Welches Wetter mögt ihr?

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Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon Weltfremder » So 6. Okt 2019, 21:24

Ich habe ja schon im Sommer gesehen, dass viele Leute hier, genau wie ich, diese Hitze im Sommer nicht mögen. Ich denke, wir HSPs haben auch beim Wetter bestimmte Vorlieben, die sich mit der Mehrheitsbevölkerung nicht so decken- wir sind sehr empfindlich. Denn die meisten Leuten scheinen ja auf dieses Wetter wie in diesem Sommer, wochenlang kein Regen und keine Wolken, 35 Grad im Schatten regelrecht abzufahren. _%_ Naja, ansonsten sind sie halt in Gebiete gefahren, in denen jeden Sommer so ein Wetter herrscht. Ich dagegen mag viel lieber bewölkten Himmel und angenehmere Temperaturen, also wenn es im Sommer oder auch sonst so 20-25 Grad hat, das ist relativ angenehm. Darüber ist es mir schon heiß, dann fange ich schon an zu schwitzen; wenn es kühler ist, dann ist es noch ok, besonders in anderen Jahreszeiten.

Mein Empfinden hat sich aber auch etwas geändert, früher mochte ich eigentlich am liebsten den Winter mit Kälte und Schnee, inzwischen ist es mir bei Schnee und Eis gar nicht mehr so wohl, da irgendwie niemand mehr richtig räumt und streut und es deswegen fast überall gefährlich glatt oder matschig ist. Ich bin auch schon ein paar Mal ausgerutscht und hingefallen im Winter,zum Glück habe ich mir aber noch nichts gebrochen. Außerdem fange ich schnell an zu frieren, die normalen Winterjacken sind mir eigentlich zu dünn. Besonders eklig ist es, wenn man frühmorgens weg muss, dann ist es am allerkältesten, das ist besonders unangenehm, wenn man dann auch noch auf den Bus warten und dann in der Stadt zur Schule laufen muss usw. und überhaupt, wenn man längere Zeit draußen ist, dann bibbert man auch tagsüber. arabfr
Außerdem ist es dann immer schon so früh dunkel, auch nicht so schön, wenn man spätnachmittags oder abends noch unterwegs ist.

Inzwischen mag ich wie mein Vater am liebsten den Frühling und den Herbst, wenn also keine so extremen Temperaturen und Witterungsverhältnisse herrschen. Nicht zu dunkel aber auch nicht zu sonnig. Nicht zu warm aber auch nicht zu kalt. Wobei in den letzten Jahren die Jahreszeiten ja teilweise etwas verrückt spielen, ich habe z.B. den Eindruck, dass der Winter immer später beginnt, aber dafür auch länger bleibt. Oder es kann auch mittendrin warm werden und dann im Frühling oder Sommer auf einmal wieder ziemlich kalt. Als ich ein kleines Kind war, gab es solche Turbulenzen nicht so oft.


Und dieses Jahr ist es ja so, dass der Sommer zwar sehr warm und trocken warm, aber dafür ist der Herbst früh gekommen, und kalt und nass. Ich weiß jetzt nicht, wie bei euch heute das Wetter war, also bei uns herrschte heute schon ein typisches Novemberwetter, wir hatten fast den ganzen Tag Regen und auch Nebel. Ich finde es eigentlich noch zu früh für solches Wetter und wenn man draußen ist, dann ist es auch ziemlich unangenehm, aber von drinnen hat es einen gewissen Reiz an Gemütlichkeit. Ich mal nämlich diesen nebel, er macht optisch schon was her. Von unseren Fenster aus hat man eine tolle Aussicht auf die Landschaft mit Feldern und Wäldern, und mit Nebel ergibt das ein besonders malerisches Bild, wie ich finde, besonders abends, wenn es ohnehin schon trüb und dunkel ist, dann passt das richtig gut. Nebel am Morgen allerdings, den es auch schon gab, finde ich dagegen eher skurril. Aber besonders bei Nebel und trüber Sicht stand ich schon als Kind gerne am Fenster und betrachtete in Nebelwolken, Nebelfelder und die Berge und Hügel und die vom Nebelmeer bedeckten Täler am Horizont- einfach herrlich!

