Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

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Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Anna Nass » Fr 30. Okt 2015, 23:02

Hallo,
ich weiß jetzt nicht so richtig, wo ich anfangen soll, mein Problem zu schildern, also wenns ein bisschen wirr klingt, sorry!
Es geht um meinen Hund (Wolfsspitz, 4 Jahre, ich hatte ihn schon als Welpen). In bestimmten Situationen bellt er übermäßig (wie gerade eben, wenn jemand im Treppenhaus Geräusche macht - wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus). Er lässt sich dann auch nicht beruhigen, weder durch gutes Zureden noch durch Streicheln, Schimpfen, Ignorieren ...

Aktuell bin ich deswegen in einer Hundeschule. Der "Hundeflüsterer" hat mir nach einem ersten Treffen klar gemacht, dass mein Hund nicht auf mich hört (ich hatte bislang nie das Gefühl, dass es so ist) und dass er meint, auf mich aufpassen zu müssen. Das läge daran, dass er in mir einen Welpen sehen würde, denn wenn ich nach Hause komme, freu ich mich immer auf ihn und begrüße ihn entsprechend, so wie er mich auch. Der Hundeflüsterer meint, in der Natur würde das Alfatier vom Rudel nie begrüßt, nur die verlorenen Welpen! Also müsste ich meinem Hund klarmachen, dass ich nicht sein Welpe bin und 100 % Gehorsam verlangen, um ihm seine Rolle zu zeigen.
Dazu zählt, ihn beim Nachhausekommen 5 Minuten lang zu ignorieren(!).
Beim Rausgehen bin ich die, die vorgeht, beim Reinkommen umgekehrt (das hatte ich vorher schon irgendwo gelesen und halte mich dran, klappt super!).
Ich muss ihn ignorieren, wenn er zu mir kommt und knuddeln will (es soll nicht nach seinem Willen gehen, sondern nach meinem).
Beim Freilauf muss ich eine Pfeife benutzen (ich hasse dieses Ding! _%_ , viel zu laut!!!), um ihn zu mir zu holen, außerdem soll ich die Pfeife anwenden, um ihn zu konditionieren.
Zu Hause hat das drei oder vier Mal funktioniert. Ich stell ihm Futter hin oder gebe ihm Leckerchen und pfeife dann leise 2 Mal. Dann hat mein Hund es nicht mehr mitgemacht und sich schon unterm Tisch verkrochen, wenn ich ihn mit Futter gelockt hab! Was mach ich denn alles falsch???? Wenn ich ihn jetzt rufe und knuddeln will, kommt er langsam auf mich zu, ohne Schwanzwedeln wie sonst und er lässt sich streicheln. Das wars dann.
Das ganze positive Gefühl ist auf einmal weg! Ich bin nur noch vorsichtig und drauf bedacht, mich korrekt zu verhalten. Mein Mann dagegen applaudiert. Er ist wie der Hundeflüsterer der Meinung, dass man Hunde nur so behandeln kann! Er ignoriert ihn meistens und wundert sich, wenn mein Hund nicht auf Verlangen zu ihm kommt. Er sagt, wenn man dem Hund seine Position beigebracht hat, stellt sich das übermäßige Bellen von alleine ein! Das ergibt sich!! Ist das so?
Wenn das so ist, dann kann ich mich vielleicht weiterhin so verbiegen und meinen Hund ignorieren. Obwohl es mir in der Seele weh tut und es mir dabei total schlecht geht. Ich bin todtraurig deswegen und frag mich ständig, was ich so dermaßen falsch gemacht hab. Vorher hat sich mein Verhältnis zu meinem Hund doch immer so gut und richtig angefühlt! Jetzt ist alles nur noch zwanghaft.
Vielleicht muss ich noch dazu sagen, dass mein Hund mein einziger Freund ist. Ich kann mir den Luxus erlauben, extrem zurückgezogen zu leben. Ich bin meistens genervt von der Rücksichtslosigkeit und Gedankenlosigkeit von Menschen (immer schon!). Das fängt beim Autofahren an und geht über Hundehalter bis zur Verwandtschaft. Lärm und Hektik um mich kann ich gar nicht haben.
Ist das das Kernproblem mit meinem Hund? Ist es bei uns zu ruhig, weil ich nie Radio oder Musik höre, die Klingel abgestellt hab und vielleicht fünf Mal im Jahr Besuch kriege? Ich liebe Stille und Einsamkeit! Muss ich meinen Hund vielleicht desensibilisieren, um das Bellproblem zu beheben? Irgendwie glaube ich nämlich nicht so recht, dass die Ursache ein Gehorsamsproblem ist. Oder?

Gibt es einen HSPler, der das versteht? Hat jemand ähnliche Probleme und kann mir einen Rat geben?
Verzweifelte Grüße
Anna Nass
 

Re: Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Rauhnacht » Sa 31. Okt 2015, 00:30

Hey, bei Hunden ist es so, dass ihnen geordnete Stukturen und konkrete Rangzuweisungen gut tun. Wenn du ihm weiter deine Zuneigung zeigst wirst du da keine Probleme bekommen und sein Bellen etc. in den Griff bekommen. Für uns Menschen mutet es sehr seltsam an so zu reagieren aber dabei musst du bedenken, dass es ein Hund und kein Mensch ist und Hunde ihre eigene "Sprache" haben.
Wünsche dir viel Erfolg!
Rauhnacht
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Re: Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Corel » Sa 31. Okt 2015, 01:32

Hallo, ja ich verstehe, denke ich, gut was du ausdrücken willst.

Sich dem Rat von jemanden zu beugen, der den Hund -rein sachlich- einordnen will ( und die Aphathese ist ohnehin überholt) fällt nicht nur hochsensiblen Menschen schwer.
Klare Strukturen. OK. Aber Ignorieren etc. gehört nicht dazu.

Mit dem Wolfsspitz hast du einen Hund bei dir, der bellfreudig ist.
Wenn das Problem darin liegt, dass er im Treppenhaus zu laut ist, kannst du das umlenken.
Sorge für eine Situation, in der er sich auf etwas anderes konzentrieren muss.
Morgen ist auch noch ein Tag, aber den von heute kenne ich zumindest schon..
Corel
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Re: Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Corel » Sa 31. Okt 2015, 01:38

Nachtrag
Wenn du magst, kann ich versuchen dir entsprechende Tipps zugeben-via PN
Morgen ist auch noch ein Tag, aber den von heute kenne ich zumindest schon..
Corel
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Re: Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Anna Nass » Sa 31. Okt 2015, 15:03

Hallo Corel,

ja, sehr gerne!

LG
Anna Nass
 

Re: Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Walrun » So 1. Nov 2015, 20:39

Hey Anna,

ich kenne deinen Hundetrainer nicht und weiß nicht, in wie weit seine Tips ok sind, und ob du alles richtig verstanden hast.
Ich habe einen Problemhund (Boxer - American Bulldog) zu mir geholt, als er 1 Jahr alt war. Inzwischen ist er ein toller Familienhund geworden, auch wenn er noch einige Probleme hat.
Ich kenne deinen Hund nicht und weiß nicht, was er für Charakterzüge hat.
Die Charakterzüge sollten bei der Erziehung unbedingt berücksichtigt werden! Es gibt Hunde die unglaublich froh sind, wenn sie ihrem Menschen endlich vertrauen können und einfach dankbar sind, nicht mehr selbst "führen" zu müssen.
Es gibt aber auch Hunde, die jede Schwachstelle prüfen (so wie mein Rüde) und immer wieder versuchen, Chef der Familie zu werden.

Da ich dich und deinen Hund nicht kenne, kann ich dir keinen guten Rat geben, ausser: "Das andere Ende der Leine" lesen. Die amerikanische Autorin ist Farmerin, Schäferin, Verhaltensforscherin, Hundezüchterin und inzwischen eben auch Hunde (und Menschen ;) ) - Trainerin.

Ich kann mir aber vorstellen, dass es für deinen Hund unglaublich anstrengend ist, dein einziger Freund zu sein. Wenn du magst, schau dich doch Mal nach einem guten! Tierkommunikator in deiner Gegend um. Der kann dir sicher sagen, wie es um deinen Hund bestellt ist.
Hunde spielgeln unglaublich viel von uns. Vielleicht magst du ja mal überlegen, was das sein könnte.

Viele Grüße und alles Liebe an dich,

Walrun
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Re: Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Corel » Mo 2. Nov 2015, 02:02

Anna Nass hat geschrieben:Hallo Corel,

ja, sehr gerne!

LG


Bitte beschreibe mir dann in der PN ( zunächst) eine ganz spezielle Problem-Situation, die du selber nicht
bewältigt bekommen hast und-wenn dir etwas dazu einfällt- auch eine spezielle Problemsituation, die du bewältigt bekommen hast und wodurch. L.G. Corel
Morgen ist auch noch ein Tag, aber den von heute kenne ich zumindest schon..
Corel
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Re: Eine Frage an alle Hundebesitzer mit "Problemhunden"!

Beitragvon Anna Nass » Di 3. Nov 2015, 23:43

Lieben Dank an euch alle für eure netten Antworten und euer Verständnis!!!
Ich hab einiges rausgelesen, was mich schon weitergebracht hat :-)!

Liebe Grüße!
Anna Nass
 



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