beruflich bei Null anfangen

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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beruflich bei Null anfangen

Beitragvon Stoffel » So 5. Mai 2019, 22:12

Mußte von euch jemand schonmal beruflich wieder bei Null anfangen und kann mir da Tips geben ?
Da ich mit diversen Körperlichen und nervlichen Defekten zu tun habe, wird das eh nicht so einfach.
Die Rentenversicherung hat ihr OK gegeben, mich zu unterstützen wenn es auf eine Vollbeschäftigung hinausläuft. Ich soll mich an meinen Arbeitgeber, oder das Arbeitsamt wenden und da weitere Schritte einleiten.
Bei mir ist nach mehr als 6 Monaten Krankheit allerdings fraglich wie es weiter geht. Solang ich immer wieder mal Blackouts habe, anfangs nur bei Stress, jetzt auch ohne, stellt sich neben HSP die Frage ob - wann - und wie es überhaupt weiter gehen kann.

Hat jemand Erfahrungen mit dem Verwaltungsapparat und kann mir Tipps geben, was Arbeit, Umschulung oder Frührente angeht ?

Was beruflich aus Krankheitsgründen schon wegfällt ist:

- Stress - fördert meine Blackouts
- Schichtarbeit - nach 30 Jahren Schichtarbeit defekter Schlafrythmus, dadurch regelmäßig Übermüdung - nicht mehr Leistungsfähig, führt zu starkem Stress -> führt zu Blackouts
- Sicherheits/Arbeitskleidung im Hygienebereich mit 8 Stunden Gummihandschuhe tragen oder ähnliches -> hat meine Haut kaputt gemacht

Wenn ich das lese, sollte ich mir die Kugel geben, aber bisher hab ich mich aus jedem Mist wieder rausgeholt, und darum frage ich hier.

Bitte auch mal in diesen Thread reingucken, wenn es noch nicht geschehen ist, bevor ihr Berufsvorschläge oder ähnliches postet.
11590502nx46300/hs-in-arbeit-und-ausbildung-f45/wie-ist-berufliche-moral-finanzierbar--t10412.html
Zuletzt geändert von cindy sun am Mo 6. Mai 2019, 17:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link korrigiert
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Re: beruflich bei Null anfangen

Beitragvon Lampe » Mo 6. Mai 2019, 05:25

Hi Stoffel,

was das Prozedere rund um die Deutsche Rentenversicherung (DRV), auch in Verbindung mit der Agentur für Arbeit, betrifft, hier ein paar generelle Hinweise:

Die DRV geht nach dem Prinzip "Reha vor Rente" vor. Das bedeutet, dass die DRV in der Regel zuerst versucht den Betroffenen wieder fit zu machen für den zuletzt ausgeübten Beruf bzw. den allgemeinen Arbeitsmarkt und/oder für eine berufliche Rehabilitation (u.a sind damit Umschulungen gemeint). Mit dem Begriff "allgemeiner Arbeitsmarkt" sind alle erdenklichen (legalen) Tätigkeiten gemeint. Dieses Fitmachen geschieht in Form von medizinischen und ggf. später beruflichen Reha-Maßnahmen.

Infos zur medizinischen Rehabilitation:

https://www.deutsche-rentenversicherung ... _node.html

Infos zur beruflichen Rehabilitation:

https://www.deutsche-rentenversicherung ... _node.html

Für die Zeit einer Reha-Maßnahme bekommst Du so genanntes Übergangsgeld, siehe:

https://www.deutsche-rentenversicherung ... rgangsgeld

(Leider kann ich keinen 4. Link hier einstellen, da die Anzahl der Links pro Beitrag auf 3 begrenzt ist durch die Forensoftware. Deswegen kann ich einen Link über die Höhe des Übergangsgeldes hier nicht einstellen. Du könntest deswegen auf den Seiten der DRV mal nach dem Begriff "Übergangsgeld" suchen und Dich entsprechend informieren).

Ich habe sowohl eine medizinische Reha also auch danach 3 berufliche Reha-Maßnahmen (zeitweise) besucht. Nachdem ich die 2. Reha-Maßnahme in Folge aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen hatte, habe ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der DRV gestellt, dieser wurde nach 14 Monaten bewilligt.

Schau Dir mal die letzte so genannte "Renteninformation" der DRV an, die sie Dir ca. jede 2 Jahre bisher zugeschickt hat. Da steht drauf, wie hoch eine mögliche Erwerbsminderungsrente in Deinem Fall ausfallen würde.

Als erster Schritt käme bei Dir ein Antrag auf eine medizinische Reha bei der DRV in Frage. Ich nehme an, Du bist gerade im Bezug von Krankengeld. In so einem Falle wird Deine Krankenkasse sicherlich auf die Idee kommen Dich zu fragen ob Du so eine medizinische Reha machen willst bzw. sie wird Dich auffordern eine medizinische Reha zu absolvieren, weil sie Dich dann an einen anderen Leistungsträger (DRV) abgeben und somit Kosten sparen kann. Denn dass die DRV Dich wieder krankgeschrieben aus der medizinischen Reha entlässt, ist nicht automatisch gegeben.

Wenn Du Dich nicht proaktiv um eine medizinische Reha kümmerst, verlängert sich Dein Bezug von Krankengeld entsprechend (bis zu 78 Wochen für die gleiche(n) Diagnose(n)) , wodurch Du entsprechend später in den Bezug von ALG I über die Agentur für Arbeit und danach entsprechend später ggf. in den Bezug von ALG II ("Hartz VI") kommen würdest.

Viele Grüße

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Re: beruflich bei Null anfangen

Beitragvon Stoffel » Mo 6. Mai 2019, 10:44

Danke, jetzt weiß ich erstmal wo ich weiter ansetzen kann.
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Re: beruflich bei Null anfangen

Beitragvon Katha21 » Mo 6. Mai 2019, 20:45

Hallo Stoffel

Sehr hilfreich ist die Internetseite karrierebibel. Diese kann dir hilfreiche Tipps zum Thema Neuanfang im Job übermitteln,klingt sehr einleuchtend und umsetzbar. LG Katha 21
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Re: beruflich bei Null anfangen

Beitragvon Stoffel » Mo 6. Mai 2019, 22:08

Danke, ich mir nen Link für die Seite gemacht.
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