Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon DarkShadows » Di 11. Jun 2013, 18:20

Hallo ihr Lieben,

es gibt zwar schon ein Thema mit der Frage nach der Art der Tätigkeit. Aber mich würde explizit interessieren ob es tatsächlich Berufe gibt die eher geeignet sind für HSP oder ob jemand seinen Beruf als besonders geeignet empfindet.
In einem (der fünf "gratis" Gespräche) mit einer Psychologin ist uns heute klar geworden, dass ich scheinbar garnicht geeignet bin für meine Tätigkeit. Ich arbeite nach einem Jobwechsel seit knapp zwei Jahren intensiver mit und für Menschen - speziell mit geht es um Menschen mit Behinderung und ältere Menschen. Und neben all den "netten" Kleinigkeiten die meinen Berufsalltag manchmal (z.B. heute) zur Qual machen (mein Chef, die Unruhe im Team, die Überlastung, der Stressfaktor einiger Kollegen..) scheint mich dieses vorab genannte Klientel irgendwie teilweise sehr stark mitzunehmen (manchmal hab ich das Gefühl ich möchte mich daneben setzen und mitheulen). Kurz und gut..ich muss wohl versuchen entweder "kürzer" zu treten oder neu anzufangen :(.
Vielleicht hat ja jemand einen Tipp oder Rat, eine Anregung für mich.

Ich danke euch im Voraus :).

Liebe Grüße, DS
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon kikilino » Di 11. Jun 2013, 18:52

Ich glaube, dass diese Frage wirklich zielführend nur Du selbst beantworten kannst.

HSP sind doch alle sehr unterschiedlich in ihren Begabungen, ihrem Empfinden und den Empfindsamkeiten.

Wie wäre es denn mir einer speziellen Coachinggeschichte? Ich habe übermorgen auch einen Termin bei einer Dame, die selbst HSP ist weil ich mich dahingehend auch gerade etwas überfordert fühle.
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon Elektra » Di 11. Jun 2013, 18:58

Eine gute Frage, die ich mir auch schon öfters gestellt habe. Ich glaube es ist für HSPler ein schmales Brett. Zum Beispiel soziale Berufe. Man kann aufgrund seines Mitfühlens sicherlich viel erreichen aber dabei ist die Grenze zur Selbstaufgabe eben schmal. Zu schnell ist man überlastet von all den menschlichen Schicksalen. Das Abgrenzen fällt schwer. Mein Traumberuf ist auch immer noch Psychologin. Aber ich glaube ich könnte die notwendige Distanz nie richtig wahren. Deswegen ist es glaub ich ganz gut, nur als Hobby Psychologe meinen Freunden zu helfen _director_
Ich glaube was für HSPler gut wäre, sind selbständige Berufe. Weil man sich selbst einteilen kann, wann man arbeitet und nicht soviel aushalten muss, was Arbeitszeiten, Kollegen und Chefs angeht. Aber die Selbständigkeit bringt eben auch viele Unsicherheiten mit sich. Das ist ja dann auch wieder kontraproduktiv.
Ich glaube es ist gar nicht so wichtig, für welchen Beruf man sich entscheidet, sondern dass die Umstände stimmen. Also Team, Arbeitsauslastung etc. Man sollte alles vermeiden, was unter Stress setzt und das auf Dauer. Das stellt ja für jeden etwas anderes dar. Ich halte es nicht aus, nichts zu tun zu haben und die Zeit absitzen zu müssen. Oder Kollegen, mit denen ich nicht klar komme oder wenn ich nicht weiß, ob ich die nächsten Monate abgesichert bin. So bin ich von einer freien Redakteurin zur technischen Redakteurin geworden. Da kann ich mich zwar geistig nicht so austoben, wie ich es gern würde aber dafür stimmt der Rest.
Vielleicht kann es Dir helfen, eine Prioritäten Liste anzulegen. Was ist dir sehr wichtig und was könntest Du entbehren? Das kann verdeutlichen, worum es Dir geht und was das eigentlich wichtige in Deiner Berufswahl ist. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg bei der Suche!!
Der Sensible hat es immer schwerer im Leben - dafür lernt er auch mehr.
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon baumratte » Di 11. Jun 2013, 21:56

