Die Angst vor dem "erblinden"

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Die Angst vor dem "erblinden"

Beitragvon Sabo » Sa 8. Aug 2015, 04:02

Die Welt ist schön und hässlich. Die Welt ist voller Hoffnung und mehr Traurigkeit und Resignation.Die Welt ist so,wie wir sie betrachten. Unserer Welt ist ein subjektives Gefägnis in dem wir für immer eingesperrt sind und jeder nimmt die Welt ein Stück anders war, was natürlich nicht bedeutet,dass es keine objektive Realität gibt.
Es gibt diese Realität, die auch von vielen Welten immer gleich aussehen wird, auch wenn das manche nicht akzeptieren wollen.
Was mich angeht...ich habe beide Welten akzeptieret die Subjektive und die Objektive.
Ich bin zwar immer noch ein kindischer Träumer, aber erkenne diese nun auch als diese an.
Aus der Perspektive vieler subjektiven Welten bin ich ein ziemlicher Versager und kein guter Mensch.
Ich liege im Dreck und betrachte die Welt um mich, mit aufgerissenen Augen.
Viele sind so überzeugt von sich und glauben sie seien im Recht.Sie Stellen ihren Glauben als Wahrheit und ihre Meinung als Tatsache dar.
All diese Religionen,Idealien,Lebensphilosophien,Sichtweisen,Meinungeen....all diese Menschen....all diese subjektiven Welten...alle sind so überzeugt...
Dabei liegen viele auch wie ich im Dreck und sie haben die Augen geschlossen und lächeln.

"Mach die Augen auf", sag ich...."Mach die Augen auf", wünsche ich mir.
Aber viele machen es nicht. Viele werden es nie machen.
Es gibt diesen Spruch der besagt,dass jeder von uns ein Stück "Ich will die Welt retten" in sich trägt und das es okay ist,wenn man nur eine Person retten kann...und das es okay ist,wenn man selbst diese Person ist.
Daher wende ich meinen Blick ab und reisse meine Augen weiter auf. Auch wenn ich nur für einen kurzen Augenblick den Schatten dieser objektiven Realität sehen kann bin ich schon zufrieden.Es ist okay im Dreck zu liegen,solange ich erkennen kann wo ich bin.
Daher reisse ich weiter meine Augen auf auch wenn ich sie immer schwerer werden,denn das ist schlussendlich alles was ich habe.
Ich reisse meine Augen auf,um nur für einen kurzen Moment einen Blick auf die Welt ausserhalb des Gefägnis zu erhaschen,denn das ist schlussendlich alles was ich brauche.
Und ich schaue mit traurigen Augen, auf die Menschen die neben mir im Dreck liegen und ihre Augen fast so verzweifelt zudrücken wie ich meine aufreisse und ich frage mich.....
Was ist wenn ich meine Augen geschlossen habe? Was ist wenn ich blind bin,was ist wenn ich trotz allem nicht sehen kann.
Daher reisse ich verzweifelt meine Augen weiter auf und meine grösste Angst ist,dass mich in diesem Moment traurige Augenpaare betrachten und sich fragen,warum ich meine Augen so fest zudrücke.

Versucht ihr einen Blick auf die Welt zu erhaschen,habt ihr eure Augen offen und wenn ja...woher seid ihr euch so sicher,dass ihr eure Augen wirklich offen habt?
Der Segen und Fluch eines Skeptikers ist der Zweifel an sich selbst.
Sabo
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Re: Die Angst vor dem "erblinden"

Beitragvon Waldtänzerin » Sa 8. Aug 2015, 08:02

Versucht ihr einen Blick auf die Welt zu erhaschen,habt ihr eure Augen offen und wenn ja...woher seid ihr euch so sicher,dass ihr eure Augen wirklich offen habt?


Sicher bin ich nicht. Ich versuche die Augen offen zu halten; ich habe manchmal eher den Eindruck, dass das Verschließen nicht klappt. Aber ich kann ja nicht mal beurteilen, ob ich nicht hier schon einer Illusion aufliege.


