Schnell Überreizung

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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Schnell Überreizung

Beitragvon Alpha94 » Do 20. Apr 2017, 15:23

Hallo zusammen

Bei mir ist es meistens so dass ich Vormittags voll mit Power bin und viele Sachen erledigen kann und Nachmittags nur noch rumsitze und keine Kraft habe. Meistens erhalte ich noch einen heissen Kopf und am Abend wenn ich nachhause komme explodiert dieser fast. Ich fühle mich am Abend so innerlich leer. Frage: Ist es eher wegen HSP oder Depression?

Wie erlebt ihr so euren Arbeitstag?
Alpha94
 

Re: Schnell Überreizung

Beitragvon Hortensie » Sa 22. Apr 2017, 18:54

Hallo Alpha94,

ob es an der HS oder evtl. einer Depression liegt, kann hier keiner sagen, dazu müsstest du bitte einen Arzt aufsuchen.

Wie startest du denn in den Tag? Eher ruhig oder doch wie angestochen, also hektisch und ohne Ruhe?
Verausgabst du dich morgens schon und gönnst dir keine Pause?
Gehst du abends rechtzeitig ins Bett?

Vielleicht führst du erst einmal Protokoll, damit du einen groben Tagesablauf vor dir hast.

Du fragst, wie andere ihren Arbeitsalltag erleben. Geht es dir um Berichte anderer oder doch um Ratschläge, nach denen zuerst fragst?

LG, Hortensie
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Re: Schnell Überreizung

Beitragvon mausmaki » Di 25. Apr 2017, 21:43

Hallo Alpha94,

da das Thema hier besser aufgehoben scheint, schreibe ich dazu hier weiter und nicht in den beiden Vorstellungsthemen von Dir und Natty - sie hat ja dort Deinen beitrag auch schon gut kommentiert.

Auch wenn Du noch nicht darauf geantwortet hast, kann ich Dir die Fragen von Hortensie auch nur ans Herz legen!

Was ich ergänzen wollte zu den Dir schon "in Summe" gegebenen Antworten ist folgende Frage bzw. Hinweis: kannst Du beurteilen oder mal betrachten, ob die Arbeit selbst Dich so sehr "zustopft" über den Tag, oder ob es eher die Umstände sind - das Büro, der Lärm, die Bewegungen und spontanen Besuche der Kollegen am Arbeitsplatz, eventuell gefühlter Druck, an Flur-Smalltalk und ähnlichem teilzunehmen?

Ich habe auch einen zu 60-70 Prozent im Büro stattfindenden Job, restliche 30-40 Prozent in einem Techniklabor. Viel Arbeit ist sehr konzentrativ fordernd - und da kann ich sagen, daß das "Drumherum" für mich mindestens so schlimm/anstrengend ist wie die eigentliche Arbeit, und den überwiegenden Anteil der (nicht täglich) vorkommenden abendlichen Schlappheit ausmacht.

Für sehr ausdauernde konzentrierte Arbeiten habe ich daher schon mehrfach Heimarbeit abgesprochen und durchgeführt (geht zum Glück bei uns). In diesen Phasen war ich immer wesentlich produktiver, trotzdem abends nicht so kaputt, und konnte überhaupt manche größere zusammenhängende Aufgabe (über mehrere Wochen) auf diese Art erst lösen. Neben den ausbleibenden Störungen und Unberechenbarkeiten war und ist es dabei vorteilhaft, eben nicht die "x Stunden am Stück" "abschrubben" zu müssen, sondern morgens die beste Zeit nutzen zu können, mal ne Stunde ruhen / dösen, und dann später nochmal ein paar Stunden.

In der Zeit konnte/kann ich auch neben der Arbeit mehr und effektiver private Dinge noch erledigen.

Was auch ein "Killer" für mich ist sind elend lange Besprechungen. Gestern war z.B. bei uns Betriebsversammlung über 3 Stunden, heute 5 Stunden eine Planungs-/Analysebesprechung - ich hätte gerade heute gegen Ende einschlafen können, vieles zog an mir nur noch vorbei, dazu dann noch "die üblichen" Effekte wie daß die Mehrheit nicht auf die Idee kommt zu lüften, ich vor lauter schlechter Luft noch müder werde und das "Schnaufen" aufgrund der schlechten Luft fast reduziere... big_ohnmacht


Soweit mal in noch "halbwegs" Kürze - liebe Grüße (euch allen!)
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Re: Schnell Überreizung

Beitragvon Luna82 » Sa 12. Aug 2017, 02:27

Hallo.
Ich kenne dein Problem sehr gut.
Und ich verstehe die Tiefe, die dahintersteckt denke ich.
Das Problem ist wie ich glaube bei mir selbst raus gefunden zu haben, nicht, dass ich so schnell ausgelaugt bin und überreizt, sondern die negative Art wie ich genau darüber urteile.
Würde es mich nicht stören, wäre es ja nämlich kein Problem. Ich würde mir die Auszeiten die ich brauche einfach nehmen und gut wäre es.
Nur leider funktioniert das nicht. Ich möchte so belastbar sein wie andere Menschen, die diese Hochsensibilität nicht haben und fühle mich von Kollegen und Freunden und vorgesetzten und Familie oft abgelehnt und abgewertet für meine niedrige Belastbarkeit und deswegen will ich oft mehr als ich kann. Um nicht negativ anzuecken.
Aber da renne ich gegen eine wand der Frustration denn ich werde mit selbst damit niemals gut Freund werden und mich ständig nur gestresst und überreizt fühlen. Deshalb muss ich genau dort ansetzen wo ich vermeiden möchte negativ aufzufallen und in Kauf nehmen dass es Menschen gibt die mich abwerten dafür dass ich mich oft schone.
Ich praktiziere das nun seit ca 2 Jahren so.
Habe mir eine Arbeit gesucht fern meines gelernten Berufes im Gesundheitswesen, wo ich 4 Tage nur arbeiten kann und die restliche Zeit für mich nutzen kann um wieder runter zukommen und zur inneren Ruhe zu finden. Mir meiner Emotionen bewusst zu werden und mich mit reiz- und menschenarmer Umgebung zu belohnen.
Mein großes Problem ist dabei noch sehr stark meine Angst vor Menschen, die ich durch viele schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit mit mir herumdchleppe und die mich von jeglichen sozialen Kontakten außerhalb der Arbeit und meiner partnerschaft fernhält.
Daran verzweifle ich oft weil ich teilweise paranoide Vorstellungen bekomme was meine Mitmenschen um mich gerade planen oder beabsichtigen mit ihrem verhalten und ihren Handlungen.
Am liebsten würde ich oft einfach weglaufen. Immer wieder. Oder mich verstecken vor den Menschen. Aber das hab ich einige Jahre versucht und wäre dabei fast eingegangen durch die Einsamkeit.
Somit bleibt mir nur dieser weg denn Anpassung und gefallen wollen davon möchte ich mich nicht mehr gefangen halten lassen.
Aber es ist oft schwer weiterzumachen zumal man ja nicht nur mit der Angst vor Abwertung kämpft sondern auch noch mit dem ständigen Überlastungsgefühl, was super unangenehm an sich schon ist. Denn auch ich muss trotz meiner meinen Möglichkeiten angepassten Lebensweise mich ab und zu diesen überreizungen ausgeliefert fühlen.
Allein schon weil ich an einer stark befahrenen Strasse wohne und in einem Geschäft arbeite wo grelles Licht herrscht und viele Geräusche herrschen.
Trotzdem tut mir das gut was ich momentan mache und ich glaube auch dass dieses überreizungsgefühl für mich eher aushaltbar ist als die absolute Abgeschiedenheit und Einsamkeit.
Obwohl ich mir genau das sehr sehr oft wünsche...

Luna
Luna82
 



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