandelnde Seele die keinen Anschluss finden kann?

Ich freue mich über eure Meinungen,

Grüße
Shinigami
Uiuiui
 

Re: Zwischendrin und überall - aber nirgends richtig mit dab

Beitragvon Neonocker » Mo 30. Mär 2015, 14:33

Hallo Shinigami :)

Da ich mich mit dem, was du beschreibst, größtenteils sehr gut identifizieren kann bin ich einerseits froh zu sehen, dass es noch andere Menschen gibt, denen es so geht, andererseits aber auch ein Bisschen deprimiert, da keine Person so etwas durchmachen müssen sollte. (War das richtiges Deutsch? :D )
Ich beobachte bei mir - sei es bezogen auf Hobbys, Schule, soziale Kontakte oder Gefühle - eine Art Oberflächlichkeit, die ich auch oft mit Desinteresse gleichsetze, die mich daran hindert, 'tiefer' in etwas einzusteigen und mich wirklich dafür zu interessieren, mich damit zu identifizieren. Ich habe das Gefühl als wäre ich extrem passiv eingestellt, wartend darauf, dass irgendetwas kommt und mich begeistert, ohne selbst etwas dafür zu tun. Zwar gibt es Dinge die ich gerne mache, und Dinge die ich meine Hobbys nenne, doch Freude oder Spaß bleibt meistens größtenteils aus. Auch meine sozialen Kontakte kommen mir oft oberflächlich und rein formell vor, und das auch bei wirklich guten Freunden, die ich schon seit Jahren kenne. Und ohne die Fähigkeit, zu irgendetwas eine festere emotionale Bindung einzugehen, wanderere ich suchend nach meinem Platz durch die Welt, und fühle mich manchmal alleine und orientierungslos, weil meine Suche nie zu einem Erfolg zu führen scheint.
Ist das in etwa dein Problem? Ich hoffe, ich konnte mich halbwegs verständlich ausdrücken...

Viele Grüße!
Neonocker
Neonocker
 



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