Gedichte

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Re: Gedichte

Beitragvon Maxx » So 23. Okt 2016, 20:27

Gestern noch...

Will Dich sehen
alles

Will Dich riechen
überall

Will Dich nehmen
egal wo

Will dich halten
zeitenlos

Dich benutzen
und Du mich

Finger verschmelzend
bis Schmerz - Uns trennt

Keine Namen - nur Körper

Hitze, Haut und ...

Vergehen, Sterben, Eins sein
und aus unserer Asche neu erwachen
mit Deiner Erinnerung
auf mir

Jeden Tag
Kleide Dich in Liebe..., denn wir sind alle - nackt.
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Maxx
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Re: Gedichte

Beitragvon Steffee » Mo 22. Mai 2017, 21:11

Dieses Gedicht schrieb ich etwa vor einem drei viertel Jahr einem sehr besondern Menschen...doch auch jetzt wieder trifft eine ähnliche Situation auf ihn zu und er muss nun einen weiten, weiten Weg gehen...durch diesen Tunnel, um den Ausgang zum Licht endlich zu finden.
Dies ist für alle, die um einen sehr geliebten Menschen trauern, auf welcher Weise auch immer verloren haben und (noch - schmerzlich -) festhalten...sowohl für Mann als auch für Frau!


Ein Herz aus Gold und Edelsteinen


Blind vor Liebe.
Blind vor Schmerz.
Blind vor Traurigkeit.
Tappst du im Dunklen um her.
Tastest dich mit unsicheren,
wackligen
Knien entlang.
Wartest auf ein Zeichen Licht,
am Ende dieses Tunnels.
Doch vergebens.
Hoffnung aufgegeben.
Und doch so scheint sie
in dir
wie ein Gral
– kräftig und stark –
aus Angst,
diesen Menschen
für immer zu verlieren.
Hältst sie so stark fest,
als würde sie sonst
in der stürmischen, wilden
Brandung
des Ozeans
landen.
In den gefährlichen Wellen
ertrinken
und sterben –
so wie sie es wollte.
Und selbst dann,
selbst wenn es ihr freier Wille war,
kommst du in Versuchung,
ihr hinterher zu springen,
sie aus dem kalten
Wasser zu ziehen
und ihre wunderschönen Lippen
zu küssen,
um sie zu beatmen.
Ihr Herz zu massieren,
um es wieder schlagen zu lassen –
für dich.
Ihre Brust zu pumpen,
um doch nur eines zu erreichen –
sie am Leben zu halten...
für dich.
Mit Tränen in den Augen
küsst du, massierst du, pumpst du...
versucht alles was du kannst.
Sekunden lang.
Minuten lang.
Stunden lang.
Tage lang.
Wochen lang.
Monate lang...
Eins.
Zwei.
Drei.
Vier.
Fünf.
Sechs.
Sieben.
Acht.
Bald schon...
Neun...
Dann...
Zehn...
Elf...
...Zwölf...?
Soll es wirklich ein Jahr werden?
Ein Jahr lang, sie versuchen, am Leben zu halten?

Ein Mann mit einem Herzen aus Gold,
voller Liebe gequält,
schwach
und doch so unglaublich stark,
seine große, wahre Liebe zu retten.
Küssen, massieren, pumpen...
Ewig lang, ohne aufzugeben...
ohne loszulassen...
ohne sie in den freien Himmel
voller Licht und Wärme,
das auf sie wartet,
gehen zu lassen.
Ein Mann mit einem Herzen aus Edelsteinen...
wird immer schwächer...
und schwächer...
unter seinen Bemühungen
und Anstrengungen,
diesen besonderen Menschen
nicht wirklich frei lassen zu können.
Die Hoffnung,
dass sie die Augen wieder öffnet
und dich ansieht –
vergebens.
Und dennoch...
küssen, massieren, pumpen...
immer weiter und weiter...
immer langsamer...
kraftloser...
schwächer...
Hoffnung auf ein Atemzug
unter deinen Lippen.
Hoffnung auf das Schlagen eines Herzens
unter deinen Fingern.
Hoffnung auf ein Beben
unter deinen Handflächen.
Nichts...
Dir im Klaren,
dass dieser Mensch
längst tot ist,
küsst du, massierst du und pumpst du
weiter...und weiter...
immer nur weiter...
antriebsloser...
trauriger...
schmerzvoller...
Und doch so ist die Hoffnung da,
dass sie plötzlich wieder aufspringt,
voller Wärme, Leben und Liebe...
wie früher.
Blass, kalt, und starr
liegt sie da...
Selbst wenn sie plötzlich
diese Augen wieder öffnen sollte,
so hat sie schon zu lange
keine Luft mehr geatmet.
Selbst wenn sie plötzlich
diesen Mund wieder zum Sprechen bewegt,
so hat ihr Körper
zu viel Wärme verloren.
Selbst wenn sie plötzlich
ihre Hände wieder hebt,
so hat sie zu lange starr gelegen.
Selbst wenn irgendwann
das Küssen, Massieren, Pumpen
noch etwas bringen würde –
sie wird nie wieder sprechen können.
Nie wieder was fühlen können.
Nie wieder laufen können.
Sie wird nie wieder so sein,
wie sie einmal war.
Es wird nicht mehr so sein,
wie es einmal war...

Vielleicht...vielleicht
ist dein Herz aus Gold und Edelsteinen
so voller Magie,
dass diese starke Magie es schafft,
sie wieder vollkommen lebensfähig zu machen...
und zu dem macht,
was sie eins war.
Doch das ist vermutlich
nur ein leichter, einsamer Lichtstrahl
in dem dunkeln, endlosen Tunnel...
Ein Lichtstrahl,
der nicht wirklich existiert...
nur im Herzen
dieses goldenen,
von Edelsteinen besetzten
Mannes...
Für alle Ewigkeiten...

Man(n) sollte an Wunder glauben...
*cat*
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Re: Gedichte

Beitragvon free thinker » Sa 15. Jul 2017, 20:44

Auch ich habe mich einmal in lyrischer Betätigung versucht.
Bin allerdings mit Versmaß und Reimen noch nicht endgültig zufrieden. Ein erster Entwurf.

Sehnsucht

Der große Ball ist vorbei, der Saal ist leer,
die Asche wird kalt, das letzte Paar schloss die Tür.
Doch wir beide stehen noch hier,
silbernes Mondlicht bescheint unsere Kür.

Leidenschaft verbirgt sich nur,
Narziss und Odysseus,
Othello und König Lear,
sie alle hatten sie. Genauso wie wir.

Lass uns gemeinsam träumen,
von einer besseren Welt.
Lass uns nichts versäumen,
für kein Geld der Welt.

Lass uns tanzen.

Welten liegen uns zu Füßen.
Wieder einmal.
Und wir wandern, gestalten, verändern.
Gemeinsam.

Wir besteigen das Schiff,
und zücken das Schwert,
umschiffen das dräuende Riff
und schätzen den Wert.

Galaxien erkundet,
Welten umrundet,
Drachen erschlagen,
Reichtum verladen.

Köngreiche errichtet,
auf gar nichts verzichtet,
der Natur die Maske entrissen,
sie wird niemand vermissen.

Wissen gehortet,
die Welt vermessen,
den Ursprung geortet,
das Ziel niemals vergessen.

Der Höhepunkt ist nah,
die Glut lodert auf, die Realität macht sich rar.
Herrscher und Denker,
Poeten und Henker.

Der Tanz geht vorbei und mir wird klar:

Meine Königin, so nah,
du bist die Frau, die ich liebe, wie wahr.

(c) free thinker
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"Our doubts are traitors and make us lose the good we oft might win by fearing to attempt". - William Shakespeare
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Re: Gedichte

Beitragvon FrankeK002 » So 3. Sep 2017, 12:08

Die liebende Sonne

Oben auf dem Throne in ihrem blauen Salon
sitzt die Königin der Liebe.
Kennt uns Menschen seit Jahrtausenden schon,
unsere Sehnsüchte, Wünsche und Triebe.

In weiter Entfernung durch die Sphäre
schickt sie Wärme, Güte und Licht,
damit die Menschen auf dieser Erde
sich lieben und leben im Angesicht.

Die Strahlen werden oft durchbrochen
von dunklen Wolken, die vorüber zieh`n,
doch die Kraft der Liebe ist entschlossen,
die Gewitter stets zu übersteh`n.

Immer wieder, nach rauen Zeiten
sendet sie ihre sonnigen Strahlen.
Wärme und Liebe, die sie geleiten,
wie es die Götter einst befahlen.

So wacht die Sonne auf ihrem Throne
über uns Menschen in aller Welt.
Und da, wo die Liebe zu schwinden drohe,
Strahl für Strahl auf sie niederfällt.
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Re: Gedichte

Beitragvon FrankeK002 » Di 17. Okt 2017, 15:13

Tränen

Tränen verboten,
dürfen nicht mehr sein.
Wenn der Mensch nicht Mensch sein darf,
dann ist er allein.

Tränen, die fließen,
wecken Empathie,
weil der Mensch ein Mensch ist,
kein Robotergenie.

Tränen befreien
von Schmerz, Leid und Qual,
rollen aus den Augen
und heilen allemal.

Tränen, sie heilen
uns Menschen ganz Natur.
Und wenn sie erst geflossen,
wie selig sind dann wir.

Kein Verbot von Tränen,
Gefühle hat der Mensch,
um sich selbst zu spüren
denn dann ist er auch echt.
FrankeK002
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Re: Gedichte

Beitragvon Velvet » Sa 9. Jun 2018, 06:03

Zauber


Sanft, ganz sanft nimmt der Nachtwind meine Hand.

Komm! Und sieh!

Die Mondin hat den Silberglanz vergossen!

Über schlafenden Landschaften liegt ihr zärtliches Glimmertuch.

Und auch der nimmermüde Fluss

trägt ihr Gefunkel in die träumende Welt.


Still, ganz still stehe ich.

Weit, ganz weit sehe ich.

In mir,

die Schönheit dieses Augenblicks.




© Velvet
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Re: Gedichte

Beitragvon Chrissie » Di 18. Sep 2018, 08:07

Der Moment

Musik dringt an mein Ohr.
Ich schließe meine Augen,
tauche in die Musik ein,
lasse mich von ihr treiben.

Jeder einzelne Ton lässt mich
innerlich beben.
Alles um mich herum verliert an Bedeutung.
Ich spüre ganz bewusst mein Atmen, meinen Körper...

Langsam betrete ich einen Raum.
Mit jedem Schritt den ich tätige wird er größer.
Immer weiter entfernt sich die Tür von mir,

Oder werde ich gar kleiner?

Ich höre die Musik und es scheint mir, als wäre sie in mir,
bestände die ganze Welt und mein sein aus ihr.

Bin ich die Musik?

Ich lasse mich fallen...
lasse mich von der Musik auffangen,
mich von ihr inspirieren.

Eine innere Ruhe überkommt mich.
Ich werde mir jeder Zelle meines Körpers bewußt.
Fühle mein gleichmäßiges Atmen.
Meine Gedanken kreisen, losgelöst von allem, um die Melodie,
tauchen in sie ein und vergrößern so immer weiter den Raum.
Öffnete ich meine Augen, wäre die Welt um mich herum riesig und beängstigend.

Das Lied verklingt und mit den letzten Tönen tauche ich wieder in die Realität ein.
All die Müdigkeit, all die Sorgen sind für einen Moment weit entfernt und nichtig und mir wird klar, dass alles nichtig ist,
Weil ich lebe!

[A. Burmester 24.09.2004]

Das ist eines meiner eigenen Gedichte, vor meinem Coming-Out. ;)
"Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust." aus Goethes Faust
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Re: Gedichte

Beitragvon Velvet » Fr 11. Jan 2019, 06:30




Der schöne Schein

im leeren Seelenspiegel.

„Macht Licht, ich will mich präsentieren!“

rufen sie,

„Seht! Ich bin so buntgefiedert wie kein anderes Wesen hier!“

Und sie glitzern und sie strahlen,

werfen um sich Goldenes und Diamant

in ausladenden Gesten und gönnerhaftem Anmut.


Blendend

ihr Erscheinen.


Nur des Nachts,

wenn alles dunkelt,

und die Ränge der Bewunderer leer,

werden auch sie zum Grau in Grau.


Da glimmt kein Funke in ihnen selbst.

Da leuchtet nicht des Herzens Wärme

noch der Seele besänftigende Gleichmut

in ihren inhaltslosen Hüllen.


Die Sonne muss erst aufgehen.

Der schöne Schein.

Jeden Tag auf´s Neue.

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Re: Gedichte

Beitragvon izmi » Fr 11. Jan 2019, 07:31

Oh, Gedichte smigl Ich auch _Mij_ hier mal was aus der Konserve

Lärm draußen
Wenn alle schweigen
würden, die
nichts zu
sagen
haben
wärs
verdammt
still manchmal.

Freiheit
Für mich würde Freiheit bedeuten
freiwillig unfrei sein dürfen
den Wert der Freiheit hinterfragen dürfen
Freiheit als Unfreiheit ansehen dürfen
Wie viel Freiheit erträgst Du?
_panik_
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Re: Gedichte

Beitragvon Velvet » Mi 23. Jan 2019, 06:16

Vergiftetes Land.
Nun segelt sie,
auf dem offenen Meer.
Das stete Schwanken
ihr fester Boden unter den Füßen.
Seekrank zu sein Genesung.
Und weht der Sturm
das Letzte über Bord,
ist das die Verbindung zur Welt.

©Velvet
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