Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon StoneCake » Do 7. Jun 2018, 20:40

Hallo ihr Lieben,

ich habe lange überlegt zu schreiben, aber nachdem ich gesehen habe, dass es hier so viele Menschen gibt, die ähnlich seltsam sind wie ich, wollte ich einfach mal meinen Frust und meinen Herzschmerz rauslassen. Ich möchte euch nicht zutexten, aber schreiben ist bekanntlicherweise auch eine Form der Therapie :-)

Also wo soll ich anfangen… Wie bei so vielen HSP hier im Forum habe auch ich schon früh gemerkt, dass ich anders bin. Ich habe schon immer Gefühle und Zwischenmenschliches viel intensiver wahrgenommen als andere, konnte oft sogar voraussagen, was Leute sagen wollten oder gefühlt haben. Ich habe tagelang nicht mehr schlafen können, wenn ich jemanden mal die Meinung gesagt habe, während andere das viel souveräner wegstecken konnten. All so komische Dinge, die mich im Sozialleben auf die Probe gestellt haben… Im Berufsleben hat sich das ein bisschen in eine andere Richtung gekehrt und wurde zu meinem persönlichen kleinen Problem… Ich hatte immer das Gefühl an anderen Menschen vorbeizureden – so als würden wir uns gegenseitig nicht verstehen können, als wäre ich ein absolutes Alien. Habe Aufgaben in der Schule immer komplett anders interpretiert und auch im Arbeitsumfeld in Meetings immer Schwierigkeiten gehabt zu erkennen, was eigentlich gerade von mir verlangt wird. Nicht weil ich zu doof war, sondern weil ich die Situation aus Nervosität nicht deuten konnte. Dabei ist es unter Freunden ganz anders. Hier reden wir weder aneinander vorbei, noch schätze ich Situationen komplett falsch ein – und meine Freunde sind allesamt keine HSP.

Aber das ist nicht das eigentliche Thema. Ich schreibe euch, weil ich mich so hilflos, so ungeeignet fühle, was meine Arbeitssituation angeht. Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr für das Leben nicht geschaffen seid? Ich bin ein introvertierter, aber geselliger Mensch und habe viele superliebe Menschen in meinem neuen Job kennengelernt, die mich auch immer in alles miteinbeziehen. Bevor ich aber das Pferd von hinten aufzäume, fange ich mal an zu erzählen, wie ich in die jetzige Situation gekommen bin und was an dieser vermeindlich guten Jobsituation so krisenhaft für mich ist.

Ich bin seit einem halben Jahr mit dem Studium fertig, welches mir viel Spaß gemacht hat. Danach habe ich auch direkt eine Stelle in einer top Firma bekommen. Ich war richtig happy, auch wenn es nur befristet war. Aber hey: Direkt nach dem Studium ein super Job! Ich war umso mehr enttäuscht, als man mich wegen jedem Kleinkram zur Sau gemacht hatte. Ich versuchte mein Bestes zu geben, aber diese ständigen Machtspielchen führten dazu, dass ich von den geltungsbedürftigsten Personen in Grund und Boden gestampft wurde, manchmal sogar vor hohen Tieren der Firma… Ich hatte und habe überhaupt kein Interesse an Machtspielen! Ich möchte auch heute noch einfach meinen Job gut machen und glücklich sein! Aber das führt mich zu meinem jetzigen Standpunkt. Nach einem viertel Jahr war ich fast an Bore Out erkrankt, weil man mir keine Aufgaben mehr gab (und es lag nicht nur an mir, meine „Konkurrentin“ wollte mir keine Arbeitsmaterialen und Zugänge beschaffen und ich durfte es nicht selber). Ich wechselte also in meinen jetzigen Job, in dem ich nun seit Kurzem bin und, wie schon erwähnt (durch die supernetten Kollegen und spannende Aufgaben), mich eigentlich auch pudelwohl fühle. Es gibt nur ein Problem (und das ist kein kleines): Ich bin introvertiert, möchte eigentlich am liebsten einen Job im stillen Kämmerlein ausführen und Frieden auf der Arbeit haben. Allerdings arbeite ich wieder im Projekt und habe nun die Aufgabe die Projektbeteiligten zu kontrollieren, ihnen in den Hintern zu treten. Ich bin dafür nicht geschaffen! Ich hasse es mich mit Leuten anzulegen, ihnen Fristen und Fehler vorzuhalten, im Mittelpunkte zu stehen. Und deshalb bin ich furchtbar unsicher, obwohl ich mein Bestes versuche zu geben… Manche machthungrige Mitarbeiter wittern das bei mir sofort und sägen permanent an meinem Stuhl. Ich halte diese Disharmonie nicht aus und es macht mich seelisch fertig. Ich habe einen Kollegen, der mich regelmäßig zu einem seelischen Frack macht. Er redet meine Arbeit schlecht und reißt sie mir hinter meinem Rücken weg. Ich habe überhaupt keine Chance gegen ihn anzukommen. Heute wollte er sich sogar wegen mir beschweren, damit er (mal wieder!) mir erzählen kann, wie er das alles viel besser machen kann. Leute, von mir aus kann der Typ drei Stufen aufsteigen. Ich möchte einfach nur meine Aufgaben in Ruhe und für meinen Chef zufriedenstellend machen, ohne dass ständig jemand versucht mir seine Macht zu demonstrieren (obwohl ich ihm eigentlich hierarchisch gesehen sogar übergeordnet wäre).

