Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Georgia » Do 23. Okt 2014, 19:16

Hallo zusammen,

ich kämpfe gerade gegen meine Eigenart hochsensibel zu sein an. Ich bin seit mehreren Monaten immer wieder krank (bedingt auch durch eine Autoimmunerkrankung). Leider stellt das für meine Kolleginnen im Vertretungsteam ein Problem dar, da sie mich in der Zeit in einigen Punkten vertreten müssen. Nun ist es so das ich mich gerade extrem schlecht fühle weil ich wieder krank bin und mich diese Kolleginnen nun "meiden" bzw. ziemlich sauer zu sein scheinen.
Mein Arbeitgeber weiß um meine Krankheit und das ich aufgrund dieser erhöhte Fehlzeiten habe. Von der Seite ist also alles geklärt.
Eine dieser 3 Kolleginnen hat mir indirekt auch schon dazu geraten den Job doch aufzugeben. Aber das wäre der Untergang für mich (finanziell zumindest).

Ich versuche mir das Verhalten dieser Kolleginnen nicht so zu Herzen zu nehmen, aber ich kann das gerade ganz schlecht. :-(
Ich hatte mal ein gutes Verhältnis zu dieser Kollegin, aber nachdem ich letzte Woche Dienstag die Firma aufgrund von Krankheit wieder verlassen habe, schlug mir schon Argwohn entgegen.
Ich weiß ja das es nicht schön ist für die anderen wenn sie einen Teil (die für mich eingehende Post sortieren und das Telefon übernehmen) mitmachen müssen, aber ich würde gerne mit diesen Leuten tauschen und arbeiten. Die können gerne meine Krankheit und die Folgen für mich übernehmen. _maschkap_utt _bash_

Musste das mal loswerden.
Georgia
 

Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Carolyn » Do 23. Okt 2014, 19:39

Wissen denn auch Deine Kolleginnen von Deiner Autoimmunerkrankung? Damit sie zumindest nicht mehr argwöhnen, Du würdest simulieren (das lese ich grad raus). Mit dem Verständnis für Deine Situation kommt evtl. auch mehr Akzeptanz.
Wenn Du nicht an Dich glaubst, wird es kein anderer tun. (Kruppa/Grüschow)
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Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Georgia » Do 23. Okt 2014, 19:44

Ja meine Kolleginnen wissen von meiner Krankheit. Aber sie können halt nicht nachvollziehen wieso man so oft krank ist. Das sind Kandidaten denen geht Arbeit über alles und sie würden sich auch halbtot zur Arbeit schleppen.
Georgia
 

Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Sonnenblume_SS » Do 23. Okt 2014, 20:33

Ich bin froh, dass es noch wenige Menschen gibt, die nicht um jeden Preis beweisen müssen, dass man auch halbtot arbeiten kann!

Ganz ehrlich - ich glaube der Druck, nicht krank sein zu dürfen, macht krank.

Ich kann mich unendlich glücklich schätzen, dass meine Kollegen ganz anders sind und jedem, der einmal mehr krank ist als normal immernoch das beste wünschen.
Ich selbst tue das auch so - und wenn ich dafür vertreten muss, mehr telefonate führe etc. dann ist das eben so. Ich mache das gerne, ich freue mich regelrecht wenn ich sagen kann "bleib liegen - hier läuft schon alles."
Es ist natürlich nicht auszuschließen dass ich damit auch mal an meine Grenzen gerate.. immernoch kein Grund, andere zu meiden weil sie krank sind.

Des Weiteren gehe ich irgendwie davon aus, wenn man ständig krank zur Arbeit geht, rächt sich das irgendwann. Es kann nicht auf ewig gut gehen, NIE das zu tun, was der Körper verlangt.
Deswegen tust du das einzig richtige... aber leider denken alle anderen, sie seien im recht.

Komische Welt. Ich verstehs nicht.
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Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Waldtänzerin » Do 23. Okt 2014, 22:15

Hast du mal drüber nachgedacht, der eigenen Gesundheit und des Druckes wegen, einfach die Arbeitszeit zu reduzieren? Ich selbst könnte es mir für mich irgendwann vorstellen, schon rein präventiv.
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Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Georgia » Fr 24. Okt 2014, 09:20

Ja über eine Arbeitszeitverkürzung habe ich schon nachgedacht. Das löst allerdings das Problem mit besagten Kolleginnen nicht. Aber evtl. ist hier in absehbarer Zeit etwas zu machen.

Ich sehe das genauso wie Sonnenblume - ich würde mich nicht so verhalten wenn eine meiner Kolleginnen öfter krank ist. Wir stecken nunmal nicht in der Haut des anderen und sollten uns auch kein Urteil über dessen Erkrankung erlauben. Jeder ist anders. Die Leute die gesund sind sollten sich freuen und auch mal daran denken wie gut es ihnen geht statt auf Leuten denen es nicht so gut geht herumzuhacken.
Georgia
 

Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Georgia » Fr 24. Okt 2014, 11:01

So gerade hat´s geknallt. Ich habe eine der Kolleginnen erreicht. Nachdem ich es schon den 3. Tag versucht habe. Wie ich dann gerade von ihr erfahren habe hat sie mich geblockt (bei whats app). Sie will keinen privaten Kontakt mehr sondern nur noch beruflich. Wie gesagt wir hatten mal einen recht guten Kontakt. Sie hat mir unter anderem unterstellt ich hätte ja evtl. nur Angst zur Arbeit zu gehen. Sie wüsste von meiner Krankheit aber die 3. in unserer Vertretungsgruppe ja noch nicht (bisher keine Gelegenheit) und das wolle sie so nicht mehr mitmachen. War schon heftig das Gespräch. Ich habe schon wieder viel zu viel erzählt und nun fühle ich mich richtig mies. So ausgeliefert und gläsern. Sie hat noch ein paar andere Dinge gesagt die mir ganz schön zu denken geben bzw. an denen ich knabbere. Das blöde ist ich kann von Zuhause nicht mal etwas dagegen tun.

