"Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Jamania » Do 29. Mär 2018, 07:04

Hallo cindy sun,
cindy sun hat geschrieben:Der Empfänger bestimmt die Botschaft. Und sonst niemand.
Ich, und nur ich bestimme, wie ich mit dem Gesagten umgehe. Erst werte ich, dann reagiere ich, wobei das Werten oftmals unbewusst geschieht und von daher wohl dem Sender Verantwortung gibt. Trotzdem ist es meine ganz eigene Einstellung, wie ich mit einer Botschaft umgehe. Anders lässt es sich wohl auch nicht erklären, dass wenn ich 10 Personen dasselbe sage, dennoch fast alle ganz unterschiedlich darauf reagieren.

Ich schalte mich noch einmal ein, denn da du ja durch dein Hervorheben und Zustimmen zu einer Seite diese Unterteilung in für dich richtig oder falsch, stimmig oder nicht machst, möchte ich gerne meine Seite wiederholen, weil sie sich durch das Zitierte oben missinterpretiert fühlt - mal wieder icon_winkle

Ich verstehe dein "trotzdem" nicht, es liest sich so, als wäre das für dich der Punkt, an dem du nur Velvet zustimmen kannst und die andere Sichtweise ablehnst, daher noch einmal zusammengefasst meine Meinung dazu:
Jamania hat geschrieben:Die Reaktion ist für mich tatsächlich eindeutig in der Verantwortung des Empfängers.

Jamania hat geschrieben:Die Botschaft löst was in dir aus, das kannst du also doch gar nicht ändern, oder?
Wie du damit umgehst schon,....

Ich spare mir jetzt die anderen Stellen, an denen ich geschrieben habe, dass "Ich, und nur ich bestimme, wie ich mit dem Gesagten umgehe."
Das Werten ist aber genau der Punkt, um den es mir ging und das für mich die Keimzelle jeder Interaktion ist und deren Werdegang "bestimmt".
Und das meist vorgibt, wohin eine Reaktion gehen wird.
Es geht eben darum, dass der Empfänger die "Botschaft bestimmt", also "wertet" und das liegt eindeutig vor der "Reaktion", dem Handeln oder darauf Reagieren.

So, und da gibt es auf einer Skala eben alle möglichen Einstellungen, wie viel oder wenig man jeweils Sender und Empfänger bei der "Wertung" einfließen lässt, auch wie bewusst/unbewusst das Ganze abläuft.
Ich gehe weiter davon aus, dass es einen relativ großen Normbereich gibt, in dem man beides zusammen macht, auch mal den anderen zu ernst nimmt, mal sich selbst, aber sich das immer wieder einpendelt, also keine große Religion draus gemacht wird.

Dann gibt es für mich den ungesunden Bereich, in dem ein Sender fast alles bestimmt und der Empfänger nichts eigenes entgegen zu setzen hat (es vielleicht auch nicht darf) und sich auch in seinen (Re-)Aktionen fügt.
Der ist hier in einem HS-Forum sehr oft vertreten und wird m.M. nach als so verbreitet angesehen, dass es für mich den "normalen" Normzustand in eine überhöhte Form bringt.
Wo auf einmal das Gefühl wie in einem Befreiungsschlag meint jetzt endlich atmen zu können und wie ein kleines Kind feststellt, dass man selbst so viel denken, fühlen und leben "darf" und das jetzt auch nicht wieder hergeben will (zu Recht!).

Aber eigentlich ist es nichts anderes als ganz normales Leben, das andere Menschen vielleicht nicht so zu würdigen wissen, vielleicht aber auch einfach nur ganz selbstverständlich und selbst bestimmt leben.

Ich kann nachempfinden, diese Gefühle zu haben, aber bei mir gibt es dabei auch den Bereich wo es ins Rote geht und der ist echt sehr verbreitet, ich habe da im rl einige Erfahrungen sammeln können (auch Seesterns Beitrag bezog sich ja darauf).
Das passiert einfach da, wo sich keine Normalität einstellt, sondern immer weiter an diesem "Glücksgefühl" endlich frei atmen zu können festgehalten wird, auch wenn es schon lange keine Glücksgefühle mehr produziert, sondern einen nur in ein neues Gefängnis sperrt: eins, in dem der eigene Schutz allerhöchste Priorität hat, sich keinem Risiko mehr aussetzt und daher alle Anderen vor allem eins sind: eine Gefahr, dass einem das, was man jetzt hat, wieder genommen wird.
Dass NUR man selbst sich das geben kann, was wichtig, gut und richtig im Leben ist.

