Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

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Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon Steffee » So 22. Nov 2015, 23:12

Hallo,
ich möchte mal dieses Thema ansprechen, weil ich glaube, dass es noch nicht besprochen wurde und weil mich interessiert, wie es andere empfinden. Zumindest habe ich keinen Beitrag dazu gefunden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es überhaupt hier in diesem Themengebiet hineinpasst, aber ich glaube, dass es schon etwas mit HS zu tun haben könnte.
Gerade eben hatte ich wieder mal so einen seltenen, schönen Moment mit meiner Katze. _läch_ Das hört sich so absurd an, wenn ich das schreibe, aber es ist so )/898u Ich möchte erstmal von meiner Beziehung zu ihr erzählen. Meine Katze ist mittlerweile sechs Jahre alt und ich habe sie mehr oder weniger groß gezogen, als sie noch ein winziges, wimmerndes Wollknäul war. Damals war ich dreizehn. Sie war sehr verängstigt und ist bestimmt drei, vier Wochen nicht aus ihrem Versteck gekrochen, nachdem wir sie zu uns geholt haben. Ich habe sie deshalb mit Hilfe eines Zahnstochers mit Katzenfutter versorgt, weil ich Angst hatte, dass sie in der Ecke verhungert. Langsam und tagtäglich habe ich ihr meine Hand ausgestreckt, damit sie sich an meinem Geruch gewöhnte. Irgendwann habe ich sie gestreichelt. Es hat lange gedauert, bis sie anfing zu schurren. Das hat mich sehr gefreut. Bald hob ich sie täglich kurz aus dem Versteck raus, hielt sie wie ein Baby in meinen Armen und streichelte sie, um sie ein paar Sekunden später wieder in ihre Höhle zu setzten, um Ihr Vertrauen zu gewinnen. Nach vielen Tagen baute ich ein Höhle aus Kissen auf dem Sofa, setzte sie dort hinein und wartete. Nach einer langen Zeit neben ihr sitzend, spürte ich plötzlich ihre kleinen Pfoten auf meinen Oberschenkeln. Das war für mich einer der schönsten Momente meines Lebens. Seit dem sind wir ein Herz und eine Seele.
Sie ist für mich nicht einfach ein Tier, eine Katze, sondern so etwas wie mein Kind, Freundin und Schwester gleichzeitig. Es ist kaum zu beschreiben. Und das was ich für sie empfinde, kann ich gar nicht in Worte fassen. Es hört sich irgendwie seltsam an, zumindest können das viele nicht so nachvollziehen, aber ich liebe sie innig - ihr Wesen, ihre Seele. Wenn Leute von ihren Haustieren erzählen, höre ich immer dabei heraus, dass sie sie zwar lieb haben, aber trotzdem für sie immer noch ein >Tier<, etwas anderes halt ist. Das stimmt ja auch, realistisch betrachtet. Aber bei solchen Momenten wie eben (komme ich noch zu) spüre ich einfach nur dieses Wesen, diese Seele und fühle ebenso, dass es kein Unterschied zwischen mir und meiner Katze in der Hinsicht gibt. Wir sind beide zwei Seelen - in verschiedenen Körpern zwar - aber doch irgendwie gleich. Versteht jemand, wie ich das meine? 647&/
Vorhin kam sie auf meinen Schoß und wollte mit mir kuscheln. Ich bin im Moment viel mit mir selbst beschäftigt, dass ich kaum Zeit mehr dazu hatte. Aber diesmal habe ich mir wieder Zeit für sie genommen, und es hat mich zu Tränen gerührt, wie sie mich so mit lebendigen Augen ansah, als würde sie in mich hindurch, direkt in meine Seele blicken, wie sie schurrend sich in meine Arme gekuschelt hat, langsam entspannt die Augen schloss, mit der Pfote mein Gesicht leicht streifte und dann mit einem wohltuenden Seuzer-Schnurren so in meinem Arm einschlief. Minuten lang habe ich ihr ruhiges Gesicht angeschaut und mich nicht bewegt. Dabei hab ich so viel Liebe, Verbundenheit für sie wieder einmal gespürt, dass mir wirklich die Tränen über die Wange liefen... wub
Mich interessiert es, ob jemand so etwas kennt, solch eine starke Verbindung zu seinem Tier, ob Katze, Hund, Pferd ect.
Einmal war ich sechs Wochen lang in Kur gewesen. Als ich wieder Zuhause war, sah sie mich mit einem Blick an, der sagte: Das glaub ich nicht! Das kann nicht sein! Du bist wieder da? Nein. Echt? Sie hatte geblinzelt den Kopf kurz weggedreht, langsam wieder zu mir gelenkt und mich aus geschlitzten Augen angestarrt, so als würde sie sich überlegen: Ich träume doch nicht, oder? Als ich dann auf sie zuging, sie saß auf einer Fensterbank, und die Hand ausstreckte, legte sie ihren Kopf darin, begann zu schnuren, und schmiegte sich daraufhin mit dem Kopf an meinem Bauch, so als ob sie mich hätte umarmen wollen und mir sagen wollen: Ich habe dich soooo vermisst!
Also, was denkt ihr darüber? Habt ihr auch solch eine Verbundenheit zu eurem Tier? Kennt ihr das? Glaubt ihr jeder Mensch kann das zu einem Tier, das er gern hat, fühlen, auch in solch einem Maß? So, dass man sich mit Blicken versteht, weiß was das Wesen (ich wille nicht >Tier< sagen, weil es mir um die Seele geht, nicht ums Äußerliche) "denkt" bzw. fühlt? Passiert das nur, wenn Menschen sie "aufziehen", Vertrauen zu ihnen aufbauen? Oder glaubt ihr, das könnte auch mit HS zu tun haben, wegen dieser starken Gefühle? Ich genieße jedenfalls meine Beziehung zu ihr in vollen Zügen _floating_heart
Bin gespannt auf eure Meinung. _cre_
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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon yingyang » Mo 23. Nov 2015, 15:14

