Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

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Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon -cho- » Do 28. Nov 2013, 10:36

Hey,

oft, wenn mir jemand im Treppenhaus begegnet, grüße ich, halte in der Uni auch mal die Tür auf und sage danke, wenn mir die Tür aufgehalten wird. Aber oft ist es so, dass es einfach ignoriert wird.
In der Mensa war eine vor mir bei der Essensausgabe an der Reihe, wir wollten das selbe Gericht essen. Als das erste kam, und ich näher dran stand, wollte ich es ihr geben, weil sie ja vor mir dran war. Sie nahm sich dann einfach das nächste, was ich dann ein wenig irritierend fand. Ich wollte nur freundlich sein.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass es gar nicht so viele freundliche Menschen (was das freundlich sein in der Öffentlichkeit betrifft) gibt. Hauptsache weitergehen, mit den Gedanken woanders. Zuletzt war ich im vollen Bahnhof und ging geradeaus. Eine Frau kam mir von vorne links entgegen und wollte von mir aus gesehen nach rechts abbiegen, schaute aber nicht nach vorne. Dadurch rempelten wir uns an. Sie sagte ärgerlich: "Vorsicht!" und ich dachte mir nur, schau wo du hin läufst, dann passiert sowas nicht! Eigentlich weiche ich immer allen Leuten aus, wenn ich merke wir könnten zusammenstoßen, aber ich wollte es einfach mal testen.
Klar, es gibt unterschiedliche Menschen, die einen sind eher der Typ für sowas und die anderen nicht und wenn ich einen schlechten Tag oder schlechte Laune hab, grüß ich auch nicht, aber manchmal finde ich es trotzdem etwas eigenartig. (Ist klar, dass ich in Geschäften, auf der Straße etc keine Leute grüße, außer die ich kenne.)
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

Gruß Cho
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-cho-
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Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon Grognak_theBarbarian » Do 28. Nov 2013, 11:04

Ich hätte vermutlich auch das Nächste genommen, aus reiner Gewohnheit, ohne mir was bei zu denken.
Abgesehen davon hätte ich ja auch nicht gewusst, wie hygienisch das ganze ist, man sieht einem Menschen ja nicht an wie oft er sich die Hände wäscht.
Da brauchst du dir denke ich nicht so den Kopf machen.

Anrempeln passiert. Ich weiß noch wie ich als Teenie mit meiner Klasse in Berlin war und die Menschen mehrfach dumm geguckt haben, weil wir uns bei ungewollter Rempelei entschuldigt haben. Die kannten das nicht :D
Und du hast ganz Recht, da hätte sie hingucken müssen.
Es stimmt schon, wie in diesem Fall gibt es viele Rücksichtslose Menschen, die gewohnt sind, das andere zur Seite springen. Ich mache mir auch manchmal den Spaß und weiche einfach mal nicht aus. Oft am Bahnhof, wenn ich von weitem schon sehe, dass sich eine Person durch die Menschen rempelt. Es sind interessanterweise immer sehr selbstgefällige Menschen die feststellen müssen, dass man einen 1,88m-Kerl nicht so mal eben umrennen kann. Sobald sie in sicherer Distanz sind (so ~ab 2m), wird dann laut geschimpft :D
Wirklich Verträumte wachen spätestens die letzten Zentimeter vor mir auf.

Begrüßungen sehe ich zweischneidig. Immer jeden Begrüßen zu müssen -nur weil es höflich ist- finde ich anstrengend. Gestelzte höflichkeit wie Bussi-Bussi kann ich gar nicht leiden.

Dafür schenke ich immer mal wieder Passanten ein mildes verständnisvolles Lächeln. So wie die meisten Menschen darauf reagieren scheine ich schon dem einen oder anderen den Tag gerettet zu haben.
~ Grog

"Normally I would aks you things like do you blow bubbles, and what's your favorite color, but I've learned since then that it's rude, so hi, how are you?"
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Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon -cho- » Do 28. Nov 2013, 11:29

Hey Grog, danke für deine Antwort :)
Grognak_theBarbarian hat geschrieben:Ich hätte vermutlich auch das Nächste genommen, aus reiner Gewohnheit, ohne mir was bei zu denken.
Abgesehen davon hätte ich ja auch nicht gewusst, wie hygienisch das ganze ist, man sieht einem Menschen ja nicht an wie oft er sich die Hände wäscht.
Da brauchst du dir denke ich nicht so den Kopf machen.

