Hinausschreiben

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Re: Hinausschreiben

Beitragvon MilesToGo » Mo 30. Jan 2017, 14:34

wartend auf das erlösende wort
wird mir klar, dass sie quelle nie versiegt
dass ich besser schwimmen lerne doch
wie soll das gehen ohne das wort,
das mich hält, ohne deine hände
die mich tragen?
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Unverständnis

Beitragvon gedankenqual » Di 28. Feb 2017, 01:24

Ich kann mich eigentlich gut mit meiner Schwester unterhalten. Doch heute war ein alter Freund von ihr da gewesen und sie hatte sich auf einmal völlig verändert. Sie saßen beide auf der Couch und haben Kaffee getrunken und gelacht. Der Mann hatte nur blöde Witze erzählt und meine Schwester hat darüber herzhaft lachen können. Als wäre sie völlig betrunken! Ich habe einen Schreck bekommen, da ich eigentlich mit ihr immer ernste Gespräche führen kann und ich sie noch nie so erlebt habe.

Nachdem dieser Mann gegangen ist, habe ich ihr gesagt, dass er ein oberflächlicher Mensch wäre. Sie hat mir Recht gegeben und gesagt, dass sie nur höflich sein wollte.
Warum bedeutet Höflichkeit gleich Verstellung? Warum schlüpft sie, wie eine Schauspielerin, in eine andere Rolle, nur weil sie freundlich sein will?! Verstellt sie sich mir gegenüber auch, weil sie zu mir auch bloß höflich sein möchte?

Wahrscheinlich habe ich keine Freunde, weil ich mich nicht verstellen kann. Da ich nicht verstehe, dass man über Witze lacht, die man nicht lustig findet, ja, weil ich auch nicht einmal verstehe, dass man sich überhaupt Witze erzählt. Warum wollen immer alle lachen? Es klingt vielleicht merkwürdig, aber ich verstehe wirklich nicht, warum die Meisten so albern sind.
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon Augenblick » Di 20. Jun 2017, 09:15

Wünsche

Was ich mir wünsche?

Ich wünsche mir eine liebevolle Hand, die mich hält, mich liebkost,
mir das Gefühl schenkt, dass es jemanden gibt, in dessen Herz ich einen Platz habe.


Ich wünsche mir, dass es meinen Liebsten gut geht und sie wunderschöne Augenblicke erleben können,
ganz gleich, ob es nun „vernünftig sein mag “ oder einfach (ganz „unvernünftig) aus dem Herzen heraus geschieht.

Ich wünsche mir eine Welt, in der es möglich ist, sich die Hand zu reichen, man sich auf Gemeinsamkeiten und nicht nur auf die Unterschiede fokussiert.

Ich wünsche mir eine Welt, in der ich sein darf, wie ich bin, ohne eine Maske tragen zu müssen,
ohne abgestraft zu werden für mein SEIN, wenn ich meine Meinung, meine Emotionen und
Wahrnehmung kundtue.

Ich wünsche mir eine liebevolle Umarmung, wenn ich sie am nötigsten habe, nämlich dann, wenn ich „Tschüss“ sage.

Ich wünsche mir so viel, sehr viel.

Und, wie ist es mit Wünschen?

Man weiß nicht, ob sie sich erfüllen.

Ich hatte schon viele Wünsche, die sich nicht erfüllt haben, aber sollte ich deswegen aufhören,
zu hoffen und wünschen?

NEIN!


©Augenblick
Das lineare Kausalitätsdenken liefert schon lange keine Erklärungen mehr:
Auf A muss nicht B folgen.

~Paul Watzlawick~

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel
Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.

~Christian Morgenstern~
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon Haru-Kyoukai » Di 25. Jul 2017, 14:12

Ich sehe dich,
und der Funke springt über,
über fast 10.000 Kilometer
mitten in mein Herz.
Distanz und Nähe,
Idol, Verehrung, Liebe.
Verständnis für dich,
weil ich genauso sein könnte.
Deine Stimme,
deine Schönheit,
du siehst es vielleicht nicht,
dabei bist du so schön!
Du hast mein Leben verändert,
weißt aber nicht mal,
dass es mich gibt.
Geh nicht!
Ich brauche dich!
Haru-Kyoukai
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon ko(s)misch » Sa 29. Jul 2017, 21:44

Betrachtungen über das monastische Element

Wenn ich mich nicht irre, dann wurde mir ein kontemplatives Naturell in die Wiege gelegt. Obwohl ich meine Kindheit in relativer Unbeschwertheit, d.h. sogar in gewisser Ausgelassen- und Sorglosigkeit verbracht habe, allerdings nicht ohne schmerzliche Bekanntschaft mit einer rohen und gewaltbereiten Welt und den ihr entsprechenden Menschen zu schliessen. Diese Erlebnisse haben sich in meiner Jugend gehäuft. Ich würde nicht behaupten, dass sie der Grund für meinen frühen Rückzug aus der Welt waren; dafür verantworte ich meine Eltern, die es versäumt haben, mich auf den bevorstehenden Lebenskampf einzustellen (man erlaube mir bitte diese martialische Formulierung und den Hinweis darauf, dass ich meinen Eltern voll und ganz vergeben habe). Selbst ein sensibler Mensch, der es natürlich schwieriger haben wird in einer tendenziell unsensiblen Welt, hat ein Recht darauf, eine angemessene Einführung in kommende Entwicklungsaufgaben zu erhalten. Ich bin weder religiös aufgewachsen, noch habe ich im zarten Kindesalter eine mystische Erfahrung gemacht; doch ich war schon immer ein Suchender, und fand Interesse am Übernatürlichen. Erst im Anschluss an eine Vielzahl von Misserfolgen habe ich mich an das Ätherische gewandt und siehe da – Gott hat mir geholfen, als nichts geringeres als mein Verstand auf dem Spiele stand. Dieses Erlebnis „der helfenden Hand Gottes“ hat mein Glauben wie ein Funke entfacht; ich brenne für Christus, den Erlöser. Ich weiss um meine asketische, bescheiden-genügsame Natur. Ich meine, mich von vielen unnötigen materiellen Dingen trennen zu können, und ich bin überzeugt, mich von der Aussicht mit einer Frau geschlechtlich zu verkehren, verabschieden zu können. Da drängt sich natürlich die mönchische Daseinsform auf. Nun ist es so, dass ich die monastische Existenz geprüft habe, und ich habe sie verworfen. Ich werde dafür beten, dass mich Jesus von meinem Geschlechtstrieb befreit (und ich wende mich an den unbekannten Leser mit der sehnlichsten Bitte, er möge, wenn er denn so gütig sei, seinerseits ein entsprechendes Gebet gen Himmel richten; andernfalls bestände immer noch die Möglichkeit, sich chemisch kastrieren zu lassen – aber nein, wie komisch!); denn für einen armen Junggesellen (keine Sorge, ich suhle mich nicht im Selbstmitleid; das ist blosse Objektivität) wie mich ist die Fleischeslust ganz und gar unnütz.
"Jesus spricht (...): Ich bin der Weg (der Selbstverleugnung), […] ich bin die (absolute) Wahrheit, und ich bin das (ewige) Leben. Zum Vater (im Himmel) kommt man nur durch mich." (Joh 14,6)
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon ko(s)misch » Sa 29. Jul 2017, 21:44