Das was Elektra geschrieben hat kann ich nur unterstreichen. _yessa_ Für mich ist es unerträglich geworden, auf die Befehle des Chefs zu warten und mit toter Materie zu arbeiten. Ich gebs zu, ich kann mich einfach nicht unterordnen. Im Laufe meiner abwechslungsreichen Tätigkeiten (beruflich oder ehrenamtlich) habe ich gemerkt, als ich mir mal ne Liste der was-ich-mag-und-was-nicht-Punkte angelegt habe, dass ich nur dann leistungsfähig und begeistert bin, wenn ich selbst entscheiden kann.

Was einen letztendlich interessiert, ist wohl tatsächlich völlig unterschiedlich. Die Arbeit mit Menschen ist sicher HS-geeignet, aber nur, wenn man sich von den Problemen nicht mit runterziehen lässt. Allerdings zieht einen Stress und "sinnloses" Zeug auch ganz schön runter. Momentan hab ich in meiner Büroarbeit auch das Gefühl, ich sitz die Zeit ab. Ich muss den Tag rumbringen (was ganz gut geht, wenn der Chef unterwegs ist und ich allein bin )/898u ), aber wenn ich rausgeh, bin ich manchmal richtig alle und ich frag mich "Vom nichtstun???" Ich schwenk ja jetzt auch um und strebe die Selbständigkeit im psychologischen Bereich an, weil ich weiß, das erfüllt mich und ich werde selbst über mich entscheiden können. Eigene Ideen und Planungen, auch eine gewisse Kreativität, ich glaub, das ist ganz wichtig für alle HSPs.

Und wenn man bedenkt, dass man einen Großteil des Tages mit der Arbeit verbringen wird, sollte es doch etwas sein, wo man sich wohlfühlt und seine speziellen Fähigkeiten einbringen kann.
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon schnuffel » Mi 12. Jun 2013, 10:25

Ich arbeite im Büro und bin total unglücklich, weil ich denke dass meine Arbeit sinnlos ist. Habe Informatik gelernt aber würde heutzutage lieber Modedesigner resp Schneider oder eher Grafiker lernen. Mein Vater hatte mich damals in die Informatik gedrängt. Ich hät lieber ein Handwerk, ich mag es zu sehen was man Vollbracht hat und ausserdem bin ich ein perferktionist (ausser beim schreiben XD)
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon Mearah » Do 13. Jun 2013, 01:00

Hallo ihr Lieben,

die Frage nach einem geeigneten Beruf stellt sich mir auch schon lange. Ich merkte bisher eigentlich immer, dass es nach einer Zeit hakt. Vom Hochsensibel sein habe ich erst vorgestern erfahren und zwar in einem Buch ("Mir viel Feingefühl - Hochsensibilität verstehen und Wertschätzen" von Ulrike Hensel). Es gibt dort ein ganzes Kapitel über das Thema Beruf (auch andere Wichtige Themen wie Partnerschaft, Kinder, Umgang mit sich selbst, Umgang mit nicht-Hochsensiblen). Es gibt zu jedem Thema Listen zu Vorteilen und Nachteilen/Schwierigkeiten die ein Hochsensibler hat und dann Lösungsvorschläge. Ich fand das sehr hilfreich. Ich fasse mal kurz grob zusammen, was zum Thema Beruf dort steht:

Beruf: Was Hochsensiblen Schwerfällt und was sie brauchen

1. Schwierigkeit: Reizüberflutung, Leistungsdruck sind hoch belastend und führen zu schlechten Arbeitsleistungen die zusätzlich das Selbstbewußtsein sehr angreifen.
Sie brauchen: Arbeitsumgebung die es ermöglicht konzentriert an einer Sache zu bleiben, ohne ständig abgelenkt zu werden

