In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

alles, was sonst nirgends reinpasst!

Moderatoren: Hortensie, Eule, jules1976

In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon wind-und-wellen » Fr 13. Mär 2020, 20:11

Hallöchen zusammen!

Draußen schleicht das Corona-Virus um die Ecken - und jeder von uns steht vor neuen Herausfoderungen: soziale Kontakte einschränken!

Auf der einen Seite suchen wir HSPs ja manchmal gezielt die Ruhe, auf der anderen Seite erzeugt eine auferlegte Abschottung wieder eine ganz andere Stimmung...

Mir persönlich ist bei den aktuellen Nachrichten, egal ob die lokalen oder die globalen, ziemlich mulmig... keiner weiß, wie lange diese Krise anhalten wird und wie stark die Auswirkungen sein werden.

Die teilweise leergefegten Regale in manchen Supermärkten haben was geisterhaftes...!

Im Pandemien-Thread ist es ja schon angeklungen: Umso wichtiger ist es wohl, dass wir auf eine eigene Art und Weise "näher" zusammenrücken. Was meint ihr?
Liebe Grüße von wind-und-wellen

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Warmer, weicher Sand unter den Füßen - Wind streicht durchs Haar - grenzenlose Freiheit...
Benutzeravatar
wind-und-wellen
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1245
Registriert: Mo 30. Jan 2012, 14:06
Wohnort: auf der Suche nach dem Meer ;-)

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon Träumerle » Fr 13. Mär 2020, 21:58

Hallo wind-und-wellen,

fairerweise mache ich mal den Anfang. _yessa_

Ich persönlich habe absolut kein Problem damit, mich von Menschen fernzuhalten, als introvertierte Person, die gerne alleine ist, bin ich darin "geübt". Jedoch gibt es eine Ausnahme, nämlich meine Großeltern. Eigentlich wäre ich die morgen obligatorisch besuchen gekommen, aber um sie zu schützen, denke ich mal, wird das nichts. Über einen kürzeren Zeitraum vertretbar, aber ein halbes Jahr? (so lange soll die Pandemie laut Prognosen aus dem Thread über das Thema (11590502nx46300/politik-aktuelles-und-brisante-themen-f14/pandemien-t10758.html) dauern) Das wäre schon sehr extrem und für mich undenkbar.
Mal davon abgesehen werde ich mich wohl nicht großartig an die soziale Situation anpassen müssen, meine Freunde kann ich per E-Mail erreichen und sonst brauche ich niemanden um mich herum.

Es fühlt sich nichtsdestotrotz komisch an, die Isolation verordnet zu bekommen, gerade weil es jetzt doch alles sehr plötzlich kam. Vermutlich werde ich bis auf meine Eltern und meine Schwester bis zum Wiederbeginn der Schule in fünf Wochen tatsächlich mit keinem Menschen persönlichen Kontakt haben, und das ist selbst für einen Eremiten wie mich alles andere als gewöhnlich. Zudem ist es ja nicht ausgeschlossen, dass die Corona-Ferien verlängert werden. Was Anima uns aufgelistet hat, ist mehr als außergewöhnlich. Es würde gar bedeuten, dass wir in unserer Welt ein halbes Jahr lang vollkommen ohnmächtig, eingeschränkt und isoliert leben würden. Ich denke, ich spreche für alle: So schön es auch sein kann, alleine zu sein, in diesem Schema fühlt sich die Distanzierung aller oder vieler Mitmenschen einfach fremd an.

Aber: Ich lasse mich nicht von der Weltuntergangs-Stimmung runterziehen. Heute habe ich mir vorgenommen, das Beste aus der Lage zu machen und trotz allem ein glückliches (Alltags)leben zu führen. Ein melancholisches Jahr habe ich persönlich gerade erst hinter mir, brauche ich nicht schon wieder. Und bis zum Sommer oder gar Herbst durchgehend Trübsal blasen - das bringt nichts und das lehne ich ab. Wer weiß, was die flächendeckende soziale Quarantäne mit unserer Psyche alles anstellen kann? Deswegen arbeite ich entschieden dagegen an, gehe meinen Hobbies nach, höre fröhliche Musik, genieße gutes Essen, unternehme Fahrradtouren bei schönem Wetter etc.
Daher kam mir auch die Idee, dass wir beispielsweise hier im Forum in dieser Phase besonders zueinander halten und vielleicht etwas aktiver als sonst sein könnten, einerseits um den fehlenden Austausch mit persönlich Bekannten auszugleichen, andererseits auch als Zeichen der Solidarität, und dass wir dem Corona-Virus die Stirn bieten. Zeigen, dass man sich auch in so einer Situation verständigen kann. Ich weiß ja nicht, wie es um eure Motivation und Zeit-Management steht, aber das könnte man ja mal in den Raum werfen. Vielen Menschen (mich eingeschlossen) werden wichtige Gesprächspartner des "Offline-Lebens" wegbrechen. Wäre doch schön, wenigstens durch das Forum und dessen Mitglieder die sozialen Kompetenzen nicht komplett zu verlernen. Aber vielleicht nicht immer nur über DAS eine Thema... icon_winkle