Da hatte ich nun gar nicht dran gedacht aber stimmt^^ Ich bin da ja selbst pingelig was das anfassen von Türklinken etc betrifft :D
Anrempeln passiert. Ich weiß noch wie ich als Teenie mit meiner Klasse in Berlin war und die Menschen mehrfach dumm geguckt haben, weil wir uns bei ungewollter Rempelei entschuldigt haben. Die kannten das nicht :D
Und du hast ganz Recht, da hätte sie hingucken müssen.
Es stimmt schon, wie in diesem Fall gibt es viele Rücksichtslose Menschen, die gewohnt sind, das andere zur Seite springen. Ich mache mir auch manchmal den Spaß und weiche einfach mal nicht aus. Oft am Bahnhof, wenn ich von weitem schon sehe, dass sich eine Person durch die Menschen rempelt. Es sind interessanterweise immer sehr selbstgefällige Menschen die feststellen müssen, dass man einen 1,88m-Kerl nicht so mal eben umrennen kann. Sobald sie in sicherer Distanz sind (so ~ab 2m), wird dann laut geschimpft :D

Das find ich gut! Bei mir war es auch eine Dame, die wohl dachte, sie könne alles machen. Aber leider bin ich nicht so groß wie du^^ Ich stell mir das aber lustig vor hehe.
Begrüßungen sehe ich zweischneidig. Immer jeden Begrüßen zu müssen -nur weil es höflich ist- finde ich anstrengend. Gestelzte höflichkeit wie Bussi-Bussi kann ich gar nicht leiden.

Wie gesagt, ich grüße auch meistens nur im Treppenhaus, außer ich treffe jemanden den ich kenne auf der Straße. Bussi-Bussi finde ich auch doof. Früher hatten wir Bekannte, bei denen man das beim Besuch IMMER machen musste, ob man wollte oder nicht.
Ich lächel nicht so oft andere an, manchmal habe ich das Gefühl, dass dann ein gezwungenes Lächeln zurück kommt. Aber da kommt es bestimmt auf den Menschen an, ich hab es nicht so oft gemacht und dann eher bei gleichaltrigen^^ Ist aber bestimmt schön wenn die Menschen so reagieren. Es gibt ja auch diesen Spruch, dass man wenn man ein Lächeln schenkt, ein Lächeln zurück bekommt. Ich glaube das probiere ich nochmal bei unterschiedlichen Altersklassen aus^^
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Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon Ellana » Do 28. Nov 2013, 12:06

Ich habe den Eindruck, dass die Leute weniger rücksichtsvoll sind. Sehe ich auch in der Bahn: Da sind ja diese seitlichen Plätze, also wo man auf diesen Klappsitzen sitzen kann, wo man dann Richtung Zuginneres guckt. Ich finde es unverschämt, wenn sich da Leute ohne größeres Gepäck,...etc. hinsetzen, denn diese Plätze sind ganz klar für Leute mit Koffern, Fahrrädern, Kinderwagen, Rollstühlen, etc. reserviert!!!
Wenn sich da jemand ohne Gepäck hinsetzt, dann aber von selber aufsteht, wenn jemand mit Koffer, Kinderwagen, Fahrrad, Rollstuhl,...kommt, okay. ...aber oft passiert das eben nicht. Manchmal wird man dann sogar angepamt, weil man drum gebeten hat oder einfach sein Rad denen dann vor die Füße stellt (was eigentlich genauso schwierig ist, weil man dann das Rad ja immer noch nicht anbinden kann und sich und das Rad gleichzeitig festhalten kann,...während der ohne Gepäck weiterhin in Ruhe da sitzt!!!) s_032

...oder damals im Bus: ich hatte einen Koffer dabei. Der "Gepäck"-Bereich war aber mit drei Leuten besetzt, die nur kleine Taschen dabei hatten.
Die erst ging weg, als ich sagte, dass ich da nun mal in den Gepäck-Bereich müsste. Die zweite ging weg, nachdem ich ihr fast den Koffer auf die Füße fuhr (ist normalerweise nicht meine Art, aber irgendwann reichte es mir, zumal die Leute, die hinter mir einsteigen wollten, nicht weiter durchkamen, deswegen). Die dritte blieb getrost da sitzen und blickte durch die Gegend. Ich setze mich dann ihr gegenüber, wo die anderen zwei Frauen saßen. Die Leute hinter mir konnten einsteigen. Dann kam eine Frau mit Kinderwagen. Die Frau ohne Gepäck blieb weiterhin sitzen, auch als ich was sagte. Schließlich bin ich dann aufgestiegen und mit meinem großen Koffer einmal durch den ganzen Bus durch, damit die Frau mit dem Kinderwagen dahin kann.
Dann stiegen zwei Kontrolleure ein und unterhielten sich über ein ähnliches Thema. Ich sprach die dann auf die Situation vorhin an. Ihre Antwort:"Ja, so sind die Leute halt heutzutage." ...Das hat mir dann echt für einen Augenblick die Sprache verschlagen, denn wie soll sich denn so etwas ändern, wenn selbst Personal, dass im Bus mitfährt, so denkt?

