In Berufswelt ständig scheitern

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon Lacey1990 » Mi 11. Dez 2019, 13:00

Hallo alle zusammen,

Ich hatte im letzten Jahr ein paar Jobstartversuche. Also neue Jobs angefangen und recht schnell wieder aufgehört.
Im letzten war ich drei Monate. Ich hatte da Probleme mit dem Chef, der immer seine Stimmung an einem ausgelassen hat. Oder einem blöd angemacht hat. Ich hab versucht, es zu ignorieren. Es ist mir aber schwer gelungen, da eine Grenze zu ziehen. Also mich innerlich abzugrenzen. Habe mit ihm auch mal ein Gespräch geführt. Er ist aber wie er ist und da muss man mit ihm klar kommen. Also er merkt auch null, wenn er jemand blöd anmacht. Das ist dann halt im Stress.
Mir ging es jetzt psychisch immer schlechter und ich hab die Reißleine gezogen. Aber ich weiß, irgendwie wird so eine Situation wieder kommen mit unangenehmen Menschen. Ich wollte fragen, ob ihr da Tipps hat, sich von sowas abzugrenzen?
Fühle mich wie eine Versagerin, weil mich solche Situationen mehr beschäftigen und ich schneller an meine Grenzen komme. Nur darauf kann ja keiner Rücksicht nehmen in der Arbeitswelt.
Bin gerade sehr verunsichert wie ich mit meinem sensiblem Wesen und der Arbeitswelt zurecht kommen soll. Ich will auch nicht immer aus allen Jobs weglaufen.

Freue mich über Antworten.

Lg,
Lacey
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon DesdiNova87 » Mi 11. Dez 2019, 21:22

Hi Lacey1990,

tut mir leid, dass es bei dir zunächst nicht ganz nach deinen Vorstellungen gelaufen ist.

Lacey1990 hat geschrieben: Ich hatte da Probleme mit dem Chef, der immer seine Stimmung an einem ausgelassen hat. Oder einem blöd angemacht hat. Ich hab versucht, es zu ignorieren. Es ist mir aber schwer gelungen, da eine Grenze zu ziehen. Also mich innerlich abzugrenzen. Habe mit ihm auch mal ein Gespräch geführt. Er ist aber wie er ist und da muss man mit ihm klar kommen. Also er merkt auch null, wenn er jemand blöd anmacht. Das ist dann halt im Stress.
Mir ging es jetzt psychisch immer schlechter und ich hab die Reißleine gezogen.


Meine Meinung dazu: Du hast alles genau richtig gemacht. Du hast eben nicht einfach "aufgegeben", sondern auf erwachsene Art und Weise das Problem angesprochen und versucht zu lösen.
Niemand hat das Recht, dich dauerhaft als Mülleimer für seinen seelischen Abfall zu missbrauchen, nur weil er in einer beruflichen Hierarchie über dir steht.

Ich finde das auch eine schwache Ausrede vom Chef, dass er dann im Stress ist und es "einfach so passiert". Wir sind alle immer noch Menschen und verantwortlich für unser Tun. Es ist darüber hinaus auch derbe unprofessionell, Menschenführung will auch gelernt sein. Dazu gibt es noch die Themen erworbene Autorität und verliehene Autorität, vlt magst du dich dazu informieren.
Ich würd' sagen sei froh das du weg bist.

Lacey1990 hat geschrieben:Fühle mich wie eine Versagerin, weil mich solche Situationen mehr beschäftigen und ich schneller an meine Grenzen komme. Nur darauf kann ja keiner Rücksicht nehmen in der Arbeitswelt.
Bin gerade sehr verunsichert wie ich mit meinem sensiblem Wesen und der Arbeitswelt zurecht kommen soll. Ich will auch nicht immer aus allen Jobs weglaufen.


Ich sehe das jetzt gar nicht so, dass du weggelaufen bist. Du hast alles was dir möglich war getan, um die Situation zu lösen. Es kann keiner von dir erwarten, dass du total abgestumpft durch die Gegend läufst.
Natürlich ist in manchen Jobs die Belastung größer und in anderen geringer. Es kommt aber auch immer auf die jeweillige Arbeitssituation im Speziellen an. Derselbe Job kann von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich sein.