Es ist für mich fast immer mit einer neuen Art von Ich-Spiritualität gekoppelt, oft auch mit dem Rückhalt einer Gruppe "Gleichfühlender" aufgetreten, verbunden mit so Dingen wie: "nur noch IN SICH HINEIN FÜHLEN, was einem guttut" oder jetzt nur noch Seelenverwandte oder Menschen, die genau so denken und fühlen wie man selbst in sein Leben lassen zu wollen, ein Leben in vollkommener Harmonie anstreben und alles, was dem auch nur ansatzweise mal in den Weg tritt als böse und zu vermeiden ansieht.
Alles in Dosen bestimmt auch nicht verwerflich - als perfektionierte Lebenshaltung aber mehr als bedenklich.

Denn nur noch um sich und seine Mängel, seine (noch nicht gestillten) Bedürfnisse, seine Gefühle zu kreisen kann nicht gut sein, auch für sich selbst nicht (für Menschen, die mit einem zu tun haben und Normalität wollen, kann sowas sogar der reine Psychoterror werden)

Allein schon aus dem Grund finde ich es auch wieder sehr gut, eine gewisse Verantwortung an den Sender abgeben und seinen Blick bei der Wertung auch weg von sich richten zu können.
Ein Beispiel hatte ich ja bereits hier geschrieben:
Jamania hat geschrieben:Aber wenn sie etwas in dir auslöst und das hat tatsächlich eher damit zu tun, dass z.B. ein Mensch sich dir gegenüber schon diverse Male fies verhalten oder Sachen geäußert hat, die dich und dein Verhalten oder deine Aktivitäten z.B. hier passiv niedergemacht haben, dann fände ich es ok, die Verantwortung auch dahin zu schieben und sich nicht mit im schlimmsten Fall Fragen zu quälen, warum ich - jetzt mal als Beispiel - mich "immer so schnell verletzt fühle".

Viele Grüße,
Jamania
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 29. Mär 2018, 07:58

Hallo Jamania,

also jetzt schalte ich mich doch auch noch mal ein:

Meinst du wirklich, dass deine Differenzierungen und Relativierungen hier von irgend einem "Empfänger" verstanden werden, oder wenn vielleicht verstanden, dann auch zugelassen werden? _nüxweiss_
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Jamania » Do 29. Mär 2018, 08:27

Hi Anima, :-)
ja, ich glaube tatsächlich, dass ein HS-Forum diese Vielfalt bietet.
Habe ich schon mehrmals erfahren und neben totaler Ablehnung, sogar Angriff ja auch immer wieder Zustimmung erfahren.
Also durchaus die Vielfalt, die ich als gut ansehe und die sich auch mit meiner Einschätzung der HS-Geschichte als Auffangbecken für alles mögliche deckt. :-)

Ich hatte schon wirklich tolle Diskussionen und letztendlich ja auch genau die Möglichkeit das auszuprobieren und zu leben, von dem ich schreibe, eben nicht nur mit Rückenwind und ohne Anstrengung zu segeln, sondern auch Gegenwind als gut und bereichernd zu sehen.

Es muss auch nicht immer die andere Meinung sein, die mich dabei weiter bringt, aber ist es halt manchmal auch - oder eine Erweiterung der Perspektiven, wie hier geschehen.
Manchmal aber auch nur die Möglichkeit üben zu dürfen, seine Position weiter durch den Gegenwind zu manövrieren.
Denn ich habe für mich fest gestellt, dass das nichts ist, das man einfach so "kann", sondern dass man es üben muss.
(Oder es total ablehnt icon_winkle , weil es bei den Malen, wo man es dann mal versucht, noch nicht gut klappt und man es deshalb verteufelt, anstatt zu sagen: "ich muss noch üben"!)