2. Schwierigkeit: Unwägbarkeiten und Veränderungen auf die kein Einfluss genommen werden kann -> die übliche Forderung nach Hoher Flexibilität erzeugt ein hohes Stresslevel. Überstunden sind zwar gelegentlich machbar führen aber auf dauer zum Ruin.
Sie brauchen: einigermaßen kalkulierbare Abläufe, unbedingt notwendig sind regelmäßige und ausreichende Zeiten der Regeneration und ausgewogene Balance zwischen den Lebensbereichen

3. Schwierigkeit: Sinnhaftigkeit/-losigkeit der Arbeit an sich, mit einer Tätigkeit nur Geld zu verdienen ist nicht ausreichend
Sie brauchen: wichtiger als gute Bezahlung ist persönliche Anerkennung, das Gefühl Bedeutsames und Hilfreiches zu tun, es sollte möglich sein seinen eigenen Werten und sich selbst weitestgehend treu zu bleiben, sie brauchen Raum für Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Kreativität

4. Schwierigkeit: Positionserwartungen: man kann von ihnen nicht erwarten Karriere im Sinne des Erringens von Machtpositionen zu erstreben
Sie brauchen: eine Stelle wird ehr nach Entfaltungsmöglichkeiten als nach Aufstiegsmöglichkeiten ausgewählt, in der Regel sind sie als Fachkraft oder Freiberufler besser aufgehoben als als Führungskraft

5. Schwierigkeit: Präsentation in der Öffentlichkeit : es liegt ihnen weniger sich selbst zu präsentieren und in den Vordergrund zu stellen, aber sie sind gut darin für und von einer Sache zu sprechen von der sie überzeugt sind, oft wird ein zu bescheidener Und zurückhaltender Kurs gefahren
Sie brauchen: es Bedarf Methoden die helfen die eigenen Leistungen und Fähigkeiten sichtbarer zu machen um mehr Beachtung und Würdigung zu erfahren, oft treten sie hinter der Sache zu sehr zurück

6. Schwierigkeit: Wettbewerbssituationen und Konkurrenzkampf, verschlechtert in den meisten Fällen ihre Leistung und Begabung sehr, dabei habe sie eigentlich viel zu bieten, nur erzeugt die Kampfsituation zu viel stress der dann nicht mehr verarbeitbar ist
Sie brauchen: Koperation und friedliche Koexistenz, es wird Wert auf Fairness, Gerechtigkeit und Harmonisches Zusammenwirken gelegt, dabei ist es wichtig die eigene Anpassungsfähigkeit und Hilfsbereitschft nicht überzustrapazieren und sich ausreichend um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern

7. Schwierigkeit: Offensives Verkaufen, es fällt schwer offensiv auf andere zuzugehen und ihnen etwas verkaufen zu wollen, was der andere gar nicht haben will (das widerspricht auch meist ihrer Moral und Wertvorstellung), sie wollen nicht überreden oder übervorteilen
Was sie brauchen: sie sind aber gut darin zu beraten in Dingen in denen sie selbst Sinn sehen und die sie selbst für gut und hilfreich halten, d.h. durch ihr erhöhtes Einfühlungsvermögen sind sie bei bereits bestehenden Kunden die sie wirklich beraten können sehr gut aufgehoben


Es geht dann hier weiter mit den eigentlichen Begabungen und wie und in welche, Beruf diese nützlich sind. Dazu gehören zum Beispiel:

1.Nuancenreiche Wahrnehmung und Liebe zum Detail
Licht: Dinge werden, sorgfältig, differenziert betrachtet und mit Liebe zum Detail, zur Ästhetik und Feinheit behandelt
Schatten: Hang zum Perfektionismus, nicht fertig werden (was wieder in Stress ausartet)
daher muss hier gelernt werden loszulassen