Ich denke man muss einfach am Ball bleiben und lernen sich zu behaupten. Mit der Zeit kommt man dann immer besser zurecht, auch wenn immer mal wieder eine neue Situation auftreten kann, die man dann wieder neu meistern muss. Wichtig ist aber, man kann es durchaus üben und gerade sensible Menschen werden auch in der Arbeitswelt gebraucht! Wir verfügen über viele Qualitäten, die andere nicht haben.

Also lass' dich nicht entmutigen, beim nächsten Job passt es vielleicht schon viel besser smirl

LG DesdiNova87
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon Lacey1990 » Fr 13. Dez 2019, 11:13

Hallo DesdiNova87,

Vielen Dank für deine Antwort. Das hat mich echt ermutigt und ich sehe jetzt, dass ich mein Bestes gegeben habe.

Lg,
Lacey
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon DesdiNova87 » Fr 13. Dez 2019, 11:56

Hi Lacey1990,

das freut mich sehr, dass ich weiterhelfen konnte _Mij_

Es ist ja leider so, dass Konflikte eben auch zum Leben dazu gehören. Sie treten in allen Bereichen des Lebens auf. Es gibt auch kein Patentrezept wie damit umzugehen ist.

Ich hatte selbst letzte Woche einen Streit mit einer Arbeitskollegin. Eigentlich verstehe ich mich mit ihr blendend, bei ihr hatte sich aber wohl was angestaut, was mal raus musste und sie hat dann auch bei mir die richtigen Knöpfe gedrückt (was bei mir als Sternzeichen Widder jetzt nicht so schwer ist icon_winkle ), dass ich für einen Moment meine Coolness verloren hatte.

Gab dann halt ein Gewitter zwischen uns, nach der Aussprache haben sich die Wogen aber auch wieder geglättet und diese Woche haben wir wieder zusammen gearbeitet und alles ist wieder bestens zwischen uns.
Es war also ein reinigendes Gewitter. Trotzdem hatte es mich letzte Woche die ganze Nacht nach dem Streit beschäftigt und schwer im Magen gelegen.
Es wurden ein paar verletzende Sachen von ihr ausgesprochen, und die habe ich dann auch mit mir selbst ausgemacht, da ich nicht wollte, dass der Konflikt noch größere Kreise zieht, würde ich den Vorfall bei anderen Kollegen erwähnen.

So hinterm Rücken mag ich nämlich gar nicht, durch sowas kann das Verhältnis langfristig beschädigt werden. Dann lieber direkt und wer austeilt muss auch mal einstecken können.

Eine hoffentlich konfliktfreie Adventszeit wünscht,
DesdiNova87 *tanne*
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon Lacey1990 » Fr 13. Dez 2019, 17:24

Hallo DesdiNova87,

Ja, Konflikte gehören definitiv dazu und bei mir gehen sie auch eher tief und beschäftigen und wühlen viel auf. Aber wenn sie konstruktiv sind, machen sie ja durchaus Sinn. Also wenn sie bereinigen...

Hast du da ne Strategie, solche Konflikte auszuhalten und dich trotzdem noch gut auf deine Arbeit konzentrieren zu können? Das fällt mir immer schwer.

Lg,
Lacey
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon Trude » Fr 13. Dez 2019, 19:06

Hallo Lacey1990,
mich hat das auch mal über längere Zeit fertig gemacht, Stress mit Kollegen zu haben. Wenn sie mich heute irgendwie nerven, gehe ich weg ( bin vom Sternzeichen Krebs und ziehe mich immer zurück, wenn es Ärger gibt, bringe Betroffene damit auf die Palme) und denke mir:
" Uns verbindet nur ein Arbeitsvertrag, keine Freundschaft. " Dabei lach ' ich in mich hinein und bin somit total erleichtert. Das hat aber ewig gedauert, so zu denken, hab auch viele Tränen und Nerven gelassen, aber damit ist es besser geworden. Man verbringt so viel Zeit mit Kollegen, die muss ich mir nicht vermiesen lassen.
LG von Trude _Mij_
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 14. Dez 2019, 11:36

Hi,

Lacey1990 hat geschrieben:
Hast du da ne Strategie, solche Konflikte auszuhalten und dich trotzdem noch gut auf deine Arbeit konzentrieren zu können? Das fällt mir immer schwer.


