Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon muckefuck1 » Fr 30. Aug 2019, 09:03

Hallo zusammen,

ich bin m/47 und weiss seit ca. 2 Jahren, dass ich hochsensibel/hochsensitiv und Scanner bin. Ich habe die Erkenntnis durch meinen Sohn erlangt, der durch seine Hochbegabung und Hochsensibilität enorme Probleme in der Schule und zu Hause hat (ich habe davon berichtet, allerdings als "muckefuck". Da mein Account irgendwie inaktiv oder weg war, habe ich mich einfach als "muckefuck1" wieder neu angemeldet. Meine Vita ist also in den Beiträgen von "muckefuck" zu finden).

Ich habe nun gut 2 Jahre sehr intensiv mein Leben reflektiert. Viele Dinge sind mir nun wesentlich klarer, einige Dinge sind aber nach wie vor unklar. Ich bin nach wie vor in einem Prozess der permanenten Selbsterkenntnis....

Was mich schon sehr lange beschäftigt ist mein Berufsleben. Ich bin seit 1989 ununterbrochen in Beschäftigung. Seit 1993 bin ich im Vertrieb tätig und bin heute als Vertriebsleiter und Prokurist in einem mitelständischen Handelsunternehmen beschäftigt. Ich verdiene sehr gut, habe wohl so ziemlich den besten Arbeitgeber, den man sich so vorstellen kann und geniesse alle erdenklichen Freiheiten. Im Prinzip ein Job, den wohl nur ein Bruchteil der Bevölkerung bekommen kann/wird. Auch das Feedback unserer Kunden und Geschäftspartner, was meine Person anbelangt, ist durchweg sehr positiv. Insbesondere meine Fähigkeit, unsere Produkte auch technisch sehr fundiert erklären zu können, kommt immer wieder sehr gut an. Ich denke, dass mir meine Scanner-Persönlichkeit diesbezüglich eine sehr große Hilfe ist, da ich wirklich auch vielseitig technisch interessiert bin und das erlangte Wissen gerne weitergebe.

Was keiner weiß: Ich habe seit vielen Jahren mit der Verkaufstätigkeit große Probleme. Das aktive Zugehen auf Menschen fällt mir sehr schwer. Die Penetranz, die ein guter Verkäufer oftmals benötigt, habe ich nicht. Ich kompensiere dies z.B durch meine Gabe, zum rechten Zeitpunkt ein Gespräch zu beenden. Denn ich merke, wenn mein Gegenüber nicht mehr will...Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen bin ich sehr erfolgreich. Aber ich muss mich schon seit so vielen Jahren verstellen....ich weiss nicht, wie lange ich die Kraft dazu noch aufbringen kann. Ich erwische mich zunehmend dabei, dass ich Aufgaben nur noch halbherzig ausführe oder aber zu viel Arbeit delegiere. Ich verzweifele immer öfter an der Unfähigkeit eines Kollegen, der so einfach strukturiert ist und die teils komplexen Zusammenhänge in unserem Job einfach nicht begreift. Ich habe mittlerweile 3 Hörstürze hinter mir, davon 2 in den letzen 2 Jahren - ein für mich mehr als deutliches Zeichen.

Mein Tag ist geprägt von eingeschliffenen Routinen und Prozessen. Unser Tätigkeitshorizont ändert sich nicht signifikant und das Umfeld, in dem wir tätig sind, wird immer komplizierter und schwieriger. Alles in allem eine für mich sehr unbefriedigende Situation. Also habe ich überlegt, wie ich dies ändern könnte. Klar ist mir schon lange, dass ich keine Vertriebstätigkeit mehr ausüben möchte. Schon gar nicht in meiner Branche. Also ein simpler Wechsel des Arbeitgebers wäre absolut nicht zielführend.
Ich habe herausgefunden, dass es mir sehr viel Spass macht, gute Gespräche zu führen. Bloß nichts Oberflächliches, das ist mir völlig zuwieder. Somit denke ich, dass ich mit Sicherheit sehr gut als Berater im weitesten Sinne geeignet wäre. Durch Zufall habe ich (beim Kauf einer neuen Brille) von dem Augenoptiker erfahren, dass dieser (48 Jahre alt) ein Bachelor Studium im Fachbereich Wirtschaftspsychologie absolviert. Ich wusste gar nicht, dass es diese Disziplin gibt, war aber sofort sehr interessiert. Nachdem ich mich eingehend informiert habe und das Thema von vorne bis hinten mit meiner Frau besprochen habe, werde ich nächste Woche einen berufsbegleitenden Studiengang zum B.Sc. BWL/Wirtschaftspsychologie starten. Das Geniale ist, dass ich aufgrund eines früheren Studiums (BWL) erst mit dem 2. Semester starten und auch danach mehrere Module (der BWL-Anteil) auslassen kann. Das spart Geld und ich habe mehr Zeit für die Psychologie-Anteile. Gleichwohl wird ein berufsbegleitendes Studium kein Zuckerschlecken - diese Erfahrung habe ich schon einmal gemacht (1998-2002). Aber damals war ich persönlich und beruflich noch in völlig anderen Lebenssituationen und hatte im Prinzip kein höheres Ziel als das BWL-Diplom.