Wie ist es bei euch so? Welches Wetter ist euch am liebsten? Und habt ihr auch so eine tolle Aussicht vom Fenster? _läch_
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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon Neongrau » Di 8. Okt 2019, 17:59

Hallo Weltfremder,

bei deiner Frage muss man jetzt erstmal zwischen Jahreszeiten generell und dem Wetter an sich unterscheiden - wobei beides natürlich auch miteinander zusammenhängt. :-)

Zum Thema Hitze kann ich insofern viel berichten, als dass ich Anfang dieses Jahres für viereinhalb Monate für ein Auslandssemester in Thailand war. Dort hatte es tagsüber ohne Ausnahme stets mindestens 35°C (im Schatten), bei einer trotz Trockenzeit sehr hohen Luftfeuchtigkeit, und gegen Ende des Semesters waren es dann sogar fast 40°C. Da ist es alleine schon eine Herausforderung, überhaupt die Dinge des täglichen Lebens noch bewältigt zu bekommen, und dann gleichzeitig noch für (zugegebener Weise nicht besonders schwere) Kurse an der Uni zu lernen war wirklich eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen will. Im Jahr zuvor hatte ich hier in Deutschland im Sommer Klausurenphase und dachte, die 35°C die meine Dachgeschosswohnung tagsüber erreicht hatte, seien heiß... _läch_ Jedenfalls bin ich auch ganz und gar kein Hitze-Typ, was einerseits natürlich mit dem eigenen Empfinden eines solchen Klimas zu tun hat, für mich aber auch irgendwie mit einer gewissen Mentalität zusammenhängt - in Thailand habe ich schnell gemerkt, dass diese Temperaturen eben auch ein ganz bestimmtes Klientel an Menschen und Touristen anlockt, mit deren Lebens-, Urlaubs- und Wettervorstellungen ich generell relativ wenig anfangen kann. Insofern war es für mich ein Segen, diesen Sommer bei angenehmen 20-25°C im windigen Stockholm zu verbringen.

Aber schon vor diesen Extremerfahrungen war ich eher ein Winterkind, und momentan freue ich mich auch riesig auf die Dunkelheit, die Kälte und die damit einhergehende Gemütlichkeit. Bei mir hört es dann bei Minustemperaturen zwar auch irgendwann auf mit der Toleranz, aber gleichzeitig gibt es kaum etwas schöneres als unberührte, weiße Schneelandschaften, für die sich die Kälte meiner Meinung nach insgesamt auch lohnt. Unterm Strich liebe ich aber auch das herbstliche und frühlingliche "Pulliwetter", bei dem die Temperaturen draußen perfekt für eine dünne Jacke oder einen Pulli sind, und man weder direkt total schwitzt oder ohne Schal und Mütze Körperteile an den Frost verliert. _läch_

Ansonsten stoße ich mich oft an dieser gesellschaftlichen Formulierung des "guten" Wetters - wer sagt denn, dass Sonne immer gut ist? Ich zum Beispiel liebe Regen und Nebel (besonders wenn der Regen auf Dachfenster prasselt oder man im Regen spazieren geht und danach zurück ins Trockene kommt), und daher geht es mir auch stimmungsmäßig oft viel besser wenn es regnet als wenn die Sonne nicht mehr aufhört zu scheinen. Für mich ist "gutes" Wetter also nicht zwangsweise Sonnenschein und Hitze. Aber eine Sache muss ich Thailand doch lassen: Die angenehm warmen Nächte vermisse ich tatsächlich ab und zu. Im Dunkeln bedenkenlos im Tshirt herumlaufen zu können war auch mal eine interessante Erfahrung, die man in Deutschland höchstens an sehr warmen Sommertagen macht. _yessa_

Und habt ihr auch so eine tolle Aussicht vom Fenster?


