erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon sissipha » So 9. Sep 2018, 13:21

Ihr Lieben, eine lange Zugfahrt habe ich gebraucht, um zu verstehen, was hier geschehen ist.
Einerseits ist es bestimmt die Brisanz dieses Generations - Themas, andererseits war es vermutlich zu dicht,
sowohl für euch als auch für mich.
Einen solchen "Sturm" an Gefühlen, die sich konkret über mich ergossen, hatte ich einfach nicht erwartet.
Ich hatte Mühe, das zu verarbeiten.
Ich fühlte mich klein, unverstanden und ungerechtfertigt "geschlagen" (mit Worten).
Heute Morgen hatte ich nun endlich verstanden:
Solche "verbalen Übergriffe" kenne ich von meiner Mutter. Das war einer der Gründe, warum ich sie verlassen mußte.
Und so schien mir ein "Kontaktabbruch" in diesem Thread die einzige Möglichkeit, mich zu schützen.

Soll das nun immer so weitergehen? Wir schlagen uns, bestenfalls "nur" mit Worten, brechen dann den Kontakt ab und fühlen
uns wiedermal bestätigt im Anderssein und "Niemals - Verstanden" werden?
Liebe Velvet, ich kenne dein Gesicht und deine Geschichte nicht, ich weiß nicht, wie alt du bist und was deine jetzige
Lebenssituation ist.
Ich habe gelesen, dass du an einigen Stellen Osho zitierst und interpretierst, was meinst du, was hätte er denn zu der Dynamik
unserer virtuellen Begegnung gesagt, wenn wir ihn fragen könnten ??
Er liebte solche Fragen.
Ich jedenfalls wünsche dir von Herzen eine kluge und gesunde Zukunft.

Ich teile meine privaten Gedanken hier öffentlich, weil ich einen Herzenswunsch habe:
Ich möchte mit meinen bescheidenen Möglichkeiten dazu beitragen, dass solche Begegnungen (auch virtuell) nicht mehr stattfinden müssen. Ich wünsche mir einen lebendigen und konstruktiven Austausch zwischen den Generationen.
Ach, seufz, ich weiß, dass ich naiv und gutgläubig bin und mich angreifbar mache, wenn ich mein Herz öffne.
Aber ich kann nicht anders.
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon Nefertiri » So 9. Sep 2018, 18:15

Hallo sissipha,

das Prolem bei einem Austausch ist aber leider, dass dazu immer zwei gehören. Und nicht irgendwelche zwei,sondern die Betroffenen. Ich kann nicht ändern, wenn der andere nicht will oder kann. Ich kann weder die Rollen tauschen und den anderen Erziehen noch ihn dazu zwingen, gegen seinen Willen sich zu öffnen.

Egal mir wie vielen anderen Menschen ich spreche, ich kann diese Sache nur im Kopf für mich klären, wass allerdings auch schon hilfreich ist. Der Bauch bleibt aber grummelnd zurück und wird es immer tun, solange dieser andere nicht bereit ist und genau das macht es gerade so schwer, nicht einfach auch meine Tiraden loszutreten und meinen Gefühlen hier schriftlich Lauf zu lassen.

Bei mir geht es auch nicht um Schuld oder Groll, bei mir geht es um eine Begegnung auf Augenhöhe, die nicht stattfinden kann, weil der andere das nicht erträgt. Es verunsichert ihn offentsichtlich zu sehr und so ist Kontakt im Moment nur auf sehr distanzierte Art möglich. Es liegt nicht in meiner Macht, dieses Problem des Gegenübers zu lösen, es wäre an ihm, sich diesem Problem zu stellen. Aber, es ist so viel leichter davonzulaufen - wo wir dann wieder beim Thema sind.

Davonlaufen, Totschweigen, das habe ich als Kind gelernt. Ich habe es sehr schwer in Threapie aufgelöst und neue Wege für mich gefunden. Aber genauso habe ich gelernt, nicht mehr etwas hinterher zu laufen, dass ich nicht bekommen kann. Also ist Distanz für mich / uns der einzige Weg des Umgangs, der zur Zeit möglich ist.

