"Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mi 14. Mär 2018, 21:47

Hallo Velvet,

danke für deine Antwort. :-)

Velvet hat geschrieben: Zumindest habe ich nun eine neue Interpretation parat:
Du bist da also eher die Experimentiererin ;), die gern nah ran geht, auch, wenn die Alarmglocken schon läuten oder anderweitig angezeigt ist, dass es möglicherweise zur Explosion kommen kann...so in etwa die Richtung? ...

... Es fehlt mir auch nichts und ich vermisse nichts, wenn ich an solchen Gelegenheiten vorbei gehe.

Nein, leider gar nicht die Richtung: ich kann meine Anschauung in deiner jetzigen "Interpretation" so gar nicht wiederfinden – vielleicht hätte ich doch besser auf eine Garten-Metapher zurückgreifen sollen _gruebel_ ??
Nur gut, dass (jedenfalls nach meiner Ansicht) nicht allein der Empfänger die Bestimmungshoheit genießt, puh, da würde ja aber wirklich einiges schief gehen.

O. k. ich versuche halt doch noch mal ein „Senden“ ohne Bild:

Experimentieren ja, und hallo: es geht hier um geäußerte Gedanken, Ideen, Annahmen … wie schön, damit zu experimentieren. Und wie ich mehrfach erwähnt habe, ist der Austausch darüber tatsächlich ein Spiel mit vielen Möglichkeiten, mit neuen Erfahrungen oder auch alten. Persönlich gebe ich da allerdings tatsächlich ersteren den Vorzug, lerne zu gerne dazu. Daran würde ich einfach nicht gerne „vorbeigehen“, und ja, da würde mir was „fehlen“.

Mir stellen sich dabei schlicht dieselben Fragen, die oben gestellt wurden:

atemlos hat geschrieben:Wieviel Schutz und Pflege braucht den ein gesunder und agiler Verstand? Was genau soll hier geschützt werden? Und vor was muss man es schützen?

Müssen denn da Alarmglocken läuten, die vor einer Explosion warnen, so dass man ja nicht zu nah rangeht? - Keine Ahnung, kann ich nicht so sehen. _nüxweiss_

Velvet hat geschrieben:Und: ich gehe tatsächlich am liebsten allein wandern :). Bewundere aber auch die Gruppenwanderer, denen das ein Hochgenuss zu sein scheint, im Pulk laut plaudernd durch die Welt zu gehen.

Hilfe, nein, bewunderst du das wirklich?! - Aber na ja: so ein schöner Regen würde Gruppenwanderer-Pulks vielleicht sogar zur Einkehr zwingen und man hätte die Natur wieder für sich. :-)

Trotzdem gutes Beispiel: ein ganz kleines bisschen klingt das jetzt schon nach Missverstehen-wollen und nach “schwarz-weiß“? - Hm, jedenfalls hat sich das jetzt mein innerer „Empfänger“ ganz kurz gefragt. icon_winkle

Weiterhin viel Spaß!
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Do 15. Mär 2018, 06:53

Hallo Anima :),

es tut mir echt leid, ich bekomme den Kern deiner Aussagen einfach nicht zu fassen. Sorry, dass ich da wieder so daneben lag.
In meinen Augen hat meine Interpretation nichts negatives an sich, auch, wenn sie nicht dem entspricht, was du sagen wolltest.

Ich finde, ab diesem Punkt unserer Unterhaltung schleichen sich dann genau die Sender-Empfänger-Störungen ein, um die es mir geht und die dann irgendwann ein inhaltlich bezogenes Gespräch nicht mehr möglich machen könnten. Zumindest ein unbefangenes.

Du hast nun das Gefühl, ich verstehe dich absichtlich miss, find ich gut, dass du das geäußert hast!
Ich frage mich nun aber: was sollte ich davon haben, was sollte mir das bringen?? Inmitten einer Unterhaltung, in der ich/du versuche, den anderen und seinen Standpunkt zu beschreiben und zu verstehen, man Gedanken und Einstellungen von sich preis gibt, interessiert liest, wer wie dazu denkt, warum also sollte ich plötzlich derartige Anwandlungen kriegen?

Ist es nicht auch möglich, dass wir auf unterschiedlichen Wellen funken und einander einfach nicht verstehen _können_? Warum sollte dies absichtlich geschehen, aus welchem Grund? Hmm...

Offensichtlich habe ich deinen Satz, den Regenliebhaber zum Wandern einzuladen, auch nicht so verstanden, wie du ihn gemeint hattest. Mein Gedanke dazu war, dass ich mich nicht um jeden bemühen muss, jeden zu mir einladen muss, um einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich kann damit leben, dass man doch sehr verschieden ist. Und ich bin tatsächlich sehr gern mit mir allein, weil das _die_ Zeiten sind, in denen ich Kraft tanke für Zusammensein.

Und ja, ich bewundere solche Pulks, die Freude aus dem ziehen, was mir ein Grauen wäre. Mich fasziniert sowas total Anderes und lässt mich grübeln, wie die das machen. Außerdem freue mich z.B. für solche Gruppen/Menschen, dass sie Spass haben. Fröhliche/zufriedene Menschen sind mir angenehm. Und sie sind ja schnell vorbeigegangen und es kehrt wieder Ruhe ein ;).
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Do 15. Mär 2018, 07:00

Hallo atemlos,


Mich würde da eine Frage interessieren (glaub sie passt auch zum Sender/Empfänger Thema, Velvet) ...


ich finde, dass irgendwie alles zum Thema passt, was sich daraus entwickelt. Mir macht das Spass, mich mit nicht alltäglichen Themen/Fragen zu beschäftigen und ein bisschen rumzudenken ;).

Ich wollte auch noch antworten, meine Zeit ist immer so knapp, mache ich aber noch.
Danke für den Input.
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Jamania » Do 15. Mär 2018, 08:02

Hi atemlos, :-)

ich versuch's mal, finde für mich so langsam heraus, was das Problem sein könnte, aber momentan kann ich es alles noch nicht so richtig fassen.

atemlos hat geschrieben:@Jamania: So wie ich das verstanden habe, bist du in der Hinsicht unschlüssig, aber ich frag trotzdem: Meinst du wirklich, dass es ein Ausdruck 'des Miteinanders', der Wertschätzung des Gegenübers ist, wenn man Anforderungen stellt? Wird das das Miteinander harmonisieren?

Also erst mal meine Idealvorstellung von Miteinander - und ich würde mich da jetzt bewusst auf das engere Miteinander beziehen: jeder bleibt bei sich und verbiegt nicht seine Persönlichkeit dem anderen zuliebe UND jeder ist bereit einen gemeinsamen neuen Teil entstehen zu lassen (das ist für mich die chemische Reaktion, von der Anima schrieb und die eben nicht so klar ist, wie das, was wir von uns schon kennen, weil eben neue Stoffe dazu kommen)

Mir wäre dabei auch noch ein Bauklötzchenspiel in den Sinn gekommen, vielleicht gerade, weil es so banal ist, was ich sogar von der Richtung her ganz gut fände.
Man hat sich zusammen gefunden und gemerkt, dass man zusammen schön "spielen" icon_winkle kann und alles läuft gut, jeder baut sein Ding, der andere sagt toll und dann will man einen Turm mal zusammen bauen.
Und dann geht's los: es fallen mal Bauklötzchen um, der eine hat mehr rote bei sich liegen, der andere möchte lieber von den Seiten her anfangen.
Wie wichtig ist das alles jeweils und was genau ist in der Interaktion erlaubt?
Kann man nicht mal sagen: "du hast alle roten, gib mir auch welche, sonst finde ich es langweilig!"
Wie findet man es heraus und wo ist die rote Linie, an der man sagt: "mit dir will ich nicht mehr spielen?"
Weil man sich als Mensch nicht wertgeschätzt fühlt.
Wie viel hat auch das damit zu tun, wie wichtig man sich selbst nimmt und was der Andere alles getan und gesagt hat?
Ist das nicht eine hochindividuelle Sache, die in der Interaktion mit jedem Menschen wieder neu ausgehandelt werden muss?

Eigentlich glaube ich ja, dass es nur um diese rote Linie geht, die wir von keinem der Mitdiskutanten hier wirklich wissen, sondern über die wir theoretisieren.
Und vermutlich sind wir alle in der Praxis gar nicht so weit voneinander weg - könnte ich mir vorstellen.

Denn die Beziehung, in der einer fordert, der andere keinen Bock hat und sich dann der Bequemlichkeit halber mal etwas bewegt, dabei aber mürrisch und anklagend ist, ist mir natürlich der absolute Graus.

Nennt ihr das, was ich "Anforderungen stelle" einfach nur anders, geht es dabei um aufgeladene Begriffe? _gruebel_
Und für mich ist so ein aufgeladener Begriff einfach die Aussage "der Empfänger bestimmt die Botschaft" ?
Könnte durchaus sein.

atemlos hat geschrieben:Oder könnte das vielleicht ein, zweifellos hübsch zurecht gemachter, Ausdruck von "mehr für MICH" sein?

Ja genau! Das ist immer die große Gefahr dabei.
Aber neben der Gefahr sehe ich eben auch die Chance.
Dazu muss ich Menschen aber "unterstellen", dass sie nicht nur jeden Vorteil für sich ergreifen und nutzen, sondern auch den Nutzen im Miteinander sehen.
Schreibe ich im nächsten Absatz noch was zu
atemlos hat geschrieben:Wenn ich sehe, dass es Menschen tatsächlich! etwas gibt, wenn andere für sie was tun obwohl sie es nicht aus freien Stücken tun, keine Wahl haben, läuft mir manchmal echt ein Schauer über den Rücken.

Ich versuche es mal aus der anderen Perspektive:
Wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann kann es mir etwas bringen, etwas für ihn zu tun, auch wenn das etwas ist, auf das ich alleine nie gekommen wäre.
Manchmal lerne ich was neues dazu und bin erstaunt wie viel Spaß mir das doch macht.
Oder ich finde es einfach schön, wenn der Andere sich wohlfühlt und auch mir das Gefühl gibt, dass er es toll findet, mich dabei zu haben - dann könnte bei mir die Sache (zu der ich mich "durchgerungen" habe) zweitrangig sein
Manchmal ist es auch tatsächlich ein Kompromiss, mal ich dann du - ich finde das auch nicht so wild, würde da nicht von "verbiegen" sprechen.
Das wird es aber dann, wenn das Gleichgewicht für mich nicht stimmt und das kann alle möglichen Ausprägungen haben.
atemlos hat geschrieben:Ungefähr klar auf was ich hinaus wollte? Die Fragen sollten mehr anregen, als "anprangern". Hab ich vermutlich nicht ganz so optimal formuliert.. _nüxweiss_

Doch, alles super! :-)
Es sei denn, ich habe jetzt total am Thema vorbei geantwortet _grinsevil_
Das mit den Fragen ist bei mir genauso - muss alles nicht beantwortet werden.
Leider habe ich jetzt nicht mehr Zeit, denn DAS ist jetzt die richtig spannende Frage:
atemlos hat geschrieben:Wieviel Schutz und Pflege braucht den ein gesunder und agiler Verstand? Was genau soll hier geschützt werden? Und vor was muss man es schützen? _gruebel_


Und hallo Velvet, dein Beitrag ist auch so komplex, da muss ich später ran, momentan wartet Arbeit.
Ein bisschen hat sich aber auch schon hier in der Antwort an atemlos überschnitten, glaube ich.
_Mij_
Jamania
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 15. Mär 2018, 08:04

Velvet hat geschrieben:
Ich frage mich nun aber: was sollte ich davon haben, was sollte mir das bringen?? Inmitten einer Unterhaltung, in der ich/du versuche, den anderen und seinen Standpunkt zu beschreiben und zu verstehen, man Gedanken und Einstellungen von sich preis gibt, interessiert liest, wer wie dazu denkt, warum also sollte ich plötzlich derartige Anwandlungen kriegen?
Ist es nicht auch möglich, dass wir auf unterschiedlichen Wellen funken und einander einfach nicht verstehen _können_? Warum sollte dies absichtlich geschehen, aus welchem Grund?


Hallo Velvet, guten Morgen,

genau: da sieht man mal, was so ein innerer Empfänger einem alles so vorkaut. icon_winkle - Deshalb käme ich auch nicht auf die Idee, dass ausgerechnet er "die Botschaft bestimmt" - und ja: auch deshalb halte ich mich lieber an den "Zwischenraum", den ich dir aber wohl einfach nicht erklären kann. Aber macht doch nichts. :-)

Hab einen schönen Tag!
Anima
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Fr 16. Mär 2018, 06:39

Guten Morgen allen, die hier- wie ich gern nochmal betonen möchte- jederzeit mitschreiben, sich einfach irgendwo einklinken können :), guten Morgen atemlos,

Wieviel Schutz und Pflege braucht den ein gesunder und agiler Verstand? Was genau soll hier geschützt werden? Und vor was muss man es schützen? _gruebel_

Auch wenn ich die Frage allgemein gestellt hab; hier ein Beispiel um sie vielleicht greifbarar zu machen: Jemand meldet sich in einem Forum zum Thema HS an und empfindet die Notwendigkeit sich vor Inhalten die sich damit auch mal kritisch/offen auseinander zu schützen. Hm! Was gilt es hier zu schützen? Und vor was genau soll es geschützt werden?