Und dazu noch: Leider nein - nur aus meinem Dachfenster kann ich über Weinberge schauen, aber dafür muss ich leider erst auf einen Stuhl steigen. Aus meinem einzigen geraden Fenster schaue ich aufs Nachbarhaus - und mein Nachbar auf mich. _läch_

Damit wünsche ich uns allen erstmal einen tollen Herbst mit Wetter, das für jeden mal seinem Ideal entspricht. sblätter

Viele Grüße,
Neongrau
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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon songbird86 » Mi 9. Okt 2019, 03:49

Frühling
+ Alles fängt an zu blühen, vor allem Kirschbäume, Magnolien usw
+ Alles summt und brummt
+ Nicht zu kalt, nicht zu warm (Pulloverwetter _grin_ )
+ Ich taue quasi auf, gehe wieder gerne in die Natur, mache gerne Fotos...

Sommer
- HITZE!!!
- Blütenpollen
- Man kommt nicht dran vorbei, wenig Stoff zu tragen _help_
- Häufiger Gewitter


Herbst / Winter
+ Warme Getränke genießen
+ Kuschelige Pullis anziehen; generell gemütlichere Kleidung
+ Schönere Sonnenauf-/untergänge
+ Die Farben des Laubs
- Eiskratzen am Auto
- Kaum bis gar keinen Bock, notwendige Dinge draussen zu erledigen, z. B. Räder wechseln, irgendwas lackieren/streichen...
- Kaum bis gar keine Handwäsche am Auto machbar (ist ein kleines Hobby von mir)


Fazit: Herbst/Winter sind meine Favoriten (die negativen Dinge sind verkraftbar), Frühlings ist dicht dran und ganz zum Schluss Sommer. _grin_
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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon DesdiNova87 » Mi 9. Okt 2019, 23:14

Hi,

ich habe inzwischen für so ziemlich alle Wetterlagen Strategien für mich entwickelt, wie ich gut mit dem Wetter zurecht komme. Nach dem bekannten Spruch "Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung."

Ich mag Frühling, Sommer und den Herbst. Hitzewellen stehe ich natürlich auch nicht drauf, aber mal vom letzten Jahr abgesehen, bleibt es in unseren Breiten doch meist bei einigen wenigen, kurzen Hitzewellen. Dieses Jahr waren es glaub ich so 2-4 Hitzwellen von jeweils nur ein paar Tagen Dauer?

Alles was dann außerhalb dieser Hitzewellen liegt, gefällt mir schon :-) . Ich muss wohl ein bisschen gucken, dass ich mich nicht der direkten Sonne aussetze, als Hauttyp 1 ("keltischer Typ") bekomme ich super schnell einen Sonnenbrand oder sogar einen Sonnenstich. Mit passender Kleidung (Hut!) und entsprechendem Verhalten (Sonnencreme, Schatten suchen) klappt das inzwischen ganz gut bei mir.

Bei mir ist eher der Winter eine ungeliebte Jahreszeit. Gefühlsmäßig kommt das Leben im Winter zum Stillstand. Keine Insekten, keine Blätter an den Bäumen, kurze Tage mit viel Dunkelheit.

Ich würde mich als sehr aktiven Menschen beschreiben, im Sommer mit Gitarre am See sitzen und das Leben genießen, mit Freunden draußen was unternehmen, Sport treiben, wandern, grillen usw.. Im Winter ist das alles so nicht möglich. Alles spielt sich nur noch in Gebäuden ab. Ich fühle mich dann oft wie eingesperrt.

Auch die Dunkelheit gefällt mir nicht. Als Radfahrer wird man bei Regen und Dunkelheit schlecht im Straßenverkehr wahrgenommen. Als Autofahrer muss man auch sehr viel mehr aufpassen im Winter, und das von Songbird erwähnte Eiskratzen ist echt nervig.

Dann muss geheizt werden; durch die trockene Heizungsluft macht meine empfindliche Haut regelmäßig Probleme. Oft wird man im Winter auch krank, vorletztes Jahr hatte ich die "richtige" Grippe, also Influenza mit 39°C Fieber. Letztes Jahr habe ich mich dann wieder impfen lassen, und das mache ich dieses Jahr auch. Für Gelenke und Muskeln ist Kälte auch eher von Nachteil. Und das morgendliche Aufstehen, wenn das Bett noch so schön warm ist und alles andere so kalt...

Weltfremder hat geschrieben:Denn die meisten Leuten scheinen ja auf dieses Wetter wie in diesem Sommer, wochenlang kein Regen und keine Wolken, 35 Grad im Schatten regelrecht abzufahren. _%_


Ich glaube diese Annahme kommt maßgeblich durch die Medien zustande. Ich habe im Moment bei meiner Arbeit im Einzelhandel einen ganz guten Einblick in die Gefühlswelt der Menschen, was ihre Meinung zum Wetter betrifft, und zumindest aus diesen, zugegebenermaßen subjektiven Erfahrungen, ergibt sich ein anderes Bild.

Irgendwie scheint es eine ungeschriebene Regel zu sein, dass man als Kunde den Verkäufer auf das jeweilige Wetter anspricht, als ob wir da irgendwie was dran machen könnten oder als ob wir das sonst nicht mitbekommen würden, ich weiß auch nicht, was die Leute da antreibt.

Aber ungelogen mindestens 50% der Leute sprechen uns auf das Wetter an. Und mit ansprechen meine ich Meckern icon_winkle

Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, und es ist das erste Mal über 20°C, jammern die ersten es sei zu heiß. Kommt dann der eigentlich Sommer sind fast alle am Stöhnen und am Schnaufen. Ganz beliebt war diesen Sommer auch der Hinweis auf die Natur, die ja dringend das Wasser brauche.

Jetzt ist es mal eine längere Zeit regnerisch und alle Leute meckern nur noch über den Regen _läch_

Manchmal mach ich mir einen Spaß draus und ziehe die Leute dann damit auf #bäh# wenn z.B. jemand bei Hitze schnaufend reinkommt, bekommt er oder sie schonmal zur Begrüßung zu hören: "Was haben sie heute für ein schönes Wetter mitgebracht!" Die Reaktionen sind dann immer der Hammer, manche werden regelrecht aggressiv, hat man ihnen doch die Chance genommen, sich bei uns über das Wetter zu beklagen OIO

Konflikte zwischen Kunden mit dem Wetter als Streitthema sind dann auch unterhaltsam (solange es nicht ausartet), wenn die eine Kundin meint, wie schön das Wetter doch sei und eine andere Kundin schnaufend und meckernd daneben steht freüde

Momentan bei dem Regen ist mein Spruch der Wahl dann "Die Pflanzen brauchen das!", wenn jemand sich wegen drei Regentropfen beschwert. Schließlich musste ich mir jetzt monatelang anhören, dass alle Regen haben wollen _grinsevil_

Also im Grunde kann das Wetter mein fröhliches Gemüt nicht trüben. Nur im Winter wird es echt hart für mich und ich bekomm dann schonmal eine kleine Winterdepression _ill_ Da heißt es sich irgendwie anders zu beschäftigen und die wenigen lichten Momente, die es ja auch im Winter gibt, zu genießen.

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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon Weltfremder » Do 10. Okt 2019, 22:00

Neongrau hat geschrieben:Zum Thema Hitze kann ich insofern viel berichten, als dass ich Anfang dieses Jahres für viereinhalb Monate für ein Auslandssemester in Thailand war. Dort hatte es tagsüber ohne Ausnahme stets mindestens 35°C (im Schatten), bei einer trotz Trockenzeit sehr hohen Luftfeuchtigkeit, und gegen Ende des Semesters waren es dann sogar fast 40°C.


Das muss furchtbar gewesen sein, ich könnte mir nicht vorstellen, mich freiwillig in so ein Land zu begeben.

Neongrau hat geschrieben:Im Jahr zuvor hatte ich hier in Deutschland im Sommer Klausurenphase und dachte, die 35°C die meine Dachgeschosswohnung tagsüber erreicht hatte, seien heiß...


Sind sie doch auch. Also für drinnen(!) ist das extrem heiß. Ich hatte in meinem Zimmer so maximal 27-29 Grad, und habe mich fast totgeschwitzt. Es ist aber auch irgendwie so, dass einem daheim irgendwie viel schneller warm ist, als draußen, denn draußen kann man mit knapp 30 Grad noch leben, aber drinnen ist es Horror. Oder geht es nur mir so?

Neongrau hat geschrieben:für mich aber auch irgendwie mit einer gewissen Mentalität zusammenhängt - in Thailand habe ich schnell gemerkt, dass diese Temperaturen eben auch ein ganz bestimmtes Klientel an Menschen und Touristen anlockt, mit deren Lebens-, Urlaubs- und Wettervorstellungen ich generell relativ wenig anfangen kann.


Das kann ich mir vorstellen, ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass Leute, für die ein wenig Kälte mehr Horror ist als eine Riesenhitze, mir ziemlich konträr gegenüber stehen. Die sind der Regel sehr extrovertiert und impulsiv.

Neongrau hat geschrieben:Aber schon vor diesen Extremerfahrungen war ich eher ein Winterkind, und momentan freue ich mich auch riesig auf die Dunkelheit, die Kälte und die damit einhergehende Gemütlichkeit.
… für alle mit festem Dach überm Kopf...

Neongrau hat geschrieben:Unterm Strich liebe ich aber auch das herbstliche und frühlingliche "Pulliwetter", bei dem die Temperaturen draußen perfekt für eine dünne Jacke oder einen Pulli sind, und man weder direkt total schwitzt oder ohne Schal und Mütze Körperteile an den Frost verliert.


Ja, das gefällt mir am besten.

DesdiNova87 hat geschrieben:"Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung."


Naja, wie schon jemand merkte, mehr als nackig machen kann man sich nicht, und bei -30 Grad oder so ist man auch durch die wärmste Kleidung nicht mehr großartig geschützt. U72(

DesdiNova87 hat geschrieben:Dieses Jahr waren es glaub ich so 2-4 Hitzewellen von jeweils nur ein paar Tagen Dauer?

Auch hier hängt es davon ab, wie man Hitzewelle definiert. Ich würde von meinem persönlichem Empfinden her schon ab ca. 30 Grad von einer Hitzewelle sprechen.

DesdiNova87 hat geschrieben:Ich würde mich als sehr aktiven Menschen beschreiben, im Sommer mit Gitarre am See sitzen und das Leben genießen, mit Freunden draußen was unternehmen, Sport treiben, wandern, grillen usw.. Im Winter ist das alles so nicht möglich. Alles spielt sich nur noch in Gebäuden ab. Ich fühle mich dann oft wie eingesperrt.


Demzufolge bist du wohl wirklich eher ein Sommer-Mensch.

Aber ich muss mal kurz einhaken: Du benutzt hier diese heutzutage inflationär verwendet Floskel "das Leben genießen". Ich frage mich ja immer, was damit überhaupt gemeint ist oder zum Ausdruck gebracht werden soll. Dass man gerne lebt? Wieso denn? Was ist denn hier so toll auf dieser Welt? Ich selbst bin noch nie gerne hier gewesen. Ich lebe, das ist ein Fakt, den ich zur Kenntnis nehme. Weshalb sollte ich das auch noch besonders toll finden, erst recht auf so einer Welt mit ihrer Herren-"Moral" icon_winkle , wo einem nichts geschenkt wird, wo man jeden Tag arbeiten muss, wo für viele Menschen jeder Tag ein Kampf ist? Was genau ist das für ein Gefühl oder eine Situation, in der man das Leben genießt? Ist das permanent so? Genießt denn auch der arme Rentner das Leben, während er die Mülleimer nach Pfandflaschen absucht? Oder der Langzeitarbeitslose, wenn er in einer sinnlosen Maßnahme seine Zeit absitzen muss? Stelle ich mir alles nicht besonders genussvoll vor...

[quote="DesdiNova87"Bei mir ist eher der Winter eine ungeliebte Jahreszeit. Gefühlsmäßig kommt das Leben im Winter zum Stillstand. Keine Insekten, keine Blätter an den Bäumen, kurze Tage mit viel Dunkelheit.[/quote]

Mir macht das nicht so viel aus, ich bin sowieso eher der Stubenhocker, und in den letzten Jahren hat sich das noch verstärkt. Außerdem passt der Winter zu meiner Grundstimmung.

Mich stört nur, dass es im Winter z.B. schlecht ist, in den Wald zu gehen, weil dort dann oft alles nass und matschig ist, und dort, wo viel feuchtes Laub liegt, kann es auch sehr rutschig und dementsprechend gefährlich sein.
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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon Weltfremder » Do 10. Okt 2019, 22:46

DesdiNova87 hat geschrieben:Dann muss geheizt werden; durch die trockene Heizungsluft macht meine empfindliche Haut regelmäßig Probleme. Oft wird man im Winter auch krank, vorletztes Jahr hatte ich die "richtige" Grippe, also Influenza mit 39°C Fieber. Letztes Jahr habe ich mich dann wieder impfen lassen, und das mache ich dieses Jahr auch.


Ich bin seit ein paar Jahren kaum noch krank, auch im Winter nicht. Ich kann nur jedem den Tipp geben, einen Abstand zu erkrankten Menschen einzuhalten und mit ihnen möglichst nicht zu reden, denn meistens wird man durch Tröpfcheninfektion angesteckt, das geht am besten durch den Mund. Auch sollte man sich immer gründlich die Hände waschen, wenn man mit öffentlichen Türklinken usw. in Kontakt kommt; und dann möglichst nichts essen. So war mir die Grippewelle Anfang 2018, die auch unsere Schule scher heimsuchte, erspart geblieben. iwikx Dummerweise war ich dafür nach Ostern krank geworden, und zwar nachweislich, weil ich obige Hygienevorschriften nicht eingehalten habe: Wir waren nämlich am Ostersamstag in der Kirche, und da gibt es immer so ein "Agapemahl", wo Tonbecher mit Traubensaft rumgegeben werden, aus denen alle trinken, vor uns trank ein Mann, der später gehustet hatte- der muss mich angesteckt haben!

DesdiNova87 hat geschrieben:Jetzt ist es mal eine längere Zeit regnerisch und alle Leute meckern nur noch über den Regen.


Also bei uns in der Gegend regnet es aber auch wirklich fast ohne Unterlass. So ein Wetter herrscht doch normalerweise erst ca. einen Monat später. Das Wetter ist in den letzten Jahren immer extremer geworden, entweder ist es heiß und trocken oder nass und kalt.
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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon DesdiNova87 » Do 10. Okt 2019, 22:48

Hi Weltfremder,

Weltfremder hat geschrieben:Naja, wie schon jemand merkte, mehr als nackig machen kann man sich nicht, und bei -30 Grad oder so ist man auch durch die wärmste Kleidung nicht mehr großartig geschützt. U72(


Der Spruch ist ja nicht nur wortwörtlich gemeint. Es gibt viele Möglichkeiten sich das Leben auch im Sommer während einer Hitzewelle angenehmer zu machen. Dafür muss man nur in die südlicheren Länder schauen, und sich das ein oder andere abgucken. Z.B. mal Siesta machen etc.

Und erzähl das mit den -30°C mal Menschen in Anchorage (Alaska) oder Hammerfest (Norwegen), die werden nur müde drüber lächeln. Natürlich gibt es auch für solche Temperaturen geeignete Kleidung, sonst würden Menschen dort nicht dauerhaft leben können.

Weltfremder hat geschrieben:Du benutzt hier diese heutzutage inflationär verwendet Floskel "das Leben genießen". Ich frage mich ja immer, was damit überhaupt gemeint ist oder zum Ausdruck gebracht werden soll. Dass man gerne lebt? Wieso denn? Was ist denn hier so toll auf dieser Welt? Ich selbst bin noch nie gerne hier gewesen. Ich lebe, das ist ein Fakt, den ich zur Kenntnis nehme. Weshalb sollte ich das auch noch besonders toll finden


Nur weil du dein Leben augenscheinlich nicht genießen kannst, solltest du nicht von dir auf andere schließen. Sehr viele Menschen genießen ihr Leben, ohne dir eine Rechtfertigung schuldig zu sein und dir ihre Gründe dafür erklären zu müssen.

Weltfremder hat geschrieben:Mir macht das nicht so viel aus, ich bin sowieso eher der Stubenhocker, und in den letzten Jahren hat sich das noch verstärkt. Außerdem passt der Winter zu meiner Grundstimmung.


Das ist doch super!

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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon DesdiNova87 » Do 10. Okt 2019, 22:54

Weltfremder hat geschrieben:Also bei uns in der Gegend regnet es aber auch wirklich fast ohne Unterlass. So ein Wetter herrscht doch normalerweise erst ca. einen Monat später. Das Wetter ist in den letzten Jahren immer extremer geworden, entweder ist es heiß und trocken oder nass und kalt.


Kann ich nicht bestätigen. Es hat in meiner Kindheit auch schon extreme Wetterlagen gegeben. Und aus Erzählungen der Weltkriegsgeneration weiß ich, das es noch früher reihenweise extreme Jahre gab, z.B. mit meterhohen Schneemassen (bei uns schneit es meist nur wenig) oder absolute Hitzesommer.

Das bestätigen ja auch die Klimawissenschaftler, die Veränderungen kommen eher schleichend und treffen (zunächst) vor allem die Gebiete am Äquator. Es geht dabei eher um die langfristigen Veränderungen. Klima ist eben nicht Wetter icon_winkle
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Re: Welches Wetter mögt ihr?

Beitragvon Weltfremder » Sa 12. Okt 2019, 22:31

DesdiNova87 hat geschrieben:Der Spruch ist ja nicht nur wortwörtlich gemeint. Es gibt viele Möglichkeiten sich das Leben auch im Sommer während einer Hitzewelle angenehmer zu machen. Dafür muss man nur in die südlicheren Länder schauen, und sich das ein oder andere abgucken. Z.B. mal Siesta machen etc.


Also ich könnte bei solchem Wetter auch kaum schlafen, und wenn doch, schwitze ich literweise. Aber man gewöhnt sich wohl an alles...

DesdiNova87 hat geschrieben:Und erzähl das mit den -30°C mal Menschen in Anchorage (Alaska) oder Hammerfest (Norwegen), die werden nur müde drüber lächeln. Natürlich gibt es auch für solche Temperaturen geeignete Kleidung, sonst würden Menschen dort nicht dauerhaft leben können.


Die verbringen ihre Zeit ja auch weit überwiegend drinnen. Wenn man bei den Temperaturen länger draußen ist, drohen Erfrierungen im Gesicht uvm.

DesdiNova87 hat geschrieben:Nur weil du dein Leben augenscheinlich nicht genießen kannst, solltest du nicht von dir auf andere schließen. Sehr viele Menschen genießen ihr Leben, ohne dir eine Rechtfertigung schuldig zu sein und dir ihre Gründe dafür erklären zu müssen.


Nur würde ich gerne verstehen, was und wie das sein soll. Ich bin Autist und gehe eher emotionslos an die Sache heran, auch empfinde ich das Leben insgesamt gesehen als eine ziemliche Strapaze. Man muss sich immer anstrengen, und mitunter ist selbst das für die Katz. Man wird sehr oft ungerecht behandelt. Objektiv gesehen ist das global betrachtet die Lebensrealität vieler Menschen. Nur sind die Menschen darauf gepolt, zu funktionieren und immer weiterzumachen, deshalb nehmen sie das selbst nur teilweise so wahr. So stehen auch Entwicklungsländer immer wieder laut repräsentativer Umfragen an der Spitze der Länder mit der glücklichsten Bevölkerung, was objektiv gesehen absurd ist. Aber die kennen es ja nicht anders. Wenn man z.B. nie fließendes Wasser hatte, dann fehlt es einem anscheinend auch nicht, uvm. Bei den meisten Ländern könnte ich mich wirklich fragen, wie die Menschen dort nur klarkommen, also ich kann es selbst in Deutschland gerade noch so aushalten.