Sorry wegen dem langen Text… Hochsensibilität ist eben auch kein einfaches Thema wie ihr wisst. Der Punkt ist, dass ich so zwischenmenschliche Sachen wie Anfeindungen überhaupt nicht gut wegstecke, nur noch am Weinen bin und tagelang nicht mehr schlafen kann. Ich fühle mich so unfähig und habe richtig Herzschmerzen, weil mich das ganze sehr persönlich verletzt. Ich schaffe es einfach nicht Distanz zu so etwas aufzubauen. Und ich glaube, dass ich durch mein HSP-Wesen leider zu emotional und sensibel reagiere auf so etwas.

Kennt ihr das? Habt ihr für euch evtl. eine Lösung gefunden mit so etwas umzugehen? Ich glaube, dass ein Jobwechsel nichts bringt, da es überall solche Probleme geben kann.

Ganz liebe Grüße und schön, dass es dieses Forum gibt,
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon Doodle » Do 7. Jun 2018, 22:05

Kenn das. Im Büro war es genauso.
Man sieht den ganzen Zwischen-menschlichen kochenden Mist. Wenn Leute Angst um ihren Job haben, über arbeitet sind, wenn sich Rudel bilden, die Insider Witze und der Tratsch? Quasi alles was unaussprochen ist liegt offen für einen da. Es hat mich auch in kürzester Zeit depri gemacht. Eig völlige Ironie, wenn man den ganzen Tag kuschelige Innenwände hat und den ganzen Tag Kaffee trinken kann? Und man will nicht hin. Sehr prekär. Aber ja, ich raffs
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon Maja512 » Sa 9. Jun 2018, 20:30

Kenn ich auch alles nur zu gut.
Und es ist wirklich so, dass es fast überall diese Spielchen, Intrigen und Machtdemonstrationen gibt.
Eine Lösung dafür habe ich zwar nicht gefunden, aber ich habe mir angewöhnt, niemanden persönlich kennen zu lernen. Keine Privatgespräche, nichts. Dann kann ich anderen problemlos mal den "Arsch aufreißen", ohne dass ich mir Gedanken über deren oder meinen Seelenfrieden Gedanken machen muss.
Logisch kommt man dadurch in bescheuerte Situationen aber auf diese Weise kann ich besser damit umgehen. Ich hab einen Fehler gemacht und jemand weißt mich arrogant darauf hin? Kein Problem. Ich kann meine Fehler zugeben und erwidere, dass ich nur ein Mensch bin. Und dann kann derjenige vor seiner eigenen Tür kehren ;)
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon StoneCake » So 10. Jun 2018, 21:25