Hallo, ja ich kenne das auch. Ich habe mehrere Katzen, und jede ist in ihrem Wesen anders. Auch ich hatte so eine Katze, eine Seelenverwandte. Ihre Mutter wurde von einem Auto überfahren, als sie noch klein war. Ich bekam sie von Bekannten, die sie als "Aggro" Katze bezeichneten, weil sie angeblich so aggressiv sei... da war sie 8 Wochen alt und ich habe sie zusammen mit ihrem Bruder adoptiert. Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause kam, sprang sie auf meine Schultern und leckte mir die Wange oder schnurrte mir ins Ohr. Als ich einmal länger weg war und spät nach Hause kam, sass sie die ganze Nacht neben meinem Kopfkissen und schnurrte mir ins Ohr. Wenn ich morgens aufstand, machte sie einen Aufstand, wenn ich nicht bei ihr blieb, während sie futterte... sie lief mir hinterher und maunzte bis ich mich wieder neben sie setzte, und wollte sonst nicht essen. Für mich war sie wie eine Seelenverwandte, noch nie hat mir ein Lebewesen, geschweige den ein Mensch soviel Liebe entgegengebracht. Dann der Schock: ich bekam einen Anruf, meine Putzfrau hat das Fenster offengelassen (trotz gegenteiliger Instruktion) und die Katze war aus dem Fenster gefallen. Ich wohne im sechsten Stock. Als ich nach Hause kam, war sie bereits tot. Zu dem Zeitpunkt war sie nur 9 Monate bei mir gewesen. Bis heute habe ich ihren Tod nicht richtig verwunden. Ich heulte tagelang, konnte nicht essen und nur mit Schlaftabletten und Beruhigungstabletten kam ich einigermassen über die Runden. Auch ihr Bruder war völlig daneben, er hockte nur neben mir und wollte nicht mehr fressen. Von wegen Tiere haben keine Gefühle. Ich habe ihm dann schliesslich nach ein paar Monaten eine neue Katze zur Gesellschaft besorgt. Das hat auch geholfen, er ist jetzt okay und ein dicker Kuschelkater geworden. Ich muss aber gestehen, dass ich zu meiner neuen Katze nie so ein inniges Verhältnis entwickelt habe, wie zu Flummi. Vielleicht ist es Angst, aber Flummi war einfach etwas besonderes, eine Seelenverwandte und das ist einfach bei der neuen Katze nicht so. Auch meinen Kater liebe ich heiss und innig, und es sind meine Katzen, die ich immer am meisten vermisse, wenn ich reise, aber die Seelenverwandtschaft gab es nur bei Flummi...