Naja, und sofern man dieses "Leben genießen" jetzt als Synonym zu "mir geht es gut" oder "ich bin mit allem zufrieden" betrachtet, dann wage ich es zu bezweifeln, dass das auf "sehr viele" Menschen zutrifft. Wobei auch die Frage wäre, wie viel Prozent das sein sollen? 70? 80? 90?
Man muss bedenken, über 5 Millionen leiden an Depressionen (ohne Dunkelziffer), etwa jeder zehnte lebt am Existenzminimum, oft trotz Arbeit, um nur einige negative Sachen zu benennen. Nur wird in der Gesellschaft kaum über echte Probleme gesprochen. Meist ist es doch so, dass man sich nach außen als Mensch präsentiert, der ein super Leben hat, bei dem alles spitze ist, doch das ist oft nur die halbe Wahrheit. Durch Seiten wie Facebook und Instagram wird diese Oberflächlichkeit noch verstärkt. Es hält in der heutigen Zeit z.B., kaum noch eine Beziehung und viele hangeln sich von einer befristeten Stelle zur nächsten. Und überhaupt, wenn wirklich jeder so zufrieden wäre, dann würden sich die Menschen doch nicht so verhalten, wie man es aus dem Alltag kennt, und was immer krasser wird: Die Menschen sind oft gereizt, aggressiv, gestresst, rücksichtslos- glückliche Menschen stelle ich mir gelassener, entspannter und freundlicher vor. Ich werde z.B. regelmäßig von Radfahrern nur ganz knapp nicht über den Haufen gefahren, und heute musste ich über mehrere Ampeln, über die etliche Auto- und sogar Busfahrer einfach bei Grün drübergefahren sind. Um Geld wurde ich auch schon wieder angeschnorrt- von wildfremden Leuten. Sehe ich aus wie das Sozialamt, oder wie ein Millionär? Könnte selbst eine Spende gebrauchen. Natürlich kann man versuchen, solche Erlebnisse mit Humor zu nehmen, oder sich darüber freuen, doch nicht zusammengefahren worden zu sein, aber wenn sowas ständig vorkommt, ist das nicht ärgerlich?

In der Gesellschaft gibt es überhaupt auch viel Zwiespältigkeit, das habe ich immer wieder mitbekommen. Deswegen wird das in der öffentlichen Meinung so wahrgenommen, dass alles positiv wäre und jeder happy, und etliche Leute sehen sich auch selbst so, in deinem Fall bezeichnest du dich ja als ausgesprochen fröhliches Gemüt, das trifft aber bei weitem nicht auf jeden zu- ich wäre z.B. gemäß der Temperamentelehre ein Melancholiker. Vielleicht ist das einfach meine Grundstimmung, aber vieles ist doch echt traurig auf dieser Welt.

Nun ja, das ist ein Thema für sich, dem man auch einen eigenen Thread widmen könnte, es gibt dazu sehr unterschiedliche und kontroverse Meinungen, z.B, auch die These, dass depressive Menschen im Vergleich zu Nichtdepressiven eine realistischere Weltsicht haben. Ich denke, gerade hier im Forum kennen die meisten Menschen nicht nur die hellen Seiten des Lebens und der Welt, sonst hätten die nicht hierhergefunden. Und sicher ist es auch eine Frage der Beleuchtung: Ich z.B. bin Perfektionist in Bezug auf alles, andere Menschen sind womöglich völlig anspruchslos.


DesdiNova87 hat geschrieben:Das ist doch super!



Naja, auch damit ist es immer so eine Sache...
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