Das ist eine Frage, die ich mir so noch nie gestellt habe.

Ich denke, wenn ein Verstand gesund und agil ist, sozusagen gewartet und gepflegt, ist es nicht nötig, ihn vor irgend etwas schützen zu wollen. Ich wüsste sowieso nicht, wie das gehen soll, denn um entscheiden zu können, etwas nicht aufnehmen zu wollen, ist es ja schon verstandesmäßig erfasst. Kann man diesen ersten Schritt verhindern?

Rückzug z.B. hat für mich nichts mit "aufgeben", "den anderen das Feld überlassen", sich schwächer fühlen als der andere etc. zu tun. Mein Verstand (ob der nun gesund ist, keine Ahnung) sagt mir des öfteren, dass es für mich und auch meinen Körper klüger ist, aufgrund einer "Kosten-Nutzen-Rechnung" die er kurz überschlägt, mich aus etwas zurückzuziehen. Das kann schon dem Schutz meiner Kräfte und Nerven dienen. Das wiederum ist für mich auch eine Art Pflege und Regeneration.

Ich muss mich nicht mehr (nach ausgiebigen Getümmel im menschlichen Sein) in alles reinschmeißen, nicht mehr alles kosten und probieren. So ein bisschen hat man ja für sich im Laufe der Zeit ein Gefühl entwickeln können, was eine Erfahrung wert ist und was nicht. Und hat man mal daneben gelegen, kommt ja auch schon wieder die nächste.

Ich finde es genauso wichtig seinen Verstand zu pflegen, wie seinen Körper.

Ihn auszumisten, Altes, oder als hinderlich oder unbrauchbar Erwiesenes zu verwerfen, Neues aufzunehmen, auch hier, wie eben auch körperlich, auf gesunde Nahrung zu achten, auf Vitamine, Bewegung, Licht und frische Luft, permanente Updates. Vor allem: Platz zu schaffen, Freiraum.
Ich reduziere gern, mag minimales Leben, liebe Einfachheit. Auch im Kopf. Kompliziert ist das Leben, war mein Leben, lange genug.

Was ich auch gelernt habe (immer noch lerne und übe) und letztlich für mich als eine der wichtigsten Aspekte meiner Verstandespflege ansehe ist, ihn nicht mehr alles überwuchern zu lassen. Seine Verästelungen und sein Wildwuchs "auszudünnen", ihn zu beschneiden und ihm damit auch in seine (All) Macht zu nehmen/zu beschränken. Das bekommt ihm gut, nicht mehr so viel Verantwortung zu haben, sondern sie auch an die emotionale Ebene, die bei mir ebenso stark ausgeprägt ist, abzugeben. Jetzt kann er auch mal "laufen" lassen, loslassen, Gefühlen vertrauen. Und sich auf seine wesentlichen Aufgaben konzentrieren. Das bekommt ihm und vor allem meinen Gefühlen sehr gut, die oftmals von ihm unterdrückt und "weggedacht" wurden...

...das nur mal so meine Gedanken dazu...

Wie würdest du denn deine Frage beantworten?

Dir auch liebe Grüße :)
Zuletzt geändert von Velvet am Fr 16. Mär 2018, 06:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Fr 16. Mär 2018, 06:42

@Jamania

Ich erwarte da keine Antworten von dir, du musst nicht auf jeden Satz von mir eingehen ;). Es sei denn, du willst das :). Ich habe auch nur immer ein kurzes Zeitfenster zum Antworten, mach dir da mal keinen Stress!


@Anima,

nur kurz:

Zitat Anima (Lufthauch):
Experimentieren ja, und hallo: es geht hier um geäußerte Gedanken, Ideen, Annahmen … wie schön, damit zu experimentieren. Und wie ich mehrfach erwähnt habe, ist der Austausch darüber tatsächlich ein Spiel mit vielen Möglichkeiten, mit neuen Erfahrungen oder auch alten. Persönlich gebe ich da allerdings tatsächlich ersteren den Vorzug, lerne zu gerne dazu. Daran würde ich einfach nicht gerne „vorbeigehen“, und ja, da würde mir was „fehlen“.