Und um die Eingangsfrage noch einmal aufzunehmen, warum sollten Kinder bei ihren Eltern bleiben? Sie sollten es nicht, aus meiner Sicht. Sollen Sie ihre Flügel ausbreiten und in ihr Leben fliegen. Sie sind nicht für mich verantwortlich, sie haben genug Probleme, die sie durch ihre Geburt von mir ungefragt auf den Weg mitbekommen haben. Ich freu mich, wenn sie den Weg zu mir finden, ich freu mich auch, wenn sie es nicht tun, denn dann haben sie wohl gerade ein volles Leben. Ich habe ihnen den Schlüssel mitgegeben, der sie immer daheim einlässt - das ist genug. Ich bin ansonsten für mich und mein Wohlergehen nur selber verantwortlich.
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon sissipha » So 9. Sep 2018, 19:38

Liebe Nevertiri, du sprichst mir aus der Seele und hast mit allem, was du schreibst recht.
Alle Beteiligten müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen, sonst geht es nicht.
Und das gelingt in unserer Gesellschaft nur selten.
Warum ist das so? Das ist meine Frage.
Mal distanzieren sich die Eltern und wollen sich nicht bewegen; aberes gibt auch erwachsene
Kinder (zugegeben seltener) die sich nicht auf Gespräche einlassen wollen.
Mich interessiert einfach (auch aus eigener Betroffenheit), wie geht ihr damit um.
Aus der Sicht der erwachsenen Kinder habt ihr drei, Velvet, Cindy sun und du den Mut gehabt, euch dazu zu
äußern. Gibt es denn auch Eltern hier, die dazu eine Meinung haben?
Ich bin doch nicht die Einzige, die unter dieser Sprachlosigkeit zwischen den Generationen leidet.
Ganz besonders hochsensible Menschen müssen doch spüren, das da etwas gewaltig schief ist.

In der Antike mordeten Söhne ihre Mütter,Väter ihre Töchter, Brüder ihre Schwestern.
Frauen arbeiteten da ja wohl mehr mit Gift, Männer mit dem Schwert.
Geht uns das heute noch was an???
Ich meine ja, wir vier sind schon mal Zeuginnen für all diese Greueltaten, die auch heute noch, wie eh und je
geschehen.
Vermutlich ist mein Bedürfnis, dem ganzen einen Sinn abzugewinnen, auch nur das Gedanken - und Gefühlskonstrukt
einer alternden HSPlerin.
Danke, das ihr mir geantwortet habt.
So haben wir es wenigstens in kleinem Kreis versucht.
Ich hoffe, ich habe eure Seelenschmerzen dadurch nicht wachgerüttelt.
Einen Versuch war es mir wert.
Sissipha
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon Velvet » Mo 10. Sep 2018, 18:13

Hallo Sissipha,

ich hatte mir neulich mal einen Artikel gespeichert, ich glaube, der passt gut hier her. Vielleicht kennst du ihn auch schon: "Funkstille- wenn ein Kind seine Eltern verlässt"
https://www.fritzundfraenzi.ch/gesundhe ... sst?page=1

Es tut mir leid, dass dich meine Worte verletzt haben.

Viele Grüße
Velvet
.Einfachheit ist das Resultat der Reife. Friedrich Schiller (1759- 1805)
Velvet
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon sissipha » Mo 10. Sep 2018, 19:12

Danke für den Link
und alles Gute für dich smgp*
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon elfentraum » So 16. Sep 2018, 14:38

Hallo Ihr Lieben,
hallo sissipha,

soeben habe ich diesen Strang entdeckt. Mich beschäftigen gerade genau diese Themen.
Danke auch velvet für den Artikel, ich fand ihn sehr aufschlußreich.

Mich würde auch interessieren wie es Euch geht. Natürlich nur, wer es teilen mag.
Hat jemand den Kontakt zu den eigenen Eltern abgebrochen?
Und nach einer Weile wieder aufgenommen? Wenn ja, wie? Und hat sich was verändert?

Vor allem interessiert mich, wenn man selbst Kinder hat, haben diese auch den Kontakt abgebrochen, z.B. für eine Weile?
Oder ist der Kontakt geblieben, trotz der gleichen Vorwürfe und konntet ihr darüber reden? Erklären, verstehen, entschuldigen, gemeinsam weinen?