Und da finde ich dieses Umfeld hier ein faires und gutes für, auch wenn ich das nicht in jedem Einzelfall so empfinde. :-)

Viele Grüße, _Mij_
Jamania
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 29. Mär 2018, 08:50

1güt :-)
Zuletzt geändert von Anima (Lufthauch) am Do 29. Mär 2018, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Seestern » Do 29. Mär 2018, 09:52

Jamania hat geschrieben:
Das passiert einfach da, wo sich keine Normalität einstellt, sondern immer weiter an diesem "Glücksgefühl" endlich frei atmen zu können festgehalten wird, auch wenn es schon lange keine Glücksgefühle mehr produziert, sondern einen nur in ein neues Gefängnis sperrt: eins, in dem der eigene Schutz allerhöchste Priorität hat, sich keinem Risiko mehr aussetzt und daher alle Anderen vor allem eins sind: eine Gefahr, dass einem das, was man jetzt hat, wieder genommen wird.
Dass NUR man selbst sich das geben kann, was wichtig, gut und richtig im Leben ist.

Es ist für mich fast immer mit einer neuen Art von Ich-Spiritualität gekoppelt, oft auch mit dem Rückhalt einer Gruppe "Gleichfühlender" aufgetreten, verbunden mit so Dingen wie: "nur noch IN SICH HINEIN FÜHLEN, was einem guttut" oder jetzt nur noch Seelenverwandte oder Menschen, die genau so denken und fühlen wie man selbst in sein Leben lassen zu wollen, ein Leben in vollkommener Harmonie anstreben und alles, was dem auch nur ansatzweise mal in den Weg tritt als böse und zu vermeiden ansieht.
Alles in Dosen bestimmt auch nicht verwerflich - als perfektionierte Lebenshaltung aber mehr als bedenklich.

Denn nur noch um sich und seine Mängel, seine (noch nicht gestillten) Bedürfnisse, seine Gefühle zu kreisen kann nicht gut sein, auch für sich selbst nicht (für Menschen, die mit einem zu tun haben und Normalität wollen, kann sowas sogar der reine Psychoterror werden)


Hi!

Keine Ahnung, ob folgendes hier passt, da es eher eigene Erfahrungen sind, aber auch das erinnert mich an die ehemalige Freundin.
Ich habe sie nach längerer Zeit zufällig in der Bibliothek wiedergetroffen. Sie schlug ein Treffen vor und ich lud sie spontan zu unserer bevorstehenden Wohnungseinweihungsfeier ein. Ein paar Tage vorher rief sie mehrfach an und wollte ganz genau wissen, wer alles kommt, was die anderen Gäste beruflich machen, wie viele Männer dabei sind, usw. Ich sagte ihr, dass ich nicht enttäuscht wäre, wenn sie nicht käme und wir uns alleine mal wiedertreffen, da ich ja wusste, dass sie sehr ängstlich ist. Jedenfalls ging ihre Fragerei über das normale Maß hinaus, so als würde ich die letzten Chaoten kennen, die nicht gut genug für sie oder gemein zu ihr wären. Mit jeder ihrer weiteren bohrenden Fragen hatte ich das Gefühl, dass es nicht mehr unsere Party ist, sondern ihre und dass ich nicht die "richtigen" Menschen kenne. So viel zu "Telefonpsychoterror". Es sind allerdings viel schlimmere Dinge vorgefallen, aber alleine diese unterschwelligen Botschaften, dass meine Freunde ihr etwas tun könnten, fand ich dann sehr verletzend. Als ich ihr es gesagt habe wie ich mich dabei fühle, hat sie nur wieder ausgeteilt, obwohl sie von sich überzeugt ist, hochsensibel zu sein. Sie ist aber überhaupt nicht in der Lage, sich in anderen Menschen hineinzuversetzen.

Ist Hochsensibilität immer eine Folge von einer PTBS? Die Beschreibungen in Büchern und bei Wikipedia geben viel mehr her, finde ich.
Seestern
 

Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Herbststurm » Do 29. Mär 2018, 09:55

Jamania hat geschrieben:Hi Anima, :-)
ja, ich glaube tatsächlich, dass ein HS-Forum diese Vielfalt bietet.
Habe ich schon mehrmals erfahren und neben totaler Ablehnung, sogar Angriff ja auch immer wieder Zustimmung erfahren.
Also durchaus die Vielfalt, die ich als gut ansehe und die sich auch mit meiner Einschätzung der HS-Geschichte als Auffangbecken für alles mögliche deckt. :-)

Ich hatte schon wirklich tolle Diskussionen und letztendlich ja auch genau die Möglichkeit das auszuprobieren und zu leben, von dem ich schreibe, eben nicht nur mit Rückenwind und ohne Anstrengung zu segeln, sondern auch Gegenwind als gut und bereichernd zu sehen.

