"Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Source » Mo 12. Mär 2018, 15:10

@ Velvet: Macht nichts :-)

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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Di 13. Mär 2018, 07:29

Source hat geschrieben:@ Velvet: Macht nichts :-)

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Gut :-)

Dir auch liebe Grüße!
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Di 13. Mär 2018, 07:32

Guten Morgen :) allen Mitlesern- und schreibern und atemlos:

Dank´dir für´s Erklären und Verstehen.
Ich glaube, ich ahne, wie du das mit den Kulturen meinst. So Richtung Ego-Auflösung, Ego-Losigkeit, wie sie mir in z.B. den indischen Weisheitslehren begegnet? Jedenfalls erinnert mich ab und an eine Aussage von dir daran.
Lebst du ohne Ego oder bist auf dem Weg dahin?
Ich habe so lange mein Ego vermissen müssen, meine Identifikation mit mir selbst und bin so froh, da jetzt doch noch jemanden gefunden zu haben, jemand zu sein ;), Ich, dass ich das nicht mehr hergeben möchte.

Wenn also z.B. die Meinung von jemanden kritisiert wird, ist es nur dann ein "Problem" wenn die Fähigkeit/Bereitschaft fehlt zwischen sich und der eigenen Meinung zu differenzieren!


Ja, das seh´ich genau so. Aber um das auseinander halten zu können, braucht es da nicht auch wieder das Ego bzw. einen übergeordneten, nicht identifizierten Anteil?...vielleicht verstehe ich auch den Begriff Ego anders, ich scheue mich immer, mich in Definitionen einzulesen. Das führt natürlich erst recht zu Missverständnissen.


Schließlich ist sie ja allein deshalb schon etwas wert, weil es die eigene ist, weil man jemand ist, ja? Und umgekehrt, wenn diese bestätigt wird, plustert sich das Ego auf, produziert meist noch mehr illusorische Besitzansprüche, Forderungen, etc., was zu noch mehr Widersprüchen, Dualität, Konflikt führt; inter- als auch intrapersonell.



Wie ich gestern schon kurz schrieb, melde ich mit z.B. "meine Meinung" keine Besitzansprüche an. Ehrlich gesagt bin ich auch noch nie auf die Idee gekommen, das bei mir oder bei anderen so zu deuten.
Ich markiere damit lediglich, dass jetzt was kommt, was ich mir so zurechtgebastelt habe und was mir entspricht, sich stimmig anfühlt, nicht aber jedoch irgendwen anderen ansprechen muss, oder für ihn stimmig sein muss. Ich geb´ meine Meinung auch gern her, wenn ich eine schlüssigere finden sollte. Da bin ich offen.


Schon mal mit dem Gedanken gespielt, ob das vielleicht ein sich selbst erhaltendes/fortsetzendes Muster sein könnte? Wie die Welt wohl aussähe, wenn die Mehrheit so agieren würde? Hm, vielleicht so, wie sie momentan aussieht, ..wäre das möglich?



Ich denke, die Welt muss sein wie sie ist. Weil der Mensch ist, wie er ist. Ich habe da keine Illusionen. So, wie die Welt jetzt ist, ist sie das Resultat dessen, was Mensch-lich und seiner Entwicklungsstufe entsprechend, möglich ist. Mehr geht wohl da zur Zeit nicht. Für´s Universum sind wir und unser Kügelchen mehr als unbedeutend. Ich nehme mein Menschsein da nicht mehr ganz so wichtig und zentral. Ich halte mir gern immer mal die Dimensionen vor Augen, sozusagen die unendliche Weite über und unter und neben mir. Dann relativiert sich sehr schnell mein Gram über den Menschen und der Wunsch, er möge so oder so sein, ebenfalls. Ich staune mittlerweile viel lieber.


Erstmal danke für den persönlichen Einblick; kann ich nachvollziehen. Bei mir war es auch nicht "nur" Logik/Hausverstand an einem ruhigen sonnigen Sonntag Nachmittag, du verstehst? Wenn es einem irgendwann wichtiger ist, das Problem an der Hand zu verstehen, mit einer unguten Situaion klarzukommen, als wie sonst üblich zu versuchen die Situaion abzuwenden, davon zu laufen, zu negieren etc., kann das doch eine wertvolle Chance darstellen, finde ich. Eine Gelegenheit zum Hinschauen, wie du geschrieben hast. Und zwar nicht selektiv/fragmentiert, durch den gewohnten ich-Filter (mag ich, mag ich nicht, ..siehe oben), sondern im besten Fall uneingeschränkt, total. Bild Bei mir waren es mehr "meine eigenen Botschaften" gegenüber denen ich mich emanzipieren wollte, was aber technisch gesehen vielleicht auf das Selbe hinausläuft (wie bei dir).



Ja, da finde ich viele Ähnlichkeiten zu mir. Auch bei mir waren es die eigenen Botschaften, bzw. die derer, die man sich dann stellvertretend aneignet und meint, es seien die eigenen.

Ich bin heute wirklich dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, bzw. letztlich gezwungen war, diesen Weg zu gehen. Schonungslos und hart waren und sind da viele Schritte. Aber in der Summe so positiv und wertvoll, immer noch. So ein Weg endet ja nicht wirklich.

Danke für´s Erzählen :)
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Jamania » Di 13. Mär 2018, 14:52

Hi Velvet und alle, :-)

Velvet hat geschrieben:Das verstehe ich nicht, wie kann denn ein Sender eine Botschaft ohne Botschaft versenden?

Na ja, z.B.: "schön, dass es regnet" wo der Empfänger natürlich alles mögliche hinein interpretieren kann, aber letztendlich gar keine Botschaft im Sinne einer Aussage vom Sender geplant war.
Vielleicht ging es ihm nur darum eine unangenehme Stille mit irgendwas zu überbrücken.
Eigentlich ist ja auch das wieder eine Botschaft, aber in dem Punkt hatte ich mich einfach auf Sachinhalt bezogen.

Ich glaube, für mich geht es einfach um Gewichtung und um einen Absolutheitsanspruch der mit dem Ausdruck "der Empfänger bestimmt die Botschaft" ausgedrückt wird.

Was dabei das Ego angeht:

Für mich könnte zu viel oder ungesundes Ego im einen Extrem folgendes sein: sich aus allem heraus zu lavieren und nur dem Sender Verantwortung zu geben, also z.B. sich immer zum Opfer der Umstände (oder aller anderen) zu machen.
Aber mindestens genauso ungesund wäre für mich, wenn man sich tatsächlich so angreifbar fühlt, durch alles, was die anderen tun oder sagen und sich deshalb komplett abschottet.
Velvet hat geschrieben:Zum einen die Frage: Was für Pflichten hat der Sender und weiß er davon? Und was, wenn nicht oder er ihnen nicht nachkommen will/kann? Was machst du dann mit deinen Erwartungen an ihn, mit deiner Schieflage?

Mir persönlich geht es nicht um Erwartung.
Kann es durchaus mal, z.B. in Beziehungen etc., da finde ich es auch relativ normal Erwartungen auf beiden Seiten zu haben und zu versuchen, sich damit gemeinsam auseinander zu setzen.

Es geht mir um eine Grundhaltung, in der ich nicht nur auf mich schaue, sondern auch auf das, was vom anderen kommt.

Also: "wie schön dass es regnet", obwohl ich wandern wollte und er das weiß, könnte bedeuten, dass er:

- gemein ist, (würde ich z.B. annehmen, wenn der Mensch dabei hinterhältig lacht)
- passiv aggressiv sein kann (wenn in der Vergangenheit schon kleine Fiesheiten von ihm kamen, bei denen er aber jedes Mal unschuldig sagt: stimmt doch gar nicht, es aber immer wieder passiert
- nicht an mir interessiert ist und gar nicht genau hinhört, was ich sage
- zerstreut ist, weil er viel um die Ohren hat, und die Verknüpfung im Moment nicht macht
- lieb sein will und Interesse an einer Unterhaltung mit mir demonstrieren möchte, aber halt daneben haut - vielleicht ist er nervös, weil es unser 2. Date ist, oder so...

Und genau das, was ich eben sehe, interpretiere, erfahre, auswerte, etc. lässt eine Meinung entstehen, die abhängig von dem ist, was von außen kommt und mit dem angereichert wird, was innen vorhanden ist.

Die Liste ließe sich jetzt noch endlos fortsetzen und die Motive der Menschen sind vielfältig, was natürlich für die logische Konsequenz sprechen würde, ihnen dann auch niemals zu nahe treten zu wollen, um mit meinem beschränkten Interpretationsradius auch nur irgendwas unterstellen zu wollen.
Dieses Argument machen sich ja auch gern die Menschen zunutze, die eben genau so ihre Sender-Verantwortung abschieben möchten und das finde ich persönlich wieder fies.

Ich muss hier mal wegen der Zeichenbegrenzung unterbrechen icon_winkle , schicke den Rest dann im nächsten Post _Mij_
Zuletzt geändert von Jamania am Di 13. Mär 2018, 15:23, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Jamania » Di 13. Mär 2018, 15:05

und hier noch der 2. Teil :

Velvet hat geschrieben:... dass ich eben nichts erwarten kann und will. Ich mag niemanden zwingen, Sie in "die Pflicht" zu nehmen ist aus meiner Sicht ein sinnloses Unterfangen und ich wüsste gar nicht, was mir das bringen sollte. Worum genau geht es dir dabei?


Ich habe mal das markiert, wo ich drüber stolpere und vielleicht macht das klarer, worum es mir geht:
Also "erwarten" kann man nichts, jemanden "zwingen" schon mal gar nicht, das ist aber doch auch gar nicht das, worum es (mir zumindest) geht, wenn man sowohl sich selbst als auch den anderen zur Bestimmung von Botschaften heran zieht.

Wenn ich mit Situationen konfrontiert bin, versuche ich sie für mich zu klären, um sie abhaken zu können, ich glaube, das ist ziemlich menschlich.
Für mich macht es eben einen Riesen-Unterschied, ob ich dabei nur auf mich schaue oder auch den Blick nach außen offen halte, um diese Informationen in meinen Verarbeitungsprozess mit einfließen zu lassen.
NUR darum geht es erst mal.
Was dann als Reaktion passiert, kann alles mögliche sein und - ja, warum nicht - auch mal zwingen oder erwarten sein:
ZB. wenn mein Kind Schule schwänzt oder mein Partner sein Hobby weit über mich stellt.

Aber erstmal geht es mir um das ganz normale Pingpong menschlichen Miteinanders und da hat es für mich damit zu tun, wie ich Situationen für mich beobachte, sie bewerte und mit diesen Infos in die nächsten Situationen gehe.

Velvet hat geschrieben:Ich finde es viel anstrengender, mein Wohl und Wehe in die Hände anderer zu legen. Das hab ich alles schon leben müssen. Es kostet mich so viel Nerven, auf etwas zu beharren, was der andere zu geben nicht bereit ist..

Aber gar nichts mehr vom anderen zu erwarten ist doch auch nicht die Lösung, oder? _gruebel_

Es gibt doch das Miteinander, das sich selbst und den anderen ernst nimmt und bereit und bemüht ist, WEIL der andere wichtig ist, Dinge zu tun, die er nur dem anderen zuliebe macht.
Und dass das dann im Moment auch das schöne und Verbindende ist (auch für den, der es "nicht freiwillig" macht)

Könnte es u.U. nicht einfach eine falsche Wahl gewesen sein, die einen nicht mehr diesen Schritt machen lässt, den anderen als mitverantwortlich am Gemeinsamen zu sehen?

Velvet hat geschrieben:Liegt mir Klärung am Herzen, versuche ich natürlich, die Informationen zu geben, die mein Gegenüber (mMn) braucht, um klarer zu sehen. Das ist meine für mich selbst definierte Verantwortlichkeit. Aber das birgt auf keinen Fall die Garantie, dass der Empfänger versteht, was ich meine, mir glaubt oder was auch immer.


NICHTS, aber auch gar nichts birgt für mich eine Garantie, dass ein Empfänger den Sender versteht.
Oder dass ein Sender sich absolut klar ausdrückt oder ein Empfänger nicht falsch deutet.
Das ist doch das Leben, das erwartet doch keiner.

Oder doch?
Und aus lauter Frust, dass es nicht klappt, lässt man es eben dann ganz und zieht sich in seinen geschützten Bereich zurück, in dem eben nichts mehr passiert, weil der Sender ja alles machen darf und jede Anstrengung, sich mit ihm auseinander zu setzen ja sowieso zum Scheitern verurteilt wäre?
Velvet hat geschrieben:Vielleicht erfülle ich es zufällig mit dem, was sich für mich gut und richtig (verantwortlich) anfühlt, oder nicht. Ich wäre nicht bereit, mich da im Grundsatz zu ändern.

Im Grundsatz nicht oder überhaupt nicht?
Denn da sehe ich den großen Unterschied!
Bestimmte Grundsätze nehme ich sehr ernst, habe ein Problem damit, wenn Menschen andere haben.
Und gerade was die Nähe angeht, ist es auch ein Unterschied, schriebst du ja auch.
Alles andere dagegen finde ich nicht so statisch und würde da Beweglichkeit (im Sinne von: sich auf andere zubewegen können) als gut empfinden.

Viele Grüße, _Mij_
Jamania
Zuletzt geändert von Jamania am Di 13. Mär 2018, 15:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Di 13. Mär 2018, 15:34

Hallo ihr, hallo Velvet,

zunächst ein Kompliment an die angenehme Diskussions-Atmosphäre! :-)
Velvet hat geschrieben:(Ich fänd es schön, wenn wir uns einfach so miteinander darüber unterhalten, ohne notwendige, frustrierende Threadsperrungen etc. ;) Und, das Thema ist soweit offen, ich mag es gern, wenn es sich verzweigt und mal hier- und dahin führt, so dies die Mods nicht beanstanden. )

JAA!!
---------------------------------------------------------------------

Jetzt zum Inhaltlichen:

Velvet hat geschrieben:nur kurz vorweg, weil du Gerechtigkeitssinn erwähntest: Ich glaube nicht an Gerechtigkeit. Für mich ist das eine Erfindung des Menschen, eine Illusion. Eine schöne zwar, aber irreal...(mM)

Ertappt! 647&/ Ja, zugegeben, war schon ein bisschen ironisch gemeint, und ist ja auch nur meine ureigenste Gerechtigkeits-Illusion. icon_winkle

Aber Spaß beiseite: ich meinte damit, dass ich es wichtig finde, auch dem Sender einen Botschafts-Bestimmungs-Spielraum einzuräumen, beispielsweise indem ich nachfrage und nicht spontan meine eigenen Empfänger-Gefühle/Einschätzungen/Interpretationen über alles stelle, egal in welche Richtung diese gehen. So finde ich es als Empfänger beim Sender nachzufragen, eine häufig recht erhellende Lösung, wie auch immer die Antwort dann sein mag.

Velvet hat geschrieben:könntest du dafür ein Beispiel oder Bild nennen? Wenn ich darüber nachdenke komme ich immer wieder an den Punkt, den ich auch nannte, dass die Prägungen, Erfahrungen, Gelerntes, der Kontext der Auseinandersetzung ... immer auch eine Rolle spielen. Aber du wolltest sicher etwas anderes sagen.

Stimmt, ich wollte etwas anderes sagen:

Zwei Punkte zur Erläuterung:

1. Hier wurden ja nun schon „Ego“-Aspekte erwähnt.
Mit dem Bild der „chemischen Prozesse“ wollte ich erklären, dass ich Empfänger und Sender zum einen als zwei voneinander abgeschnittene Egos sehen kann, die einander über eine Distanz Botschaften hin- und herschicken. Oder ich nehme noch eine Dimension hinzu, indem ich sehe, dass es hier zwischen beiden einen Verbindungs-Zwischenraum gibt, den sie mit Austausch und Interaktionen befüllen, und genau diesem mag ich mein Interesse zuwenden.

Ich versuche es noch mal genauer zu erklären mithilfe des Chemie-Beispiels:

Also: ich bin mit einem anderen Chemiker im Labor. Wir beide entwickeln jeweils ein Dampf- oder Gasgemisch aus unseren jeweiligen chemischen Substanzen, jeder so für sich.
So, dann zeigen wir uns jetzt gegenseitig die mit den Gemischen gefüllten Reagenzgläser. Als jeweilige „Sender und Empfänger“ bestimmen und interpretieren wir nun das, was wir da vor uns haben („ich seh’s so“, „nein, ich seh‘s aber so“).
Irgendwann wird das langweilig, dieses Hin und Her. Deshalb beschließen wir jetzt, die Gemische mal zusammenzubringen und öffnen die Reagenzgläser. Die Gemische treffen im Raum aufeinander, und wir stehen beide da und beobachten, was damit jetzt (im Grunde fast unabhängig von uns!) geschieht. Und so mag das jetzt wie beschrieben ausgehen: mit gelungener Durchmischung und einem neuen noch verbesserten Chemiegemisch oder mit explosiver Abstoßung (autsch) oder auch sonstigen interessanten Ergebnissen. _magic_

2. Nur so als Beispiele für solche „chemischen Substanzen“ habe ich Lebens- und Geisteshaltungen, Gedanken, Einstellungen, Philosophien usw. genannt, die sich eben (und ja: auch als handfeste Ähnlichkeiten oder Verschiedenheiten) miteinander verbinden oder auch nicht. Ich habe diese Beispiele gewählt, damit bitte niemand auf die Idee kommt, es handele sich etwa um so was wie „Energien“ oder „Auren“! icon_winkle

(Sorry, bin kein Chemiker, aber ich wollte nicht schon wieder mit einer Garten-Metapher daher kommen. icon_winkle )

Was bringt’s mir, das so zu sehen?
Ich kann etwas besser vom Verwirrspiel meiner und anderer Ego-Befindlichkeiten Abstand finden, und ich beobachte so für mich mehr die sich wiederholenden oder durchgängigen Muster und Linien (eben in diesem abstrakteren „Zwischenraum“), ob nun im Reden oder noch lieber im TUN von zwei Menschen, die miteinander zu tun haben. Und ich kann dann besser erkennen, von welchen unserer Gemische ich vielleicht was lernen kann und von welchen nicht. – Ach so, vielleicht frage ich auch einfach denjenigen, der den Regen schön findet, ob er Lust hat mit mir wandern zu gehen, und dann schaue ich mal, was geschieht.

An euch alle viele Grüße! :-)
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon atemlos » Mi 14. Mär 2018, 14:09

Hallo
@Velvet: Ja, das mit den Begrifflichkeiten ist so eine Sache, und ja, "Ego" habe ich in dem Sinn verstanden wie es in östlichen Philosophien meist gebraucht wird. Hab auch vermutet dass dieser Aspekt auftauchen wird: Jup, im Deutschen haben wir so was wie Possessivpronomen, aber das meinte ich nicht. Ich meinte es nicht wörtlich. Denke aber sehr wohl, dass Sprache hier einen wesentlichen und unterschätzten Einfluss hat, aber ähnlich der Ego-Geschichte, auf einem viel, viel tiefgehenderen Level. Mit "Alltagsgesprächen" kommt man da nicht ran..
Zum Persönlichen, darf ich dir dazu eine PN schreiben, Velvet? Will mich nicht aufdrängen.. tränk4

@Jamania: So wie ich das verstanden habe, bist du in der Hinsicht unschlüssig, aber ich frag trotzdem: Meinst du wirklich, dass es ein Ausdruck 'des Miteinanders', der Wertschätzung des Gegenübers ist, wenn man Anforderungen stellt? Wird das das Miteinander harmonisieren? Oder könnte das vielleicht ein, zweifellos hübsch zurecht gemachter, Ausdruck von "mehr für MICH" sein? Wenn ich sehe, dass es Menschen tatsächlich! etwas gibt, wenn andere für sie was tun obwohl sie es nicht aus freien Stücken tun, keine Wahl haben, läuft mir manchmal echt ein Schauer über den Rücken. Sogar ich als vermeintlich rationaler Hardliner finde das wenig charmant. Sollte ich hier/in solchen Situationen fordernd mit dem Finger zeigen, nach dem Motto "sei gefälligst nicht so oberflächlich, denn du bist mir wichtig". Funktioniert das so?
Ungefähr klar auf was ich hinaus wollte? Die Fragen sollten mehr anregen, als "anprangern". Hab ich vermutlich nicht ganz so optimal formuliert.. _nüxweiss_

@all: Mich würde da eine Frage interessieren (glaub sie passt auch zum Sender/Empfänger Thema, Velvet?), weil das hier und im Forum generell öfter auftaucht. Und wir sind ja hier auch in der Philosophieecke. Source schrieb weiter oben von "Abgrenzung/Selbstschutz" und Jamania "..sich in seinen geschützten Bereich zurückziehen, in dem eben nichts mehr passiert, weil der Sender ja alles machen darf..".

Vorweg: Ich vermute, dass mir die meisten zustimmen werden, wenn ich schreibe, dass wir unseren Körper bis zu einem gewissen Grad schützen und betreuen müssen. Also Essen reinfüllen, bewegen, regenerieren lassen etc. Und das sogar wenn alles gut läuft und wir gesund sind! Nun zu meiner Frage:

Wieviel Schutz und Pflege braucht den ein gesunder und agiler Verstand? Was genau soll hier geschützt werden? Und vor was muss man es schützen? _gruebel_

Auch wenn ich die Frage allgemein gestellt hab; hier ein Beispiel um sie vielleicht greifbarar zu machen: Jemand meldet sich in einem Forum zum Thema HS an und empfindet die Notwendigkeit sich vor Inhalten die sich damit auch mal kritisch/offen auseinander zu schützen. Hm! Was gilt es hier zu schützen? Und vor was genau soll es geschützt werden?
Liebe Grüße _bee_
atemlos
 

Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Mi 14. Mär 2018, 18:40

Hallo und ´nen guten Abend an alle :)!

Danke Jamania, für´s ausführliche Schreiben.

Ich glaube das Thema an sich ist wie viele andere dieser Art eines, bei dem man sich nicht wirklich auf eine allgemeingültige Aussage festlegen kann. Ein Gespräch ist ja etwas sehr lebendiges und nicht zu trennen von denen, die da miteinander sprechen, den gesamten Kontext halt. Nun ist es schriftlich da tatsächlich schwierig, alle Eventualitäten und situationsbedingten Ausnahmen abzudecken. Und die gibt es ja gerade in zwischenmenschlichen Interaktionen in großer Vielzahl. Mittlerweile staune ich eigentlich doch eher, dass es überhaupt möglich ist, dass Mensch sich versteht, bei all der Auswahl die er hat, sich misszuverstehen.

Na ja, z.B.: "schön, dass es regnet" wo der Empfänger natürlich alles mögliche hinein interpretieren kann, aber letztendlich gar keine Botschaft im Sinne einer Aussage vom Sender geplant war.


Das weiß man eben nicht ;). Und du zählst ja ein Stück weiter unten zig Interpretationen davon auf...Ich verstehe aber schon, worum es dir geht: die Ausschließlichkeit der "Botschaft-Empfänger"-Aussage. Von der ich selbst aber nicht abrücke :D.

Für mich könnte zu viel oder ungesundes Ego im einen Extrem folgendes sein: sich aus allem heraus zu lavieren und nur dem Sender Verantwortung zu geben, also z.B. sich immer zum Opfer der Umstände (oder aller anderen) zu machen.
Aber mindestens genauso ungesund wäre für mich, wenn man sich tatsächlich so angreifbar fühlt, durch alles, was die anderen tun oder sagen und sich deshalb komplett abschottet.



Ja, das sind beides, wie du sagst,_extreme_ Folgen im Verhalten mancher Menschen und ich sehe in beiden eine Opferhaltung, ein Sich- ausliefern.
Vermutlich dient es, wie jedem anderen auch, dem bestmöglichen (Über)-leben. Glücklich machen sicher beide Haltungen nicht wirklich.
MMn gibt es aber noch viele andere Wege, die man dazwischen beschreiten kann. Zwischen Opfer und Täter. Was auch wieder so ein Thema für sich ist...nicht mehr Opfer zu sein heißt für mich nicht, dass ich automatisch Täter bin...

Wenn ich für mich sage, ich fühle mich für das verantwortlich, was vom anderen bei mir ankommt und wie ich damit umgehe, hat das für mich keine Abschottung zur Folge, eher das Gegenteil. Dann hab ich das Gefühl, was immer mir jetzt entgegengebracht wird, ich finde einen Weg, es so zu händeln, dass es mich eben nicht nachhaltig verletzt oder anderweitig aus der Bahn wirft.

Damit habe ich in mir eine Sicherheit gefunden, die ich früher nie hatte und nach der ich mich sehr gesehnt habe. Und sie macht mich wesentlich offener und mutiger. Nicht weniger verletzbar oder sensibel, aber ich kann mir selbst helfen und aus verschiedenen Möglichkeiten auswählen, mich zu kurieren oder einfach nur wieder zur Ruhe zu kommen. Das finde ich echt luxuriös :).

Ich verstehe aber auch dein Bedürfnis, vom Botschafter zu versuchen zu bekommen, was du hierfür brauchst:

Wenn ich mit Situationen konfrontiert bin, versuche ich sie für mich zu klären, um sie abhaken zu können, ich glaube, das ist ziemlich menschlich.
Für mich macht es eben einen Riesen-Unterschied, ob ich dabei nur auf mich schaue oder auch den Blick nach außen offen halte, um diese Informationen in meinen Verarbeitungsprozess mit einfließen zu lassen.
NUR darum geht es erst mal.


Ja, das kann ich nachvollziehen aus deiner Sicht.


.....Zeichen voll...bis gleich :)
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Mi 14. Mär 2018, 18:43

Fortsetzung...

Aber gar nichts mehr vom anderen zu erwarten ist doch auch nicht die Lösung, oder? _gruebel_

Es gibt doch das Miteinander, das sich selbst und den anderen ernst nimmt und bereit und bemüht ist, WEIL der andere wichtig ist, Dinge zu tun, die er nur dem anderen zuliebe macht.
Und dass das dann im Moment auch das schöne und Verbindende ist (auch für den, der es "nicht freiwillig" macht)


Ja, ich verstehe, was du meinst und empfinde das, vor allem in nahen Verbindungen, auch wunderschön wenn es beiderseitig so funktioniert. Das ist für mich dann auch eher eine Form von Liebe zueinander, Wohlwollen...kein Zwang oder keine Verpflichtung.

Trotzdem erwarte ich das nicht. Für mich ist das auch keine " Lösung", was implizieren würde, ich hätte damit ein Problem gehabt. Ich weiß nicht, es ist in all den Jahren eine Entwicklung gewesen. Vielleicht bin ich da auch wirklich etwas eigen. Mir wurde mit den Jahren immer einleuchtender, dass ich zwar eigene Ansprüche/Bedürfnisse habe und bestimmte Bedingungen brauche, um mich wohlfühlen zu können in Beziehungen jeglicher Art, aber einfach nicht von einem anderen Menschen erwarten kann, dass er sie erfüllt.

Ich kann es aussprechen, was mir eventuell fehlt, was ich mir wünschen würde etcpp. aber erwarten, dass mein Gegenüber dem Rechnung trägt, kann ich einfach nicht. So, wie ich es eben auch nicht als meine Aufgabe oder Bestimmung in einer Beziehung ansehe, den anderen glücklich und zufrieden zu stellen und ihm seine Wünsche zu erfüllen. Ich kann nicht mal erwarten, dass der andere mir zuhört oder mich ernst nimmt. Ich finds toll, wenn er es kann und macht, aber erwarten?

Das mag jetzt wieder so absolut klingen, ist es im Grundsatz auch, aber darüberliegend schon auch sehr variabel und abhängig von Tiefe und Nähe der Beziehung ;).
Ich bin trotz dieser Einstellung in Beziehungen sehr aufmerksam und tiefgründelnd und suche immer nach gemeinsamen und verbindenden Wegen. Und klar mache ich auch Kompromisse, aber eben alles bis zu einem gewissen Punkt. Man ist freiwillig in einer Beziehung zueinander (davon geh ich jetzt mal aus) und das sollte jeder auch bleiben. Und fühle ich mich nicht wohl und habe alle Möglichkeiten, die mir und meinem Gegenüber zur Verfügung stehen ausgeschöpft, um daran etwas zu verändern, muss ich mich lösen. Gleiches gilt natürlich auch im umgekehrten Fall, für mein Gegenüber.

Ich glaube, damit habe ich deine Frage hier beantwortet,oder? :
Velvet hat geschrieben:
Vielleicht erfülle ich es zufällig mit dem, was sich für mich gut und richtig (verantwortlich) anfühlt, oder nicht. Ich wäre nicht bereit, mich da im Grundsatz zu ändern.


Jamania:
Im Grundsatz nicht oder überhaupt nicht?
Denn da sehe ich den großen Unterschied!
Bestimmte Grundsätze nehme ich sehr ernst, habe ein Problem damit, wenn Menschen andere haben.
Und gerade was die Nähe angeht, ist es auch ein Unterschied, schriebst du ja auch.
Alles andere dagegen finde ich nicht so statisch und würde da Beweglichkeit (im Sinne von: sich auf andere zubewegen können) als gut empfinden.




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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Mi 14. Mär 2018, 18:47

Hallo Anima,

danke für die Bilder :). Ja, mit den Chemikalien kann ich´s besser verstehen, was du meinst. Zumindest habe ich nun eine neue Interpretation parat:

Du bist da also eher die Experimentiererin ;), die gern nah ran geht, auch, wenn die Alarmglocken schon läuten oder anderweitig angezeigt ist, dass es möglicherweise zur Explosion kommen kann...so in etwa die Richtung? Das kann sehr abenteuerlich bis hin zu spektakulär sein, auf alle Fälle.

Vielleicht ist derartige Risiko- und erlebnisfreude bei mir nicht so ausgeprägt, oder auch abgeklungen im Lauf der Zeit und Erfahrungen. Mir ist das zu anstrengend. Das ist wie eine andere Welt für mich, wenn ich dich in etwa richtig verstehe. Ich bin sehr bemüht, mein Schiff so ruhig wie es geht durch´s tosende Meer zu navigieren. Und warte lieber auf Flaute, als in Stürmen zu erfahren, dass mir ruhige See lieber ist ;). Nicht, dass mir das fremd ist, auch nicht solche Experimente mit "gucken was passiert", ich bin dessen einfach irgendwie müde geworden.

Es fehlt mir auch nichts und ich vermisse nichts, wenn ich an solchen Gelegenheiten vorbei gehe.

Und: ich gehe tatsächlich am liebsten allein wandern :). Bewundere aber auch die Gruppenwanderer, denen das ein Hochgenuss zu sein scheint, im Pulk laut plaudernd durch die Welt zu gehen. Es braucht ja immer beides :).


@atemlos: Kannst gern PN schreiben.
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