"Alternative" Heilmethoden?

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"Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon winterrose » Mo 23. Mai 2011, 23:48

Hallo ihr Lieben!
Ich würde mal gerne von euch wissen, wie ihr über andere Heilmethoden als die allgemein übliche "Schulmedizin" denkt: würdet ihr selbst oder für eure kranken Familienmitglieder auch TCM (chinesische Medizin), Ayurveda, schamanische Heilzeremonien oder Reiki ausprobieren?
Dabei interessieren mich vor allem so "esoterische" Spezialbehandlungen wie die Fernheilung, die u.a. bei den Schamanen und beim Reiki angewendet werden.
Viele liebe Grüße von der neugierigen Winterrose.
Glück ist nicht die Abwesenheit von Schwierigkeiten,sondern ihre Bewältigung.
Die Abwesenheit von Schwierigkeiten nennt man Langeweile.

Wenn ein Mensch weint, bedeutet das nicht, dass er schwach ist. Nein, es bedeutet einfach, daß er momentan mehr fühlt, als sein Herz ertragen kann.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon Viola cornuta » Di 24. Mai 2011, 11:58

Hi!

Ich denke von mir kommt da eine eher schulmedizinische Meinung.

Ich glaube schon daß es alternative Heilmethoden gibt die wirken. Ich schliesse auch nicht aus daß Fernheilung, Reiki und co wirken können, ich weiss es nur nicht.

Und bevor ich an meiner Familie und mir ungeprüfte oder widerlegte Alternativen ausprobiere, bleibe ich lieber bei dem was getestet ist.
Schulmedizin hat viele Fehler und ist nicht perfekt, bzw. hat auch viele Lücken. Aber das meiste was man da anwendet ist in Studien überprüft, und man hat halbwegs eine "Nutzen/Risiko" Einschätzung.

Was ich auch in Ordnung finde sind kulturell traditionelle Heilmethoden, also kein New Age Zeugs, das erst seit den Hippies Mode ist, aber zum Beispiel Hausmittel bei Wehwehchen. Bevor ich Aspirin nehme trinke ich Weidenrindentee.

Trotzdem finde ich es gut und wichtig daß zum Beispiel Pflanzenheilmittel wissenschaftlich getestet werden, um eben eine Nutzen/Risiko einschätzung zu machen und informiert entscheiden zu können.
Oder Schamanismus, egal ob man ihn psychologisch oder übersinnlich erklärt, den gibt es schon lange und er kann helfen. Er wäre mir nur zu gefährlich, da es dort keine Qualitätsprüfung gibt, jeder kann sagen daß er oder sie schamanisch heilt.

Und meine Psyche will ich so nicht aufs Spiel setzen, kann gut gehen oder nicht. Schulmediziner setzen bei Pfusch ihre Approbation aufs Spiel, "Psychoheiler (habe jetzt bewusst den negativen Ausdruck benutzt) nicht. Da sind zu viele schwarze Schafe dabei.

Zu Ayurveda: Gilt unter die Kategorie "kulturell überlieferte Medizin", kann sehr hilfreich sein, kann die Schulmedizin super ergänzen. Aber bei ernsthaften und bedrohlichen Erkrankungen bleibe ich trotzdem lieber beim getesteten und experimentiere nicht.

Wenn die Schulmedizin mich jetzt nicht heilen kann, dann probiere ich natürlich auch ungetestetes aus, aber eher im Sinne von "sie sind versuchskaninchen für Medikament xy, das soll so und so wirken", bevor ich zu einem Geistheiler o.ä. gehe.

Eine Freundin von mir macht auch Reiki. Ist ok für mich, sie drängt es mir nicht auf. Ich glaube nicht daran, bzw ich glaube daß die Erklärungen für die Effekte wie Reiki sie liefert so einfach nicht stimmen. Das liegt nicht daran daß ich Reiki anders/besser erklären kann, aber ich ziehe es vor Unwissen einzugestehen statt blind zu glauben.
Joa, es gibt viel Zeugs was wir nicht kennen und wissenschaftlich nie erklären können.
Aber ich finde es immer wieder beleidigend für die Natur und Biologie wenn man wunderbare, komplexe Systeme mit einfachen, menschlichen quasireligiösen Erklärungen behaftet...das ist aber meine persönliche Meinung, und ich akzeptiere daß andere Menschen eben glauben wollen.
Auf der anderen Seite finde ich Schulmediziner, die ihre Bücher auswendig können, nicht das geringste Gefühl für Systemische Effekte haben und in Kategorien einteilen auch gefährlich, genauso wie die unüberlegte Anwendung von Antibiotika und die "wird schon passen" Einstellung zu manchen Medikamenten. Durch mein Studium und meine Forschung weiss ich einfach wieviel wir noch nicht wissen, und wie schwierig zu fassen und vorherzusagen ein lebendes System ist.

Fazit: Alternativheilmittel ja. Ergänzend oder auch statt Schulmedizin.
Aber sowohl Schulmedizin als auch Alternativheilmittel sind saugefährlich, sobald man die "nur so und nicht anders" Einstellung hat, sprich, sobald man unkritisch daran glaubt, und beide gehören getestet (ja, auch in Tierversuchen, da bin ich egoistisch, bevor mein Kind ein Medikament bekommt will ich daß es getestet wird).

Ist dasselbe mit "Gentechnik" und "Bio", oder generell mit Ideologien, sobald es eine ist hat man ein problem, solange es eine Alternative bleibt die kritisch betrachtet werden kann kann es positiv sein.
Es gibt nicht nur schwarz und weiss :-), letztendlich kann man nicht sagen so und nicht anders, wichtig ist, informieren, selberdenken. Wer das tut trifft meistens die bessere Entscheidung als derjenige der nur glaubt.
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon Lesley » Di 24. Mai 2011, 19:58

Viola cornuta hat geschrieben:Aber das meiste was man da anwendet ist in Studien überprüft, und man hat halbwegs eine "Nutzen/Risiko" Einschätzung.


Ja, das wird uns gerne so von den Pharmakonzernen verkauft. Ist aber leider nicht immer so.
Beispiel Krebstherapie: Die Wirksamkeit von Chemotherapien ist bei einigen Krebsarten quasi Null. Und diese Erkenntnis ist nicht neu. Trotzdem werden munter weiter Patienten mit Chemos belastet. Bei erheblichen Nebenwirkungen. Warum? Weil die Pharmakonzerne kräftig dran verdienen.

Dann werden Studien gefälscht oder geschönt um Nebenwirkungen zu verschleiern oder zu verharmlosen - z.B. wurde verschwiegen, dass ein bestimmtes Medikament zu Herzschäden führen kann. Zuvor hatte man – wie sich nach und nach herausstellte – versucht, die Fakten unter den Tisch zu kehren. Es stellte sich heraus, dass Herzinfarkte, zu denen es während der Einnahme des Schmerzmittels gekommen war, in der Studie keine Berücksichtigung gefunden hatten.

Auch ohne Betrug ist es möglich, das Ergebnis von Studien in die gewünschte Richtung zu beeinflussen, indem z.B. Patienten, bei denen man ein Risiko befürchtet, von der Teilnahme ausgeschlossen werden oder die Größe der Studiengruppe so gewählt wird, dass zwar der Nutzen deutlich wird, der Schaden jedoch unter "ferner liefen" bleibt.

Es gibt jede Menge Medikamente, die entweder keine Wirksamkeit zeigen oder bei denen die Nebenwirkungen überwiegen.

Oder es werden Medikamente mit bestimmten Nebenwirkungen, die schon mal durch fatale Nebenwirkungen bekannt wurden, unter anderem Namen neu eingeführt wie z.B. Thalidomid, das unter seinem früheren Namen Contergan traurige Bekanntheit erlangte, jetzt als Krebsmedikament wieder eingeführt wird.

Anderes Beispiel, aber das zeigt eine Problematik des Gesundheitssystems deutlich: Warum kostet eine bestimmte Therapie für einen Privatpatienten mehr als für einen Kassenpatienten? Weil die Pharmakonzerne an Privatpatienten mehr verdienen können.

Andere Problematik: Die Pharmaindustrie weigert sich Medikamente für sogenannte "seltene Krankheiten" zu erforschen, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu gering ist.
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon Viola cornuta » Mi 25. Mai 2011, 09:54

Lesley,

Ja, da hast Du sicher recht. Deswegen meinte ich auch "meistens". Die Pharmaindustrie ist auch ein ziemlicher Sauhaufen, sowas gehört meiner Meinung nach in die Hände staatlicher Forschungsanstalten. Was schlechte Studien angeht, mangelnde Informationslage zu einzelnen Wirkstoffen etc, diese Problematik kenne ich aus erster Hand, ich arbeite mit und an wissenschaftlichen Studien.

Nur zu den alternativen Heilverfahren gibt es eben gar nichts, keine Studien, und wenn ich die Wahl habe zwischen schlechten Studien und gar keinen denn nehme ich die schlechten.

Und daß jemand mit nicht heilbarem Krebs mit einem nicht wirksamen Medikament behandelt wird liegt wahrscheinlich daran daß der Arzt sonst auch nicht mehr weiss was er tun soll, und einem sterbenden Menschen der Angst hat zu sagen "tja, kann man ihnen auch nicht helfen, pech gehabt" das schafft auch nicht jeder Arzt. Aus diesem grund werden Medikamente mit einer sehr sehr geringen Erfolgswahrscheinlichkeit gegeben. Ein bisschen Hoffnung ist besser als gar keine!

Aber Homöopathie und co würden den Krebs auch nicht heilen.

Ich bin froh und dankbar für Impfungen, Psychopharmaka, Antibiotika und Chemotherapeutika. Das wird gerne für selbstverständlich genommen wenn man die Schulmedizin verteufelt und alternative Heilmethoden himmelhoch lobt.
Aber sorry, so schön die klingen, sie leisten nicht annähernd das was die böse Chemie und Schulmedizin kann. Und für die Pharmaindustrie die dahintersteckt (Bayer gehört gelyncht als Konzern, der ist ökologisch und sozial eine Katastrophe) ist zwar schlecht, macht aber die Schulmedizin an sich nicht schlecht.

Schulmedizin ist nicht pefekt, aber die alternativen Heilmethoden sind in diesem Zustand und Kenntnisstand einfach keine Alternative.

Übrigens, die böse Pharmaforschung und Schulmedizin forscht auch an Akupunktur (laut Studie von letztem Herbst: Wirkt nicht, ist egal wo man reinpiekst http://www.scienceblogs.de/diaxs-rake/2 ... merzen.php ), Homöopathie (bis jetzt hat es in keiner Studie mehr geholfen als Placebo) und co...

Weder die Schulmedizin noch alternative Heilmethoden sind perfekt, aber es hilft niemandem was das eine zu verteufeln und das andere hochzuloben, es wäre viel sinnvoller wenn beide Lager mal zusammenarbeiten würden.

Nö, die Schulmedizin kann nicht alles heilen, behauptet sie auch gar nicht. Aber Esoterik heilt auch keinen Krebs.
Von daher bin ich für alles was hilft, egal wie es aussieht, aber bitte überprüfbar statt blind geglaubt weil es schön klingt.
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon Lesley » Mi 25. Mai 2011, 10:25

Ich finde es einfach schade, dass die Schulmedizin und die 'Alternativen' so aufeinander einhacken. Besser wäre es wirklich, sie würden zusammenarbeiten. Ich denke, dass beides seine Berechtigung hat.
Leider hängt vieles am Geld und das darf einfach nicht sein. Ein Gesundheitssystem darf nicht auf Geld beruhen. Denn so denken Hersteller nur an Gewinnmaximierung und es entsteht eine Zweiklassenmedizin, auch wenn das gern verleugnet wird.

Noch ein Beispiel zum Thema: Warum muss man eine fast 90jährige Frau mit Brustkrebs brusterhaltend operieren, obwohl klar ist, dass die Risiken einer Metastasierung höher sind? Warum muss man diese Frau ein Jahr später, als Metastasen auftreten, noch mit Chemo und Bestrahlung quälen?
Macht es sich gut in der "Statistik" eines Arztes?

Warum werden Antibiotika als "Allheilmittel" missbraucht und völlig übermäßig eingesetzt?

Versteh mich nicht falsch: Ich bin kein Gegner der Schulmedizin, aber so wie es leider häufig praktiziert wird, ist es einfach nur falsch.


Zu den Alternativen:

Ich denke, es gibt einfach noch viele Sachen, die wir Menschen nicht verstehen und deshalb ablehnen, weil wir Angst davor haben. Unser geistiges Potential ist größer als wir annehmen. Nur wird das in unserer Gesellschaft nicht gutgeheißen.

Ich glaube nicht, dass Akupunktur nur durch Placebo wirkt. Es hilft z.B. auch bei Tieren. Wie willst du bei denen einen Placeboeffekt hervorrufen?

Reiki versteht sich nicht als Heilmethode sondern als Ergänzung. Kein seriöser Reikianer wird behaupten, dass er heilen kann.


Eine interessante Lektüre zum Thema:

http://www.amazon.de/Wahrheit-heilt-ver ... 318&sr=8-1
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon Viola cornuta » Mi 25. Mai 2011, 15:19

Hi Lesley!

Da sind wir einer Meinung, mehr zusammenarbeit und weniger Rumhacken :-)
Sowohl überlieferte, traditionelle Heilmethoden können helfen als auch Schulmedizin. Beide können auch schaden.

Und wie ich oben schon geschrieben habe, ich finde den Umgang mit der Schulmedizin momentan auch unter aller Sau, da fallen mir viele Beispiele ein..Zum Beispiel daß viel mehr Wert auf geldsparendes Schadenbegrenzen gelegt wird als auf Prävention, daß viele Antibiotika verschrieben werde. Dazu hatte ich übrigens meine Schwester, die ist Ärztin, mal gefragt. Das ist laut ihrer Aussage tatsächlich ein Problem, das mehrere Ursachen hat. Einmal, weil, gerade ältere, Ärzte das schon immer so gemacht haben, Antibiotika für das einzig Wahre halten, also aus Gewohnheit. Ärzte sind auch nur manchmal dumme Menschen.
Der andere Grund den sie mir genannt hat sind die Patienten, viele verlangen bei jedem Schnupfen nach Antibiotika. Denn da liegt eine ziemlich dumme Einstellung dahinter: Man geht besch* mit sich um, wird krank, geht zum Arzt und verlangt daß der das sofort reparieren soll.

Generell finde ich daß man sich zum Beispiel bei Ayurveda oder TCM die Präventiv-Einstellung abgucken könnte, krankheiten präventiv behandeln, sprich, Gesundheit erhalten als wichtigste Aufgabe.

In unserer Gesellschaft ist es aber leider so, daß gesundheit selbstverständlich zu sein hat, eine Dienstleistung, und wenn man sie nicht bekommt dann haben die bösen Ärzte versagt. Daß man sich selbst zum Beispiel mit Fertigfrass zugeschüttet oder komplett überarbeitet hat wird dabei gerne übersehen. Der Arzt wirds schon richten.
Diese Einstellung finde ich ziemlich oft, sei es der Bekannte der sich jeden Sommer dunkelbraunknusprig brennt, auf meine Frage ob er denn keine Angst vor Hautkrebs hätte antwortet, daß der Arzt den schon entfernen wird...
Oder meine Mutter, die Karies hat, sich die Zähne höchstens oberflächlich putzt, und auf meine Frage warum sie das nicht gründlicher tut meint, daß wäre ihr zu anstrengend, der Zahnarzt wird das ja schon wieder hinkriegen...
Oder der andere Bekannte, der sich von billigem Fleisch, Fertigpizza, Tütensuppen ernährt, in seiner Freizeit vor dem Computer hockt, der mich fragt warum er denn erhöhten Blutzucker und einen gereizten Nerv im Rücken hat, wie das denn sein kann...und auf meine Antwort daß bei seiner Ernährung und erhöhter Blutzucker das geringste ist was er bekommen wird, und daß wenn man den ganzen Tag vor dem Rechner klemmt Rückenschmerzen normal sind...
Er meinte der Arzt hätte versagt, weil die Spritze das nicht sofort weggemacht hätte. Hat mir dann in wichtigem Ton erklärt daß er das ja von Ärzten erwartet daß sie eine Leistung bringen.

Kein Kommentar zu diesen Punkten, oder?

Es wird viel zu viel von der Schulmedizin erwartet. Gesundheit auf Knopfdruck, perfektes funktionieren, gutes Aussehen und ein tolles Leben, all das erwarten viele Menschen von Ärzten. Diese versprechen das nicht, trotzdem beschweren sich die Menschen dann, daß sie diese Sachen natürlich nicht von den Ärzten bekommen, und dann ist es die böse Schulmedizin. Dann kommt jemand und verspricht das Blaue vom Himmel, Lösungen für Probleme die sie nie hatten (Energetisches ungleichgewicht und co), und natürlich ist das dann der Große Held und Retter der ganz toll ist und viel besser als die Schulmedizin.

Solange Menschen von Ärzten und Heilkundigen Heilung auf Knopfdruck, Service und Wunder erwarten, kann keine Medizin den Erwartungen genügen. In jedem Fall bin ich für mehr Selbstverantwortung was Gesundheit angeht.
Daß aus der medizinischen Versorgung eine Wirtschaft geworden ist finde ich ziemlich schlecht, sei es für uns, die damit erpressbar sind, oder für Menschen die sich teure Medikamente nicht leisten können und zum Beispiel in Afrika reihenweise an AIDS sterben.

Übrigens, die Studie zu der Akupunktur besagte daß Pieksen hilft, es aber vollkommen egal ist wo man reinpiekst. Das ist nicht Placebo. Eine andere Studie hat an Ratten gezeigt daß Pieksen, sowohl an speziellen Akupuntkurpunkten, als auch sonstwo, zu einer erhöhten Neurotransmitterausschüttung führt und Schmerzen unterdrückt. Die Studien sind in dem Link von oben verknüpft, kann jeder selbst lesen :-)
Placebo wirkt übrigens auch bei Tieren ;-) das ist nicht auf Menschen beschränkt.

Daß wir noch nicht alles wissen und verstehen? Das ist eine Einstellung die jeder seriöse Forscher hat. SOnst müsste man ja nicht mehr forschen.
Jeder ernstzunehmende Forscher wird auch ohne weiteres seine Überzeugungen revidieren, wenn er Beweise für etwas anderes findet.
Aber Forschung funktioniert nun mal über Beobachtung, Hypothese, experimentelle Überprüfung, neue Hypothese, wieder Überprüfung...
Es wird nie etwas endgültig bewiesen, bei allen Vermutungen und Hypothesen ist sich jeder Forscher im klaren darüber daß sie widerlegt werden können.
Aber: Da man ja mit etwas arbeiten muss arbeitet man eben mit den Vorstellungen, die gerade aktuelle die beste Beweislage haben. Nö, die müssen nicht korrekt und richtig sein, die sind aber das beste was man hat.

Aber: Solange sich etwas nicht überprüfen und ja, auch standartisieren lässt, ist es als Medizin für die breite Masse nicht geeignet. Denn wenn etwas nicht überprüfbar und standartisierbar ist dann öffnet das Scharlatanerie Tür und Tor.
Ganz zu schweigen von widerlegten Theorien und Techniken...warum sollte man damit Menschen weiter quälen, wenn es noch überprüfte Alternativen gibt?

Mein Problem mit Homöopathie und co ist, daß es sich nicht überprüfen lässt. Das heisst nicht daß es nicht funktioniert. Keine Ahnung ob es funktioniert oder nicht! Ist mir ehrlich gesagt wurscht, nicht mein Forschungsthema.
Aber derartige Heilmethoden verlangen von mir zu glauben, und sorry, ich glaube nicht irgendwelchen Leuten die irgendwas erzählen das nett klingt, es aber nicht überprüfen oder beweisen können. Dann müsste ich ja jeder Religion glauben, und das wäre unmöglich. Ich glaube lieber Menschen die hart dafür arbeiten, ihre Theorien und Methoden zu etablieren, zu überprüfen, wieder zu prüfen, und die jederzeit bereit sind ihre Ideen zugunsten besserer aufzugeben. Das ist meine Entscheidung, und wenn jemand anderes glauben will dann sei ihm/ihr das gegönnt, ich sehe es nur nicht ein unbewiesene oder widerlegte Methoden mitzufinanzieren.
Denn es kann sein daß alternative Heilmethoden was bringen, aber bei der momentanen Beweislage sind sie einfach nicht gleichwertig zur Schulmedizin (die meiner Meinung nach auch schon viel traditionelle Medizin anwendet, siehe Pflanzenheilkunde und co).


Fazit: Alternativen, ja gerne, sobald sie bewiesen sind. Das passiert doch schon, es wird sehr viel an traditionellen Heilmethoden geforscht.
Einfach glauben weil jemand mir schöne Dinge erzählt? Nein danke, ich bin ein mündiger Mensch oder versuche es zumindest zu sein.

Zusammenarbeiten zwischen traditioneller Heilkunde und Schumedizin? Ja bitte!
Findet auch statt. Sehr viel mehr als man denkt sogar. Nur wer finanzierts? Der Statt? Kaum.


Jeder soll selbst entscheiden, wie er oder sie behandelt wird. Niemand zwingt einen, Antibiotika zu schlucken!
Selber denken, selbst informieren. Nicht blind glauben, weder der Schulmedizin, noch alternativmethoden.

Ich glaube eigentlich am liebsten einen Satz eines religiösen Oberhauptes meiner Lieblingsreligion: "Als guter Buddhist verfolge ich natürlich die Forschung und richte mich nach den aktuellen Theorien" <--Dalai Lama, in einem seiner Bücher. _flöwer_
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon ja » Do 26. Mai 2011, 07:27

Liebe winterrose!


Eine grosse frage die du da stellst,

aufgrund extremst schlechter erfahrungen sowohl mit alternativ und schulmedizin,
habe ich persönlich das fazit gezogen,

das beides in speziellen bereichen ihre sinnvolle berechtigung haben

und letztlich die eigenverantwortung des patienten und das vertrauen in die eigene wahrnehmung den zur genesung führenden weg aufzeigen.



Wie siehst du das?


Herzliche Grüße,
ja.
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon stanzi » Fr 27. Mai 2011, 08:29

winterrose hat geschrieben:Hallo ihr Lieben!
Ich würde mal gerne von euch wissen, wie ihr über andere Heilmethoden als die allgemein übliche "Schulmedizin" denkt: würdet ihr selbst oder für eure kranken Familienmitglieder auch TCM (chinesische Medizin), Ayurveda, schamanische Heilzeremonien oder Reiki ausprobieren?
Dabei interessieren mich vor allem so "esoterische" Spezialbehandlungen wie die Fernheilung, die u.a. bei den Schamanen und beim Reiki angewendet werden.
Viele liebe Grüße von der neugierigen Winterrose.


liebe winterrose,ich finde alternative methoden völlig in ordnung-sie kann aber nur begleitend sein.und sicher manches erleichtern.

ich finde es verantwortungslos im extremfällen nur auf alternatives zu vertrauen.
lg. stanzi
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon Viola cornuta » Fr 27. Mai 2011, 14:35

Hallo,

mir ist gestern ein- bzw aufgefallen daß meine Posts ziemlich ins Off Topic gerutscht sind, sorry.

Es geht hier ja nicht darum ob Schulmedizin gut oder böse ist, und ob die Industrie dahinter gut oder böse ist, oder um Scharlatanerie.

Irgendwie hatte ich die Frage so verstanden, als ob es um nachgewiesen Wirksame Medizin und Esoterik geht.
Allerdings denke ich daß winterrose von der Prämisse ausgeht, daß die alternativen Heilmethoden nachweislich wirksam sein müssen (Beispiel Weidenrindentee statt Aspirin, Schamanismus als Psychotherapeutische Heilmethode, von der WHO anerkannt übrigens).
Qualitätskontrolle und wirksamkeitsnachweis sollte selbstverständlich sein, sowohl bei Schulmedizin als auch bei alternativen Heilmethoden.

Um kurz und knapp auf die Ausgangsfrage zu antworten:
Alle Menschen sind unterschiedlich, reagieren deswegen unterschiedlich auf Medikamente u.ä.
Also ist es wichtig und wünschenswert, mehrere Behandlungsalternativen zu haben.

In dieser Hinsicht finde ich es aber falsch, alternative Heilmethoden und Schulmedizin zu unterscheiden, entweder es heilt, oder eben nicht. Wie genau die Heilung aussieht ist dann zweitrangig.


Das ist eine utopische Vorstellung, leider...

Das Thema ist für mich aus diesem Grund so daß ich da sehr emotional reagiere, weil ich mir als Wissenschaftler so oft Sachen über "böse" Chemie, "gute" Pflanzenmedizin und "böse" Forschung, "böse" Medikamente (weil sie es wagen Nebenwirkungen zu haben!) und "gute" Esoterische Heilmethoden anhören muss....
Könnt ihr aber nichts dafür, von daher sorry, das war kein Motzen in eure Richtung, auch nicht in Deine, Lesley _flöwer_
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Re: "Alternative" Heilmethoden?

Beitragvon Lesley » Fr 27. Mai 2011, 18:56

Hallo Viola,

habe ich auch nicht so empfunden. Noch mal kurz OT: ich finde unser gesamtes Gesundheitssystem einfach nur zum Kot***, weil eben nicht die Menschen im Vordergrund stehen sondern ganz oft wirtschaftliche Interessen. Und das darf bei sozialen Gesichtspunkten einfach nicht sein.

Ich glaube, ich muss mich erstmal abregen gehen....

wütende Grüße
Lesley
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