Es muss auch nicht immer die andere Meinung sein, die mich dabei weiter bringt, aber ist es halt manchmal auch - oder eine Erweiterung der Perspektiven, wie hier geschehen.
Manchmal aber auch nur die Möglichkeit üben zu dürfen, seine Position weiter durch den Gegenwind zu manövrieren.
Denn ich habe für mich fest gestellt, dass das nichts ist, das man einfach so "kann", sondern dass man es üben muss.
(Oder es total ablehnt icon_winkle , weil es bei den Malen, wo man es dann mal versucht, noch nicht gut klappt und man es deshalb verteufelt, anstatt zu sagen: "ich muss noch üben"!)

Und da finde ich dieses Umfeld hier ein faires und gutes für, auch wenn ich das nicht in jedem Einzelfall so empfinde. :-)

Viele Grüße, _Mij_
Jamania


Ich lerne gerade sehr viel von dir. Danke ;-).

Herzlich,
Herbststurm
Gerade heute....
....ärgere dich nicht.
....sorge dich nicht.
....sei mit Dankbarkeit erfüllt.
....arbeite ehrlich und hart (an dir selbst)
....sei dankbar für alles was lebt.
Herbststurm
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Source » Do 29. Mär 2018, 10:37

Hallo zusammen,

wenn wir schon dabei sind herauszufiltern, was wir aus dem Thema gelernt haben, kann ich nur sagen: Mir ist gerade (mal wieder) klar geworden, wie wichtig es ist, bei mir zu bleiben und herauszufiltern, was die Botschaft mit mir zu tun hat und was ich vielleicht hinein interpretiere.

Viele Grüße
Source
Zuletzt geändert von Source am Do 29. Mär 2018, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon cindy sun » Do 29. Mär 2018, 16:36

Jetzt habe ich gerade einen Beitrag geschrieben und falsche Taste gedrückt und alles weg _fluch_
Also auf ein Neues aber in Kurzform


Hallo Jamania,

mein Trotzdem bezog sich schlicht und einfach auf den vorherigen Satz. Nicht mehr und nicht weniger. Für mich war das beim Schreiben logisch.
cindy sun hat geschrieben:Erst werte ich, dann reagiere ich, wobei das Werten oftmals unbewusst geschieht und von daher wohl dem Sender Verantwortung gibt. Trotzdem ist es meine ganz eigene Einstellung, wie ich mit einer Botschaft umgehe.
Trotz dass ich unbewusst reagiere, Verantwortung abgebe/ vielleicht abgeben möchte, ist es meine Einstellung, wie ich mit der Botschaft umgehe. Auch wenn ich es nicht einsehe/ einsehen kann. Trotzdem. Das war damit für mich gemeint.

Wie ich jetzt feststelle, habe ich mich da wohl nicht klar genug ausgedrückt. Daher danke für deine Frage, so konnte ich das hoffentlich klären.


Außerdem möchte ich mich bedanken, dass du das Thema noch einmal in deine Worte zusammengefasst hast. Dieses Mal habe ich wohl wirklich verstanden, worum es dir geht. Bis zu dem (Schluss)Punkt stimme ich dir auch weitestgehend zu.
Allerdings unterscheidet sich unser Umgang was Schlussfolgerungen und Konsequenzen angeht teilweise doch erheblich. Was das betrifft, werden wir durch unsere doch recht unterschiedlichen Herangehensweisen mit dem Thema da wohl keinen gemeinsamen Nenner finden.


Rest kommt sobald ich Zeit dafür habe.


LG, cindy
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Fr 30. Mär 2018, 06:26

Guten Morgen, Seestern,


Es ist umso schwieriger sich von jemanden zu lösen, der einem sehr nah steht oder mit dem man aufwächst, also wenn sich vielleicht Eltern so extrem verhalten, dass das Kind in der Empfängerrolle hilflos zurückbleibt.


Ja, auf alle Fälle. Ein Kind ist dem Ganzen völlig ausgeliefert und entwickelt die verzwicktesten und oft tragischsten Mechanismen, um sich unerklärbares Verhalten seiner Eltern/Umfeld erklärbar zu machen. Und oftmals prägen sie sich derart ein, dass sie weit bis ins Erwachsenenleben wirken,obwohl sie dann mehr zerstören als bewahren. Wie du auch im Beispiel deiner Freundin schreibst.
Ich hatte das aus der Sicht des Erwachsenen geschrieben, das Thema Botschaft-Empfänger aus Kindersicht ist da ganz sicher nochmal extra zu sehen.