Ich habe vor ca. zwei Jahren den Kontakt erst zu meinen Eltern abgebrochen, dann zu meinen Geschwistern. Ich mache schon lange Therapie und habe sehr lange versucht zu sagen, wer ich bin und wie ich behandelt werden möchte....leider mit sehr mäßigem Erfolg. Seit ich den Kontakt ganz abbrach, geht es mir deutlich besser und jedes Jahr entfaltet sich mein eigenes Leben mehr und mehr....endlich.....mit 41 Jahren. 647&/

Meine Familie hat eine narzisstische Struktur, mal wurde der eine runter gemacht, mal der andere, aber das Hauptopfer war leider ich. Es folgten Jahrzehnte mit grausamen Männergeschichten, die letzte sogar mit Gewalt. Meine Familie hat stand immer auf der Seite des Mannes. Es war unfassbar grausam. Fürs erste habe ich den Absprung geschafft, aber ich rutsche immer noch oft in die Opferrolle, lasse mir schnell Abwertungen, Kritik oder Seelenmüll von anderen reindrücken, da übe ich noch jeden Tag. Es wird zwar immer besser.....aber naja, es ist schon ein mühsamer Weg. Frühestens, wenn ich das halbwegs in meinem aktuellen Umfeld geschafft habe, kann ich mir vorstellen, meiner Familie wieder gegenüberzutreten. Das wäre nochmal ein ziemliches Stück zu gehen und bis dahin werden noch ettliche Jahre vergehen.

Mittlerweile denke ich, der Kontaktabbruch ist nur der erste Schritt um sich erst einmal in Sicherheit zu bringen um zu heilen. Aber es ist auch ein Ausweichen. In mir gibt es auch einen Teil, der freut sich schon darauf den Kontakt wieder aufzunehmen und die vielen Angriffe abblitzen zu lassen. Oft habe ich nämlich noch eine irrsinnige Wut, eigentlich auf alle in diesem kaputten Familiensystem. Irgendwann, da bin ich so stark, dass ich Nein sagen kann und wieder Nein und wenn es sein muss, dann auch sehr, sehr laut: NEIN bzw. STOPP. Sollen sie ihre negativen Gedanken für sich behalten, ich trage den Müll von anderen schon mein ganzes Leben lang mit herum. Ich bin froh, dass es mir langsam besser geht, aber je mehr gesunde Freundschaften ich pflege umso mehr Einblicke bekommt man auch in gesunde Familien. Und da fühle ich mich oft um mein Leben betrogen. Wieviel leichter das alles ist, wenn Familien zusammenhalten, ganz unspektakuläre Familien im Reihenhäuschen, aber Probleme werden gemeinsam gelöst nicht gegeneinander.

Lieber Gruß
Eure
elfentraum
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon elfentraum » So 16. Sep 2018, 14:55

Ach so, das hatte ich noch vergessen. Um auf Deine Ursprungsfrage zurückzukommen, sissipha.

Ja, ich denke auch, Kontaktabbruch führt in die Einsamkeit bzw. in den Rückzug - aber da draussen ist das Leben. Ich habe das die letzten Jahre auch so mit Bekannten praktiziert. Die Abwertungen und Angriffe eine hingenommen (ich war auch überhaupt nicht in der Lage, das zu erkennen), aber dann in einer ruhigen Minute ansprechen. Selbst mit vielen Beispielen und Erklärungen war die Reaktion zu 90% die gleiche: Unverständnis, wieder Abwertungen, Schuldzuweisungen oder der Vorwurf, man wolle sich nicht verbiegen lassen. Ich denke, es ist besser direkt in der Situation (sofern man das erkennt) zu reagieren....ich spüre meist in der Situation schon, wenn was nicht gut ist, aber ich bin wie gelähmt etwas Passendes zu entgegnen.

Lieber Gruß
elfentraum
elfentraum
 

Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon sissipha » Mo 24. Sep 2018, 08:41

Liebe Elfentraum,
entschuldige, dass ich jetzt erst antworte. Ich war anderweitig sehr beschäftigt.
Es freut mich,dass du hier hergefunden hast und das Thema auch dich intensiv prägt.
Und....danke für deinen klaren Blick...deine Bereitschaft, nach Ursachen zu forschen und
dich selbst im Gefüge dieser "kranken" Familie zu sehen.
das genau ist der Weg...
Geschehen ist, was geschehen ist, nichts gilt es zu entschuldigen oder glattzubügeln.
Niemand muß irgendetwas verzeihen, am allerweigsten du, mit deiner Geschichte.
Meineserachtens ist das Verstehen der Zusammenhänge ein guter Weg zur Heilung.

Man könnte alles in der Vergangenheit ruhen lassen, wenn es nicht diese eine unglückliche
menschliche Eigenschaft gäbe:
Der Mensch wiederholt unbewußt die durch Erziehung gelernten Muster und gibt sie an
seine Kinder unreflektiert weiter.
Und das gilt es bei sich selbst zu verhindern. Das geht eben nur durch das Verstehen der Familienstrukturen
und Selbstreflektion.
Ich bin berührt von deinen Worten und deiner Klarsicht, danke
Sissipha smasz _Mij_
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon AnnLuana » Mo 1. Apr 2019, 20:42

Guten Abend Velvet,

ich finde deine Worte wundervoll.