*
Gedanken und Stimmungen ziehen heran wie Wolken, verflüchtigen sich wieder und machen der Sonne Platz. Das Gemüt verdunkelt sich, hellt sich wieder auf in ewigem Wechselspiel, als wäre Licht göttliche Berührung auf dem Grund der Seele.
*
Wenn ich ein 1mg Lorazepam nehme ist es mir möglich, ein Jesus-Jünger zu sein. Ich laufe dann in der Stadt herum, halte Ausschau nach Leuten, die alleine herumstehen oder -sitzen und frage sie, ob sie Schmerzen bzw. Krankheiten (auch psychische) haben und ob ich für sie beten kann. Ich habe das gestern gemacht, und irgendwie habe ich mich wie ein heiliger Übermensch gefühlt. (…)
*
Ich schelte mich einen Idioten. Vermessen ist mein Denken, leiden zu mögen wie der Christ selbst. Nur ihm, der den Dornenkranz getragen hat, gebührt die Siegeskrone. Ein Mensch ist schwach, weil menschlich; drum bück ich mich in demütiger Haltung vor Christi, der da ist herabgestiegen als Gott zu den Menschen, um den Teufel zu besiegen (Heil dem Lamm!), und dass er mir gnädig sei!
*
Er lag hingebungsvoll auf einer Parkbank, die Augenlider öfters geschlossen ob der blendenden Sonne. Über ihm war die Baumkrone mit wiegenden Zweigen und den raschelnden Blättern. Es war ihm, als hätte der auffrischende Wind seine einstigen Gedanken verweht; denn verwirrt war er. War das wahrhaftige Verbundenheit mit der Natur oder bloss monströse Einbildung?
"Jesus spricht (...): Ich bin der Weg (der Selbstverleugnung), […] ich bin die (absolute) Wahrheit, und ich bin das (ewige) Leben. Zum Vater (im Himmel) kommt man nur durch mich." (Joh 14,6)
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon free thinker » So 30. Jul 2017, 13:22

Ein paar Gedanken:

Ich frage mich gerade, ob vor Selbstverliebtheit triefende Pamphlete bei religiös verbrämten Menschen mit Befreiungsfantasien öfter verbreitet sind als bei Anderen.

Darüber hinaus frage ich mich, ob HSP besonders für den Irrglauben anfällig sind, über exklusives Wissen zu verfügen und die Welt mit diesem Wissen vermeintlich beglücken zu müssen.

Die Entwicklung in manchen Threads dieses Forums legt beide Tatsachen zumindest anekdotisch nahe und dies bereitet mir Sorgen.

Nachdenkliche und etwas enttäuschte Grüße,
free thinker
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 30. Jul 2017, 13:40

Lieber free thinker,
und ich habe mir gedacht, dass kann doch alles nur ironisch gemeint sein, um uns zu veräppeln ...? _schf_
So was kann doch einfach nicht wahr sein!

Verwirrte Grüße zurück
Anima
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon free thinker » So 30. Jul 2017, 13:46

und ich habe mir gedacht, dass kann doch alles nur ironisch gemeint sein, um uns zu veräppeln ...? _schf_


Möglicherweise, dann allerdings wären wir wohl einem großen Bären aufgesessen und müssten vermutlich den Hut ziehen vor einer so geschickten und undurchschaubaren Verwendung von Sarkasmus und Ironie. ;-)

Beruhigend allerdings, dass nicht nur mir die Verwirrung ins Gesicht geschrieben steht.
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Re: Hinausschreiben

Beitragvon jules1976 » So 30. Jul 2017, 15:55

Hallo Ihr Lieben!
Ich hoffe mal, ihr nehmt Bezug zu einem anderen Thread und nicht zu oben geschriebenem von Ko(s)misch...

free thinker hat geschrieben:Ein paar Gedanken:


Darüber hinaus frage ich mich, ob HSP besonders für den Irrglauben anfällig sind, über exklusives Wissen zu verfügen und die Welt mit diesem Wissen vermeintlich beglücken zu müssen.


free thinker


In meiner Wahrnehmung würde ich das leider bestätigen .
Und mein Mittel der Wahl ist da zur Zeit leider nur aggressives Ignorieren in der Hoffnung, wenn die Resonanz fehlt auch die Lust am beglücken abhanden kommt.
_pff_

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