Aber generell wäre es ein schöner Gedanke, wenn man sähe, dass die Menschen zueinander halten und sich somit nicht allzu sehr von der Pandemie einschüchtern zu lassen. Im Forum könnten wir mit gutem Beispiel vorangehen.

So, nun genug von mir, ich bin gespannt auf die Meinungen der anderen.

Zuletzt der inzwischen etablierte Spruch am Ende: Bleibt gesund.

Liebe Grüße,
Träumerle :-)
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
_____________
(Ich bin männlich...)
Träumerle
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1191
Registriert: Mi 5. Apr 2017, 16:22

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon DesdiNova87 » Fr 13. Mär 2020, 22:48

Guter Thread Wind-und-Wellen :-)

@Träumerle: Sieh es mal so, du hast jetzt den Luxus dich zu isolieren. Also ich wüsste mit so viel Freizeit einiges anfzufangen, z.B. habe ich noch so einige Tabletop-Modelle herum stehen, die gebaut und bemalt werden wollen. Oder meine Gitarren fühlen sich auch recht vernachlässigt. Dann gibt es so viel an Serien und Filmen, die man genießen kann...

Klar, ich kann verstehen, dass es nicht dasselbe wie "echte" Ferien ist. Andererseits kontrolliert ja (noch) keiner, was du genau in deiner Freizeit machst. Das soll jetzt nicht so klingen, als will ich hier wen anstiften, sich in große Versammlungen zu begeben. Aber ausgedehnten Radtouren und Spaziergängen alleine oder in Kleinst-Gruppen steht ja absolut nichts im Wege.

Ich seh' mich da nämlich in der gegenteiligen Rolle; mein erster Urlaub dieses Jahr ist erst Mitte Mai und bis dahin stehe ich 5-6 Tage jede Woche an der "Front", in einem unserer beiden Filialen, und kann mich mit den ganzen Freigängern und Schülern die "Corona-frei" haben, herumschlagen #bäh#

Ich hatte heute sehr viele Gespräche mit den verschiedensten Leuten. Ich bin langsam dabei die Menschen in Gruppen einzuteilen, von den egoistischen ("es passiert ja nur den Kranken und Alten etwas"), über die Verständnisvollen bis hin zu den Neurotikern ("ich kaufe mir gleich eine Knarre").

Ein Gespräch mit einer Studentin ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie hat wochenlang gebüffelt, jetzt fallen die Prüfungen aus und ihre Bachelor-Arbeit steht damit auf der Kippe. Ich habe ihr so gut wie möglich Mut zugesprochen und dass die entsprechenden Stellen sich schon darum kümmern werden, dass bestimmt Verständnis für die außergewöhnliche Situation aufgebracht wird.
Und dann habe ich ihr dazu geraten, die Situation jetzt einfach so anzunehmen und das Beste draus zu machen. Dinge erledigen, die man schon lange vor sich hergeschoben hat. Ein Buch lesen, was schon lange im Regal verstaubt.

LG DesdiNova87
Zuletzt geändert von DesdiNova87 am Fr 13. Mär 2020, 23:18, insgesamt 1-mal geändert.
~ Keep a green tree in your heart and perhaps a singing bird will come. ~
Benutzeravatar
DesdiNova87
Hero Member
 
Beiträge: 822
Registriert: Di 6. Jun 2017, 21:45

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon wind-und-wellen » Fr 13. Mär 2020, 22:51

Hallöchen Träumerle,

lieben Dank für Deine Beitrag und Deine Sichtweise. _Mij_

Ja, das meinte ich ja: sich selbst zurückzuziehen ist das eine - aber sich zurückziehen zu müssen... puuuh.