Für mich wäre genau diese Situation, wie sie gerade zwischen uns entstanden ist, eine gute Gelegenheit gewesen, all die wohlklingend-reifen Theorien und Wortwolken (auch zu Gesprächs-und Diskussionskultur, Respekt, Experimentier/Diskutier/Spielfreude, Toleranz, etc.) in die Tat umzusetzen.
Mir z.B. nutzen all meine Kopfgeburten nix, wenn ich nicht wenigstens versuche, sie auf die Welt zu bringen und mit Leben zu erfüllen.

Dir auch eine schöne Zeit.
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Fr 16. Mär 2018, 07:36

Velvet hat geschrieben:Für mich wäre genau diese Situation, wie sie gerade zwischen uns entstanden ist, eine gute Gelegenheit gewesen, all die wohlklingend-reifen Theorien und Wortwolken (auch zu Gesprächs-und Diskussionskultur, Respekt, Experimentier/Diskutier/Spielfreude, Toleranz, etc.) in die Tat umzusetzen.
Mir z.B. nutzen all meine Kopfgeburten nix, wenn ich nicht wenigstens versuche, sie auf die Welt zu bringen und mit Leben zu erfüllen.


Hallo Velvet,

habe gerade das gelesen - und bin wirklich total entsetzt, was dein Empfänger da von mir empfangen haben muss!!
Ich habe "genau diese Situation, wie sie gerade zwischen uns entstanden ist" völlig anders erlebt und wollte da auch noch weiter dazu schreiben.
Jetzt weiß ich gar nicht, ob du das überhaupt noch möchtest.

Mehr als ratlose Grüße
Anima
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Fr 16. Mär 2018, 08:01

:-) ... wir können gern versuchen, das gemeinsam aufzudröseln. Schreib ruhig deine Gedanken.

...bis später!
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Jamania » Fr 16. Mär 2018, 08:53

Hallo Velvet, :-)
Velvet hat geschrieben:MMn gibt es aber noch viele andere Wege, die man dazwischen beschreiten kann. Zwischen Opfer und Täter. ...nicht mehr Opfer zu sein heißt für mich nicht, dass ich automatisch Täter bin...

Habe ich aber auch doch jetzt schon ganz oft geschrieben, dass ich alles hochkomplex finde und es für mich eben nicht nur die Extreme gibt...
Die Extreme habe ich angeführt, um die Skala zu verdeutlichen, auf der ich persönlich Verhalten einordne.
Also auch hier mal wieder die Frage: worüber genau gehen unsere Meinungen denn nun auseinander?
Velvet hat geschrieben:Wenn ich für mich sage, ich fühle mich für das verantwortlich, was vom anderen bei mir ankommt...

Erst mal hier: NEIN!
Habe ich nie gesagt.
Ich habe gesagt: der Andere als Sender ist genauso für das was zwischen uns ist verantwortlich, wie ich als Empfänger.
Mehr nicht!
Nicht ICH fühle mich für das verantwortlich, was von ihm kommt, sondern ich GEBE ihm gleichberechtigt Verantwortung, was für mich auch immer eine Chance für ihn bedeutet, die er nicht bekommt, wenn ich mich beim Bestimmen der Botschaft zum Maß der Dinge mache.
Velvet hat geschrieben:...und wie ich damit umgehe, hat das für mich keine Abschottung zur Folge, eher das Gegenteil. Dann hab ich das Gefühl, was immer mir jetzt entgegengebracht wird, ich finde einen Weg, es so zu händeln, dass es mich eben nicht nachhaltig verletzt oder anderweitig aus der Bahn wirft.

Hmmmh, aber das passiert für dich alleine, oder?
Der andere wird nicht mit einbezogen, also schließt du ihn aus?
Kein Nachfragen, keine gemeinsame Analyse, keine Auseinandersetzung und schon gar kein Streit, wenn Dinge nicht sofort für dich erklärbar sind und sich "gut anfühlen"...
Ist eine mögliche Verbindung zum Scheitern verurteilt, wenn Steine im Weg liegen, die nur von seiner Seite aus wegzuräumen wären?
Gehe ich damit nicht davon aus, dass er daran sowieso kein Interesse hat und woher weiß ich das, wenn ich alles mit mir selbst ausmache?

Doch, ich würde das schon als eine Art der Abschottung bezeichnen.

Velvet hat geschrieben:Ich verstehe aber auch dein Bedürfnis, vom Botschafter zu versuchen zu bekommen, was du hierfür brauchst:

Uuuaah, ganz fiese Rahmung! icon_winkle
Hier fühle ich mich total missverstanden. _gruebel_

Vielleicht ist genau das der Punkt: das BRAUCHEN... ?

Ich spekulier mal ganz allgemein, was ich mir so darunter vorstelle, was Mensch von/mit anderen Menschen braucht und wie es schief laufen kann (bitte nicht als Projektion auf irgendwen verstehen):

Als (junger) Mensch brauche ich Zuwendung, will Zuwendung geben und freue mich auf aktiven Austausch, der ruhig mal ruckelig sein kann, aber in dem beide aktiv aneinander interessiert sind, sich ernst nehmen, in dem ganz viel statt findet und man sich trotz Auseinandersetzungen einfach gern hat und immer wieder aufeinander zugeht.

Dann mache ich die Erfahrung, dass man selbst das lebt, aber vom Gegenüber nichts dergleichen zurück kommt, er macht es sich noch sehr bequem mit all den schönen Dingen, die er bekommt, würde von sich aus nichts dergleichen tun und wenn man dann das Gespräch sucht, wird es richtig eklig.
Er windet sich, argumentiert haarsträubend, lässt sich widerwillig auf dann "Angemahntes" ein und zeigt das auch noch deutlich, wenn er sich dazu dann doch vor lauter Druck "erpressen lässt". )/898u

Diese Erfahrung machen viele Frauen (behaupte ich jetzt einfach mal, weil es in meinem Leben tatsächlich fast immer Frauen waren).

Was war das dann?
Ein wichtiger Lernschritt, dass man Menschen nicht mehr einbeziehen sollte, nur noch auf sich schaut?
Weil man sich mit einem A... abgegeben und ihn ernst genommen hat, sich an ihm abgearbeitet und sich erschöpft hat?
Sollte dieser Mensch dann wirklich das Maß aller Dinge im weiteren Leben sein?

Denn der nächste Schritt ist auf jeden Fall von ihm vorgegeben: man braucht Ruhe, muss wieder aus dem Nebel, den er verbreitet hat, zu sich finden und vielleicht wieder von ganz unten lernen, was man selbst mag, will, braucht...
Ich finde das gut und wichtig - eben eine Zeitlang...
Aber auf Dauer?

Das möchte ich mir einfach nicht antun und würde ihm auch nicht diese Macht geben wollen.
Mein Schluss wäre: er war ein Fehlgriff - meine schlechte Entscheidung!
Ich habe mich auf jemanden eingelassen, der nicht gut für mich war, habe es mitgemacht, mich auf seine Argumentation eingelassen und mich an ihr müde gekämpft, bin aus Angst, Bequemlichkeit, etc. bei ihm geblieben, obwohl ich hätte gehen sollen...
Das ist mein Anteil an dem ganzen und meine Verantwortung, sie hat nichts mit seiner zu tun, aber ich beobachte seinen Anteil als das, was er ist und beziehe ihn als den Part ein, an dem ich nichts habe (und hätte) ändern können - und das bleibt seine Verantwortung.

Möchte ich daraus aber den Schluss ziehen, dass sich auch andere Menschen, wenn es komplizierter wird, niemals bewegen, weil sie dazu pauschal unfähig und unwillig sind?
Bin ich es u.U. durch ihn nun auch geworden, unwillig mich auf das einzulassen, was evtl. nur eine unterschiedliche Auffassung sein könnte, die sich miteinander klären ließe ?

Ich finde, du hast Recht: man MUSS sich nicht mehr auf Menschen einlassen, wenn es kompliziert wird, aber ich fände es für mich schön, mir selbst die Erlaubnis zu geben und den Mut zu haben, es wieder zu DÜRFEN.
Denn für mich gehört das Komplizierte und Komplexe zum Leben dazu.
Ich fände es gut, anderen Menschen nicht sofort ihre Verantwortung bei der Bestimmung von Botschaften zu nehmen, indem ich sie komplett für mich annektiere.
Und ihnen so auch keine Chance mehr gebe, weil mich ein Mensch (u.U. auch mehrere, wenn ich es als Kind auch so erfahren habe) in diese Richtung gedrängt hat.

Und auch hier bitte wieder: die Fragen, die ich im Text stelle, sind rhetorisch gedacht, auch an mich selbst gerichtet.
Ich erwarte keine Antworten... :-)

Viele Grüße,
Jamania _Mij_
Jamania
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