2. Übergreifendes, vorausschauendes und ganzheitliches Denken
Licht: Interesse für das Gesamtbild, erkennbare Muster, das Ünergeordnete Prinzip, es ist natürlich und selbstverständlich über den Tellerrand hinaus zu schauen, sie erfassen größere Zusammenhänge, stellen Querverbindungen her, berücksichtigen viele Verschiedene Einflüsse
Schatten: auch hier: ausufern - es werden zu viele Einflüsse berücksichtig was zur Handlungsunfähigkeit oder zur Verwirrung führt
Hier ist zu lernen: bei allem Respekt vor der Komplexität der Dinge zu lernen sich auch auf einen Begrenzten Denkrahmen einzulassen, Anerkennen, dass man trotz noch so vielen Überlegungen den Lauf der Dinge nicht hundertprozentig voraussehen kann

3. Intuition: ermöglicht ihnen schnelle und umfassende Einsichten in Situationen die dem sequenziell Arbeitenden Verstand nur langsam oder gar nicht zugänglich sind (sehr nützlich bei Verhandlungen in denen die anderen möglichst schnell und sicher eingeschätzt werden müssen), aber wer zu viel Mit Intuition löst gerät in Situationen wo er "das komische Gefühl" nicht benennen kann und auch nicht mehr los wird
Hier ist zu lernen: dem Bauchgefühl den Verstand zur Seite stellen, allerdings als Diener nicht als Führer, es gilt: der verstand ist ein schlechter Führer der Intuition aber ein ausgezeichneter Diener

4. Kreativität: es ist in der Regel, durch die sehr belebte Innenwelt, ein hohes kreatives Potential vorhanden, Kreative Lösungen stellen Verknüpfungen zwischen zwei nicht nebeneinander liegenden Elementen her, das unterstützt einen gewandten sprachlichen Ausdruck, das Denken in Bilderrn, Analogien und Geschichten, das hilft anderen Menschen die Dinge zu verstehen, zu sehen und zu lernen, sie können sehr gut Wissen vermitteln, Voraussetzung für dieseKreativität ist jedoch ein nicht zu knapper Gestaltungsspielraum, auch hier der Wechsel zwischen Schaffen und Regeneration, Zeit und Erfolgsdruck irritiert sehr
...
Weiterhin sind hier noch besprochen Idealismus, Empathie, Wissbegierde und Begeisterungsfähigkeit..
Und es folgt eine sehr Länge Liste von Fragen über einen selbst mit der man seiner eigenen Berufung näher kommt

Vielzahl von Berufen die für Hochsensible in Frage kommen:
Das wichtigste - Hochsensible können in der Regel was sie tun nur auf ihre Weise tun, und dazu müssen sie den entsprechenden Raum haben.

Je nach Ausprägung, denn wir sind ja alle verschieden , sind folgende Berufe gute Kandidaten

viele wünschen sich eine Beruf mit sozialer Komponente, ihrem Wesen nach können sie eben gut zuhören, unterstützen, trösten, beschützen, beistehen, begleiten, Lehren, anleiten, verstehen, hinterfragen, besprechen, beraten, fördern, ermutigen

aber: viele Berufe in denen genau diese Fähigkeiten gefragt sind, werden oft schnell zu viel, denn sie gehen von Menschen aus die eine Unmenge an Reizen mitbringen

Es besteht ein gutes Gespür für die Sorgen und Nöte anderer, für Tiere in Not, Not leidende Natur, oft besteht der Wunsch sich in irgendeiner Weise sich für eine bessere Welt einzusetzen, ganz intuitiv ist das Wissen da, was getan werden muss
-> viele entscheiden sich daher ganz von selbst für soziale Arbeit, die Arbeit mit Kindern, Alten, in der Kirche, im Naturschutz, Tierpflege und Tierschutz, Hilfsorganisationen etc.

Das kann große Erfüllung bringen, birgt aber auch die Gefahr der Überforderung, besonders schwer ist es auch, wenn Not und Leid unmittelbar sichtbar sind, da Hochsensible alles sehr tief reflektieren kann es sein, dass sie sich nicht genügend abgrenzen können, ist die Arbeit anstrengend, auch körperlich braucht man lange Regenerationszeiten (gerade in den heutigen Pflege- und Betreuungsberufen nicht drin)

Zweite große Berufskategorie sind Berufe mit planerischen, koordinierenden und beratenden Aufgaben. In der Beratungsbranche ist die Palette groß, das sind Berufe in denen anderen Menschen weitergeholfen werden kann, sie nehmen nicht so mit da erhöhte Stresslevel durch Belastende Situationen (Nothilfe, Pflege von Alten, Behinderten, Kranken) oder Reizüberflutung (Schullehrer, Kinderbetreuer etc.) gar nicht vorhanden oder aber leichter dosierest und abschätzbar sind: Rechtsberater, Ernährungsberater, Finanzberater, Lebensberater, Erziehungsberater, Stilberater, Innenausstatter, Farbberater, Coaching, Erwachsenenbildung, Mediator. Hochsensible sind sehr gut darin ihr Expertenwissen zur Verfügung zu stellen und beratend tätig zu sein, Komzeptionen und Strategien zu entwickeln, Abläufe zu optimieren.

Über den Lehrerberuf an der Schule: von den Fähigkeiten her Ideal da Einfühlungsvermögen, Kreativität, Enthusiasmus, Das ganze im Auge behalten, das Detail ansehen, hoher Idealismus vorhanden sind
allerdings muss man abschätzen ob man mit den Nebenwirkungen wie große Klassen und Gruppen mit viel Lärm, Unruhe, Konflikten mit Kindern, Eltern, anderen Lehrern, mit den engen Vorgaben des Lehrplanes und der Richtlinien klar kommt (ich habe es ausprobiert,und ich habe es nicht gepackt, hätte manchmal fast einen Kollaps bekommen, aber es gibt sicher den ein oder anderen, der das irgendwie anders zu Handlen weiß und weiß wie er sich besser abschirmen kann)

Man findet, gerade durch das große Interesse am menschlichen Verhalten unter den Hochsensiblen viele Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopädie, Heilpraktiker, eine Ganzheitliche Sicht ist ihnen sowieso eigen (s.o) und daher sind sie dort auch Alternativen und naturheilkundlichen oder auch spirituellen Ansätzen gegenüber aufgeschlossen.

Nächstes Berufsfeld sind die kreativen Berufe als da wären aktive Künstler in Malerei, Bildhauerei, Grafik, Design, Fotografie, Architektur, Literatur, Landschaftsarchitektur/-Gestaltung, Kunsthandwerk etc. oder ehr etwas indirekt mit diesem Feld zu tun hat als Archivar, Bibliothekar, Lektor, Verleger, Buchhändler, Galerist etc...

Eine vielleicht verkannte Tätigkeit ist auch die als "Nur"- Hausfrau/-Mann, Mutter und Vater, wem das zu Antiquiert vorkommt, denke an die Staubsaugerwerbung: Ich führe ein sehr erfolgreiches Familienunternehmen.

Hach da steht noch viel mehr, ich für meinen Teil fand das sehr, sehr aufschlussreich. Ich hoffe der ein oder andere bekommt vielleicht ebenso ein Gefühl dafür, wohin es eigentlich gehen soll im Beruf.

Wünsche euch eine friedliche Nacht
Mearah
Mearah
 

Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon schnuffel » Do 13. Jun 2013, 07:52

Wow dein Text hilft mir, mich besser zu orientieren. Ich muss mir mal die Zeit nehmen mir eine Liste zu machen. danke2
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon Mearah » Do 13. Jun 2013, 14:32

Das ist ja toll! Dann will ich hier noch die Liste von Fragen anhängen, die in dem Buch als Hilfestellung für die Beruf(-ungs)findung angegeben sind. Los geht's:

- Was kann ich gut? Was geht mir leicht von der Hand?
- Auch: Was kann ich nicht gut? Was bereitet mir immer wieder Schwierigkeiten?
- Was tue ich gerne? Was macht mir Spaß? Was erfüllt mich mit Freude?
- Auch: Was tue ich total ungern? Was bereitet mir nur Stress? Womit möchte ich auf keinen Fall zu tun haben?
- In welchem Bereich kenn ich mich sehr gut aus?
- Was beschäftigt mich gedanklich immer wieder?
- Was mache ich in meiner Freizeit am liebsten? Welche Beschäftigung lässt mich Zeit und Raum vergessen? Mit welchem Tun bin ich völlig im Einklang? Für welches Hobby gebe ich mein Geld aus?
- Was würde ich tun, wenn ich in der Lotterie 5 Millionen Euro gewinne? Welches Traumszenario male ich mir aus?
- Welche Artikel und Bücher lese ich mit dem größten Interesse? Welche Themen regen mich regelmäßig auf? Welche faszinieren mich?
- Worin bilde ich mich freiwillig weiter?
- Was sind meine Lieblingsfilme? Was fesselt mich daran?
- Was waren meine Lieblingsschulfäche, Lieblingsvorlesungen, Lieblingsseminare? Welche Fächer/Kurse lagen mir gar nicht?
- Was waren meine Vorbilder als Kind? Welche Menschen bewunder ich heute? Wofür?
- Worüber unterhalte ich mich am liebsten?
- Welche Fähigkeiten nennen und schätzen andere an mir?
- Mit welchen Belangen kommen andere zu mir und bitten mich um Hilfe oder fragen mich um Rat?
- Was gibt mir Energie? Was inspiriert mich?
- Wobei bin ich unermüdlich?
- In welchem Umfeld und unter welchen bedingungen arbeite ich am liebsten und am besten?
- Bin ich gern allein oder unter Menschen? Welche Mischung zwischen Alleinsein und In-Gesellschaft-Sein passt für mich?
- Mit welchen Menschen habe ich gern zu tun? Erwa hsene, Kinder, Frauen, Männer...? Welche Art des Miteinanders wünsche ich mir?
- Welche Tätigkeit, welche Branche, welcher Bereich übt eine Anziehung auf mich aus?
- Mit welchen Produkten, mit welchen Dienstleistungen möchte ich gerne zu tun haben?
-Was liegt mir am Herzen? Wozu möchte ich gerne einen Beitrag leisten?
- Welche Spuren möchte ich auf der Welt hinterlassen?

Lieber Gruß
Mearah
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon cindy sun » Do 13. Jun 2013, 15:03

hallo Mearah,

deine beiden Beiträge sind echt spitze. smgp*
Vor allen, weil ich mich beruflich gerade neu ausrichten will.

Jetzt verstehe ich auch, warum ich beim letzten Mal so aufgelaufen bin. Kein Wunder!

danke, cindy Bild
.
Ich bin nicht egoistisch - ich passe nur auf mich auf! _yessa_

--- Ich nehme mein Leben zu dem Preis, den es mir gekostet hat und noch kosten wird. --- H.G. Nobis
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Re: Gibt es für HSP besonders geeignete Berufe?

Beitragvon Nordlicht100 » Do 13. Jun 2013, 22:14

Hallo zusammen,

diese Frage habe ich mir in der letzten Zeit auch öfters gestellt und möchte mich den Ausführungen von Mearah ebenfalls anschließen. Ich habe mich jetzt als HSP erkannt und arbeite u.a. als angestellter Unternehmensberater im Bereich Arbeits- und Umweltschutz / Managementsysteme und kann daher sehr gut und schnell Kontakt mit Kunden aufbauen, Ihre Probleme erkennen und Lösungen anbieten. Aber ich muss immer aufpassen, die Probleme meiner Kunden nicht zu meinen Problemen zu machen, d.h. etwas Distanz wahren.
Ansonsten bin ich eher der Auffassung, dass es eigentlich keine allgemein gültige Berufsempfehlung geben kann, denn schließlich muss jede HSP einen Weg finden, mit den heute immer höher werdenden Anforderungen im Berufsleben zurecht zu kommen. Hierzu sollte man gelegentlich inne halten und prüfen, ob der gewählte Weg der richtige ist....

Viele Grüße
Nordlicht 100
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Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt. (Konfuzius)
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