Ich beschäftige mich momentan (leider) viel mit dem Versuch, meine Kindheit und Jugend zu bewerten... vielleicht auch einzuordnen.
Mir ist dabei plötzlich klar geworden, dass ich mich an eigentlich nichts erinnern kann, was mit mir (1./2. Schulklasse) und meiner Mutter zu tun hat.
Keine Spielsituationen, keine gemeinsame Zeit, nichts was sie mir gesagt hat...
Ich habe sonst eine sehr bildliche Vorstellung meiner Erinnerungen.
Aber wenn ich daran denke, dass ich mal als Kind (6/7) zuhause Hausaufgaben gemacht oder gelernt habe, wahrscheinlich mit meinen Eltern, dann ist da ein schwarzes Loch.
Ich suche die alte Wohnung ab, alle Räume - wo war der Platz, an dem wir saßen und Hausaufgaben gemacht haben? War es der Küchentisch?
Oh mann, ich hab ja nicht mal Erinnerungen, dass wir jemals an diesem Ort zu viert gegessen haben...

Anderes in meiner Kindheit erscheint mir so klar...

Ich glaube ich ahne, warum an diesen Orten, wo schemenhafte Erinnerungen sein sollten, nur schwarze Löcher sind.

Aber wie soll ich damit weiter umgehen? Das Verhältnis zu meinen Eltern ist intakt, nimmt aber ein sehr geringen Teil in meinem Leben ein. Phasenweise mal etwas mehr.

Icn weiß nicht, ob ich es ansprechen soll. Ob sich unser Verhältnis ändert und ob ich das überhaupt will.

Mich würde interessieren, was damals war. Aber ich befürchte dass das mit Aussagen meiner Mutter einhergeht, die ich lieber nicht hören möchte...

Liebe Grüße
Ann
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Re: erwachsene Kinder - Eltern, Nähe oder Distanz?

Beitragvon Velvet » Di 9. Apr 2019, 06:18

Hallo Ann,

dankeschön für dein Kompliment, ich freue mich da sehr darüber :).

...

Du hast viele Fragen, Zweifel, Unsicherheiten, Ängste... was deine Vergangenheit betrifft und ich kann dich gut verstehen darin. Nun kommt es darauf an, wie wichtig es dir ist und eventuell zunehmend wird, da eine gewisse Klarheit für dich hineinzubringen und was du dafür zu riskieren bereit bist.

Mir fehlen in meiner Biografie zum Teil viele Jahre der Erinnerung. Es gibt aber auch Sequenzen, die ich glasklar und detailreich erinnern kann, bis weit in die Kindheit zurück. So, wie du schreibst, ahnst du für deine Erinnerungslücken einen Grund. Ich kann dir leider nicht raten, wie du damit umgehen kannst, weil nur du selbst einzuschätzen vermagst, wie hoch dein Leidensdruck oder auch deine Neugier etc. ist, die Spuren zurückzuverfolgen und eventuell Antworten/Erklärungen für dich zu bekommen.

Ich habe mir oft gedacht, hätte es einen Weg für mich gegeben, die „Büchse der Pandorra“ zu zulassen, hätte ich´s getan. Den gab es aber nicht. Heute bin ich froh darum, weil es für mich ein Weg war und ist, auf dem mir viel Gutes widerfährt. Aber ich bezahle auch einen sehr hohen Preis für Wissen und Erkenntnisse durch´s Wieder- erinnern- müssen und die daraus zwangsläufig entstandenen Konsequenzen für mein gesamtes Leben.
Ich hätte all das lieber nicht gewusst, aber dann hätte mir ein enorm großer Teil meiner selbst gefehlt, den ich immerzu schmerzlich vermisst und bis ans Lebensende vergeblich gesucht hätte.

Man muss das wirklich für sich sehr genau abwägen.
Was mir aber bewusst geworden ist, ist, dass ich keine neuen und gesunden Wurzeln hätte schlagen können, ohne mir meiner alten und an vielen Stellen krankenden Wurzeln gewahr zu werden, tapfer hinzusehen, hinzunehmen, weiterzugehen und Neues wachsen zu lassen.

Liebe Grüße
Velvet
.Einfachheit ist das Resultat der Reife. Friedrich Schiller (1759- 1805)
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