Ich kann mich gerade garnicht beruhigen. :-( Das tut echt weh. Keine Ahnung wie es wird wenn ich wieder arbeiten bin, aber JETZT habe ich tatsächlich Angst davor.
Georgia
 

Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Hortensie » Fr 24. Okt 2014, 12:43

Ich denke, an dieser Stelle muss ein klärendes Gespräch mit dem Dienstvorgesetzten (Chef) stattfinden, der wahrscheinlich gar nicht weiß, dass sich Deine unmittelbaren Kolleginnen so verhalten.
Dabei geht es nicht darum, jemanden "in die Pfanne" zu hauen. sondern zu klären, wie und wo sie Dich vertreten müssen. Du musst sie ja auch vertreten, wenn eine von ihnen krank ist. Ist das so richtig?

Für "Krankheit" kannst Du nichts und Du musst Dich auch nicht rechtfertigen, schon gar nicht vor quasi gleichrangigen Kolleginnen. Sicherlich ist das kein Trost in Deiner jetzigen Position, aber zumindest von der rechtlichen Seite ist alles korrekt.

Du kannst auch - wenn nötig - die MItarbeitervertretung/den Personalrat einschalten, wenn es darum geht, dass Du bei Gesprächen Unterstützung brauchst. Gespräche bei der MAV/dem Personalrat unterliegen der Schweigepflicht, d. h. wenn Du es nicht möchtest, erfahren Dein Chef und auch Deine Kolleginnen nichts davon. Für Dich kann es aber einen Bestätigung Deiner Position bzw. eine Bestätigung sein.

Ich drücke Dich mal ganz feste, so was ist immer blöd! _klp_

LG, Hortensie
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Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Georgia » Fr 24. Okt 2014, 13:25

Danke fürs drücken @Hortensie
Im Moment hab ich das Gefühl echt komplett allein zu sein. So recht scheint mich keiner zu verstehen (von der Arbeit). Habe gerade wieder einen Schwall Vorwürfe über mich ergehen lassen (obwohl ich versucht habe mich zu "wehren" bzw. zu erklären). Problem ist das diese Leute offensichtlich nur sich und ihre Belange sehen. Wie es dem anderen vielleicht geht, wird ignoriert.
Meine direkte Bürokollegin ist jetzt auch auf mich losgegangen. Ich wäre nun über Monate tageweise da, dann wieder krank und würde ja nichts erzählen. Das ich lange selbst nicht wusste was mein Körper da macht, ignoriert sie und versteht sie nicht.

Ich versuche gerade nicht durchzudrehen und den Job zu kündigen (ich dachte echt ich wäre beruflich angekommen). Weiß gerade nicht wie ich da nach meiner AU wieder hingehen soll. Diese miese Stimmung gegen mich, macht mich echt fertig.
Georgia
 

Re: Kollegen stellen sich gegen mich - frustriert

Beitragvon Primrose » Mo 16. Mär 2015, 10:29

Hallo zusammen,
bin ganz neu hier und hab grad das Thema gelesen und gedacht "hmm das kenn ich auch...". bin auch von der zartbesaiteten Sorte und hab schon so einige negative Erfahrungen machen müssen, vor allem auf Arbeit. Es ist ein langer Rattenschwanz an Ereignissen die dazu geführt haben dass ich der Verzweiflung nahe bin...
Vor fast zwei Jahren hab ich eine Ausbildung angefangen. Ich habe von Anfang an gemerkt, dass ich anders behandelt werde als die anderen, es wird weniger mit mir geredet, ich werde selten gefragt und wenn ich mal was sage hört mir keiner zu oder es wird abschätzig kommentiert... Die richtigen Probleme haben vor etwa einem Jahr angefangen, als wir einen Todesfall in der Familie hatten (nicht der erste). Aufgrund dessen war ich für eine Woche krankgeschrieben und kam dann wieder zur Arbeit. Dass man danach am ersten Tag nicht gleich wieder 100% geben kann ist doch normal oder nicht...? (Es wussten alle was passiert war..) Jedenfalls ging danach das Theater los ich wäre komisch geworden und ich sollte doch mal überlegen mich zu ändern, ich würde ja gar nicht mehr lachen und nie was sagen... besonders meine Kollegin aus einem Lehrjahr unter mir ( 4 Jahre jünger als ich), mit der ich zu der Zeit noch in einer WG wohnte, terrorisierte mich täglich und machte mich öffentlich vor einem Praktikanten schlecht. Als ich sie deswegen zur Rede stellen wollte, wich sie mir aus. Bei einem Gespräch mit unserem Lehrmeister verteidigte er sie und meinte auch ich wäre komisch geworden und er hätte sich nur nicht getraut mir das zu sagen... Hallo!? Ich war nie anders! Und was ist das bitte sehr für ein Vorgesetzter der mir sowas nicht sagen kann..? Bald darauf ist meine Kollegin dann glücklicherweise ausgezogen. Aber der Stress auf Arbeit blieb. Sie freut sich jedes Mal wenn ich einen Fehler mache und meint, dass sie besser ist als ich und dass sie deswegen auch einen frechen Ton mir gegenüber haben darf... Und selbst wenn ich mich wehre wird mir zu verstehen gegeben dass ich im Unrecht bin, egal worum es geht... und alles nur weil man anders denkt als die meisten anderen...

so, das hat gut getan, fühl mich schon bisschen erleichtert :)
Primrose
 

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