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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon Steffee » Mo 23. Nov 2015, 18:21

Oh nein, das tut mir soooo leid mit deiner Flummi :( Kann ich voll gut nachvollziehen, wie schwer das für dich gewesen sein musste. Bei mir wäre es nicht anders. Meine Milli ist schon mal öfter abends nicht nach Hause gekommen (normalerwesie ist sie spät abends immer drinnen, um bei mir zu schlafen), und in solchen Nächten kann ich nie schlafen, zittere vor Angst um sie. Bisher aber gottseidank ist nichts passiert und irgendwann saß sie dann doch am Fenster und wollte wieder rein, da musste ich jedesmal vor Glück weinen. Bevor ich sie hatte, hatten wir zwei andere Katzen, die ich auch sehr mochte - aber nicht so sehr wie jetzt meine Milli. Sie waren Geschwister. Der Kater war überfahren worden :( Und unsere Katze hat darunter ebenfalls so sehr gelitten, wie dein Kater. Sie lag oft nur da und hatte traurig die Ohren angelegt. Zwei Monate später, das schreckliche Unglück: Meine Familie fand sie platt gefahren auf der gleichen Straße. Sie sind ebenfalls nur 9 bzw. 11 Monate alt geworden. Es kam uns so vor, als hätte sie sich das Leben für ihren Bruder genommen - die zwei waren ein Herz und eine Seele gewesen, hatten alles zusammen gemacht (UND OB Tiere lieben können!!!). Aber eines hat dieser tragischen Geschichte etwas gutes: Würden sie noch leben, hätte ich meine Milli nie bekommen... Blöder Gedanke wegen den beiden Lieben, aber ich bin trotzdem so froh, sie jetzt bei mir zu haben. Deshalb habe ich auch immer so furchtbare Angst um sie, dass das ihr auch passieren könnte, obwohl wir nicht mehr dort wohnen. Aber egal, ob etwas passiert oder sie auf natürlicherweise irgendwann stirbt, der Gedanke, der mich in solch einer Situation immer etwas stärkt ist: Du wirst sie zwar irgendwann verlieren, aber für sie bist du ihr ganzes Leben, von dem ersten Tag an gewesen, bis zum letzten. Ein Leben voller Liebe. Und das macht mich froh.
Es ist sehr, sehr schade was mit deiner Flummi passiert ist, aber sie hatte ein wundervolles Leben mit dir gehabt.
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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon Walrun » Mo 23. Nov 2015, 18:31

Mir ging es mit meinem ersten Hund ähnlich. Ich habe sie über alles geliebt.
Mit meinem jetzigen Hund ist es anders. Er ist eher ein Kumpel, der mir oft auf die Nerven geht. Eine tiefe Beziehung gibt es zwischen uns leider nicht - und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das noch ändert.
Ich denke so eine Seelenverwandtschaft ist selten.
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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon InnerLight-HH » Mo 23. Nov 2015, 21:46

Ja, so eine innige Liebe durfte ich auch erleben.