Aber gut - da müssen wir nun alle durch. Und ja, es macht viel Sinn, sich das Leben dadurch nicht noch schwerer machen zu lassen.

Gestern in der Fernsehdiskussion auf dem RBB kam auch der Hinweis, dass wir nun aus dem, was uns bleibt, was Neues kreieren "müssen". Vielleicht so etwas wie: auf "alte" Werte besinnen. Entschleunigen. Im kleinsten Kreis bleiben. Lernen, mit weniger zurecht zu kommen.

Zum Glück gibts ja noch das Internet - somit auch die Verbindung hier zum Forum U72(
Liebe Grüße von wind-und-wellen

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Warmer, weicher Sand unter den Füßen - Wind streicht durchs Haar - grenzenlose Freiheit...
Benutzeravatar
wind-und-wellen
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1245
Registriert: Mo 30. Jan 2012, 14:06
Wohnort: auf der Suche nach dem Meer ;-)

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon wind-und-wellen » Fr 13. Mär 2020, 22:57

Hey hallöchen DesdiNova - schön, dass Du auch da bist _Mij_

DesdiNova87 hat geschrieben:... Ein Buch lesen, was schon lange im Regal verstaubt.



Oh ja - eine gute Idee... U72(
In meinem Regal stehen so einige, die noch gelesen werden wollen sdj9

Und in knapp 12 Tagen hab ich auch die Zeit dafür *+*
Bis dahin werde ich auch viel lesen - aber eher die Pflichtlektüre in Anatomie und Physiologie _hj7_
Enspurt!!! _grinsevil_
Liebe Grüße von wind-und-wellen

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Warmer, weicher Sand unter den Füßen - Wind streicht durchs Haar - grenzenlose Freiheit...
Benutzeravatar
wind-und-wellen
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1245
Registriert: Mo 30. Jan 2012, 14:06
Wohnort: auf der Suche nach dem Meer ;-)

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon Träumerle » Fr 13. Mär 2020, 23:03

@Desdi: Genau wie du es beschrieben hast, mache ich es ja auch, ich werde zu Dingen kommen, zu denen ich ewig nicht mehr gekommen bin. Insgeheim habe ich mir schon immer mal eine Zeit gewünscht, in der es da vollkommene Freizeit geben würde, für ewig aufgeschobene Sachen, wenn auch natürlich unter anderen Umständen. Also nein, ich habe keinen Druck (wir haben nicht mal wirklich Aufgaben für die Zeit bekommen), bin ja auch nicht im Abitur-Jahrgang, den jetzt betroffenen habe ich um nur zwei Jahre "verpasst". Sorgen machen werde ich mir "nur" um andere Menschen, den (Nicht)-Kontakt mit ihnen und die Auswirkungen, die sie zu spüren bekommen.

Ich kann dir für deine Arbeit an vorderster Front echt nur die Daumen drücken, dass die Lecker und ähnliches Gesindel dir da fernbleiben (und sicher darf man sich auch mal über solche Menschen aufregen icon_winkle ). Ansonsten scheinst du gut gerüstet und bist mit deinem Alter nicht so sehr gefährdet, wie manch anderer. Nun ja, oder jemand aus deinem Umfeld würde sich infizieren, dann könntest selbst du nicht mehr zur Arbeit gehen. Eigentlich müsste ja die gesamte Menschheit in Quarantäne. Dann wäre der Spuk in wenigen Wochen vorbei, dann wären alle wieder genesen (oder verstorben, das bleibt leider nicht immer aus) und es würde keine Neuansteckungen mehr geben. Doch das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

wind-und-wellen hat geschrieben:Gestern in der Fernsehdiskussion auf dem RBB kam auch der Hinweis, dass wir nun aus dem, was uns bleibt, was Neues kreieren "müssen". Vielleicht so etwas wie: auf "alte" Werte besinnen. Entschleunigen. Im kleinsten Kreis bleiben. Lernen, mit weniger zurecht zu kommen.


Hatte schon mal den ähnlichen Gedankengang, dass es der Menschheit in gewisser Weise auch eine Lehre sein könnte. Wir wachsen an unseren Herausforderungen, heißt es ja immer so schön. Ob das auch dieses Mal funktionieren würde? Dann würde ich mich auf die Gesellschaft, wenn wir wieder offenen Zugang zu dieser haben, wirklich ziemlich freuen. _yessa_
Und dir viel Erfolg beim Lernen - das Corona-Erholungsprogramm winkt ja auch bald dir entgegen. _hello2_

LG,
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
_____________
(Ich bin männlich...)
Träumerle
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1191
Registriert: Mi 5. Apr 2017, 16:22

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon wind-und-wellen » Fr 13. Mär 2020, 23:18

Träumerle hat geschrieben:
wind-und-wellen hat geschrieben:Gestern in der Fernsehdiskussion auf dem RBB kam auch der Hinweis, dass wir nun aus dem, was uns bleibt, was Neues kreieren "müssen". Vielleicht so etwas wie: auf "alte" Werte besinnen. Entschleunigen. Im kleinsten Kreis bleiben. Lernen, mit weniger zurecht zu kommen.


Hatte schon mal den ähnlichen Gedankengang, dass es der Menschheit in gewisser Weise auch eine Lehre sein könnte. Wir wachsen an unseren Herausforderungen, heißt es ja immer so schön. Ob das auch dieses Mal funktionieren würde? Dann würde ich mich auf die Gesellschaft, wenn wir wieder offenen Zugang zu dieser haben, wirklich ziemlich freuen. _yessa_


Tja, eigentlich müssten wir kurz- und langfristig aus dieser Krise etwas lernen. Kommt aber wahrscheinlich auch wieder auf das Individuum an.
Makaber gesagt: Je länger diese Krise anhalten wird, umso mehr könnte jeder einzelne etwas daraus lernen.

Anpassungsfähigkeit ist wahrscheinlich gefragt.

Hat nicht jede Krise auch ihre Chance?

Träumerle hat geschrieben:Und dir viel Erfolg beim Lernen - das Corona-Erholungsprogramm winkt ja auch bald dir entgegen. _hello2_



Dahankeee - nur noch eine Prüfung sdj9
Die Prüfung diese Woche war in einem brisant-aktuellen Bereich: Innere Medizin... Pulmologie!
Liebe Grüße von wind-und-wellen

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Warmer, weicher Sand unter den Füßen - Wind streicht durchs Haar - grenzenlose Freiheit...
Benutzeravatar
wind-und-wellen
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1245
Registriert: Mo 30. Jan 2012, 14:06
Wohnort: auf der Suche nach dem Meer ;-)

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon wind-und-wellen » Fr 13. Mär 2020, 23:22

Nun denn - kommt gut durch die Nacht! _müh_ smachti
Liebe Grüße von wind-und-wellen

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Warmer, weicher Sand unter den Füßen - Wind streicht durchs Haar - grenzenlose Freiheit...
Benutzeravatar
wind-und-wellen
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1245
Registriert: Mo 30. Jan 2012, 14:06
Wohnort: auf der Suche nach dem Meer ;-)

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 14. Mär 2020, 00:20

Träumerle hat geschrieben: Was Anima uns aufgelistet hat, ist mehr als außergewöhnlich. Es würde gar bedeuten, dass wir in unserer Welt ein halbes Jahr lang vollkommen ohnmächtig, eingeschränkt und isoliert leben würden. Ich denke, ich spreche für alle: So schön es auch sein kann, alleine zu sein, in diesem Schema fühlt sich die Distanzierung aller oder vieler Mitmenschen einfach fremd an.


Hi Träumerle und alle hier, :-)

also ich denke mal, so ist das nicht zu verstehen, dass jetzt alle ein halbes Jahr quasi in Quarantäne/sozialer Isolation verbringen müssen.
Es handelt sich erst mal um eine Modellrechnung: soziale Distanzmaßnahmen sollen ein langsameres Eindringen des Virus in die Bevölkerung bewirken. Also über ca. vier Wochen (bis nach Ostern) wird die rasante Virus-Verbreitung eingedämmt und verzögert, damit nicht die exponentielle extreme Fallzahl-Steigerung eine Überforderung des Gesundheitssystems auslöst.
Danach wird eingeschätzt, wie mit den gemachten Erfahrungen weiter vorzugehen ist und voraussichtlich (oder hoffentlich) können die Maßnahmen gelockert werden. Es finden ja fortlaufend, aber eben auf (hoffentlich) niedrigerem Fallzahl-Niveau Infektionen, aber auch Genesungen und Immunisierungen statt. Dadurch wäre das Ganze eher händelbar für die Gesundheitsversorgung. Nach dem Modell wäre ein Peak an Fallzahlen im Sommer dann eben auch längst nicht mehr so hoch wie er zum jetzigen Zeitpunkt wäre, wenn man es einfach so weiterlaufen ließe.

Hoffe, ich konnte euch hiermit die kleine Richtigstellung verständlich rüberbringen?

Gute Nacht! :-)
Anima
Benutzeravatar
Anima (Lufthauch)
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1055
Registriert: Do 27. Apr 2017, 20:05

Re: In Zeiten von Corona: "näher" zusammenrücken!

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 14. Mär 2020, 01:28

Hi Anima,

danke für die Ergänzung.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Es handelt sich erst mal um eine Modellrechnung: soziale Distanzmaßnahmen sollen ein langsameres Eindringen des Virus in die Bevölkerung bewirken. Also über ca. vier Wochen (bis nach Ostern) wird die rasante Virus-Verbreitung eingedämmt und verzögert, damit nicht die exponentielle extreme Fallzahl-Steigerung eine Überforderung des Gesundheitssystems auslöst.


Ja, so habe ich das auch verstanden und ich finde das absolut sinnvoll. Was damit auf jeden Fall vermieden werden soll, ist ja die Triage (Priorisierung medizinischer Hilfeleistung), so wie sie in Italien bereits vereinzelt Anwendung finden soll. Das hast du ja bereits in dem anderen Thread angesprochen, ich hoffe es ist ok, wenn ich das noch etwas ausführe (gerne auch berichtigen falls etwas nicht passt).

Today, Italy has 10,149 cases of the coronavirus. There are now simply too many patients for each one of them to receive adequate care. Doctors and nurses are unable to tend to everybody. They lack machines to ventilate all those gasping for air.

https://www.theatlantic.com/ideas/archi ... ed/607807/

Wer den Film Pearl Harbor kennt, dort wird die Triage auch angewandt; die Krankenschwester markiert die Verletzten und Schwerverletzten mit ihrem Lippenstift, um so die Patienten mit den besten Überlebenschancen auszusortieren.

Was grausam klingt, ist eine rationale Entscheidung um die meisten Leben zu retten.

In Deutschland haben wir zwar viele Intensiv-Betten mit Beatmungsstationen, aber ein großer Teil davon ist bereits belegt, ein nicht unwesentlicher Anteil durch Influenza-Kranke. Wenn wir von einer normalen Entwicklung der Influenza-Welle ausgehen, sollten diese Fälle hoffentlich bald zurückgehen, so dass dadurch mehr Betten zur Verfügung stehen.

Außerdem wird auch über die Verteilung über einen längeren Zeitraum die benötigte Anzahl an Intensiv-Plätzen besser verteilt.
Vor diesem Hintergrund finde ich die Maßnahmen angemessen und nötig, jedes Leben was dadurch gerettet werden kann, sollte uns den Verzicht auf kurzweillige Vergnügen wert sein, soweit jedenfalls meine Meinung auch als Fußballfan.

Ein interessanter Punkt noch, der mir so gar nicht bewusst war, Italien trifft es momentan auch deshalb so hart, weil die Bevölkerung überdurchschnittlich alt ist:

Italy has one of the oldest populations in the world, with a median age of about 46 years old. Nearly 60% of the population is aged 40 and over, about 23% of which is over 65 – heightening the population’s risk with regards to the novel coronavirus currently spreading through Italy.
[...]
According to Italy’s national health institute, the average age of those who have died was 81, and many of the deceased had preexisting health conditions. Only one in five coronavirus patients is between 19 and 50 years old, making the older population significantly more impacted by the virus in Italy.

https://www.businessinsider.de/internat ... ?r=US&IR=T

Daraus sollten wir erneut mitnehmen, es sind speziell die älteren Leute, die in diesen Tagen unseres Schutzes bedürfen.

LG DesdiNova87
~ Keep a green tree in your heart and perhaps a singing bird will come. ~
Benutzeravatar
DesdiNova87
Hero Member
 
Beiträge: 822
Registriert: Di 6. Jun 2017, 21:45

Nächste


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Off topic

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron