Hochbegabt und Hochsensibel / Andrea Brackmann

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Hochbegabt und Hochsensibel / Andrea Brackmann

Beitragvon shocktherapy » So 5. Jan 2014, 12:39

Hallo!

Bin neu hier und möchte aber gleich einen Buchtipp abgeben. Und zwar lese ich gerade das Buch von Andrea Brackmann "Jenseits der Norm - hochbegabt und hochsensibel".
Ich kann das Buch sehr empfehlen, ich finde mich darin auch selbst wieder, nachdem ich auch eine Hochbegabung aufweise.
Die Autorin zeigt uns typische Fälle von hochbegabten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ein großer Teil des Buches ist seelischen Erkrankungen im Kontext von Hochbegabung und Hochsensibilität gewidmet (Autismus, Borderline..) und deren Behandlung.
:-)

lg
shocktherapy
 

Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon Outh8X » So 5. Jan 2014, 14:42

Hey shocktherapy,

dann mal willkommen im Forum!

Ich muss ebenfalls eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen, immerhin hat es mich hierher gebracht ;) Sehr wohltuend daran fand ich die fachliche Ausrichtung, immerhin ist das Buch ja in erster Linie dafür gedacht, Therapeuten das Thema HSP näher zu bringen. Dadurch fiel es mir wesentlich einfacher, es nicht einfach als Geschwurbel abzutun (von dem ja so einiges auf dem Buchmarkt da draußen gibt, ganz besonders in der Selbsthilfe-Ecke), sondern es ernst nehmen zu können.

Sicherlich stellt sich auch einige steile Thesen auf (z.B. die Verknüpfung/Überschneidung zwischen HSP mit ADHS, Borderline, Asperger Syndrom und Autismus), für deren Einschätzung mir das Fachwissen fehlt, aber letzten Endes liegt der Diskussion ja ihre gewissermaßen sehr humanistisch geprägte therapeutische Herangehensweise (die Akzeptanz des Patienten als gleichberechtigen Partner und nicht nur als »Problembündel«) zu Grunde, die ich absolut befürworte und die eher zur Auflösung dieser Begrifflichkeiten bzw. weg von irgendwelchen »diagnostischen Gefängnissen« führt.

Was mich bei der Lektüre damals jedoch sehr ins Grübeln brachte, war beim Thema Hochbegabung die Fixierung auf irgendwelche Tests (wobei sie sich immer wieder auf die Mensa EV berief), die man natürlich zurecht bezweifeln muss, auch wenn Brackmann ja selbst sagt, dass diese nicht perfekt aber immerhin die besten Instrumente derzeit sind. Aber gut, vielleicht bin ich auch einfach neidisch, dass ich mich irgendwelche Logikrätsel eher abschrecken und verwirren, anstatt in mir irgendeine »natürliche Begabung« wachzurufen, wie es in vielen im Buch dargestellten Geschichten der Fall ist ;)

Letztendlich glaube ich, dass diese Fixierung auch daher kommt, dass sie Therapeutin ist, hier ein Buch vorallem (aber nicht nur) für Therapeuten schreibt und sich natürlich auf Fixpunkte im Fachdiskurs beziehen muss, um überzeugen zu können und nicht mit irgendwelchen Thesen im Raum zu hängen :P

Ich kann dabei ihr zweites Buch, »Ganz normal hochbegabt« ebenfalls empfehlen, obwohl mir der fachlichere Stil des anderen Buches mehr zusagte. In den in beiden Büchern geschilderten Geschichten der Patienten habe ich mich sehr oft wiedererkannt, auch wenn mir irgendwelche logischen Glanzleistungen immer fremd waren, irgendwie bin ich da anders xD
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Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon shocktherapy » So 5. Jan 2014, 15:56

Hi du!

Ich bin ehrlichgesagt mit dem Buch noch gar nicht ganz durch, habe aber schon ein wenig vorgeblättert ;-) Diese Zusammenhänge Hochbegabung - Hypersensiblität - Autismus/Borderline sind tatsächlich etwas abenteuerlich, aber ich denke als Denkanstoss wirklich brauchbar. Ich habe persönlich sehr viel Erfahrung mit dem Thema Borderline und konnte feststellen, dass hinter dieser Erkrankung tatsächlich oft hochsensible Menschen zu finden sind, also kommt es mir andererseits wieder gar nicht so abwegig vor. Aber natürlich lässt diese These viel Diskussionsspielraum.

Soweit ich das überblicken kann, haben Psychologen und Psychotherapeuten heutzutage schon eine recht Vernünftige Sicht der Dinge, was Erkrankungen und Diagnosen betrifft. Der Klient wird ja auch explizit als "Klient" bezeichnet, nicht wie in der Medizin als Patient. Diagnosen dienen dazu, dem Klienten eine bestmögliche Therapie zukommen zu lassen und natürlich auch zur Verrechnung mit den Kassen. Vor Schubladisierung wird gewarnt, zumindest an den Unis - das weiss ich, nachdem ich selbst Psychologie studiert habe. Im Studium wurde auch sehr davor gewarnt IQ-Tests überzubewerten, IQ-Tests sind- wie du ja richtig sagst - einfach nur die einzig mögliche Herangehensweise, Hochbegabung bzw. Intellekt festzustellen. Die Überbewertung von IQ-Tests findet meiner Erfahrung nach gar nicht aufseiten der Psychologen statt, sondern aufseiten von Menschen, die von IQ-Tests und den Konzepten, die dahinterstehen wenig Ahnung haben. Gerade Psychologen stehen diesen Tests aber sehr kritisch gegenüber, weil sie die Schwächen dieser Tests ja kennen.

So nun hab ich eine Lanze für Psychologen gebrochen, hoffe es war nicht zuviel des guten iwikx
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Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon flying fish » Sa 22. Mär 2014, 19:48

Auch aus meiner Sicht ein sehr empfehlenswertes Buch, gerade um von der "Ich bin hochsensibel, ich bin sooo arm dran "-Schiene wegzukommen.

Fachliches, mitunter mit viel Humor geschriebenes Buch, welches den Menschen als Individuum sieht und keine Tatsachen hinstellt sondern hinterfragt.
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Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon Sissy Sisco » Mo 14. Jul 2014, 15:34

Ich habe das Buch auch gelesen und kann es uneingeschränkt empfehlen. Durch die Fallbeispiele aus ihrer eigenen Praxis hat man greifbare, aus dem Leben gegriffene "Geschichten" in denen man sich problemlos wiederfindet.

Spannend fand ich den Ansatz zwischen Hochbegabt/Hochsensibel und Autismus - mein Verständnis von Autismus ist der, dass diese Menschen so empfänglich für Emotionen, Schwingungen und Stimmungen sind, dass sie damit nicht umgehen können und sich deshalb in ihre eigene Welt zurückziehen in der sie vor der Willkür der Umwelt geschützt sind.
Mir - bei der kein Autismus diagnostiziert ist - wird es ja schon zu viel mit diesen Emotionen die ich nicht greifen kann, die ich nicht einschätzen kann, die ich häufig auf mich beziehe. Daher kann ich den Ansatz ganz gut nachempfinden.

Kurz gesagt - ein super Buch!
Sissy Sisco
 

Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon Equilibrium » Di 30. Sep 2014, 21:30

Ich hab mich auf dem Buchmarkt umgesehen und empfand die Bücher sämtlich als zu nüchtern, psychologisiert oder entfernt. Dann dachte ich mir, am liebsten wäre mir ein Buch das von einem Hochbegabten und Hochsensiblen (ich las, viele HSP sind ebenfalls auf eine Art hochbegabt) geschrieben wäre. Dann fand ich erst mal nichts. Kennt ihr ein solches Buch?

Das Buch "Ganz normal hochbegabt" klingt schon besser und werde ich mir bestellen. Danke für die Beschreibung der Literatur.
Findet euch selbst, seid ihr selbst, folgt euren eigenen Eingebungen und Impulsen, nichts und niemand anderem. Zerstört alle Bilder, die ihr euch von euch selbst, von den anderen und von den Rollen der Geschlechter gemacht habt, und vertraut dem Wildwuchs eurer eigenen Natur.
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Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon Hortensie » So 30. Nov 2014, 16:16

Den hiernach folgenden Beitrag von Equilibrium zum Buch "Ganz normal hochbegabt" habe ich abgetrennt, weil er einen anderen Titel bespricht.
Ebenso habe ich susilis Beitrag abgetrennt. Siehe dazu "Kassandras Schleier". (Thema: hochbegabte Frauen)

... damit diese Titel hier nicht untergehen!

LG, Hortensie
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Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon Rosen » Do 26. Feb 2015, 21:49

Ich habe mir das Buch auch geholt. Eben gerade, weil ich die Ähnlichkeiten zu Borderline und Autismus spannend finde.
Noch habe ich es nicht geschafft das fertig zu lesen aber ich finde das als Einsteigerbuch bisher ganz interessant.
Einzig komisch sind für mich die Geschichten aus dem Leben der Verfasserin. Die bringt manchmal Beispiele mit denen ich
nichts anfangen kann. Vergleiche zur Natur zum Beispiel.
Rosen
 

Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon 78vani78 » Fr 22. Mai 2015, 22:45

Dieses Buch war nicht meins. Nur mit wenigen Passagen könnte ich was anfangen.
78vani78
 

Re: Hochbegabt und Hochsensibel

Beitragvon Emma » So 24. Mai 2015, 21:09

Ich habe auch ein Buch von Frau Brackmann da ich mich mit Hochbegabung auseinandersetzen "mußte". Aber irgendwo sind mir die Inhalte immer zu langatmig.

Aber irgendwie scheint es mir auch logisch in Verbindung mit Hochsensibilität, wenn wir mehr Reize aufnehmen und verarbeiten können. Oder schließt sich das eher dann aus?

Wie auch immer, finde ich mich eigentlich nirgendwo exakt getroffen. _nüxweiss_
Liebe Grüsse!
Emma _flov_

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