Ich mag dein Geschriebenes. Für mich ist da eine gewisse Verzweiflung spürbar. In einer Welt zwischen Blinden (oder ist auch das eine Illusion? Woher weiß ich das?) ... oder eher anders Sehenden? ... auf jeden Fall allein und keinen scheint es zu interessieren, was mit unserer Welt passiert und ändern, geht auch nicht, weil man ja mit sich selbst noch nicht mal klar kommt. Vielleicht schließen andere nur kurz die Augen, um Kraft zu tanken? Tue ich das doch auch manchmal .. ?! Oder denke ich, ich habe sie offen, und träume nur mein Leben ... lässt sich das überhaupt beurteilen und muss es beurteilt werden?

nachdenkliche Grüße
Waldtänzerin
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
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Re: Die Angst vor dem "erblinden"

Beitragvon Eleonora » Di 11. Aug 2015, 20:59

Hallo ihr beiden,

Dein langer Text klingt sehr resigniert, sehr verzweifelt. Du machst Dir viele Gedanken über subjektiv und objektiv und was Wahrheit ist und was nicht. Mir geht es ähnlich, wenn ich mich sehr oft frage, ob die Meinung der anderen um mich herum nicht berechtigter ist. Ob sie nicht vielleicht recht haben im Gegensatz zu mir und immer wenn ich mir mit etwas sicher bin, kommt jemand daher, der meint, es besser zu wissen und versucht, mein ganzes Gedankengebäude einzureißen. Tatsächlich muss man sich die Frage stellen, ob man sich bei dieser Selbstunsicherheit nicht allzu sehr mit Narzissten umgeben hat, diese magisch anzieht, weil man ihnen vielleicht gerne beipflichtet?

Ob es eine objektive Realität gibt, ist eine sehr wichtige und stark diskutierte Frage. Und tatsächlich - sie wurde nie eindeutig beantwortet! Aber wie soll man auch - denn den einzigen Blick, den man auf die Welt hat, ist der eigene und den wird man nicht einfach ablegen können. Ich denke, dass jede Realität einen Wahrheitsanspruch hat. Die Realität Deiner Mitmenschen lässt sich nicht einfach verneinen, indem Du ihnen vorwirfst, blind zu sein. Aber auch Deine eigene Realität muss sich nicht erst dadurch begründen, indem Du betonst, die Augen offen zu haben. Realitäten können sich wandeln, Ansichten und Meinungen können sich ändern, aber ich denke, dass die jeweilige Ansicht in einem bestimmten Moment in sich geschlossen und absolut ist, aus welchen Gründen sie sich auch immer zusammensetzen mag.

Wichtig ist, glaube ich, dass man sich selbst einen Platz in der Welt einräumt, auch, wenn er anderen Menschen vielleicht nicht gefällt. Die Anderen haben für sich recht, Du hast für Dich recht, ich habe für mich recht. Und was Wahrheit ist und was nicht, kann man auch nur für sich selbst herausfinden, denn sonst wäre es ja keine Wahrheit mehr, wenn es nicht einen Betrachter gibt, der ein bestimmtes Verhältnis als "wahr" bezeichnet.
Eleonora
 

Re: Die Angst vor dem "erblinden"

Beitragvon Adama » Mi 16. Sep 2015, 15:21

Sabo hat geschrieben: (...) Ich bin zwar immer noch ein kindischer Träumer, aber erkenne diese nun auch als diese an.
Aus der Perspektive vieler subjektiven Welten bin ich ein ziemlicher Versager und kein guter Mensch.
Ich liege im Dreck und betrachte die Welt um mich, mit aufgerissenen Augen. (...)


Wer im Dreck liegt, kann nicht mehr fallen! icon_winkle

Du hast lediglich zwei Möglichkeiten, im Dreck liegend: entweder Du spürst, wie der widerliche Schlamm kalt durch Deine Kleidung kriecht oder Du blickst Die um im Dreck und siehst vielleicht ein wunderschönes Blümchen da unten im Dreck, wie es sich unverzagt der Sonne entgegen reckt. Nur Du der im Dreck liegt, wirst es sehen können, die da oben am Sonnenplatz nicht. Als Träumer wurde Dir ein wertvolles Geschenk mitgegeben, Du hast damit einen Vorteil denn Du kannst nicht nur sehen, Du kannst beeinflussen, was Du sehen möchtest. Und manchmal (das funktioniert aber nur im Dreck) wirst Du eine Deckungsgleichheit feststellen, wenn Du das Blümchen nicht nur sehen kannst, sondern es berühren kannst.

Du bezeichnest Dich als schlechter Mensch als Versager aber nur im Dreck kannst Du sehen wie die Welt unten aussieht, oben wirst Du keine gute Moral und Ethik entwickeln können das geht nur unten! verstehe es als Prüfung: Du blickst um Dich und siehst jemanden, den es noch schlechter geht als Dir. Was wirst Du tun? Ihn ausplündern, damit es Dir besser geht oder aber ihm Deine Hand reichen und ihm helfen? Hier trennt sich die Spreu vom Korn nicht da oben! Löst Du diese Aufgabe richtig, dann wirst Du besser sehen können als jemals zu vor!
Adama
 



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