Wie gesagt, ich denke nicht, dass es dazu ein Patentrezept gibt, welches in allen Situationen helfen könnte. Dafür sind die Konflikte und die daran beteiligten Persönlichkeiten zu vielseitig. Dazu kommt noch, dass Personen auch unterschiedliche Tagesformen haben, mal gut gelaunt, mal schlecht gelaunt usw..
Grundsätzlich finde ich es wichtig, für sich selbst einzustehen, aber wenn der Konflikt keinen sachlichen Unterbau hat, muss man sich auch nicht alles bieten lassen.
Es ist auch absolut normal, dass einen solche Dinge beschäftigen, ich würde mir Gedanken machen, wenn es einen kalt lässt.

Trude hat geschrieben:Wenn sie mich heute irgendwie nerven, gehe ich weg ( bin vom Sternzeichen Krebs und ziehe mich immer zurück, wenn es Ärger gibt, bringe Betroffene damit auf die Palme) und denke mir:
" Uns verbindet nur ein Arbeitsvertrag, keine Freundschaft. " Dabei lach ' ich in mich hinein und bin somit total erleichtert. Das hat aber ewig gedauert, so zu denken, hab auch viele Tränen und Nerven gelassen, aber damit ist es besser geworden. Man verbringt so viel Zeit mit Kollegen, die muss ich mir nicht vermiesen lassen.


In einigen Situationen ist das bestimmt eine gut Strategie. Wenn die Kritik ungerechtfertigt ist und/oder auf ungerechtfertigte Weise vorgetragen wird, ist es wohl am Besten, sich gar nicht erst drauf einzulassen.

Ich kann mir zwei Punkte denken, wo die Strategie des Rückzugs an ihre Grenzen kommt:

1. Man kann sich meist nicht ewig aus dem Weg gehen. Ob jetzt z.B. im Büro in einer Sitzgruppe, wo man früher oder später an seinen Arbeitsplatz zurückkehren muss oder z.B. bei familiären Streitigkeiten bei größerern Zusammentreffen wie Familienfeiern.

2. Wie du schon selbst sagst, "du bringst Betroffene damit auf die Palme". Rückzug ist eben auch eine Reaktion, auch wenn sie passiv ist. In dem Zusammenhang wird ja häufig von passiv-aggressivem Verhalten gesprochen.
Wenn das Gegenüber das Bedürfnis hat einen Sachverhalt zu klären und das vernünftig anspricht, wird plötzliches Abwenden und Rücken zudrehen für Unverständnis sorgen und eine mögliche Lösung des Konflikts erschweren.

Ich stell' mir dazu grade vor, wie eingangs geschildert wird der Chef gebeten etwas zu besprechen, dieser würde sich dann aber einfach wortlos umdrehen und gehen, und dabei "in sich hinein lachen" 647&/

LG DesdiNova87
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon Trude » Sa 14. Dez 2019, 14:09