Es war 1999 im September - damals lebte ich auf der Schwäbischen Alb in einem winzigen Weiler, 3 Bauernhöfe und ein Wohnhaus - als ich an einem Freitag Nachmittag mit dem Fahhrad vom Einkaufen nach Hause fuhr. Auf der linken Seite der Straße waren Felder, dazwischen ein Feldweg. Dort lief laut maunzend eine Katze hin und her. Ich hatte große Angst, dass sie auf die Straße läuft und von einem Auto erwischt wird.
Ich also rüber auf den Feldweg, Fahrrad abgestellt und die Katze sprang mir auf den Arm, schmuste und schnurrte mich völlig nieder. Sie gab mir das Gefühl, dass sie! mich! - endlichendlich - gefunden hatte.
Da die Katze so wild rumtobte, konnte ich sie nicht sicher in den Fahrradkorb setzen. Also, Einkäufe auf die eine Schulter, Katze auf die andere. Dann bin ich zum ersten Bauernhof und hab gefragt, ob das eine ihrer Katzen wäre. Nein, ihre Katzen wären nicht so zutraulich, dass sie auf den Arm kommen.
Also mit der Katze dann nach Hause. Ich hatte noch etwas Katzenfutter und ein Katzenklo, weil ein paar Wochen vorher eine Freundin ihre Katze bei mir als Feriengast vorbeigebracht hatte.
Dann bin ich rüber zu den anderen Bauern, aber die haben auch gesagt, dass es nicht deren Katze wäre.

Ich hab dann versucht, die Katzenhilfe anzurufen, aber an einem Freitag Nachmittag war da natürlich niemand mehr. Also hab ich beim örtlichen Tierarzt angerufen. Er müsste eh vorbei, weil er nach einer Sau beim Nachbarn kucken müsste.
Er hat mir dann Medikamente gegen die Flöhe und Würmer gegeben.

Naja, eigentlich wollte ich keine Katze, aber nach dem Wochenende war klar, wer hier wen adoptiert hatte. Da ich tagsüber immer die Terrassentür offen hatte, hätte sie auch wieder gehen können, aber sie blieb.
Da sie oft ihre Pfote mit gestreckten Fingern nach oben in die Luft streckte, habe ich sie dann E.T. genannt (nach Hause telefonieren...).

Nach wenigen Wochen zog sie dann auch in mein Schlafzimmer ein, wo wir immer "Pfötchenhaltend" eingeschlafen sind. Morgens hat sie sich sanft auf meine Brust gesetzt und mich "Wachgeschnurrt", bis ich aufgestanden bin, um sie raus zu lassen. Ich hab dann meist noch eine Stunde weiter geschlafen.

Wenn ich mich zum Meditieren hingesetzt habe, wollte sie immer auf meinen Schoß und quetschte sich förmlich an meinen Bauch, so als ob sie am liebsten in mich reinkriechen wollte.

Wenn ich im Garten gearbeitet habe, dann hat sie sehr oft ihre Späße mit mir gemacht, z. B. Blumenzwiebeln, die ich rund um den Gartenteich einpflanzen wollte, schnickschnickschnick in den Teich gekickt. Oder sie hat sich hinter mich geschlichen, Anlauf genommen und meinen Rücken als Sprungbrett benutzt.
Wir sind ganz oft im Tal spazieren gegangen, völlig ohne Leine, sie neben oder vor mir. Wenn sie mich nicht mehr gesehen hat, dann hat sie ganz speziell gemaunzt und ich hab ihr geantwortet. Dann war alles wieder gut. Oft kam die Initative zum Spaziergang von E.T. Sie kam, trippelte von einem Fuß auf den anderen und ich konnte nicht schnell genug Stiefel und Jacke anziehen.
Wir haben gemeinsam unsere erste Maus gejagt, die sich in die Küche verirrt hatte, danach brachte mir E.T. immer wieder mal eine mit.
Der Winter war vorbei und ich überlegte, nochmal ein Studium anzufangen und meine Vermieterin wollte mich aus meiner Wohnung haben, da sich Spannungen entwickelten.
Ich hab krampfhaft überlegt, wie ich das dann mit E.T. mache, unter der Woche im Studium, Katze alleine... oder wie oder was....
Dann hatte ich sie, wie jeden Tag, morgens raus gelassen. Abends, als ich von der Arbeit heim kam, kam sie nicht. Auch am nächsten Morgen nicht. In der Nacht war ein sehr heftiges Gewitter über das Tal gezogen. Ich hab nach ihr gerufen und gepfiffen, doch sie kam nicht. Ich hab bei den Nachbarn nachgefragt, aber niemand hatte sie gesehen.
Dann hab ich mich zum Meditieren hingesetzt und "Kontakt" zu ihr aufgenommen und gefragt, wo sie ist. Sie sagte, sie ist auf dem kleinen Parkplatz am Anfang des Weilers. Ich bin sofort dorthin gegangen. Dort lag sie, fast in zwei Teile zerrissen, von einem Auto zerfetzt.
Dabei war sie immer so vorsichtig mit der Straße.
Ich hab dann einen Karton geholt und sie im Garten unter dem Jasminbusch begraben. Sie war fast auf den Tag genau 11 Monate bei mir gewesen.

Ich habe nie wieder ein Lebewesen getroffen, dass so unvoreingenommen geliebt hat.

E.T. du bist immer in meinem Herzen....
=^..^=

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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon yingyang » Di 24. Nov 2015, 07:04

oh, das tut mir so leid mit Euren Tieren. Ist aber irgendwie gut zu wissen, dass es anderen nicht anders geht - manche Menschen können ja leider nicht nachvollziehen, wie viel Liebe Tiere geben können und was für eine innige Beziehung man zu ihnen haben kann. Mir ging es nach Flummi's Tod übrigens ähnlich: ich konnte sie auf einmal im Büro riechen (da war sie aber nie gewesen), dann als ich zu Hause auf meinem Sofa sass, war es so, als wenn sie vorbeihuschte und dann durchs Fenster hinausging... es gab auch noch andere Gelegenheiten, wo sie auf einmal "da" war. Dann fand meine beste Freundin kurz nach Flummi's Tod plötzlich einen Flummi in ihrem Garten - sie hatte kurz vor Flummi's Tod eine Woche bei mir verbracht. Dieser Flummi liegt jetzt immer neben meinem Kopfkissen. Als ich versucht habe, mit ihr mental Kontakt aufzunehmen, war es als wenn sie mir sagte, dass sie das nicht gewollt hatte und das nicht will, dass ich traurig bin... ... keine Ahnung, ob ich mir das einbilde oder nicht, aber es hat mir damals geholfen.

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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon Steffee » Di 24. Nov 2015, 17:47

Ich glaube nicht, dass das Einbildung ist. Ich glaube, wenn man eine starke Beziehung zu einem Tier oder auch zu einem Menschen hat oder hatte, kann man seine Seele spüren, egal wie weit weg oder wo diese auch ist. Mir ist zwar so etwas dergleichen persönlich noch nicht passiert, außer, dass ich jedesmal Millis Trauer spüre, wenn ich ein paar Wochen weg bin. Aber auch z.B. bei InnerLights E.T. - sooo traurig, mir kommen fast die Tränen, bei solchen Geschichten :( - wo sie plötzlich wusste, wo sie ist, das ist keine Einbildung. Irgendetwas bleibt, denke ich, wenn jemand stirbt. Irgendwas schwirrt dann noch durch die Luft. Und wenn man stark geliebt hat, kann man das unbewusst spüren, oder vielleicht auch sogar bewusst, je nachdem.
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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon shamrock » Do 26. Nov 2015, 11:37

Ihr Lieben, liebe Steffee,danke für deinen seelenvollen Beitrag über deine Gefühle zu deinem Kätzchen. Und ich bin ganz traurig über E.T. und Flummi. Sie sind immer da, egal wo!
Ich habe in meinem ganzen Leben Tiere an meiner Seite gehabt und fühle das genau so: sie sind Seelen wie wir mit dem Vorteil, in jedem Augenblick ganz und gegenwärtig zu s e i n . Dieses tiefe Gefühl,mit Wesen der Tierebene stark verbunden zu sein,habe ich durchgängig gehabt und lebe das nach wie vor. Andere Hundebesitzer wundern sich oft, dass meine Hunde ohne Leine immer folgen und jede nonverbale Kommunikation verstehen. Mir ist es allerdings schleierhaft, auf welche Art und Weise manche Menschen dieses Band nicht zu ihren Tieren haben können. Klar, es gibt Situationen,in denen ich belächelt und als crazy abgestempelt werde,weil meine Hunde alles für mich bedeuten,aber das ist sooo unwichtig.
Seit Jahren lebt eine wilde Katze bei mir,die ich auch nur beim Füttern kurz u. sachte anfassen kann,sonst fehlen mind. 2 Finger.Sie hat ihren Platz ohne Ansprüche gefunden - und ich bin ihr dankbar,dass sie meine Hunde nicht zerlegt. Besonders Katzen haben ja oft keine Lobby, werden weggejagt etc.- das ist für mich völlig unverständlich und tut mir weh. - Neulich habe ich in einem Reitstall ein Pferd beobachtet,das seine Reiterin abgeworfen hatte und weglief. Angeblich beisst u.schlägt es Fremde. Ich habs zurückgeholt,und als die Besitzerin kam,hat die Stute nach der Frau bitterböse gehauen. War gefährlich! Sie konnte ihr Pferd noch nicht mal mehr absatteln. Das sind Momente,die mich verzweifeln lassen. Versteht ihr das?
Kurzum: Steffee, ich sehe und empfinde genau so wie Du ! und ich bin froh, hier einen solchen Beitrag lesen zu dürfen. GLG shamrock
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Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon Nordsternchen » Do 26. Nov 2015, 23:15

Hallo..

ich hatte schon immer eine starke Bindung zu Tieren...hier besonders Katzen, Hunde und Pferde.
Ich hatte 3 mal in meinem Leben das Glück, tief mit einer Tierseele verbunden zu sein.

Die letzten beiden sind auch Katzen...

Der eine war mein Kater Biolek..ich habe ihn zusammen mit seinem Sohn adoptiert als er schon 13 Jahre alt war, weil der Besitzer eine neue Freundin hatte und sie allergisch gegen Katzen war...tja, das ist ein anderes Thema...
In ihn habe ich mit auf den ersten Blick verliebt..er war eine norwegische Waldkatze und eine wahre Schönheit...vom Wesen her war er sehr zurückhaltend...man mußte sich sein Vertrauen und Zuneigung echt verdienen...es hat lange gedauert, bis er sich entspannt hat streicheln lassen und es auch genossen hat. Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam stand als erstes eine ausgibige Kuscheleinheit auf dem Plan...die hat er lautstark eingefordert wenn es mal nicht schnell genug ging ;)
Im Alter von ca. 17 Jahre ist er dann nach und nach erblindet...das war nicht immer ganz einfach, aber wenn wir darauf geachtet haben, in der Wohnung nichts zu verändern und nichts in den Weg zu stellen ist er erstaunlich gut zurechgekommen...
Mit dem Alter wurde er auch immer schrulliger ;) er stand nachts ab 2 Uhr vor meinem Bett, hat lauthals miaut und wollte entweder gestreichelt werden oder etwas zu essen haben...oft kam er stündlich und hat meinen Schlaf unterbrochen ;) in dieser Zeit bin ich manchmal echt wie ein Zombie rumgelaufen ;)
Aber ich hätte ihn nie weggegeben oder ihn eingeschläfert weil er zu anstrengend war..ich habe ihn mit meinem ganzen Herzen geliebt und er hat diese Liebe erwiedert, auf seine eigene scheue, zurückhaltende Art.
Leider hat er mit 19 Jahren einen Hirnschlag gehabt...am Vortag war er noch quitschfidel und morgen hat er nichts mehr gefressen und getrunken, ist gelaufen bis er an eine Wand gestoßen ist, kurz stehengeblieben, umgedreht und weitergelaufen.
Nach kurzer Zeit war mir klar das nun der Weg zum Tierarzt gekommen war den ich so lange gefürchtet hatte. Ihm war nicht mehr zu helfen..er hatte ein lange, schönes Leben und trotzdem ist eine Welt für mich zusammengebrochen...ich konnte Tagelang nichts essen und nicht schlafen..ich habe nur geweint..unsere andere Katze ist mir gar nicht mehr von der Seite gewichen...sie hat auch nach ihm gesucht und getrauert...wir haben ihn dann im Garten begraben...an der Seite seines Sohnes, der schon ein Jahr vor ihm gegangen war...
Eigendlich wollte ich danach keine neue Katze mehr...aber wir hatten ja noch Molli, und sie sollte nicht allein bleiben...(ich und mein Freund sind tagsüber beide arbeiten) und so kamen wir zu Sammy.
Er ist ein Mainecoonkater, der bei einer befreundeten Züchterin gelebt hat.
Er ist in der großen Gruppe der Katzen untergegangen und sich sehr in den Hintergrund drängen lassen..wenn ihm zuviel Trubel war ist er lieber gegangen...sie wollte einen ruhigen Alterssitz für ihn und so haben wir ihn bekommen...er ist vom Wesen her sehr ähnlich...zurückhaltend und eher ängstlich (er hat die ersten paar Wochen hauptsächlich hinter der Waschmaschine gelebt :)er hat lange gebraucht bis er sich eingewöhnt hat und inzwischen weicht er mir nicht mehr von der Seite wenn ich zu Hause bin...er liebt es, sich an mich zu kuscheln, sich einzurollen und zu schlafen oder er legt sich auf den Bauch und kann gar nicht wieder aufhören zu schnurren....vorher ist er bei den Kuscheleinheiten immer zu kurz gekommen und daher genießt er sie jetzt in unser kleinen Katzengruppe um so mehr...er ist so dankbar für jede Zuneigung, die man ihm gibt..und wenn ich in seine Augen schaue sehe ich auch die Seele, die mich ohne Worte versteht...tja, und so schließt sich der Kreis...ein Teil der Familie ist gegangen und ein neues Familienmitglied ist hinzugekommen..bei dem Gedanken, das er auch eines Tages gehen wird sage ich mir immer, das ich versuchen werde, die Zeit bis dahin einfach zu genießen..
Es ist schön, auch von euch zu hören das ihr so etwas erlebt habt...ich hab bisher bei fast allen Leuten auch nur das Gefühl gehabt, das sie meine Liebe nicht wirklich nachvollziehen konnten...
Nordsternchen
 

Re: Die Liebe zu dem Wesen eines Tieres

Beitragvon Steffee » Fr 27. Nov 2015, 16:31

Hallöchen ihr seelenvollen Tierliebhaber :)
Freut mich shamrock, wenn ich dir mit dem Beitrag eine Freude machen konnte :)
Ich habe mal gehört, dass Pferde die Angst von Menschen spüren können. Vielleicht hatte die Reiterin ja Angst, wegen dem angeblichen Staus, dass das Pferd gefährlich sei. Kann sein, dass das Pferd die Angst der Frau gespürt hat und selber darauf mit Angst reagierte, sie abwarf und weglief... Dabei wollte es vermutlich eigentlich nichts böses. Allerdings bin ich ganz sicher kein Pferdeprofi.
Nordsternchen, das ist echt schön, dass du so ein Glück mit deinen Katzen hast und auch dein Maincoonkater (echt klasse diese Rasse! unsere Izumi - die Katze vor Milli - war auch eine) so lieben kannst. Und genau, man sollte jeden schönen Augenblick genießen, im Jetzt leben. Finde auch toll, dass es Menschen gibt, die verstehen, was es bedeutet, das Wesen eines Tieres zu lieben :)
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