Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

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Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon bumblebee » Di 22. Mai 2012, 19:03

Und dabei möcht ich die Frage in drei Themen aufspalten:

...in Sachen Mitmenschen? Zb. Freundschaftswille oder reine Informationsbeschaffung zum Einschätzen

...in Sachen unerprobter Möglichkeiten, wie zb. neues Essen, neue Fahrtmöglichkeiten (Arbeitsweg o.ä.), andere Sprache oder Kultur kennenlernen?

...in Sachen (hier dürft ihr fortsetzen, mir fällt nix mehr ein _biggrin_ )

und die zusätliche Frage zu Punkt 1., wie diskret ihr mit dieser Neugier umgeht, -wie stillt ihr sie?


Ich stelle fest, dass ich außerordentlich neugierig bin, was Mitmenschen und Tiere betrifft, - ihre Verhaltensweisen, ihre Denk- und Umgangsweisen, was sie fühlen und warum. Meine Kontaktfreudigkeit hört jedoch da auf, wo ein Mensch stinkt oder bedrohlich wirkt, doch die Neugier, warum dieser Mensch so ist, bleibt. Bei Obdachlosen oder Drogenjunkys frage ich mich zb, warum dieser Mensch es nicht geschafft hat, auf der Bahn zu bleiben, ob er wohl auch vielleicht ein lieber Kerl war, der dem Druck der Gesellschaft nicht stand gehalten hat und wie er so noch existieren kann. -Was ihm am Leben stets hält, -wie weit sein Bewusstsein noch da ist, -wie es noch ist. Auch wenn mir böse Menschen begegneten, frage ich mich, wie diese Boshaftigkeit ohne nachrückenden Skrupel so sein kann, wieviel Genetik dadrin steckt und wieviel Umweltanteil. Ich bin dabei vorsichtig diskret, -frage mich inwieweit das okay für den Gegenüber sein könnte. Generell starre ich niemanden mehr als normal an, weil ich weiß, dass das Menschen allgemein nicht gerne mögen. Wenn die Personen komplett so sitzen oder stehen, dass sie meine Blicke nicht merken können (das erkennt man daran, ob man noch die Augen sieht), schaue ich auf die Handbewegungen und Haltung und andere Gestik, um vieles herauszulesen.

Ansonsten, wenn mir Menschen sehr sympathisch sind, würde ich am Liebsten Freundschaft schließen und versuche immer Mal, bei sich bietenden Gelegenheiten, weiteren Kontakt herzustellen, ohne aufdringlich zu wirken, weil das ineffektiv wäre. Das wär bei uns glaub ich auch so, -wenn jemand, den wir mögen plötzlich ganz nah zu uns rückt mit seinem Kontaktwunsch, verstehen wir das erst überhaupt nicht, -weil ungewöhnlich und dann treten wir aus Vorsicht zurück. Es sei denn, man begegnet einem genauso neugierigem Menschen und man fühlt sich dann selbst nicht zu überreizt, durch seine Neugier.^^Nur einer muss ja den ersten Schritt machen und ist somit der zunächst Neugierigere und der andere der zunächst Zurückgezogenere.

Also müssten folglich wir, die zuerst Neugier erfahren, nicht zu sehr zurückgehen und ihn als armseligen Deppen empfinden, weil dann das passiert, wovor wir selbst Angst hätten.^^ Nur muss man in manch anderer Hinsicht auch wieder aufpassen, - ich habe gelesen, dass sich Menschen immer jemanden suchen, bei dem die Treue größer ausschaut, als in der Regel (also auch als bei einem selbst), damit man auf der sicheren Seite liegt. Das bestärkt meine Theorie, dass wir gerade da weiterbuhlen sollten, wo die Kontaktfreudigkeit zunächst nicht so sehr auf Gegenseitigkeit beruht. Denn da treffen sich dann zwei, die jemanden suchen, der hoch liegt, -die sich also Gedanken machen über Treue, also "gleich" sind. Diejenigen, die sehr doll um dich buhlen und dir Honig um den Mund schmieren, die sehen in dir den Treueren (den, von dem sie insgesamt mehr ernten, als sähen müssen) und buhlen auch dann noch, wenn du komischer reagierst oder gar nicht mehr reagierst oder sie legen sich von Anfang an mehr ins Zeug.

Versteht das jemand? _biggrin_ Diese Theorie belegt nämlich auch meine persönliche Erfahrung, dass ich als sehr treuen und in Beziehung arbeitenden Menschen jedes verdammte Mal immer wieder einen Hornochsen angele, der seine ganze Energie darin hineininvestiert, mir vorzuspielen jemand zu sein, von dem er das Gegenteil ist, um Nutzenmaximierung zu erlangen. Den Leuten, die tausend Liebhaber haben, sind viele lockere Verhältnisse ja nicht genug. Sie hätten gerne noch jemanden, der immer abrufbar ist und das Image aufpoliert. So eine Art Ausfallsicherheit. Gibts auch unter "Freundschaften". Und diese ganze Theorie erklärt dann auch, warum es so schwierig ist, Gleichgesinnte näher kennenzulernen. Zum Einen, weil wir uns den Piranjas zu schnell öffnen, -zu guthoffend sind, zum anderen, weil die Piranjas dringlicher auf der Suche sind (ihre Persönlichkeit ist unvollkommener, sie brauchen einen Anker), sie uns also öfter vor die Füße fallen und zum dritten, weil wir bei den Richtigen denken, sie wären die Falschen, -wir zu schnell bei den Richtigen aufgeben, -weil die sich ja genauso verhalten, während die Piranjas schnell anbeißen und seltener loslassen. Das würde auch bekannte Communitygruppennamen erklären, "warum soviele Vollpfosten eine Freundin haben und umgekehrt" _biggrin_
Zuletzt geändert von bumblebee am Di 22. Mai 2012, 19:10, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon bumblebee » Di 22. Mai 2012, 19:05

achso, was ich noch zu dem Neugierthema sagen wollte in Sachen unerprobter Möglichkeiten, -da bin ich nicht so neugierig und bleibe gerne bei Bewährtem.
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon ja » Mi 23. Mai 2012, 07:02

GuMo bumblebee!


ich bin seeeeeeeeehr wissbegierig! da schlägt meine hss voll durch ...
meine seele braucht ununterbrochen neuen input (in allen bereichen), sonst geht es mir extremst schlecht. Ich bin quasi ein "input-staubsauger"


_10_
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon bumblebee » Mi 30. Mai 2012, 23:08

ich wollt nochmal eine frage stellen. und zwar sind andere oft verwundert darüber, dass ich nicht so gerne sightseeing mache oder kein interesse an neuen kocharten habe. also zufrieden bin, mit dem was ich habe. die versuchen mich dann immer zu bewegen, dass ich mich da änder. gibt es unter euch welche, die auch gerne in so kirchen reingehen, die man besichtigen kann oder vor sonem holzsschnitzstand stehen und staunen? was treibt euch da an? ich würde das gerne nachvollziehen lernen, einfach nur um zu verstehen. Denn ich bin ja eher der Mensch, der bei Bewährtem bleibt, was materielles oder gegenständliches betrifft. Viele bleiben auch vor Stadtmusikanten stehen und starren die interessiert an oder fotografieren einen Blumenpott. Ich find das irgendwie total uninteressant. Gibt es noch mehr davon, die da so sind, wie ich? Und die anderen finde ich auch interessant. Wo fallen eure Interessen hin? Was verpasse ich, wenn ich nicht so viele Orte von der Welt sehe und was verpassen diejenigen, die an zu viele Orte gehen? Man kann ja auch viel übersehen, wenn man viel sehen will. Und auch viel verpassen, wenn man weniger sehen will. Ich sehe lieber die Schöne Umgebung um mich herum im Detail und bin damit zufrieden. Zudem zieh ich immer diese Streunermänner an, die immer noch soviel erleben wollen, wo ich doch gerne sesshaft bin. Die wollen dann noch in dies Land, dann noch in das. Ist ja alles gut, -jedem sein Interesse. Aber kann mich auch jemand verstehen, dass ich einfach nur ein paar Dinge sehen möchte und mir das reicht im Leben, ich damit glücklich bin? Mir reicht ein See, eine Wiese und liebe Menschen und Tiere um mich herum. Dann mal eine Party, dann mal ein actionsport. Aber so ein Erlebnisurlaub mit Bergwanderung und Sightseeing wäre für mich der absolute Horrortrip! Da bin ich eher der am Strand liegende Typ, der verträumt die Seele baumeln lässt und genießt.
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon charlesHandy » Sa 9. Jun 2012, 12:35

ja hat geschrieben:ich bin seeeeeeeeehr wissbegierig!
da schlägt meine hss voll durch ...
meine seele braucht ununterbrochen neuen input (in allen bereichen),
sonst geht es mir extremst schlecht. Ich bin quasi ein "input-staubsauger"
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ja.


Hallo

da gehts mir ganz gleich...
es ist mitunter sehr ermüdend..
und nachdem man nicht alle Zeit der Welt hat - bleibt anderes auf der Strecke...

Ich frage mich schon - ob das nicht eine unbewusste Vermeidungsstrategie ist...

http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1 ... it&x=0&y=0
Zuletzt geändert von charlesHandy am Sa 9. Jun 2012, 12:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon janne » Sa 9. Jun 2012, 12:54

Da sagt Ihre was!!! Und Internett ist ja so wahnsinnig interressant; die Info-Fülle ist wirklich nicht zu über bieten. Leider bleibe ich ganz oft tagelang `drinn hängen und bin schon oft mit viereckigen Augen davor eingeschlafen.... sch_lol1
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon ja » Di 12. Jun 2012, 09:27

hallo charly,

Ich frage mich schon - ob das nicht eine unbewusste Vermeidungsstrategie ist...


schriebst du.

den gedankengang hatte ich auch schon.
wie hast du ihn für dich beantwortet?

sonnige grüsse,
ja.
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon Vulpi » Mo 25. Jun 2012, 14:18

Ich muss gestehen ich bin auch sehr neugierig, vorallem in Sachen Mitmenschen.
Hauptsächlich wahrscheinlich weil ich, wenn mir Jemand sympatisch ist, alles tun will damit es Demjenigen gut geht.
Wenn mich jemand gut behandelt, bekommt er es auch hundertfach zurück, auch wenn das leider umgekehrt genauso ist, wenn
mich jemand schlecht behandelt, dann kenne ich auch "keine Gnade", da ist mein Gerechtigkeissinn wohl zu ausgeprägt.

Liebe Grüße,
Vulpi
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Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon Klosskruemel » Mo 25. Jun 2012, 20:40

...in Sachen Mitmenschen? Zb. Freundschaftswille oder reine Informationsbeschaffung zum Einschätzen


Eher nicht.

...in Sachen unerprobter Möglichkeiten, wie zb. neues Essen, neue Fahrtmöglichkeiten (Arbeitsweg o.ä.), andere Sprache oder Kultur kennenlernen?


Auch nicht, hier bin ich sehr unflexibel.

...in Sachen (hier dürft ihr fortsetzen, mir fällt nix mehr ein _biggrin_ )


in Sachen Wissenschaftliches. Insbesondere: Informatik, Medizin, Biologie, Psychologie, Pädagogik, Forschung im Allgemeinen, Literatur und Kunst. (In etwa auch in der Reihenfolge, aber nicht limitiert auf das). Naturwissenschaften interessieren mich generell.

und die zusätliche Frage zu Punkt 1., wie diskret ihr mit dieser Neugier umgeht, -wie stillt ihr sie?


Ich lese viel. Wenn ich weiß, dass jemand in einem der für mich interessanten Bereiche arbeitet, frage ich viel. Ich unterhalte mich gern mit Leuten, die sich auch damit beschäftigen.
Diskret muss ich da nicht sein, denke ich. Ich finde so schon erstaunlich wenig Leute, die sich so richtig für ein Fach begeistern. Selbst in meinem Studienfach gibt es erstaunlich viel Desinteresse unter den Studienkollegen. Sehr viele lernen offenbar nur, weil sie müssen.
Klosskruemel
 

Re: Wie neugierig seid ihr?.. Und ne Sozialtheorie

Beitragvon bumblebee » Di 26. Jun 2012, 22:05

Klosskruemel hat geschrieben:in Sachen Wissenschaftliches. Insbesondere: Informatik, Medizin, Biologie, Psychologie, Pädagogik, Forschung im Allgemeinen, Literatur und Kunst. (In etwa auch in der Reihenfolge, aber nicht limitiert auf das). Naturwissenschaften interessieren mich generell.


Da bin ich auch sehr interessiert. Aber oftmals stoppe ich mich da, weil ich sonst das Gefühl habe, zu überfluten von Informationen. Wenn man einmal richtig anfängt, mag man gar nicht mehr aufhören und kriegt Gedankenzusammenhänge, bei denen man das Gefühl hat, die fahren Achterbahn mit den Synapsen.

Klosskruemel hat geschrieben:Ich finde so schon erstaunlich wenig Leute, die sich so richtig für ein Fach begeistern. Selbst in meinem Studienfach gibt es erstaunlich viel Desinteresse unter den Studienkollegen. Sehr viele lernen offenbar nur, weil sie müssen.


Ja, es ist erschreckend und traurig. Es gibt soviele, die würden gerne etwas studieren oder beruflich machen, erhalten aber nicht die Chance dazu, weil viele die Plätze eingenommen haben des Geldes und Freizeitwertes (viele Lehrer zb), statt des richtigen Interesses. Manchmal mangelts den Interessierten leider auch am benötigten Abschluss (weswegen ich ja ein vollkommen anderes Schulsystem aufbauen würde, in dem jeder einen Abschluss in jedem Fach spezifisch ergattern kann. Dann braucht man seine Energie nicht mit Fächern zu verschwenden, die einem nicht liegen und man hat mehr Ressourcen frei für das was einen wirklich interessiert/liegt. Hätte den Nebeneffekt, dass viele, die nicht wissen, was sie wollen, so einen Leitweg erhalten, ihre Talente erfahren. Und insgesamt mehr Berufszufriedenheit vorhanden wäre.)

Auch in meinem Beruf ätzen so viele Leute täglich über alles ab. Als ich mit voller Euphorie meine Ausbildung begang, hieß es schon "Sei froh, wenn du in Rente bist" usw und auch meine Azubikollegen lästerten rum, so dass ich mich kaum traute, meine Begeisterung zu zeigen. Da frag ich mich immer, was die Leute in ihrem Leben eigentlich für Sachen machen.. Oder warum sie denn nicht wenigstens jetzt etwas ändern. Denn die meisten, die mir nörgelnd begegneten, haben notwendige Qualifikationen für mehr.
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