Maja512 hat geschrieben:Kenn ich auch alles nur zu gut.
Und es ist wirklich so, dass es fast überall diese Spielchen, Intrigen und Machtdemonstrationen gibt.
Eine Lösung dafür habe ich zwar nicht gefunden, aber ich habe mir angewöhnt, niemanden persönlich kennen zu lernen. Keine Privatgespräche, nichts. Dann kann ich anderen problemlos mal den "Arsch aufreißen", ohne dass ich mir Gedanken über deren oder meinen Seelenfrieden Gedanken machen muss.
Logisch kommt man dadurch in bescheuerte Situationen aber auf diese Weise kann ich besser damit umgehen. Ich hab einen Fehler gemacht und jemand weißt mich arrogant darauf hin? Kein Problem. Ich kann meine Fehler zugeben und erwidere, dass ich nur ein Mensch bin. Und dann kann derjenige vor seiner eigenen Tür kehren ;)



Aber bleibt das Zwischenmenschliche denn dann nicht komplett auf der Strecke? Ich glaube mein Chef würde schon komisch gucken, wenn ich mich komplett von den Mittagspausen, Smalltalk etc. abkapseln würde. Ich kann allerdings sehr gut verstehen, dass du das Gefühl brauchst nicht angreifbar zu sein. Das wünsche ich mir auch in solchen Situationen - man spürt zu sehr meine Unerfahrenheit in dem Job und hakt dann genau da ein. Ein gefundene Fressen eben.
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon Frank_SH » Mo 11. Jun 2018, 06:35

Moin,

mein Eindruck ist, dass du im, für dich, falschen "Feld" arbeitest und evtl. auch nicht in der passenden Position.

Wenn du im persönlichen Kontakt mit deinen Freunden nicht unsicher und nervös bist, hat das einen Grund. Hier fühlst du dich bestimmt sicher und akzeptiert. Deine Freunde sehen sicherlich dein Potenzial und achten dich. Das scheint in deinem Job nicht der Fall zu sein.

War das Studium und die darauffolgende Jobwahl eine Kopf- oder Bauchentscheidung?

Ich selbst habe viele Jahre alle möglichen Jobs in verschiedenen Branchen gemacht und war immer nur kurzfristig zufrieden, bis ich angefangen habe mehr auf mein "Anderssein" zu hören. Das was ich schon immer im Privaten gemacht habe und gut konnte - zuhören, unterstützen und motivieren. Seitdem arbeite ich mit Menschen und kann dort das, was mich anders macht, als Stärke einsetzen und damit anderen Menschen helfen. So freue ich mich häufig sonntags darauf am Montag zur Arbeit zu gehen.

Überlege dir was du brauchst und überprüfe, ob es dein jetziger Job bietet. Wenn nicht, ist es der falsche Job für dich. Wir verbringen zuviel Zeit bei der Arbeit, um mit Magenschmerzen dorthin zu gehen.

Eine Möglichkeit objektive Impulse zu bekommen ist ein Coaching. Es kann helfen, wenn eine fremde Person mal auf die persönlichen "Probleme" schaut.

LG, Frank
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon tuuletar » Mi 13. Jun 2018, 17:46

StoneCake hat geschrieben:Habe Aufgaben in der Schule immer komplett anders interpretiert und auch im Arbeitsumfeld in Meetings immer Schwierigkeiten gehabt zu erkennen, was eigentlich gerade von mir verlangt wird. Nicht weil ich zu doof war, sondern weil ich die Situation aus Nervosität nicht deuten konnte. Dabei ist es unter Freunden ganz anders. Hier reden wir weder aneinander vorbei, noch schätze ich Situationen komplett falsch ein – und meine Freunde sind allesamt keine HSP.

Hallo StoneCake! Das kann ich so nachvollziehen! Geht/Ging mir ganz oft exakt genauso! Schön, dass du Worte dafür gefunden hast. Manchmal weiß man etwas über sich und hat es im Kopf nur noch nicht bis zu einer Formulierung gebracht. Die Situation aus Nervosität nicht deuten können. Genau.

StoneCake hat geschrieben:Ich bin introvertiert, möchte eigentlich am liebsten einen Job im stillen Kämmerlein ausführen und Frieden auf der Arbeit haben.


StoneCake hat geschrieben:Ich glaube, dass ein Jobwechsel nichts bringt, da es überall solche Probleme geben kann.

Ich kann so mitfühlen! Bin selbst seit ca. 4,5 Jahren auf der Suche und hüpfe von Job zu Job. Seit ich mit dem Studium fertig bin. (Eigentlich weiß ich ganz genau, was ich machen möchte, es ist nur etwas, das überhaupt kein Geld einbringt, von dem man leben könnte. Aber das nur am Rande.)
Es stimmt wohl, dass es diese Probleme überall geben kann und man kann wahrscheinlich nur versuchen, die Ruhe in sich selbst zu finden und sie nicht vom Außen abhängig zu machen, weil sich das in der Arbeit ständig ändern kann. Aber das ist natürlich gerade für HSP verdammt schwer. Trotzdem scheint es mir, als hättest du dir ein besonders toxisches Arbeitsumfeld ausgesucht. Ich glaube, mit solchen Machtspielchen würden ganz viele nicht klarkommen. Vielleicht wäre eine kleinere, überschaubarere Firma was? Ich weiß nicht, ob es da potenziell mehr Zusammenhalt gibt. So schätze ich es zumindest ein...
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon StoneCake » Mi 13. Jun 2018, 23:55

Frank_SH hat geschrieben:
War das Studium und die darauffolgende Jobwahl eine Kopf- oder Bauchentscheidung?



Naja das Studienfach war zunächst nicht meine Erstwahl, hat sich aber dann als super Alternative zu meinem Traumfach herausgestellt. Es hatte auf jeden Fall einen Grund, dass ich es durchgezogen habe, obwohl es "nur" die Zweitwahl war. Ich fand es superinteressant, ich schätze das alles ging aber mehr aus dem Bauch heraus, da ich wusste, dass die Jobfindung nicht ganz einfach wird.
Deswegen quetsche ich mich ja auch immer wieder in diesen Erfolgsdruck hinein und denke mir, dass eine super Firma nach dem Studium auch perfekt für den Lebenslauf ist - egal wie sehr ich mich dafür verstellen und umkneten muss. Also kurz gesagt: Studium war eine Bauchentscheidung, die Jobwahl war rein rational aus dem Kopf heraus.

Wobei das einfacher gesagt ist, als es wirklich ist.... Die meisten Leute sind wirklich unglaublich lieb. Nur wenn ein Einziger es auf mich abgesehen hat, geht mir das schon sehr an die Substanz. Wie gesagt stecke ich das sehr schlecht weg und es belastet mich sehr.
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon StoneCake » Do 14. Jun 2018, 00:06

tuuletar hat geschrieben:Hallo StoneCake! Das kann ich so nachvollziehen! Geht/Ging mir ganz oft exakt genauso! Schön, dass du Worte dafür gefunden hast. Manchmal weiß man etwas über sich und hat es im Kopf nur noch nicht bis zu einer Formulierung gebracht. Die Situation aus Nervosität nicht deuten können. Genau.


Schön, dass ich hier so viele Leute finde, die wissen wovon ich schreibe :-) Wenn man so etwas versucht anderen Menschen zu beschreiben, schauen die einen meist an, als ob man von einem anderen Planeten kommt.


tuuletar hat geschrieben:(Eigentlich weiß ich ganz genau, was ich machen möchte, es ist nur etwas, das überhaupt kein Geld einbringt, von dem man leben könnte. Aber das nur am Rande.)

Ja, das geht mir ähnlich... Und dann habe ich einen gutbezahlten Job gefunden, bin aber unglücklich, weil ich in dieser Business-Ellbogen-Gesellschaft total untergehe. Manchmal möchte ich einfach nur auf eine Alm auswandern, Selbstversorger werden und mein eigener Herr sein...

tuuletar hat geschrieben:Vielleicht wäre eine kleinere, überschaubarere Firma was? Ich weiß nicht, ob es da potenziell mehr Zusammenhalt gibt. So schätze ich es zumindest ein...