Ich fühlte mich zeitweise etwas alleine und verloren, meine Freundin kannte ich schon von Früher aus der Schule...


Ja, das kann ich verstehen.


Die ehemalige Freundin war auch eher ein krasses Beispiel, aber trotzdem eine sehr traurige Erfahrung, da sie ja auch sehr tolle Seiten hat. Es ist eine emotionales Dilemma, welches scheinbar schwer lösbar ist, selbst wenn man es logisch betrachtet nachvollziehe kann. Ich denke es kommt auch darauf an, wie oft und wie lange man als missinterpretierter Sender (absichtlich) missverstande wurde, denn so etwas prägt.


Ja, es prägt und kann eben bis hin zu psychischen/physischen Störungen/Erkrankungen führen. Das darf man bei aller Empathie, Verständnis und Zuneigung nicht vergessen, denk´ich. Und allein Hochsensibilität ist keine Störung oder gar Krankheit, die sich in solchem Maße ausdrücken würde, wie in den Beispielen, von denen wir gerade reden.


Ja, das ist die logische und emotionale Konsequenz. Ich für mich habe allerdings beschlossen, mich trotzdem weiterhin zu bemühen für andere offen zu sein, denn damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Die Sender-Empfänger-Konstellation sehe ich als eine Dynamik oder Interaktion.



Ja! Das sehe ich auch so. Da würde man sich ja selbst so viel nehmen, wenn man aus solchen Begegnungen auf alle weiteren schließt. Und wie du sagst, es sind Extreme, von denen wir gerade reden. Und, je mehr Erfahrungen man mMn im Zwischenmenschlichen sammelt, angenehme wie auch unangenehme, um so selbstsicherer und eben auch offener/angstfreier und dementsprechend vorbehaltloser kann man anderen Menschen gegenübertreten. :-)

Viele Grüße!
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Re: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft" !?

Beitragvon Velvet » Fr 30. Mär 2018, 06:31

Hallo cindy sun,

vielen Dank auch für deine Rückmeldung :).
(Ungeachtet der Diskussion, die sich daraufhin entwickelt hat.)

Mir ist es nochmal wichtig zu betonen, dass das, wovon ich schreibe etwas ist, was sich aus meinem persönlichen Lebensweg entwickelt hat, aus dem, was mich prägte und dem, zu was/wem mich das alles gemacht hat. Soll heißen, für mich selbst fühlt sich das stimmig und gut an, soll aber nicht heißen, dass das für irgendwen anderen ebensolche Bedeutung haben könnte/würde oder sollte. Was mir hilfreich ist, könnte für jeden anderen auch das ganze Gegenteil bedeuten.


Und doch ist da noch immer ein verletzter Teil in mit, der das so nicht annehmen kann und möchte. Der einen Verantwortlichen sucht für sein Befinden.



Es gibt Dinge, die mein Befinden beeinflusst haben, für die ich nicht (mehr) die Verantwortung übernehme. Geschehnisse für die ich nichts konnte und ich keinerlei Möglichkeiten hatte, mich ihnen zu entziehen. In diesem Kontext war es für mich sehr heilsam, die Verantwortung denjenigen zurückzugeben, die sie tatsächlich und ganz allein hatten.


Was jedoch das Botschaft-Empfängerding angeht und in meiner heutigen Situation, übernehme ich für mich die Verantwortung was Interpretation und Aktion/Reaktion betrifft.
Was ich darunter verstehe, hatte ich ja in vorherigen Beiträgen versucht zu schildern.

Mein Anliegen ist zu sagen, dass das Thema (Selbst)Verantwortlichkeit ein sehr, sehr großes und spezifisch-persönliches ist, für dessen Umgang damit es kein Patentrezept gibt.
Ich habe über viele Jahre gelernt und lerne noch, damit für mich die passende Abstimmung/Regelung zu finden.

Und was ich da heute für mich als erleichternd empfinde, kann mir morgen vielleicht schon wieder das Leben erschweren. Dann muss ich wieder basteln, Neues sammeln, umdenken. Das ist alles nichts Feststehendes und immer auch im Wachsen und Entwickeln begriffen.


Nichtsdestotrotz freue ich mich aber, wenn die Beschreibung meiner Welt einer anderen Anregung, Impuls oder was auch immer sein kann :-)

Viele Grüße!
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