Die entwendete Strassenbahn (Kurzgeschichte)

Selbstgeschriebenes, Bücher, Buchvorstellungen etc.

Moderatoren: Hortensie, Eule, jules1976

Die entwendete Strassenbahn (Kurzgeschichte)

Beitragvon Baselifter » Do 15. Aug 2013, 00:16

Hallo zusammen...

Ich hab da vor längerer Zeit (ca. 3 Jahren) mal den Versuch gemacht, eine actionlastige Kurzgeschichte zu schreiben.
Die Geschichte basiert auf einem Traum den ich mal hatte.

Hier der Link zur Geschichte: http://www.buch-schreiben.net/kurzgesch ... tory=33119

Kommentare und Kritik erwünscht.

Grüsse

Euer Base
Baselifter
 

Re: Die entwendete Strassenbahn (Kurzgeschichte)

Beitragvon Baselifter » Do 15. Aug 2013, 18:06

Hier wäre noch das erste Kapitel, damit Ihr Euch ein ungefähres Bild von der Geschichte machen könnt:

Die entwendete Strassenbahn


Phil, mein Bruder, ein Schlitzohr wie es im Buche steht und ich schlenderten an diesem Tag
die Bahnhofstrasse in Zürich entlang.
Das Wetter war sonnig und warm.
Deshalb bekamen wir wohl auch Durst und kauften uns am Getränkestand vor dem nächsten Kaufhaus was zu trinken.
Phil nahm eine Cola, während ich mir ein Bier gönnte.
Warum, fragte ich mich, trinkt Phil heute nur eine Cola?
Sonst trinkt er doch auch jedes Mal ein Bier.
Gemütlich setzten wir uns auf eine Bank, von denen es in der Bahnhofstrasse mehr als genug gab und nippten an unseren Getränken.
Eine Strassenbahn nach der Anderen fuhr vorbei, voll beladen mit Fahrgästen die an den Bahnhof wollten.
Anscheinend gab es dort was gratis.
Da fiel es mir wieder ein, dass die Polizei in der grossen Bahnhofhalle eine grosse Ausstellung hatte.
„Keine Macht den Verbrechern!“ Propagierten sie lautstark.
„Phil, sag mal, was würdest Du davon halten, wenn wir nachher mal an die Polizeiausstellung gehen würden?“ fragte ich meinen Bruder.
„Nein, da habe ich keine Lust drauf. Wir sind ja vorhin daran vorbeigegangen nachdem wir mit dem Zug angekommen sind“.
„Ja, aber…“
„Nichts da aber, Du hast doch auf dem Plakat gelesen, worum es denen geht, ‚keine Chance für Kriminelle’ schreiben die“.
„Klar hab ich das gelesen, worauf willst Du hinaus?“
Phil bekam auf einmal so ein Funkeln in den Augen, welches er immer bekam wenn er was ausheckte.
„Hör mal, Roger“, holte er zu einer Erklärung aus. „ich habe da eine Idee. Die Polizei und der Stadtrat schreiben so gross, das die Kriminalität keine Chance mehr hat.
Ich hab mir überlegt, ob wir denen nicht mal einen Streich spielen sollten, nur um ihnen zu zeigen wie falsch sie liegen“.
Das hörte sich selbst für meine Ohren spannend an, sofort war ich Feuer und Flamme und wollte mehr wissen.
„Erzähl, was hast Du genau vor?“
„Wir werden vor deren Augen eine Strassenbahn klauen“.
Es lag wohl an dieser Äusserung, das ich mich an meinem Bier, von dem ich gerade einen ausgiebigen Schluck nehmen wollte, verschluckte.
Unterbrochen von Husten und Würgen keuchte ich raus „Wie willst Du das anstellen?“
„Das ist doch kinderleicht. Wir steigen zur vordersten Tür ein, knacken das Schloss zum Führerstand und verbarrikadieren uns darin“.
Ich musste zugeben, Dieser Plan hatte schon was für sich, nur mussten wir sehr schnell vorgehen, denn die Wagenführer machten nicht länger als 4 Minuten Pause an den Endstationen.
Glücklicherweise war die Haltestelle am Bahnhof eine Endstation.
Schweigend und beide in eigene Gedanken versunken, schlürften wir unsere Dosen leer und machten uns auf den Weg zu besagter Haltestelle.
Unterwegs spürte ich, wie ich langsam nervös wurde.
Ich zückte also mein Zigarettenpäckchen und fischte eine Zigarette raus.
„Willst Du auch eine?“ fragte ich meinen Bruder und hielt ihm das Päckchen hin.
„Wie oft muss ich Dir das noch sagen, das ich keine Lucky Strike’s rauche?“ fragte er zurück.
„na, dann halt nicht“.
Ich liess das Päckchen wieder in meiner Jeanskutte verschwinden und zündete mir meinen Qualmnagel an.
Tief inhalierte ich die ersten drei Züge und merkte, wie das Nikotin seine Wirkung tat.
„Damit das gleich von Anfang an klar ist, ich werde die Strassenbahn fahren. Du hast ein Bier getrunken. Du weist ja, das sich Alkohol und das Führen von Fahrzeugen nicht vertragen“.
Dem hatte ich nichts hinzuzufügen, also nickte ich nur mit dem Kopf.
Schweigend rauchte ich fertig und schleuderte die glühende Kippe weg.
Leider fiel die nicht auf den Boden, sondern einem Typen mit Anzug und Schlips an das rechte Hosenbein.
„Hey, pass doch auf Du Rowdy!“ herrschte der mich an.
„Was willst Du Sesselfurzer von uns? Weist Du nicht wer Du vor Dir hast?“ gab Phil zurück.
„Wir sind die Helden von Morgen Du kannst es dann auf der Titelseite von jeder Tageszeitung lesen, also mach Dich vom Acker“.
Der Schlipsträger zeigte uns den guten alten Idiotenvogel murmelte etwas von „Proleten… ruinieren mir meinen Anzug“ und ging von dannen.
Zwei Minuten darauf standen wir an der Endstation am Bahnhof.
„Was für ein Glück, da kommt ja schon unsere Strassenbahn“ frohlockte Phil.
Mit quietschenden Bremsen kam das Fahrzeug zum stehen, die Türen schwangen auf und die Fahrgäste stiegen aus.
Eine halbe Minute darauf liess sich auch der Wagenführer auf dem Gehsteig blicken.
Phil trat zu ihm hin und sagte „Schöne Strassenbahn fahren sie da, sie haben doch nichts dagegen, dass wir damit eine kleine Stadtrundfahrt machen“.
„Natürlich nicht, steigen sie nur ein“ liess sich der Wagenführer mit einem freundlichen Lächeln vernehmen.
„Los, rein da“ zischte Phil mir zu.
Kaum waren wir eingestiegen, machte Phil sich schon am Türschloss des Führerstandes zu schaffen.
Zum unserem Glück war es nur ein Schloss welches man mit einem vierkant Wagenschlüssel öffnen konnte.
Dies bedeutete, das ich es mit meinem Swisstool welches ich immer auf mir habe, öffnen konnte.
Als ich die Zange des Tool’s am Schloss ansetzte, wurde mir auf einmal bewusst, was wir da taten.
Wir waren dabei, eine Strassenbahn zu stehlen, ein Diebstahl der gröbsten Sorte.
„Klick!“ Schon war das Schloss offen und Phil nahm auf dem Sitz des Führerstandes Platz.
Schnell ging er die Armaturen durch um sich einzuprägen welcher Schalter wofür gut war.
Baselifter
 



Ähnliche Beiträge

Weihnachts- Kurzgeschichte
Forum: *Literatur
Autor: Anonymous
Antworten: 0

Zurück zu *Literatur

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron