Schule und Überreizung

Hier möchten wir in Diskussionen und Erfahrungsberichten zusammenfassen, wie bereichernd oder erschwerend HS im Alltag von Schule, Studium und Beruf ist.

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Schule und Überreizung

Beitragvon pantos » Mo 28. Aug 2017, 10:43

Hallo Leute,
wahrscheinlich wurde zu diesem Thema schon einiges geschrieben, aber trotzdem würde ich mal mein Dilemma schreiben.
Ich hätte immer gern Abitur gemacht, früher war es aber aus Familienumständlichen Gründen nicht möglich,dann kamen die Berufsjahren und Kinder und heute stelle ich fest das ich keine zwanzig mehr bin, im Gegenteil nämlich
über fünfzig.
Seit sich mein Bewußtsein mit der Erkenntnis der Hochsensibilität erweitert hat,weiss ich dass es nicht an meiner Intelligenz gelegen hat,sondern an den Umständen zb der Reizüberflutung in den Klassenräumen ,nervenden Menschen oder ähnlichem.
Diese Erkenntnis macht mich traurig,denn wir sind ja alle sehr wissbegierig und wollen auch , aber ständig gerät man an Grenzen,weil man zuviel aufnimmt.
Traurig macht mich auch der Gedanke meine Möglichkeiten nicht ausgeschöpft zu haben.
Ich habe es mit Fernschule versucht (die ich auch bis Hälfte fertig gemacht habe),aber dann habe ich allein Zuhause gesessen und bekam Gefühle der Vereinsamung.
Manchmal ist es zum verzweifeln, kennt ihr das auch?

Liebe GrüßeThomas
pantos
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Träumerle » Mo 28. Aug 2017, 19:50

Hallo Thomas,

jetzt packt mal ein "Schulkind" aus. _läch_

Ich strebe ebenfalls mein Abitur an, alles andere wäre für mich undenkbar. Auch wenn ich noch ein Weilchen habe, zurücklehnen geht nicht mehr. Und ja, ich kenne das, was du angesprochen hast, zu gut. Meine Klasse, welche sich in der Pubertät befindet, hält nicht nur mich, sondern auch die Lehrer ganz schön auf Trab. Sehr redselig und eben etwas durchgenknallt, für meinen Geschmack. Mit meiner Reife in Kombi mit meiner HS bin ich der mentale Außenseiter. Mit regelmäßigen freundlichen Gesten gelingt es mir, meine Beliebtheit aufrecht zu erhalten.

Ich weiß, dass nicht die anderen die "Komischen" sind, sondern ich. Gesprächen habe ich gelernt, aus dem Weg zu gehen. Meine Kollegen labern während des Unterrichts ihre Zunge krumm - ich versinke in Gedanken. Heißt, die Lernatmosphäre ist nicht wirklich gut. Das erkennt man an den Noten wieder, die so geschrieben werden. In meiner Klasse mag zwar Potential stecken, aber zum flüssigen, konzentrierten Lernen kommt es nicht. Weniger Lernen = Schlechtere Arbeitsergebnisse. Gerade heute gab es einen Mathetest zurück, welcher mit einer Zwei, drei Vieren, acht Fünfen und einer Sechs keinen ungewöhnlichen Schnitt hatte. Ich habe mir vorgenommen, zu Hause zu lernen, aber nur, weil ich in der Schule kaum dazu komme. Letztendlich wirkt sich das dann auch auf die Zeugnisse aus, da mache ich mir zwar keine großen Sorgen, doch ich habe nicht das Gefühl, mit dieser pubertierenden Horde mein Potential voll ausschöpfen zu können.

Morgen habe ich ein Gespräch mit meinem Klassenlehrer, unter vier Augen. Das ist bei uns immer so, am Anfang des Schuljahres. Der Klassenlehrer redet mit jedem aus der Klasse einzeln über Lernziele, Zukunft und Ähnliches. Bestimmt wird er bei mir mein Verhältnis zur Klasse ansprechen, ich erinnere mich noch an einen Kommentar von der Seite meines Klassenlehrers an mich: "Du bist viel zu brav!" Aus pädagogischer Sicht bin ich zwar besser dran, aber ich bilde eine absolute Minderheit.

Stelle ich mir vor, ich würde einzeln unterrichtet würden - ein Träumchen! So könnte ich alles aus mir herausholen und hätte bestimmt in der Hälfte aller Fächer Einsen. Eine Erholung für mich war auch mein Praktikum, Anfang des Jahres. Nur Erwachsene um mich herum, hieß für mich also: Besserer Umgang mit den Menschen und bei meinen Aufgaben, die ich entweder alleine oder zu zweit - mit einer Mitarbeiterin erfüllte, konnte ich mich voll und ganz darauf konzentrieren, anstatt wie in der Schule, wo man sich eine Aufgabe in dieser lauten Umgebung ja eh nur oberflächlich anschauen kann. Die Lehrer kommen auch gar nicht so richtig dazu, etwas genau und in Ruhe zu erklären. Dafür kann ich mir Sachen super selber beibringen. So war es auch beim Lesen und Schreiben - ohne Hilfe von außen las und schrieb ich schon im Kindergarten problemlos. Und das hat sich bis heute gehalten. Monatelang wusste ich nicht richtig, wie man Gleichungen auflöst. Ich konnte mir es noch so oft erklären lassen, sei es vom Lehrer, vom Mathebuch oder vom Internet. Als ich aber selber an die Sache herangegangen bin, komplett ohne Fremdeinwirkung, so konnte ich nach zwei Minuten problemlos Gleichungen berechnen!

Aus meiner Sicht sind HSP's die Leidtragenden in der Schule - sie sind als Einzige wirklich darauf bedacht zu lernen und werden am Ende von ihren Klassenkameraden, die bis zur 10./11. Klasse nur Flausen im Kopf haben, abgelenkt und letztendlich sackt ihre Leistung ab.

Mehrmals schon gab es Situationen, wo ich mir wünschte, dass es Schulen, extra für HSP's geben würde. Wer ist noch dafür?

Liebe Grüße, Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
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(Ich bin männlich...)
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Anders » Di 29. Aug 2017, 08:59

Hallo pantos! Hast du in der Berufsschule dieselben Probleme gehabt? Nur wenn du es erzählen willst. Gerade in höheren Klassenstufen bzw. Bildungsstufen ist meine Erfahrung, dass dort ein vergleichsweise zivilisiertes Lernklima besteht weil die Schüler dann sowohl körperlich wie auch intellektuell eine entsprechende Reife haben. Es gibt auch Schulen wo man das Abitur nachholen kann wo man nur mit anderen Nachholenden in einer Klasse ist. Ich war früher in den Pausen im Klassenraum geblieben und konnte mich erholen und es gab überwiegend Lehrer, denen ein entsprechendes Lernklima während des Unterrichts wichtig war.
Andererseits wird man durch die Hochsensibilität wohl auch gewisse Abstriche in seinem Leben machen müssen, weil man zwangsläufig an persönliche Grenzen kommt die man nicht ändern kann.
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon pantos » Fr 8. Sep 2017, 10:20

Hallo,
@Träumerle
danke für die Schilderung deiner persönlichen Situation in der Schule und dem Umgang damit.

Gerade die Zeit der Pubertät ist ja eine große Umbruchzeit und auch Auflehnzeit.
Grenzen werden ausgetestet und überschritten.
In diesem Klima ist es natürlich für einen HSP unheimlich schwer sich zu konzentrieren, geschweige denn nur annähernd seine Möglichkeiten auszuschöpfen.
In Anbetracht des komplett anderen Systems der Reizverarbeitung und der schnelleren Erschöpfung dadurch, finde ich schon, dass eine gewisse Benachteiligung in "normalen" Klassen besteht.
Insofern würde ich mir auch HSP Klassen wünschen.
Aber ich glaube Träumerle du hast ein großes Plus mit deiner Erkenntnis von HSP.
Dadurch kannst du deine Eigenarten, deine spezielle Art im Umgang mit Menschen auf deine Klasse ein abstimmen und musst dich deshalb nicht immer fragen, was um Himmels willen ist eigentlich mit mir los? ( so war es damals bei mir).
Ich bin überzeugt du wirst ein gutes Abi hinlegen und das wünsche ich dir.
Die Zeiten haben sich geändert von der Unwissenheit (mit der ich aufgewachsen bin )hin zu dem Bewusstsein und der Erkenntnis über seine Hochsensibilität.
Das ist im normalen Leben sowie natürlich auch in der Schule von großer Bedeutung,weil es immer einfacher ist, wenn man weiss wer man ist.Insofern arbeitet die Zeit für uns.
Liebe GrüßeThomas
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Träumerle » Fr 8. Sep 2017, 14:13

Hallo,

ja, ich kann mir meine Verhaltensweisen immer erklären und denke mir dann auch immer im Kopf: "Ja, meine HS lässt wieder grüßen". Hilft nur leider nicht, die Klasse auszublenden, aber ich bin heilfroh, dass ich immerhin weiß, wieso ich so empfinde und wieso ich in verschiedenen Situationen so reagiere.

Ich freue mich außerdem, dass du meinen Vorschlag bekräftigst. Wieso sollte man bei einer Einschulung nicht alle Schüler eines Jahrgangs auf HS testen lassen und die Betroffenen dann alle in eine Klasse steckt mit hochsensiblen Lehrern? Könnte ich mir für die Zukunft durchaus vorstellen, vielleicht erleben unsere Kinder und Enkel das so icon_winkle

Ich bin überzeugt du wirst ein gutes Abi hinlegen und das wünsche ich dir.

danke2

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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Katze » Sa 9. Sep 2017, 09:11

Hallo ihr!
Ich glaube nicht, dass spezielle HSP-Schulen die Lösung sind. Man isoliert sich ja irgendwie dich sehr und es kommt auch ziemlich arrogant. Ich bin selber "Schulkind" und hatte das Glück, in einer sehr kleinen Klasse (~15 Leute) zu sein, da ging es dann immer echt gut. Wäre wahrscheinlich eine bessere Lösung. (Ist aber auch nur eine Vermutung von mir und hilft wahrscheinlich allen, nicht nur HSPs) Was ich mich auch immer Frage: Es heißt ja, 15-20% der Bevölkerung sind hochsensibel. Dann müssten dich in einer normalen Schulklasse mindestens 4 Hochsensible geben. Wo sind die denn? Bei 15 ist es ja was anderes aber bei dreißig? Also nicht, dass ich jemanden anklagen will, ich war auch Mal in einer Dreißiger-Klasse, aber wo waren/sind die alle?
LG,
Ein glückliches "Schulkind"
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Anders » Mo 11. Sep 2017, 11:17

Hi Katze. Ich denke es müsste keine Schule/Klasse nur einzig für Hochsensible sein, da es auch andere weitere Menschen gibt die auch davon profitieren würden. Autisten würden sich in einer ruhigen und reizarmen Klasse auch wohler fühlen, um nur ein mögliches Beispiel zu nennen. Aus meiner Sicht sind auch die normalen Klassenkameraden gar nicht das Hauptproblem, sondern eher die einzelnen extremen Störenfriede. Rückblickend auf meine Schulzeit hätte ich es sehr begrüßt, wenn von den Lehrkräften bezüglich der extremen, meist wiederholten, Störenfriede schneller und konsequenter durchgegriffen worden wäre. Wenn überhaupt so jemand mal aus dem Klassenraum entfernt wurde, dann erst nach der 5. Ermahnung oder es war nach 10 Ermahnungen immer noch nichts unternommen worden. Und auch wenn mal jemand aus dem Unterricht verwiesen wurde, ging es in der nächsten Stunde bei einem anderen Lehrer direkt weiter. Oder spätestens am nächsten Schultag.
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Träumerle » Di 12. Sep 2017, 18:51

Hallo @Katze und @Anders _hello2_

ich habe absolut keine Probleme mit der Ablehnung meines Vorschlages icon_winkle .

Wenn es aber schon nicht Schulen für HSP's gibt, dann sollte man auf jeden Fall mal irgendetwas machen, um den HSP's entgegenzukommen. Eine Projektwoche zum Beispiel, die sich uns widmet. So eine Veranstaltung gab es in einer Klasse bei uns schon mal - mit dem Thema "Schule früher". Eine Woche lang kamen die Schülerinnen und Schüler in den typischen Schulklamotten aus den 20ern und trugen auch ihre Haare dementsprechend. Ich meine, dass auch der Unterricht so geändert worden war. Könnte man dann nicht mal so eine Projektwoche einführen, bei der vielleicht ein Psychologe die Klasse besucht, einen Vortrag über HS hält und dann auch mit der ganzen Klasse einen Test durchführt? Die HSP's könnte man dann durch ein besonderes Merkmal kennzeichnen, ein Schild oder ein Armband oder irgendwas, was den Mitschülern signalisiert, dass der/diejenige mit Vorsicht zu genießen ist? Dass die Nicht-HSP's - Schüler und Lehrer - lernen, mit solchen Menschen eben besonders vorsichtig und respektvoll umzugehen? Eben nicht so, wie unter normalen Jugendlichen, sondern eben umgänglicher. Denn HSP's werden einen im Leben immer wieder begegnen, ich finde das persönlich wichtig, dass es schon in Schulen gelehrt werden sollte. Ein Klassenausflug zu so einem Vortrag genügt ja vielleicht auch schon.

Was ich mich auch immer Frage: Es heißt ja, 15-20% der Bevölkerung sind hochsensibel. Dann müssten dich in einer normalen Schulklasse mindestens 4 Hochsensible geben. Wo sind die denn?

Eine sehr berechtigte Frage, Katze. Nun, also in dieser Phase des Lebens wollen Jugendliche generell taff und stark rüberkommen. Und hochsensible Schüler, die jedoch nichts von ihrer HS wissen, tun es genauso. Wohlmöglich wird die HS immer so ein bisschen verdrängt. Ich bin sicher, dass es auch in meiner Klasse noch ein paar weitere HSP's gibt - wäre ja unwahrscheinlich, wenn nicht. Man muss sie nur finden. Dank meiner Beobachtungsgabe könnte ich schon so ungefähr sagen, wer davon betroffen sein könnte, festlegen will ich mich aber nicht. Im Umgang mit anderen Teenagern wirken sie vielleicht ganz normal, aber in bestimmten Situationen kommt es darauf an. Wie verhält er/sie sich? Wie würde sich der normale Jugendliche verhalten? Auch wenn jemand den Satz "Stell dich nicht so an!" an den Kopf geworfen bekommt, dann ist das schon mal einen Verdacht auf HS wert. Wichtig aber ist, dass die Betroffenen ihr "Anders sein" erkennen und hinterfragen. Sonst gibt es später im Leben Probleme. Ich habe das Glück, bereits von meiner HS zu wissen. Und das wünsche ich dem hochsensiblen Anteil meiner Klasse eben auch, dass sie ihre HS finden und akzeptieren. Es gab bestimmt schon Fällen von HSP's, welche gestorben sind, ohne überhaupt zu erfahren, dass sie hochsensibel sind. Traurig eigentlich.

@Anders: Die Störenfriede in Schulklassen sollte man besser im Auge behalten, als die restliche Klasse und Bei Fehlverhalten härter durchgreifen. Es gibt ja auch hier im Forum den Club "Im Auge des Teams". Eine Liste mit Usern, die zu Fehlverhalten neigen und daher vom Team genauestens geprüft werden. So werden weitere "dumme" Beiträge gemieden. Ein super System, was man in einer ähnlichen Form auch auf die Schule übertragen kann. Oder die "braven" desöfteren belohnen. Könnte eine Art Motivation für die Raudis werden.

Fest steht: So kann es nicht bleiben, dass in Schulen überhaupt nichts für HSP's getan wird, das ist traurig und hier besteht noch dringend Verbesserungsbedarf.

LG Träumerle
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Katze » Fr 15. Sep 2017, 15:11

Eigentlich müssten HS-geeignete Klassen ja allen helfen. Kleine Klassen, menschlich kompetente Lehrkräfte, immer wieder ruhige Phasen... Kann dich eigentlich nicht so schwer sein. Und die extremen Störenfriede, die sind echt schlimm. Irgendwie schaffen sie es immer, dass die ganze Klasse laut ist... Andererseits, wenn es sie halt überhaupt nicht interessiert/sie nicht in der Lage sind, dauerhaft leise zuzuhören/sie sich nur konzentrieren, wenn sie laut sind, was für ein Recht habe ich als HSP dann auf Rücksicht?
Vergiss nie, beide Seiten zu sehen. Bitte.
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Re: Schule und Überreizung

Beitragvon Träumerle » Fr 15. Sep 2017, 17:00

Huhu :-)

Ich fürchte, damit ist es leider noch nicht gänzlich getan :-(. Ich komme nämlich nur sehr schwer mit den Themen klar, die so besprochen werden. Bei Jungs geht es um Videospiele oder sonstigen Technikkram, bei Mädchen um Klatsch und Tratsch. Und beide Geschlechter stehen hier auch auf sexistische, rassistische und gewaltverherrlichende Themen. Man hat zwei Optionen als HSP: Versuchen, gegen seinen Willen mitzureden oder einfach still schweigend dazusitzen und sich darüber zu ärgern. Mittlerweile bevorzuge ich Letzteres, da ich die erste Möglichkeit längst aufgegeben habe.

Wenn dich etwas bedrückt, kannst du mit niemandem so wirklich darüber sprechen. Die wenigen, die auch mal andere Themen auf Lager haben, sind dann meistens meine Gesprächspartner und dann auch eher kurzweilig. Auch die Menge der Kommunikation überfordert. Wenn gearbeitet werden soll, gibt es überall Gespräche an den Tischen - laut genug, dass man sie quer über den Raum verteilt hört. Und, wie die @Katze schon richtig erkannt hat, sind dann fast alle betroffen, nicht nur die Störenfriede.

Ich glaube sogar, hochsensible Schülerinnen haben relativ wenig Probleme, von Freunden und anderen Jugendlichen anerkannt zu werden. Wir Männer haben es noch mal viel schwerer, da wir das starke Geschlecht sein sollen.

Die ruhigen Phasen, die @Katze beschreibt, kommen leider durch die Quasseleien gar nicht zustande. Bittet eine Lehrkraft um Ruhe, so halten die Gespräche zwar kurz an, aber so nach und nach beginnt das Gequatsche von vorn.

HSP's oder allgemein die Schüler, die wirklich etwas lernen wollen, sollten streng genommen entschädigt werden, da sie ja von den anderen von der Arbeit abgehalten werden. Einfach mal öfter die anderen HSP's und Leistungsorientierten Schüler der Klasse schnappen und mit denen in einem anderen Raum arbeiten. Oder anderes herum: Die Quasselstrippen rausschicken, die "Braven" bleiben in der Klasse. Ich meine, die Lehrer werden die SchülerInnen ja gut einschätzen können und wissen, wer wie tickt.

Wie ist das bei dir und bei allen anderen "Schulkindern" mit den Störenfrieden? Kommt ihr mit ihnen gut zurecht? Oder gibt es öfters Differenzen?

LG Träumerle :-)
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