Gedichte

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Re: Gedichte

Beitragvon Krümelkeks » Fr 25. Jan 2019, 21:23

Ich finde das hier ein wundervolles Thema mit richtig schönen Gedichten. Ihr seid alle so talentiert. 647&/

Folgendes ist von mir. Es ist eigentlich kein Gedicht, sondern ein Liedtext.

Strophe:
Mein Kopf ist bis zum Bersten voll.
Ich hab zu viel gehört.
Die Welt da draußen, die hat mich
fast völlig ausgezehrt.

Die Stadt, die liegt in Trümmern brach,
soweit ich sie noch seh.
Ich fühl mich taub von Schmerz und Leid
und doch tut mir das Herz weh.

Es ist zu laut, es ist zu hell
und ich frier so elendig.
Es ist zu hoch, es ist zu schnell.
Ich schaffe das alles nicht.

Ref.:
I: Ich wär so gerne stark für dich.
Wie gerne wär ich bei dir.
Doch bin ich's ja nicht mal für mich.
Ich bin zu schwach, verzeih mir. :I


Verzeih mir.

Strophe:
Etwas schnürt mir die Kehle zu,
das Atmen fällt mir schwer.
Mein Schreien, Weinen, meine Wut,
all das hilft jetzt nicht mehr.

Es ist zu laut, es ist zu hell
und ich frier so elendig.
Es ist zu hoch, es ist zu schnell.
Ich schaffe das alles nicht.

Ref.:
I: Ich wär so gerne stark für dich.
Wie gerne wär ich bei dir.
Doch bin ich's ja nicht mal für mich.
Ich bin zu schwach, verzeih mir. :I


Verzeih mir.

Bridge:
Die Leute sagen:
"Sei nicht so empfindlich.
Lass das doch einfach nicht an dich ran."
Doch wie das gehen soll, sagen sie nicht.

Die Leute schimpfen:
"So gelingt dir das doch nie.
Leg dir ein dickeres Fell zu."
Doch wie?
Doch wie?

Ref.:
Ich wär so gerne stark für dich.
Glaub mir, das wäre ich.
Doch mir tut alles weh, es schmerzt so sehr.
Bitte weine nicht um mich.

Ich wär so gerne stark für dich.
Wie gerne wär ich bei dir.
Doch bin ich's ja nicht mal für mich.
Ich bin zu schwach, verzeih mir.


Verzeih mir.
Krümelkeks
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Re: Gedichte

Beitragvon Anatomica » Mi 20. Feb 2019, 01:23

Krümelkeks dein Lied ist sehr bewegend und trifft auf eine tief verwurzelte Angst. Ich finde es besitzt eine tiefe Traurigkeit und ich fühle mich oft genauso hilflos und wütend auf mich selbst wie der Protagonist.

Die Geschichte zu meinem Gedicht ist, ich hatte 16 Jahre eine Katze. Ich bin mit ihr aufgewachsen und wir waren unzertrennlich, konnten nicht ein mal schlafen ohne ihre Pfote in meiner Hand. Sie starb vor 2 Jahren und ich vermisse sie als wäre ein Körperteil nicht mehr da wo es sein sollte.

Jeder hat gesagt sie ist nicht weg, sie ist noch da. Durch Erinnerung und durch meine Liebe zu ihr, aber ich habe sie nicht gespürt. Nie wieder neue Erinnerungen zu schaffen hat mir Angst gemacht, diese Entgültigkeit. Da wo vorher sie war, war tiefe und schmerzhafte Leere.

Wir waren vor ein paar Monaten in Venedig. Die Stadt der Katzen und ich habe mir vorgestellt wie das Leben gewesen wäre,wären wir dort aufgewachsen. Sie hätte es geliebt, hätte sich bewundern lassen, die Sonne auf ihr Fell scheinen lassen währen sie die Leute beobachtet hätte die vorbei gehen.

Ich lag Nachts wach und konnte das Leben mit ihr dort plötzlich so deutlich sehen als wäre es eine echte Erinnerung. Ich konnte es fühlen, die Wärme es Tages und das Gefühl die Zeit würde still stehen. In diesem Moment war die Leere weg, ich habe erkannt dass ich neue Erinnerungen schaffen kann. Sie ist nicht verloren gegangen, sie lebt in all den Erzählungen, Geschichten und auch in diesem Gedicht.

"Pfoten sanft auf steinen weilen
Und der Tag im Wind steht still
Vergangenheit lebt auf durch Zeilen
Weil sich das Herz erinnern will

Geschichten voll gelebter leben
Zuflucht aus der Wirklichkeit
Alle hat es nie gegeben
Bedeuten sie doch Ewigkeit

Der Blick auf einen Sommer Morgen
Warmes Fell und Sonnenschein
Das Herz trägt heute keine Sorgen
Es ist ein Tag zum glücklich sein

Könnte ich doch ewig bleiben
Wärst du hier an diesem Ort
Würdest mit mir Lieder schreiben
Und die Leere wäre fort

Diese Welt ist nicht mehr deine
Ein neuer Stern am Firmament
In Gedanken brechen Steine
Wenn keiner ihre Grenzen kennt"

Ich hoffe ihr erinnert euch mir mir und denkt an sie.
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Re: Gedichte

Beitragvon Velvet » Mi 20. Feb 2019, 05:18

Wie wunderschön geschrieben, Anatomica. Dein Gedicht hat mich gerade sehr berührt und mir viele schöne Bilder deiner Katze beschehrt. Ich kann deinen Kummer über ihren Verlust so gut nachempfinden. Ich habe einen Hund und oftmals jetzt schon Angst bei dem Gedanken, dass er irgendwann nicht mehr da sein wird.

Ich wünsche dir weiterhin noch viele solche Augenblicke, die dir Trost und neue Erinnerungen spenden,
alles Liebe,
Velvet
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Re: Gedichte

Beitragvon Anatomica » Mi 20. Feb 2019, 22:22

Vielen Dank für die Antwort Velvet. Das bedeutet mir sehr viel, ich hatte Angst es würde niemand antworten. Das Gedicht ist sehr wichtig für mich und, dass es jemandem gefällt macht mich glücklich.
Genieß die Zeit mit deinem Hund, nehm ihn in den Arm und versuche den Moment intensiv wahr zu nehmen. An die Augenblicke erinnert man sich später genau.

Ich habe noch ein paar andere Gedichte die ich euch zeigen möchte, aber ich will hier nicht alles voll bombardieren. Ich gucke mal ob noch jemand ein Gedicht hat und welche von meinen ich für gut genug befinde :D

Ich wünsche dir einen schönen Tag. Euch allen natürlich auch.
Ich lese hier wirklich schöne und berührende Sachen.

Grüße,

Anatomica
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Re: Gedichte

Beitragvon Velvet » Fr 22. Feb 2019, 05:25

Anatomica hat geschrieben:Vielen Dank für die Antwort Velvet. Das bedeutet mir sehr viel, ich hatte Angst es würde niemand antworten. Das Gedicht ist sehr wichtig für mich und, dass es jemandem gefällt macht mich glücklich.
Genieß die Zeit mit deinem Hund, nehm ihn in den Arm und versuche den Moment intensiv wahr zu nehmen. An die Augenblicke erinnert man sich später genau.


:) Gern.
Oh ja, wir hängen sehr aneinander, im wahrsten Wortsinn ;) und ich freu´mich jeden Tag darüber, dass er an meiner Seite ist.

Ich habe noch ein paar andere Gedichte die ich euch zeigen möchte, aber ich will hier nicht alles voll bombardieren. Ich gucke mal ob noch jemand ein Gedicht hat und welche von meinen ich für gut genug befinde :D


Man ist immer so unsicher in solchen Dingen, das geht mir auch so. Ich würde gern noch was lesen von dir und auch von anderen :)

Dir und allen anderen auch einen schönen Tag,
Velvet
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Re: Gedichte

Beitragvon Velvet » Fr 22. Feb 2019, 05:32

.
.

Der Morgen ruft mich weit hinaus

ins Menschenleere.

Mit leisen Schritten folge ich ihm

in den neuen Tag.


Über die Nacht haben Nebel und Frost

jedes noch so Winzige umarmt

und ihm

ein weißes Kristallkleid hinterlassen.


Ihr Kleinen und ihr Großen! Ihr Prächtigen und Mächtigen!

Wie alles spricht

mit mir

und ich mit ihm.


So stillberührt die Seele.


Hier bin ich.


Nicht in den Städten

und nicht unter Menschen.


Nur hier,

wo ihr seid.


Ihr Großen und ihr Kleinen.

Mit warmem, weiten Herz.



© Velvet
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Re: Gedichte

Beitragvon Unabell » Mo 25. Feb 2019, 01:33

Oh her , Oh Gott Vater.
Ich danke dir.
Danke für das Geschenk, das mir zu Teil.
Danke für meine Hellsicht,
Danke für meine Hellfühligkeit,
danke für meine Hellhörigkeit.
Danke für all meine von dir gegebenen Sinne.
Gott Vater,---danke, dass ich sein darf, ein echter Mensch,--deiner ursprünglichen Schöpfung, so wie einst, von dir gemacht.
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Re: Gedichte

Beitragvon Anatomica » Mi 27. Feb 2019, 13:42

@Velvet dein Gedicht ist wunderschön, es hat mich sehr berührt.

Leider finde ich mein Gedichts ich nicht aber das hier habe ich heute geschrieben.

Ich saß auf auf der Arbeit neben einem krebskranken Menschen und bin sehr nachdenklich geworden

Es heißt :in another life

In another life there's time

Time to be yourself and time to shine
Time to love yourself, to be yourself and time to be just fine

In another life there's love

Love for everyone and love for you,
Love for live and losses too

And there's the chance to hold once more what you loved before

In another life there's meaning

Meaning in the little things,
In each day to come and what it brings
Meaning in art, in Literatur and life
Meaning in the dark days and a chance to thrive

In another life there's freedom

Freedom to be different, to love and to live,
Freedom to be who you are, to take and to give

In another life there's healing

Healing of the body, of the mind and souls
Healing from losses, from pain and holes

For some this life can start today
For me it seems so far away
Maby for you it's here tomorrow
But everyone can overcome their sorrow
Anatomica
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Re: Gedichte

Beitragvon Velvet » Do 28. Feb 2019, 06:01

Lieben Dank, Anatomica :). Dein Gedicht vermittelt sehr intensiv die Stimmung, in der du gestern warst. Sehr bewegend.
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Re: Gedichte

Beitragvon izmi » Do 28. Feb 2019, 11:07

Ja, wirklich ein sehr schönes Gedicht.
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