hin-und hergerissen im neuen alten Job

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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hin-und hergerissen im neuen alten Job

Beitragvon florentina73 » Sa 17. Okt 2015, 15:54

Hallo liebe Leser,

bin zur Zeit hin-und hergerissen, ob ich meine Stelle behalten soll, oder kündigen soll. Ich weiß es wirklich nicht.
Habe vor über 10 Jahren bei meinem alten Arbeitgeber gekündigt, weil ich noch in einem anderen Bereich (biotechnologisch/medizinisch)
arbeiten wollte und andere Erfahrungen sammeln wollte. Ich war mehrere Jahre dort beschäftigt und mir hat es sowohl von der Arbeit, als auch von den Kollegen sehr gut gefallen. Aber wie gesagt, ich war noch jung und wollte noch was anderes machen.
Nun bin ich um einiges älter, verheiratet und habe ein Kind ,und war auf der Suche nach einem Minijob (mehr kann und will ich nicht arbeiten aufgrund von familiärer Situation).
Zurück zu meinem letzten AG ging nicht mehr, meine Stelle ist damals ausgelaufen. Da hab ich mich wieder bei besagtem AG beworben und da ich noch mit einer Kollegin von damals in Kontakt bin und die anderen Kolleginnen mich alle auch sehr schätzen, hab ich gleich eine unbefristete Stellen-
zusage bekommen.

Am Anfang dachte ich:super! Doch dann kamen schnell auch die Nachteile zum Vorschein:

1. da ich auf Minijobbasis angestellt bin und dort immer auch Wochenendarbeit nötig ist, wollten sie mich vorzugsweise regelmäßig sonntags einsetzen, damit die Vollzeitkräfte nicht so viele Überstunden machen müssen, die sie wieder unter der Woche abfeiern und somit weg sind.
Was mich mittlerweile sehr stört, mein Mann ist ebenfalls häufig am Wochenende beruflich eingespannt. Er arbeitet im Verkauf bzw. in der Gastronomie. Doch ihm ist das egal, wenn ich auch noch arbeite. Er ist ein worcaholic muss man leider sagen

2. weil ich aber am Wochenende mehr Stunden bezahlt bekomme als ich da bin, muss ich unter der Woche meistens nur ein Vormittag kommen.
Somit zieht sich die schon etwas verkürzte Einarbeitungszeit hin....

3. nun trauen mir meine früheren Kollegen (etwa die Hälfte insgesamt) noch viel zu, andererseits wissen sie nach über 10 Jahren schon gar nicht mehr, wie man es früher gemacht hat, und es hat sich in der Arbeitsweise mehr verändert als ich dachte. Nur wissen die das nicht mehr ....

4. so und nun haben wir auch einige junge Neue, die mich nicht von früher kennen und deshalb auch nicht wissen was ich alles kann.

Nun hab ich das Gefühl einserseits, nur für Wochenenddienste ausgenutzt zu werden, andererseits werde ich das Gefühl nicht los, dass mich ein paar von den für mich neuen Kollegen, die sehr selbstbewusst auftreten, skeptisch betrachten, vielleicht auch weil mir die älteren noch soviel zutrauen? Ich weiss es nicht. Ich habe das Gefühl, sie schauen mich oft so kritisch an. Und wenn wir zusammen arbeiten und ich mach einen Fehler ist mir das sehr unangenehm. Und wenn sie mich dann kritisch anschauen, dann ist es aus. Dann kann ich mich gar nicht mehr konzentrieren :( und werde total unsicher und mache nochmehr Fehler. Mir fehlt auch einfach die Routine, vieles läuft ja automatisch ab, man denkt nicht mehr drüber nach. Aber ich bin dafür einfach zu wenig dort. (habe ich weiter oben berichtet) Deshalb brauche ich auch länger als sie. Und gerade am Wochenende wollen alle schnell heim!

Ich habe schon mit einigen darüber geredet, auch mit einer früheren Kollegin. Sie meinte ich soll das doch lockerer angehen. Ich baue mir selber einen viel zu hohen Erwartungsdruck auf. Ich soll nicht soviel darüber nachdenken.

Ich denke aber ich war schon länger bei diesem AG beschäftigt als viele Neue. Ich muss das alles noch gut packen.
Und dazu kommt noch , ich bin im Laufe der Jahre immer sensibler geworden, grüble mehr und denke, ich bin ein alter Hase und muss das können,basta!