Wenn alles so läuft wie ich mir das vorstelle werde ich im Frühjahr 2023 meinen Bachelor haben (witzigerweise genau zu der Zeit, wo mein Sohn (hoffentlich) Abitur macht).
Zuletzt geändert von muckefuck1 am Fr 30. Aug 2019, 09:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon muckefuck1 » Fr 30. Aug 2019, 09:04

Die große Frage ist: Was mache ich dann? In der Tat eine sehr spannende Frage, aber ich möchte unbedingt in Richtung Beratung gehen. Gerne auch auf selbstständiger Basis. Evtl. Anfangs mit einer Teilzeitbeschäftigung als finanzielles Grundpolster. Ich möchte gerne mit Unternehmen und Menschen arbeiten, die (so wie ich) in Veränderungsprozessen stecken bzw. diese angehen wollen. Sehr gerne auch mit dem Fokus auf HSP, denn ich selber habe viel nach Hilfe gesucht und diese nicht gefunden. Diese Hilfe würde ich aber gerne anderen Menschen zuteil kommen lassen.

Ich habe mit meiner Frau (unabhängig von dem oben Geschriebenen) schon vor längerer Zeit beschlossen, dass wir in 3 Jahren unser Haus verkaufen werden. So schön es auch ist und so sehr wir es auch lieben, es ist eine große Belastung für uns und zwängt mich gedanklich immer mehr ein. Wir werden dann als Mieter deutlich flexibler sein und dann auch mit weniger Gehalt auskommen (was zwangsläufig so sein wird, denn mein jetziges Gehalt werde ich wohl nicht mehr erzielen können). Ausserdem bleibt uns dann ein gutes finanzielles Polster, mit dem wir meine berufliche Zukunft zur Not etwas unterstützen können.

Parallel zum Studium habe ich vor, meine eventuelle Selbstständigkeit sukzessive und in kleinen Schritten vorzubereiten. Das könnte z.B. mithilfe eines Youtube-Kanals passieren. Präsenz und Bekanntheit schaffen ist die Devise, mit welchen Inhalten auch immer. Da bin ich gedanklich noch am Anfang. Schön ist, dass mich dabei mein Sohn unterstützen könnte, dessen Kernkompetenz die Computerei ist...

Ihr seht, ich habe mir schon viel Gedanken gemacht und Entscheidungen getroffen. Ich glaube, dass der Schritt mit dem Studium der Richtige ist. Im schlimmsten Fall habe ich viel Zeit und Geld versenkt...

Wie denkt ihr über mein Vorhaben? Spinnerei oder wohl überlegt? Habt ihr ähnliche Veränderungsprozesse vollzogen und wenn ja, habt ihr diese bereut? Oder habt ihr Angst vor der Veränderung und seit deswegen immer noch in einem Leben gefangen, was ihr eigentlich gar nicht mehr wollt?

Ich würde mich riesig über Feedback freuen, denn wie ihr wisst, sind wir HSPs immer so hin und her gerissen wenn es um Entscheidungen geht....und entschuldigt schon jetzt, dass ich so viel geschrieben habe. Ich hoffe, das ist OK.

Viele Grüße
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon Ronja » So 1. Sep 2019, 19:28

Hallo Muckefuck,

ersteinmal finde ich es klasse dass da noch jemand ist der nach so langer Zeit genauso mutig ist und einen Neuanfang wagt.

Ich fasse es mal kurz. Ähnlich ist in deinen Erzählungen dass ich mich genauso unwohl fühle in meinem jetzigen Job. Er ist sehr kommunikationsreich und beinhaltet Aufgaben die mir so garnicht liegen. Für den Anfang war es ganz gut, es brachte mir mehr Selbstbewusstsein und ich konnte an meinen Ängsten arbeiten aber jetzt ist es an der Zeit wo ich an meine Grenzen gelange und es mir immer öfters zuviel wird. Ich dachte zu Anfangs man könne sich vielleicht daran gewöhnen und dem ist es leider nicht so.

Seit einigen Jahren hat sich endlich eine Leidenschaft heraus entwickelt. Zuvor wusste ich nie in welche Richtung ich gehen soll. Zuviele Interessen haben mich daran behindert mein wahres Ziel zu erkennen. Nun habe ich kürzlichst ein Praktikum gemacht und es gefällt mir so gut dass ich sehr gerne einen Neuanfang starten möchte, warte aber noch auf die Zusage der Ausbildungsstätte.

Ebenso war ich so wie du hin-und hergerissen aber die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Ich hab das deshalb kaum jemanden gesagt weil ich unbeinflußt selber entscheiden möchte. Ich weiß doch dass die meisten das für unvernünftig halten da brauch ich erst garnichts zu erzählen.

Die Fragen die ich mir gestellt habe, stelle ich nun dir. Willst du das wirklich? Dein Herzenswunsch? Bist du glücklich in deinem jetzigen Job? Dafür und dawider beim jetzigen Job? Was erwartet dich im alten Job? Deine Ziele auf den neuen Beruf?

Die musst du auch garnicht hier aufschreiben nur für dich selber beantworten zumal du sie ja z.T. ja schon selber hier geschrieben hast, hast du es z.T. schon beantwortet. Du hast dir dazu schon sehr viele Gedanken gemacht und deine Frau scheint dich zu unterstützen wenn ich das richtig gelesen habe. Das ist schon mal ziemlich gut.

Natürlich klar, die Angst habe ich auch. Vor allem auch auf das Ungewisse was kommen mag, schaffe ich die Ausbildung, bekomme ich einen Platz nach der Ausbildung und vor allem das was mir vorschwebt die wirklich passende Stelle zu finden usw usf.

Es gibt Dinge die mir Mut gemacht haben z.B. das Buch von Anselm Grün, versäume nicht dein Leben und natürlich auch die mir Nahe stehenden.

Ja, bis zur Entscheidung ist es sehr schwer aber ich bin mir sicher auch du wirst sie finden.... deinen Weg!
Ronja
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon muckefuck1 » Mo 2. Sep 2019, 08:18

Hallo Ronja,

vielen Dank für deinen Beitrag.

Grundsätzlich ist es in meiner Situation nicht leicht, eine (grundlegende) Veränderung herbei zu führen. Zum Einen, weil ich in der Firma verhältnismäßig relevant bin (das ist nicht arrogant gemeint, aber wir arbeiten in einem sehr speziellen Bereich, wo es regional und überregional so gut wie keine Fachleute gibt), zum Anderen, weil ich wegen meines Hauses eine nicht unerhebliche finanzielle Verpflichtung mit mir rumtrage. Desweiteren sind da auch noch unsere 2 Kinder, auf die ich natürlich auch Rücksicht nehmen muss.

Wie ich bereits geschrieben habe, gibt es an meiner beruflichen Situation objektiv nicht das Geringste auszusetzen. Ich glaube, niemand aus meinem Dunstkreis würde verstehen, was mich seit geraumer Zeit umtreibt. Daher mache ich es mir wahrlich nicht einfach, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Aber wann soll ich mit Veränderungsprozessen anfangen wenn nicht jetzt?

Ob meine (beschriebenen) Ziele auch in 4 Jahren (nach dem Studium und Hausverkauf) immer noch aktuell sein werden weiss ich jetzt noch nicht. Aber ich weiss jetzt, dass ich nicht den Rest meines Arbeitslebens meine aktuelle Tätigkeit ausüben will.

Mein großes Glück ist, dass der wichtigste Mensch in meinem Leben, meine Frau, mich unterstützt. Und das ist mir sehr sehr wichtig. Im Prinzip kann somit schon (fast) nichts mehr schiefgehen.

Es ist richtig, dass ich mir viele Gedanken gemacht habe und auch immer noch mache. Das ist uns HSPs wohl so in die Wiege gelegt. Abert trotz aller Selbstzweifel werde ich mein Projekt nun angehen und sehen, wohin es mich führt. Die nächsten 3,5 Jahre werde ich ja ohnehin noch in meinem jetzigen Job arbeiten. Denn bevor ich meinen Abschluß nicht gemacht habe, werde ich mich wohl auch nicht verändern. Aber wer weiss, was die Zeit so mit sich bringt...es wird spannend!

Grüße
muckefuck(1)
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon Krümelkeks » Do 5. Sep 2019, 13:42

Hallo, muckefuck :-)

Ich freue mich wirklich sehr für dich, dass du diesen Schritt gewagt hast und quasi noch einmal von vorn anfängst, um das zu machen, was dir Spaß macht und du machen willst. Dazu gehört gewisse sehr viel Mut, aber ich bin mir sicher, dieser wird dir auch belohnt werden. :) Finde es einfach toll, wenn Leute, die unzufrieden sind oder sich nicht wohlfühlen, letztendlich auch die Entscheidung treffen, etwas zu ändern. Ich denke, die meisten sind dann eher der Meinung, sie seien zu alt, um noch etwas Neues zu wagen, aber ich bin der Meinung, dafür ist man nie zu alt. Gut, ich bin auch noch jung und weiß quasi nix. _läch_

Ich wünsche dir viel Erfolg und Spaß im Studium und dass es genau so wird, wie du es dir vorstellst. Toll, dass auch deine Frau dich unterstützt. _thum_ Und vor allen anderen bist du definitiv nicht verpflichtet, dich in irgendeiner Weise für irgendwas zu rechtfertigen. _yessa_

Liebe Grüße
Krümelkeks
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon muckefuck1 » Sa 7. Sep 2019, 07:27

Hallo zusammen,

ich hatte gestern meine erste Vorlesung (Allg. Psychologie und Biopsychologie). Das war schon ein komisches Gefühl, wieder auf einer Schulbank zu sitzen...vor allem, weil meine Kommilitonen allesamt meine Kinder sein könnten... _anonym_

Ich habe weiter oben geschrieben, dass ich mir vorstellen könnte, meinen Veränderungsprozess parallel zum Studium z.B. mittels eines Youtube-Kanals zu begleiten/dokumentieren. Nicht als reine Selbstdarstellung, sondern als Dokumentation meines Weges und um perspektivisch damit ein Business aufzubauen. Ich hatte spontan an eine Art Vlog gedacht, in dem ich für mich (und natürlich alle Interessierten) meinen Weg darstelle.

Da ich nach wie vor weiter im Job bin, wäre das allerdings taktisch unklug. Weder meine Chefs und Kollegen, noch meine Kunden und Geschäftspartner sollen wissen, was ich aktuell so tue. Daher habe ich mir überlegt, das ganze evtl. in einen Blog zu packen, bei dem ich nicht zwingend in Person erscheinen muss.

Was meint ihr, wäre so etwas interessant? Ich meine, anderen HSPs zu dokumentieren, wie mein Weg aussieht (oder wie ich auf diesem Weg scheitere...)? Ich möchte mir bei meinem Veränderungsprozess gerne selber über die Schulter sehen, und halte zu diesem Zweck eine Art Tagebuch für sehr geeignet. Und wenn der/die ein(e) oder andere Betroffene sich möglicherweise gedanklich mit auf den (meinen) Weg machen möchte, als Inspiration sozuagen, wäre ein Tagebuch in Blog-Form doch ein gutes Medium, oder?

Was ist eure Meinung zu meiner Idee? Ich selber fände es für mich persönlich sehr hilfreich, mir bei jemand anderem abschauen zu können, wie es evtl. gehen könnte bzw. mir Inspirationen holen zu können...

Viele Grüße
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon Source » Sa 7. Sep 2019, 10:11

Hallo Muckefuck,

erst einmal finde ich toll, dass du diesen sicherlich nicht einfachen Weg gehst und beruflich noch einmal von vorne beginnst.

Ich habe vor zwei Jahren auch einen Weg zum beruflichen Neuanfang eingeschlagen, der über einen akademischen Grad führt.

Was deine Blog-Idee angeht: Im Internet finden sich massenhaft Blogs und Beratungsangebote zum Thema Hochsensibilität und Beruf. Mit deiner Konzentration auf berufliche Veränderung würdest du dich davon abheben. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass der Schwerpunkt darauf zu spezielle sein könnte.

Was mich ein wenig irritiert, sind deine Motive.
muckefuck1 hat geschrieben: Ich möchte mir bei meinem Veränderungsprozess gerne selber über die Schulter sehen, und halte zu diesem Zweck eine Art Tagebuch für sehr geeignet.


Mein persönlicher Eindruck ist, dass es sich hierbei um ein Geschäftsmodell handelt,und du die Nachfrage hier testen möchtest. Ich kann verstehen, dass du deine Fähigkeiten gern nutzen möchtest, um daraus ein Business zu machen. Ich finde es allerdings verwirrend, wenn deine Motive so unklar sind. Schreibst du den Blog für dich, oder möchtest ein Business darauf aufbauen?

Viele Grüße
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon muckefuck1 » Sa 7. Sep 2019, 10:44

Hallo Source,

danke für deine Antwort.

Es ist ja so, dass ich eine berufliche Veränderung anstrebe. Aktuell (und das noch für mindestens 3-3,5 Jahre) bin ich allerdings beruflich fest im Sattel. Meinen aktuellen Job könnte ich (noch) nicht aufgeben.

Durch mein Studium will ich mir ein Fundament für meine Zukunft schaffen, die ja, wie ich bereits beschrieben habe, im Bereich der Beratung liegen soll. Wann, wo und vor allem wie das dann mal passieren wird, steht noch in den Sternen. Ich bin ja noch ganz am Anfang.

Die Entscheidung, mit meinen fast 47 Jahren neben dem Job nochmal zu studieren fiel mir nicht leicht. Der Weg wird mit Sicherheit sehr steinig werden, daher kann ich jede Unterstützung gebrauchen. Leider habe ich in meinem persönlichen Umfeld niemanden (von meiner Frau mal abgesehen), mit dem ich mich bzgl. meinder mittel- und langfristigen Motive austauschen kann. Ein Support wäre daher sehr angenehm. Aus diesem Gedanken heraus kam mir die Idee mit dem Blog. Sollte ich später mal beruflich auf eigenen Füßen stehen, so ist eine Webpräsenz unumgänglich. Da ich aber von diesen Dingen wenig bis keine Ahnung habe (bin eben nur Konsument), wäre der sukzessive Aufbau eines Webblogs da eine Möglichkeit, mich da ranzutasten.

Eigentlich hatte ich vor, im Rahmen einer Selbstreflexion ein Tagebuch zu schreiben. Nur für mich, um meine Gedanken, Gefühle, Probleme, Fortschritte usw. fest zu halten. Aber ein Tagebuch gibt mir kein Feedback. Ein Webblog bietet mir jedoch die Möglichkeit, ein Feedback zu bekommen (zumindest so lange, wie es interessierte Leser gibt). Ich glaube, bei dem, was ich mir vorgenommen habe, kann ich jede Art von Unterstützung gebrauchen.

Ich bezwecke mit dem Blog nicht, Einnahmen zu generieren. Also es ist kein Geschäftsmodell für jetzt, sondern soll mich technisch an das heranführen, was da zukünftig passieren könnte. Im Übrigen darf ich laut meinem Arbeitsvertrag keine Nebeneinkünfte haben, daher scheidet ein kommerzieller Blog sowieso aus.

Mit diesem Thread möchte ich natürlich gerne herausfinden, ob überhaupt Interesse an mir und meinem Weg besteht. Bzw. ob überhaupt jemand sich meine Blogbeiträge durchlesen und ggfls. kommentieren würde, denn du hast ja recht: gebloggt wird viel...

Wie auch immer, es ist aktuell nur eine Idee, deren technische Umsetzung mir zur Zeit noch völlig unklar ist. Vielleicht komme ich auch zur Erkenntnis, das ich für solche Dinge neben Arbeit, Studium und Familie überhaupt keine Zeit habe...

Viele Grüße
muckefuck(1)
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon Source » Sa 7. Sep 2019, 11:18

Hallo Muckefuck,

das hört sich doch schon einmal nach einem guten Plan an.

Mit "Feedback erhalten" kommt noch ein weiteres Motiv zu den anderen beiden Motiven hinzu. Wenn du einen Blog starten möchtest würde ich dir empfehlen, erst einmal zu klären, was du damit konkret erreichen willst.

Übrigens ist ein vertraglich vereinbartes generelles Verbot von Nebentätigkeiten unwirksam (Grundrecht auf Berufsfreiheit nach Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz). Der Arbeitgeber muss dir Nebentätigkeiten zwar genehmigen - wenn er sie dir verbietet, muss er schon triftige Gründe dafür haben (z. B. Verstoß gegen Wettbewerbsverbot).

Viele Grüße
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Re: Nach über 30 Berufsjahren wage ich eine Neuausrichtung

Beitragvon muckefuck1 » Sa 7. Sep 2019, 11:23

Aus rechtlicher Sicht mag das stimmen. Aber wenn mein Arbeitgeber zum jetzigen Zeitpunkt von meinen Plänen erfährt, wird das für mich 100%ig kontraproduktiv sein. Deshalb scheidet Youtube perse aus. Aber auch ein Blog ist nicht zwingend anonym. Ich muss micht mal mit den technischen Details beschäftigen. Z.B., ob mein potentieller Blog nach einer Google-Suche meines Namens auftauchen würde...

Vielleicht fällt mir ja noch irgend etwas anderes ein, was mir auf meinem Weg helfen könnte.

Du siehst, mehr als fixe Ideen habe ich (noch) nicht.

Grüße
muckefuck(1)
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