Mir geht es auch nicht gut mit solchen Situationen. Kollegen meinten auch schon:"So sind die Leute halt. Ich reg mich darüber nicht auf."...Ja, das kann man sicherlich eine Zeit lang so machen, aber bis wohin fährt man dann seine Grenze und Ansichten runter, damit andere so handeln können, wie sie es brauchen? big_cry2
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Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon Klangkörper » Do 28. Nov 2013, 13:39

Hier kommen wohl zwei Ansichten zum tragen:
1. Leben in der Großstadt
2. Leben in einer Gemeinde (Dorf, Kleinstadt etc)

DIe Beispiele von euch passen perfekt in die Großstadt. Da ich immer pendeln muß, erlebe ich oft beide Welten, gerade heute morgen habe ich mich unglaublich nett mit einer 90-jährigen Seniorin unterhalten. Ihr half jeder in den Bus, man hielt ihr den Platz frei und als sie sich mit jemand anderem im Bus unterhalten wollte, entstand kein Problem aus "Können sie etwas lauter sprechen? Ich hör nicht so gut..." - wodurch nun jeder dem Gespräch teilhaben konnte. Es störte aber niemanden, sie war ja nett und ich möchte (wenn ich überhaupt so alt werde und nicht vorher tot auf der Wacken BLack Stage zusammenbreche) auch so behandelt werden wenn ich Senioren-Alter erreicht habe.
Zwanzig Minuten später kloppen sch zwei Typen in der U Bahn, weil der eine dem anderen auf die Schuhe gelaufen ist.
Nein, das ist nicht am selben Tag passiert, aber es hätte können passieren. In der Großstadt passieren solche Dinge.

Nun zu meiner Theorie warum:
Ich glaube (und korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege), das auch de anderen Mitmenschen eine Reizüberflutung erfahren und schnellstmöglichst auf das schließen was sie am ehesten sehen. Sich selbst.
Ich müßte jetzt suchen, doch man hat mal Studien durchgeführt, das der durchschnittliche Mensch etwa 150 Menschen in seinem Personenkreis hat. Diese gliedern sich in Familie, Freunde, Bekannte und Mitmenschen. Alles darüber hinaus sprengt den Horizont. Na? Wer von euch fährt mit der Bahn oder de Bus? Ich seh allein auf dem Weg in die eine Klinik locker 300 Menschen und die sind alle nur unter "MItmenschen" klassifiziert. Ganz klar macht da die Wahrnehmung irgendwann einfach zu, nur das "wir" dann ne Reizüberflutung haben und "Nicht-HSPs" werden abweisend.

Soviel zu meiner Theorie, ich hoffe da ist etwas Potenzial drin.

Prost Kaffee ;)
Klangkörper
 

Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon Ellana » Do 28. Nov 2013, 15:01

Hi Klangkörper,

ich gebe Dir Recht. Viel ist sicherlich die Reizüberflutung oder eben das Gucken, wie mal am Besten zurecht kommt.
In meinem Büroteam sind z.B. Leute, die sich eigentlich um nichts kümmern, was das Team angeht. Sie nehmen sich einfach Material, bestellen aber kein Neues nach. Sie wissen, dass man sich nicht gut konzentrieren kann, wenn Geräusche drumherum sind, reden aber so laut, dass man sie noch im nächsten Raum hört.
Ich weiß nicht. Sicher guckt auch jeder selber, wie er am Besten mit einer Situation zu recht kommt, aber irgendwie habe ich schon den Eindruck, dass diese LMAA-Haltung zunimmt. ...und das Schlimme ist, das mir scheint, dass man nur wenig dagegen machen kann. Sage ich was, nützt es nichts. Chefs interessiert es nicht (nur, dass die Arbeit gemacht wird). Kündige ich und gehe ich woanders hin, weiß ich auch nicht, wie es da ist und fange ggf. gehaltsmäßig wieder unten an. ...und immer wieder erscheint es mir, als würden "die Lauten" gewinnen.
Ich meine, ich kann leise sein und Rücksicht nehmen, ich kann ihnen helfen. Das stört sie nicht. Wenn ich einfach so bin "leise, rücksichtsvoll", dann stört es sie nicht. Sind sie aber so wie sie sind "laut, weniger Rücksicht", dann stört es jedoch mich!

Klar sind nicht alle so. Diese positiven Erlebnisse, wie Du sie schilderst, kenne ich auch. Ich weiß nur nicht, wie ich mit diesem anderen, diesem Lauten, diesem "weniger Rücksicht" umgehen soll. Wenn ich leise bin, können die sich konzentrieren, wenn die laut sind, ich nicht. Also ziehen doch wieder eher die den Kürzeren, die leiser und rücksichtsvoller sind.

Ich weiß nicht, ob es auf dem Land besser ist. Vielleicht, zumindestens in Teilen. Bloß wenn man ohne Auto auf dem Land wohnt, braucht man auch eine Arbeitsstelle, die in der Nähe und dauerhaft gut zu erreichen ist.

So, ich muss mal los. Spannender Thread.
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Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon Klangkörper » Do 28. Nov 2013, 15:50

Hallo Ellana

danke schön, deine Antwort zeigt eine schöne Perspektive auf. Ich mag da gleich mal näher drauf eingehen.

Ellana hat geschrieben:Klar sind nicht alle so. Diese positiven Erlebnisse, wie Du sie schilderst, kenne ich auch. Ich weiß nur nicht, wie ich mit diesem anderen, diesem Lauten, diesem "weniger Rücksicht" umgehen soll. Wenn ich leise bin, können die sich konzentrieren, wenn die laut sind, ich nicht. Also ziehen doch wieder eher die den Kürzeren, die leiser und rücksichtsvoller sind.


Ich persönlich halte es da nach dem Sprichwort: "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren." Ich bin ein Prinzipien-Mensch, ich ziehe alles was ich aufnehme in eine objektivere Perspektive. Aufgeben ist für mich einfach keine Option mehr und wenn ich merke das mir etwas nicht gut tut muß ich dagegen vorgehen. Aber wie Ghandi und nicht wie Rambo und das ist nur additiv gemeint, keiner von euch hat einen Schluß dergleichen zugelassen.
Im Klartext heißt das für mich, wenn ich jetzt dein berufliches Beispiel zum Vorbild nehme, daß ich es einfach nicht zulasse wenn um mich herum lamentiert wird und eine Lösung/ein Kompromiß her muß. Kompromisse wären: mit Kopfhörern arbeiten (wenn das geht natürlich) oder eben mit Schallschutz, das sind so kleine, an Ohropax erinnernde Stöpsel die kleine Geräuschfilter haben. Die gibts bei Musikfachgeschäfte ab 20€ und sind wahres Gold wert, glaube mir. Endergebnis: Deine Kollegen haben Ruhe und du auch. Jetzt nehmen wir mal an, dein Chef hat was dagegen, dann geht es um die Argumentation. Will er Ergebnisse, dann "siehe Lösung." Sträubt er sich? Na ja, die Lösung darauf ist natürlich recht endgültig, doch wer ist wichtiger: Deine Gesundheit, oder dein Chef?
Das sind harte Worte, ich weiß, aber Übertreibung macht Anschaulich und so ist es auch gemeint.

Ellana hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob es auf dem Land besser ist. Vielleicht, zumindestens in Teilen. Bloß wenn man ohne Auto auf dem Land wohnt, braucht man auch eine Arbeitsstelle, die in der Nähe und dauerhaft gut zu erreichen ist.


Nein, nein, so war das nicht gemeint. Es ist nirgends besser oder schlechter, ich wollte damit nur die soziale Gewichtung aufzeigen. In kleineren Ballungsgebieten begegnen sich Menschen deutlich öfter, dadurch entsteht von vorneherein ein anderes soziales Verhältnis. Ich bin nur aus Zweckgründen Pendler, ich würde viel lieber in Hamburg wohnen, ich kann im Augenblick nur Privat nicht.
Besser oder Schlechter gibt es dabei nach meiner Ansicht nicht, diese subjektiven Ansichten sind wenn überhaupt rein kultureller Natur.

Das wars dann soweit :D
Klangkörper
 

Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon Ährengast » Do 28. Nov 2013, 16:05

Ellana hat geschrieben:[...]