Aber andererseits sind meine früheren Kollegen mittlerweile ja alles alte Hasen und die Jungen haben Respekt vor ihnen, weils sie sie ja eingelernt haben, länger da sind und mehr Erfahrung haben. Denen fällt das gar nicht auf und sie können sich auch nicht vorstellen wie es mir jetzt nun geht.
Ich bin doch jetzt in einer anderen Position.
Und ich bin so wenig da, dass ich verglichen mit einer Vollzeitkraft erst seit eineinhalb Monaten da bin, obwohl ich schon seit 8 Monaten da bin.
Vielleicht bin ich deshalb immer wieder noch so unsicher. Das aber nur bei den für mich neuen Kollegen. Die "alten" geben mir Sicherheit. Sie sind nur nicht immer da wo ich gerade beschäftigt bin.

Und ich hocke nun zwischen den Stühlen, so habe ich das Gefühl

Als ich jung war, war ich auch gelassener und lockerer drauf. Somit ist das bei mir irgendwie andersherum als bei den meisen Menschen, die ja gelassener werden wenn sie älter sind.

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann mir einen Rat geben?
Soll ich durchhalten? Lohnt es sich? Ich weiss gerade gar nicht was ich tun soll.
Es gibt sehr wenige Stellen auf Minijobbasis in meinem Bereich.
Aber die Tätigkeit macht mir viel Spaß.


florentina
florentina73
 

Re: hin-und hergerissen im neuen alten Job

Beitragvon schwarz » So 18. Okt 2015, 10:09

Hi florentina,

wenn Dir die Tätigkeit Spaß macht, Du nette Kollegen hast, die Arbeitszeiten dennoch für Dich okay sind und es "nur" die Selbstzweifel sind...dann sind diese sicherlich keine guten Ratgeber. Wie Du schreibst, ist man nur wenig da, kann sich das alles nicht so schnell wieder aufbauen...somit gib Dir die Zeit und trotz aller Unsicherheiten oder auch Gegensätzen zu früher...: Du gibst Dein Bestes und mehr kannst und musst Du auch gar nicht tun. Mit der Zeit wird Dein Selbstbewusstsein wieder zurückkehren oder Du kannst Dir sogar ein noch stabileres aufbauen...wenn es ganz tief von innen herkommt. Vergleiche Dich nicht mit den anderen und gehe nicht davon aus, dass Dich diejenigen, die Dich noch nicht kennen, argwöhnisch betrachten....viellleicht ist es nur Dein eigener Argwohn Dir selbst gegenüber, der Dich das in den Blicken der anderen empfinden lässt...?

Ganz viel Kraft, Mut und innere Sicherheit für Dich
und beste Grüße
schwarz
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Re: hin-und hergerissen im neuen alten Job

Beitragvon Corel » Mo 19. Okt 2015, 00:01

Hi Florentina,
im Grunde hast du dir doch schon selber eine Antwort gegeben:
Du kannst nur im Minijobbereich arbeiten, davon gibt es ( in deinem Bereich) wenig und die Arbeit dort macht dir Spaß:)
Also mach genau das..und überzeuge mit dem was du von vorher kennst und freue dich auf das was inzwischen neu dazugekommen ist..( an Kollegen oder auch beruflich)
Corel
 

Re: hin-und hergerissen im neuen alten Job

Beitragvon florentina73 » Mo 19. Okt 2015, 07:09

Vielen Dank für eure Antworten.

schwarz: ja ich glaube du hast recht. Vielleicht hängt dieser Argwohn mit meiner gestiegenen Empfindlichkeit zusammen und stimmt mit der Realität gar nicht überein. Mir fällt es auch schwer, mir von Jüngeren was sagen zu lassen. Ein bissle Selbststolz hab ich schon noch :-) wenn mir die früheren Kollegen was sagen ist das kein Problem für mich.
aber da muss ich wohl durch, denn die sind jetzt nunmal auf dem neuesten Stand der Dinge

Gruß

florentina
florentina73
 

Re: hin-und hergerissen im neuen alten Job

Beitragvon schwarz » Di 20. Okt 2015, 12:39

Hi florentina,

schön, dass Du dich selbst so gut beobachten kannst.
Und ja, fällt es Dir schwer, Dir von den Jüngeren etwas sagen zu lassen,
kommt auch das bei ihnen an...und dann setzt oftmals erst so ein unterschwelliger Umgang ein.
Glaub mir, je offener Du in der Beziehung wirst, werden es auch Deine jüngeren Kolleginnen werden.
Und für Dich eine wunderbare Situation...im Gegenatz dazu, wenn Du nie weg gewesen wärst:
neue Situation = neue Erfahrungswelten, die es zu entdecken gilt
und die Dich näher zu Dir selbst führen und Dich dadurch stärken. (-:

Viel Neugier und Mut und auch Freude dabei
wünscht Dir
schwarz
schwarz
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