Leider habe ich mit kleineren Firmen noch schlechtere Erfahrung gesammelt. Das ist auch der Grund, weshalb ich mir am Anfang gar nichts zugetraut habe... Diese Machtspielchen waren dort noch viel intensiver, da die Kommunikation auch viel direkter und näher war....
Aber vielleicht gibt es da ja auch Ausnahmen :)
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon Frank_SH » Do 14. Jun 2018, 07:41

Moin,

wenn die Jobwahl vorrangig rational war, dann ist das emotional höchstwahrscheinlich dein "Stolperstein".

Mein Rat: Lass den Bauch auch beim Job entscheiden und nimm nicht die erste Möglichkeit, fühl dich rein und lass dir damit Zeit.

LG, Frank
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Re: Für das Leben nicht geeignet? Arbeit frisst mich auf

Beitragvon fee » Do 14. Jun 2018, 12:03

Hallo StoneCake,

ich möchte hier gerne einen anderen Gesichtspunkt betrachten:


StoneCake hat geschrieben:Es gibt nur ein Problem (und das ist kein kleines): Ich bin introvertiert, möchte eigentlich am liebsten einen Job im stillen Kämmerlein ausführen und Frieden auf der Arbeit haben. Allerdings arbeite ich wieder im Projekt und habe nun die Aufgabe die Projektbeteiligten zu kontrollieren, ihnen in den Hintern zu treten. Ich bin dafür nicht geschaffen! Ich hasse es mich mit Leuten anzulegen, ihnen Fristen und Fehler vorzuhalten, im Mittelpunkte zu stehen. Und deshalb bin ich furchtbar unsicher, obwohl ich mein Bestes versuche zu geben…


Ich glaube, anderen Menschen „Fehler“ aufzuzeigen ist nicht grade ein Spaziergang. Jedoch gibt es dafür div. Herangehensweisen. Vielleicht ist die eine oder andere Methode etwas für dich. Besprich doch ggf. das mit deinem Chef. Vielleicht kannst du von ihm dafür zu einer Schulung oder so gehen. Worauf ich hinaus möchte:
Ich finde für solche Situationen sehr hilfreich, richtig Feedback zu geben. Von der Methode her positiv negativ positiv jemanden etwas zu sagen. Also quasi „es ist schön, dass du deine Aufgabe so schnell erledigt hast. Schöner wäre, wenn noch dies und jenes beinhaltet wäre. Gut gefällt mir das und das.“ — ist jetzt wirklich nicht einfach, hier Ja dem Stegreif ein sinnvolles Beispiel zu bringen. Vielleicht reicht dies ja doch aus.
Interessant finde ich grade für Teamarbeit auch den Aspekt der gewaltfreien Kommunikation. Funktioniert leider nicht immer, weder bei einem selbst noch bei anderen, jedoch kann es für eine Teamarbeit wirklich verbessern, wenn versuchen, sich alle daran zu erinnern. Gibt dazu auch Seminare für Firmen. (Soll hier keine Werbung sein!!!)
Grundsätzlich gibt es viele Methoden für die verbesserte Arbeitskommunikation. — vielleicht ist das ja was für deine Situation? Kannst du ja dann vielleicht deinem Chef sogar als Verbesserungsvorschlag unterbreiten, um die Arbeitsqualität zu verbessern ;)

Bzgl. dem Zwischenmenschlichen hilft es mir, „eine*n Verbündete*n“ zu finden und mich dann auszutauschen, um so etwas Rückenstärkung zu haben und zu wissen, ich bin ja nicht diejenige, die verkehrt ist. Sind wir ja nicht, die „groben“ Menschen unter uns merken ja nicht, wie sie uns auf die Füße treten...

Fürs Leben geeignet? — auf jede Fall und immer wieder aufs neue :)))

Viele Grüße und alles Gute beim Lösen wünscht dir die fee
und mein Leben ist sehrwohl ein Ponyhof...
... kann ich ja nix dafür, wenn das da draußen nicht wahrgenommen wird.
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