Dann stiegen zwei Kontrolleure ein und unterhielten sich über ein ähnliches Thema. Ich sprach die dann auf die Situation vorhin an. Ihre Antwort:"Ja, so sind die Leute halt heutzutage." ...Das hat mir dann echt für einen Augenblick die Sprache verschlagen, denn wie soll sich denn so etwas ändern, wenn selbst Personal, dass im Bus mitfährt, so denkt?

Mir geht es auch nicht gut mit solchen Situationen. Kollegen meinten auch schon:"So sind die Leute halt. [...]

Hallo Ellana,

ich denke, dass die (Kontrolleure) sich aus Erfahrung solche _nüxweiss_
"Haltung" angeeignet haben.
Manche Ermahnte haben es so an sich, dass sie massiv pöbeln oder körperlich gewalttätig reagieren.
Es musste auch schon mancher sterben (zum Beispiel durch Messerstiche, Fußtritte gegen den Kopf usw.) durch Wüteriche, die davor mündlich zurechtgewiesen wurden.
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Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon Ellana » Fr 29. Nov 2013, 00:59

Hallo,

Klangkörper hat geschrieben:Im Klartext heißt das für mich, wenn ich jetzt dein berufliches Beispiel zum Vorbild nehme, daß ich es einfach nicht zulasse wenn um mich herum lamentiert wird und eine Lösung/ein Kompromiß her muß. Kompromisse wären: mit Kopfhörern arbeiten (wenn das geht natürlich) oder eben mit Schallschutz, das sind so kleine, an Ohropax erinnernde Stöpsel die kleine Geräuschfilter haben. Die gibts bei Musikfachgeschäfte ab 20€ und sind wahres Gold wert, glaube mir. Endergebnis: Deine Kollegen haben Ruhe und du auch. Jetzt nehmen wir mal an, dein Chef hat was dagegen, dann geht es um die Argumentation. Will er Ergebnisse, dann "siehe Lösung." Sträubt er sich? Na ja, die Lösung darauf ist natürlich recht endgültig, doch wer ist wichtiger: Deine Gesundheit, oder dein Chef?

Natürlich meine Gesundheit. Allerdings ist es auch schwierig, so schnell an eine bessere Stelle zu kommen, wenn man in der einen erstmal drin ist und zudem auf das Geld angewiesen ist.
Wobei mein Job natürlich auch Vorteile hat. Mich hat das hier eben nur so angesprochen, weil ich das so gut kenne, dieses, wie andere reagieren (unfreundlicher, weniger rücksichtsvoll, etc., wobei mir schon klar ist, dass das nicht immer und jeder so ist. Es ist nur so, dass es scheinbar mehr wird und dass ich mich so oft frage, was ich tun, wie ich reagieren kann).

Wenn Du von Kämpfen schreibst, es nicht zulassen, wenn um Dich herum lamentiert wird,...dann ist das für mich irgendwie etwas Anderes, als was Du danach schreibst. Da schreibst Du von Alternativen suchen, wie Ohropax oder andere Stöpsel. Für mich sind das irgendwie zwei Sachen. Das eine wäre das aktive Kämpfen gegen dieses Verhalten der anderen, dass andere wäre das gucken, wie ich mit der Situation besser umgehen kann.
Wäre das Letztere also auch das, was Du bevorzugen würdest?

Manchmal ist es sogar für mich schlimm, wenn ich dann so eine Alternative suche. Eben, weil ich dann wieder das Gefühl habe, ich musste auf die anderen reagieren, ich musste machen, weil von den anderen was kam. Das macht mich wütend. Ich weiß nur, dass ich dieses dauernd dagegen kämpfen, etc. auch nicht kann und auch nicht mag. Nur wenn ich dann nur für mich nach Alternativen gucke,…manchmal geht das echt gut. Manchmal macht es mich auch echt wütend, wenn schon wieder ich die jenige bin, die scheinbar reagieren muss!

Klangkörper hat geschrieben:Es ist nirgends besser oder schlechter, ich wollte damit nur die soziale Gewichtung aufzeigen. In kleineren Ballungsgebieten begegnen sich Menschen deutlich öfter, dadurch entsteht von vorneherein ein anderes soziales Verhältnis

Ja, das ist schon klar. Also das man nicht pauschal sagen kann, hier oder dort ist es besser. Ich denke nur, dass es in der Stadt eben nochmal der Aspekt des "anonymer" und "viele Außenreize" dazu kommt. Es ist oft enger (z.B. voller in der Bahn). Das mag nochmal einen Punkt draufsetzen. