Parlow, Zart besaitet

Bücher und Buchkritiken zum Thema

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Parlow, Zart besaitet

Beitragvon Parzival » So 24. Nov 2013, 17:52

Erst einmal vielen Dank für das Eröffnen der Leseecke, um die ich gebeten hatte, weil ich es schade fand, dass die verschiedenen Leseanregungen hier so verstreut im Forum herumwabern. Auch wäre es doch ganz schön, wenn man dann über ein vorgestelltes Buch weiterdiskutierten kann.
In diesem Sinne versuche ich hier mal den Anfang zu machen mit meinen Eindrücken als Neuling zu einer mutmasslichen Basislektüre zum Thema:

Georg Parlow, Zart besaitet: Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochempfindliche Menschen, Wien: Festland-Verlag 2006 (2. Aufl.), 248 S., 23 €.

Darf man ein Buch besprechen, dass man nur zur Hälfte gelesen hat? Ich erlaube mir, meine Eindrücke hier aufzuschreiben, weil der Verlag ja selbst die Hälfte des Buchs, die ich eben gelesen habe, umsonst als Download zu Verfügung stellt: http://www.festland-verlag.com/inhaltsv ... .7145.html
Dazu gibt es auch noch eine Internetseite und eine Facebook-Gruppe, auf der zwar auch allgemein über das Thema informiert bzw. Neues dazu gepostet wird, aber zugleich auch auf das Buch hingewiesen wird, dass sich demzufolge einen Ruf als „Klassiker“ zum Thema erarbeitet habe.
Der Autor wird hier in unserem Forum allerdings ja kritisch gesehen. Im Rahmen der Diskussionen über das alte ZB-Forum wurde u.a. über ihn geschrieben, dass er eigentlich über keine ausreichende fachliche Ausbildung verfüge, sondern sich lediglich als Betroffener mit der Thematik auseinandersetze.
Ich kenne Herrn Parlows genauen beruflichen Werdegang und seine etwaigen HSP-Meriten als Neuling in dieser Materie nicht, aber der Eindruck, dass hier ein Autor mit unzureichenden fachwissenschaftlichen Grundlagen einen psychologischen Ratgeber für Hochsensible zu schreiben versucht, hat sich auch mir beim Lesen der ersten vier Kapitel aufgedrängt. Einiges fand ich sehr interessant zu erfahren, aber nicht selten standen mir beim Lesen auch die Haare zu Berge sdj9 , denn für meinen Geschmack mischt der Autor wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse mit seinen persönlichen Erfahrungen und Meinungen und ergeht sich bisweilen allzusehr in Spekulationen und Verallgemeinerungen, ohne dafür irgend welche Belege zu haben. Woher weiß er z.B., dass alle Religionsgründer hochsensibel gewesen seien smop ? Fortwährend finden sich auch Hinweise in Richtung Spiritualität und ihre angeblich besondere Bedeutung für "uns Hochsensible" - dieses Schreiben in der "Wir-"Form des Autors hat ja auch sowieso etwas sehr Suggestives.
So habe ich mich jedenfalls entschlossen, das Buch nicht mehr weiter zu lesen und mir eine bessere Informationsquelle zu suchen, denn dieses Gebräu aus Interessantem, Unbewiesenem und Spekulativem in pseudowissenschaftlicher Verpackung, verbunden mit einem kräftigen Schuss konservativ-antimoderner Kulturkritik, ist für mich auf Dauer unerträglich; vielleicht bin ich ja auch einfach zu sensibel für das Buch?
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon herzblut » So 24. Nov 2013, 18:08

Schade, wie vielleicht bekannt, wird dieses Buch sowie der Autor aus verschiedenen Gründen von der Forenleitung abgelehnt!

G. Parlow hat sich in diesem Forum durch Aussagen und Ansichten disqualifiziert, Hochsensibilität und sensible
Menschen zu verstehen.

Es gibt einige Kritiken zum Buch, so sagen viele, er habe bei E.N. Aron einfach abgeschrieben.
Weiterhin ist der Autor meiner Meinung nach weit weg von Wissenschaftlichen Anschauungen und bedient nur mehr
diejenigen, die er weiterführend mit seinen zwielichtigen Seminaren und Workshops bei der Stange halten kann. Daher auch diese gütige kostenlose Leseprobe, die für labile Menschen sicherlich ausreicht, hier auf den
Humbuk Leim zu gehen.

Von mir ist das keine Empfehlung, wenn es um Bücher geht.

Nur halb gelesen ist schlecht und allgemein empfinde ich es als ein wenig unsensibel, gegen des ausdrücklichen Tenor des Forums dies Buch hier als erstes zu besprechen und im Zuge dessen die
Aufarbeitung der von Parlow geschädigten hier mit aufzuführen.
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon Parzival » So 24. Nov 2013, 18:17

Tut mir leid, wenn ich da jemand auf die Zehen getreten bin - war überhaupt nicht so beabsichtigt.
Wie aber aus meinem Text ersichtlich, sehe ich das Buch auch sehr kritisch - deswegen hätte ich jetzt auch nicht vermutet, dass ich mit dieser Besprechung sozusagen "alte Wunden aufreiße".
Auch denke ich, dass eine Besprechung des Buchs sinnvoll ist, weil man, wenn man sich als Neuling zum Thema "Hochsensibliltät" informiert, sehr schnell auf Parlow stößt und häufig auch Positives über das Buch liest.
Zu lange brauchen wir uns aber damit auch nicht aufhalten. Wenn jemand das Buch ganz gelesen hat, kann er ja gerne mal hier noch schreiben, ob mein schlechter Eindruck über die erste Hälfte auf für den Rest des Textes zutreffend ist.
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon herzblut » So 24. Nov 2013, 19:22

als erstes sollte jedenfalls Frau Aron erwähnt werden, und nicht Trittbrettfahrer icon_winkle
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon Parzival » So 24. Nov 2013, 19:33

Dass Elaine Aron vorzuziehen ist, ist bislang auch mein Eindruck der ersten Kapitel aus "Sind Sie hochsensibel?". Wenn ich das Buch fertiggelesen habe, gerne mehr davon...
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon flying fish » Mi 27. Nov 2013, 10:24

Hallo,

ich habe das Buch durchgelesen und:

wenn man noch nichts anderes gelesen hat und keine anderen Menschen mit hsp zum Austausch hat, hilft es.

aber:

es erinnert mich in der Schreibweise teilweise sehr an scientology und deren Art zu lehren oder auch an extreme Freikirchen. Ohne jetzt Parlow und die extremen Freikirchen mit der Ideologie von Scientology vergleichen zu können / dürfen.
Nur bei mir schrillten beim Lesen des öfteren die Alarmglocken.

Bei mir hat es den Anschein erweckt, dass sich Parlow zwar durchaus mit Hochsensibilität auseinander gesetzt hat (und eventuell auch selbst hochsensibel ist) aber auch sehr dem - ich nenne es jetzt mal: negativem Schamanentum - hingezogen fühlt und dies auch in sein Buch übernimmt.
Ich kenne nicht die Schule, in der gelehrt wurde aber eventuell liegt hier der Ursprung.
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon herzblut » Mi 27. Nov 2013, 14:03

Dieses Sektenähnliche durften wir ja auch damals im zb Forum erleben.

ich kann weiterhin nur vor Gedankengut aus dieser Richtung warnen, es gibt genug andere Bücher und
nicht jeder ist so kritisch wie Du, leider. Viele finden ja erst in seelischen Notlagen heraus, was mit ihnen ist
und daran möchte dieser Verein dann anknüpfen.
Das was ich schreibe entspricht zu 100% von mir selbst erlebten Ereignissen mit diesem Autor/ seinem Verein.
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon Amira50_59 » So 29. Dez 2013, 19:02

[quote="flying fish"]Hallo,

ich habe das Buch durchgelesen und:

wenn man noch nichts anderes gelesen hat und keine anderen Menschen mit hsp zum Austausch hat, hilft es.

...
Hallo,
bin gerade dabei mich mehr mit diesem Thema zu befassen, da ich nach etlichen Tests nun auch weiß, dass ich eine HSP bin. Dieses Buch hat mich ein Stück weit begleitet, habe mir die Informationen genommen, die für mich wichtig waren. Alles andere, was ich nicht so interessant fand, habe ich unter ferner liefen abgetan. Ich lese eh quer und sauge nur die Informationen auf, die für mich in Frage kommen.
Viele Grüße
Amira
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon Belasi » Di 13. Mai 2014, 08:20

Ich habe das Buch in den letzten Wochen teilweise gelesen (Hatte es nur ausgeliehen und nicht ganz geschafft). Ich finde es sehr interessant und auch hilfreich. Ich habe bisher auch noch kein anderes Buch zu dem Thema gelesen. In vielen Dingen habe ich mich wiederentdeckt und die Theorie mit dem Kleinkindkörper fand ich sehr interessant. Werde ich sicher mal versuchen umzusetzen.
"Lately I been walking walking in circles, watching waiting for something
Feel me touch me heal me, come take me higher "
(The Rasmus - In the shadows)
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Re: Parlow, Zart besaitet

Beitragvon Amnesius » Do 3. Jul 2014, 13:24

Da ich mich gerade neu mit dem Thema befasse, bin ich wohl wie viele andere als erstes auf das Buch gekommen. Und habe es nun gelesen. Mir ist hier recht schnell aufgefallen, dass der Autor hier im Forum nicht sonderlich beliebt ist.

Weil ich noch neu in dem Thema bin hat mir das Buch geholfen. Es hat meine HS mehr bestätigt, aber dennoch haben mir einige Dinge in dem Buch nicht gepasst bzw. hab beim Lesen sehr oft nur den Kopf geschüttelt.

Zum einen hat mich gestört, dass das Buch auch für nicht HSP sein soll, aber der Autor sehr oft den Leser anspricht bei HSP-typischen Dingen. Des Weiteren hat mir diese immer wieder auftauchende Wir-Form nicht gepasst. Zudem wirkte das Buch recht abgeschrieben (Stilwechsel, Personenwechsel, nicht zusammenpassende Perspektiven usw.).

Der Autor wirkt auf mich auch sehr unsympathisch sowohl auf dem Foto im Buch als auch durch den Text hindurch. Zudem war ich kurz auf seiner Website und die kam mir überhaupt nicht einladend vor. Sieht für mich wenig als Hilfe für eine HSP aus, sondern viel mehr als Geldmacherei.

Was mich auch noch störte ist die Tatsache, dass der Autor den Körper eines HPS mit einem Kleinkind vergleicht. Und praktisch das ganze Buch über immer diesen Kleinkindkörper erwähnt. Das Wort Kleinkindkörper hat mich gegen Ende hin nur noch genervt.

Auch dieses Sektenartige ist mir aufgefallen.

Kurz gesagt konnte ich mich weder mit dem Buch noch mit dem Autor anfreunden. Es hat mir lediglich geholfen meine HS zu bestätigen. Dass war es dann auch schon. Klar habe ich mich immer wieder gefunden bei einigen Beispielen und so. Aber die Beispiele hat er ja zum Teil von anderen übernommen.

Jemand der ein Buch nicht kritisch liest und auch etwas naiv ist, geht tatsächlich die Gefahr ein dieses Zeug zu glauben.

Momentan lese ich ein anderes Buch zu dem Thema aus dem selben Verlag, dass sich auch recht oft auf Parlow bezieht. Mal schauen wie das so ist. Ich habe es gerade erst begonnen und urteile halt immer erst am Ende eines Buches oder auch Filmes und nicht zu Beginn ^^
Amnesius
 

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