Hallo DesdiNova87 ,
das stimmt, dass sie meinen Rückzug immer ganz anders bewerten, als ich das in dem Moment sehe. Ich will bloß meine Ruhe und kann es nicht ertragen, angemosert zu werden, oftmals ungerechtfertigt und auch nicht im passenden Ton. Mit meinem Rückzug will ich mich ja nur selbst schützen und auch evtl. erst mal wieder Ruhe reinbringen. Dass ich mir denke, dass ich mit ihnen ja nicht freundschaftlich verbunden bin, mach' ich auch erst seit kurzer Zeit, weil es mich über längere Zeit zu sehr mitgenommen hat. Dass ich wegging, wurde aber immer als Arroganz bewertet, niemand hat hinterfragt, wie es mir wirklich ging, weil ich nach außen stärker wirke, als ich es tatsächlich bin. Dass ich nachts nicht geschlafen hatte, wenn mich jmd. angepöpelt hat, habe ich ja nie erzählt. Ich brauchte ja nur mal einen Weg für mich, dass ich das nicht mehr über Tage mit mir herumschleppe. So gelingt es mir etwas besser.
Ich arbeite aber auch nicht in einem Büro, wo man über den ganzen Tag miteinander auf engem Raum zusammen ist. Da würde mir das auch nicht gelingen, denke ich.
Es geht mir aber auch nicht um Vorgesetzte, sondern eher um die Wutanfälle meiner Kollegen, wenn ich bspw. den Dienstplan nicht nach ihren Wünschen gestaltet habe und die meinen, sie müssten Friseurtermine in die Dienstzeit legen. Das wird dann nicht in passendem Ton gesagt, sondern wütend. Und da hilft nur Flucht. Mit meiner Chefin mache ich so etwas nicht, sie benimmt sich aber auch nie daneben.
Mir ist es aber auch immer wieder ein Rätsel, warum man sich überhaupt das Recht herausnimmt, jmd. in völlig unpassendem Ton anzumeckern. Wahrscheinlich nimmt mich das dann immer so mit, weil ich nie darauf käme.
Man hat aber auch oft mit vielen Menschen zu tun, da ist jeder anders, aber mit unmöglichen Benehmen kann und möchte ich überhaupt nicht klarkommen. Das sollen sie selbst ausbaden. Gelingt mir aber nicht immer, so zu denken.
LG von Trude
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 14. Dez 2019, 16:37

Hi Trude,

Trude hat geschrieben:Man hat aber auch oft mit vielen Menschen zu tun, da ist jeder anders, aber mit unmöglichen Benehmen kann und möchte ich überhaupt nicht klarkommen. Das sollen sie selbst ausbaden. Gelingt mir aber nicht immer, so zu denken.


Genau, da bin ich auch absolut bei dir. Ich hatte zufällig gestern mit einer (anderen) Kollegin über die Thematik "aufbrausende Leute" gesprochen. Sie war damals mit einem Chef konfrontiert, der wohl ziemlich cholerisch war und dann irgendwelche Kisten durch die Gegend getreten hat. Da hat sie dann einfach die flache Hand gehoben und gesagt "So, das war's dann für mich." Und hat dann auch gekündigt. Der Chef hatte sich daraufhin zwar entschuldigt, aber sie hat ihm dann klar gemacht, dass ihre Entscheidung endgültig ist und sie mit so Cholerikern gar nicht kann.

Mir selbst war es in der Ausbildung passiert, dass ich von einem Abteilungsleiter einer anderen Abteilung, für mich völlig überraschend, zusammengestutzt wurde. Das kann ich auch bis heute noch nicht nachvollziehen. Ich kannte den Herren bis dahin überhaupt nicht, wurde an seinen Schreibtisch zitiert und ohne jede Vorstellung hat der mich dann übel zusammengestaucht. Und das in einer Lautstärke, dass zwei Abteilungen es mitbekommen hatten (war in einer offenen Büro-Etage, war also gut zu hören). Ich konnte förmlich spüren, wie die anderen ihre Köpfe einzogen. Ich finds auch nach wie vor traurig, dass da keiner den Mut hatte, sich einzumischen, wenn da ein Azubi wegen eines kleinen Fehlers zusammen gebrüllt wird.

Ich war da selbst einfach so überrascht, weil ich mit überhaupt nichts schlimmen gerechnet hatte, dachte der hätte einfach eine Aufgabe für mich...ich hab mir das dann trotzig angehört, aber nicht groß drauf reagiert und dann am Ende halt Abgang durch die Abteilung, die mich natürlich alle musterten. Innerlich war ich am Brodeln und extrem angefressen.

Trotzdem wollte ich wegen diesem unmöglichen Verhalten von einem einzigen Ar#*§ nicht meine ganze Ausbildung hinwerfen und habe es dann einfach weggesteckt. Mir ist der Typ dann noch das ein oder andere Mal begegnet und schien sich an seinen Ausraster überhaupt nicht mehr erinnern zu können, hat nett gegrüßt und sogar das ein oder andere Mal Small Talk mit mir gehalten. Ich habe das natürlich trotzdem nie vergessen können, wenn sich jemand einmal so präsentiert hat, dann ist die Meinung über diese Person kaum noch zu ändern.

In meinem aktuellen Job habe ich im direkten Kundenkontakt auch schon den ein oder anderen Kandidaten gehabt, der völlig seine Fassung verloren hat. Höhepunkt war bis jetzt, dass ich bei einem Kunden die Polizei dazugerufen hatte und Anzeige wegen Beleidigung gestellt hatte.
Es gab viele Zeugen und der Wüterich hätte, vergleichbaren Urteilen nach zu gehen, mindestens ein Monatsgehalt als Strafe abdrücken müssen. Die Polizei hat dann vermittelt und er hat mir die Entschuldigung angeboten. Die habe ich nach kurzem zögern angenommen und damit dann auch auf die Anzeige verzichtet. Für mich war das damit geklärt; er und seine Frau waren zwischenzeitlich schon wieder im Geschäft und verhalten sich jetzt angemessen. Kommt sowas nochmal vor, bekommen sie definitiv Hausverbot, das ist schon alles intern abgesprochen.

Irgendwo ist einfach eine Grenze, die spätestens bei strafrechtlich relevanten Beleidungen gegen das Ehrgefühl einer Person erreicht ist und auch wenn das super unangenehm war, 20 Minuten auf die Polizei zu warten, während der Kunde noch im Laden war, hat sich die Aktion in dem Viertel rumgesprochen und mir letztendlich Respekt verschafft. Ich finde es ein bisschen traurig, aber man muss sich da als junger Mann auch mal durchsetzen können und zeigen, dass man nicht alles mit sich machen lässt.

LG DesdiNova87
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Re: In Berufswelt ständig scheitern

Beitragvon Trude » Sa 14. Dez 2019, 23:35

Hallo DesdiNova87,
um sich selbst zu schützen, sollte man für sich eine Lösung finden. Und wenn Du Dich so durchsetzen musst und kannst, ist das vollkommen in Ordnung. Ich bin jetzt über 40 Jahre und habe viel zu lange gebraucht, zu erkennen, dass es für mich besser ist, beim Weglaufen aus blöden Situationen lieber hinter der Tür über komisches Getue zu schmunzeln, als zu weinen oder traurig zu sein, wie ich es über diese Zeit getan hatte. Das ist doch großer Quatsch, sich von Miesepetern den Tag verdüstern zu lassen. Ärgerlich.
Ich käme auch selbst nie auf die Idee, "meine" Praktikanten blöd zu behandeln. Die haben es immer gut bei mir und wenn sie Unterstützung brauchen, versuche ich sie auch so gut es geht zu unterstützen. Aber einen Anpfiff hat da noch keiner bekommen. Sie bringen schon aus der Schule jede Menge an Aufgaben mit, da sollen sie im praktischen Bereich eine schöne Zeit haben- in angenehmer Lernatmosphäre. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, denke ich oft darüber nach, bei wem ich das Meiste gelernt habe. Das waren die Lehrer, die lieb und den Schülern zugewandt waren, nicht die, die Macht ausüben wollten.
Es ist schon echt traurig, dass es nicht mehr normal ist,
sich angebracht zu benehmen. Wie Du schon sagst, wird es gerade auch in Supermärkten u.ä. immer wieder
deutlich, wie schlecht die Angestellten dort behandelt werden- von Kunden. Ich seh das jedes Mal beim Einkauf. Die mit der meisten Zeit, sind die, die als Erste nach einer zusätzlichen Kasse schreien, aber nicht im netten Ton, sondern immer gleich mit Krawall.
Ich finde das so traurig.
LG von Trude
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