Kollegen glauben Krankschreibung nicht

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Kollegen glauben Krankschreibung nicht

Beitragvon SommerJuli » Mi 16. Jan 2019, 21:28

Hallo Zusammen,

Meine Kollegen (zwei Frauen und ein Mann) haben schon Anfang an was gegen mich. Das zeigt sich in folgen Tatsachen:
- machen zur dritt Mittagspause und formulieren auch „machen wir wieder zu dritt Mittag?“ Ich werde nie gefragt und wenn ich mal Nachfrage ob ich mitkommen darf sagen Sie Nein, weil *hier Ausrede einfügen*

- wenn Meetings abgesagt werden, werde ich nie informiert (oder wenn sie ein Fall zuende geklärt haben...) also Kommunikation ist fehl am Platz

- lassen mich vorm Chef dumm da stehen (fragen mich etwas, ich weiß es nicht sofort, schaue Meike unterlagen durch und die gehen denn beim Chef Petzen) der mich anschreit wieso ich das nicht weiß obwohl es mein Job ist.

Damit die Kollegen mal ein anderes Bild von mir haben, hab ich die eine Kollegin gefragt ob ich Sie freiwillig beim Umzug helfen soll. Sie hat sich gefreut und meinte ja. Dann passierte es, ich fuhr am Umzugstag mit meinen Kollegen mit dem Auto zur neuen Unterkunft. Wir hatten während der Fahrt ein Autounfall mit 40 km/h sind wir ein anderes Auto raufgefahren. Ich hab am nächsten Tag noch keine Luft bekommen und bin deshalb zum Ärztlichen Notdienst gefahren der mich sofort in die Notaufnahme schickte. Ich musste denn eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Ich wurde entlassen und bin seit dem drei Woche krankgeschrieben, wegen Schleudertrauma, Herzproblemen und Druck auf der Brust.

Meine Kollegin schrieb gestern (bin seit 1 Woche Zuhause) in der WhatsApp Arbeitsgruppe (alle Kollegen und Chef mit dein) ich soll mich nicht so anstellen, weil es ja wie Autoscooter fahren ist. Sie ja beim Unfall live dabei war und es niemals so schlimm war. (Den anderen drei Kollegen geht es gut und arbeiten). Sie meinte unser Chef sollte das mal in frage stellen und nach Maßnahmen greifen. Er sagt dazu aber überhaupt nichts genau wie die anderen Kollegen (nichtmal eine Gute Besserung).

Ich habe jetzt echt Angst zur Arbeit zu gehen, mein Job zu verlieren - da mit evtl. nicht geglaubt wird und Mobbing auf dem Arbeitsplatz schlimmer wird.

Hab ihr ein Tipp wie ich weiter vorgehen soll?
Danke Schonmal
SommerJuli
Neuling
 
Beiträge: 1
Registriert: Di 15. Jan 2019, 23:57

Re: Kollegen glauben Krankschreibung nicht

Beitragvon Stoffel » Do 17. Jan 2019, 00:02

Wie lange arbeitest du da schon ? Wenn das Arbeitsklima dort so ist, wie du es beschreibst, gibt es eventuell die Chance auf ein klärendes Gespräch mit allen und dem Chef zusammen ?

Ich würde das aber bezweifeln, und mich an deiner Stelle nach einem anderen Job umsehen.
Wissen macht krank, nix wissen auch, ist aber nicht so stressig
Stoffel
Gold Member
 
Beiträge: 333
Registriert: Sa 27. Okt 2018, 17:26

Re: Kollegen glauben Krankschreibung nicht

Beitragvon izmi » Do 17. Jan 2019, 09:34

Das wäre jetzt auch meine Idee gewesen. Klingt nicht so, als ob Dir das gut tun kann.
_panik_
Benutzeravatar
izmi
Gold Member
 
Beiträge: 259
Registriert: Mi 9. Jan 2019, 13:30

Re: Kollegen glauben Krankschreibung nicht

Beitragvon Senekha » Sa 19. Jan 2019, 23:57

Hallo SommerJuli,

das was du schreibst klingt in der Tat nicht gut, hatte selbst einiges mit Mobbing zu tun, das hält niemand lange aus, egal ob HSP oder nicht. Wie groß ist denn die Firma, gibt es da eventuell einen Betriebsrat oder eine Mitarbeitervertretung? Falls nicht bleiben wirklich nur zwei Möglichkeiten, entweder ein klärendes Gespräch mit den Beteiligten und bzw. mit deinem Chef oder du musst dich nach einem anderem Job umsehen. Denn glaub mit bitte, kein Job ist es wert damit seine Gesundheit zu ruinieren und diese Möglichkeit besteht bei dir leider.

LG Senekha
Senekha
Neuling
 
Beiträge: 6
Registriert: Fr 11. Jan 2019, 17:13

Re: Kollegen glauben Krankschreibung nicht

Beitragvon Krümelkeks » Di 22. Jan 2019, 16:28

Hallo SommerJuli,

für mich klingt es leider auch so, als ob ein Jobwechsel besser und gesünder für dich wäre. Man merkt beim Lesen, dass du sehr unter dem Verhalten deiner Kollegen leidest und so, wie du sie beschreibst, werden die einfach Gründe suchen, um dich schlecht zu behandeln. Ich meine, es ist doch die Höhe, nach einem Unfall zu sagen, dass du dich mal nicht so haben sollst. Als ob sich so ein Unfall auf alle Menschen gleich auswirkt. Wenn es einen schweren Unfall mit sowohl leicht als auch schwer verletzten Leuten gibt, sagen dann die leicht verletzten auch zu den anderen: "Jetzt habt euch mal nicht so mit euern mehrfachen Trümmerbrüchen. Ich war beim Unfall dabei und habe auch nur eine leichte Gehirnerschütterung." Völlig absurd sowas.

Ob ein klärendes Gespräch etc etwas helfen könnte, kannst nur du allein entscheiden. Probieren kann man es sicher. Aber wenn sich da keine Einsicht zeigt, dann ist es sicher besser, den Job zu wechseln, da es für mich so klingt, als ob die Kollegen einfach irgendjemanden brauchen, auf dem sie rumhacken können. Und solange da kein brauchbareres "Opfer" um die Ecke kommt, werden sie immer weiter machen.
Krümelkeks
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 62
Registriert: Do 7. Sep 2017, 22:57

Re: Kollegen glauben Krankschreibung nicht

Beitragvon Hortensie » Mi 23. Jan 2019, 21:08

Hallo SommerJuli,

es kann dir eigentlich ganz egal sein, ob dir die Kollegen glauben oder nicht - ein Arzt hat dich nach dem Unfall untersucht und dir eine AU attestiert, das zählt! Wenn sie dir nicht glauben, stellen sie auch die Diagnose des Arztes bzw. des Krankenhauses infrage!

Ich würde an deiner Stelle die Zeit in Ruhe zu Hause verbringen, erst dann wieder arbeiten gehen, wenn ein Arzt sagt, dass es wieder geht und dann, sobald du wieder arbeiten bist, unverzüglich das Gespräch mit dem Chef suchen. Dort muss du dich gar nicht rechtfertigen (Siehe oben!), sondern mit ihm zusammen überlegen, wie die Sache aus der WhatsApp-Gruppe zu klären ist. Als Chef hat er Fürsorgepflicht! Ist die Firma sehr klein, solltest du tatsächlich überlegen zu gehen, so wie die anderen Vorschreiber es auch schon geschrieben haben, das Betriebsklima scheint nicht gut zu sein! Wenn es einen Betriebsrat oder eine Mitarbeitervertretung geben sollte, solltest du diese einschalten, damit dich jmd zum Gespräch begleiten kann oder dich beraten kann.

Was du auch überlegen solltest:
Die WhatsApp-Gruppe scheint entbehrlich zu sein, wenn solche Reaktionen/Angriffe kommen. Aus lauter good will würde ich da nicht mitmachen.

LG und dir alles Gute,
Hortensie
pragmatisch und bodenständig
Hortensie
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 8575
Registriert: So 18. Mär 2012, 16:41
Wohnort: weit im Westen



Ähnliche Beiträge


Zurück zu HS in Arbeit und Ausbildung

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron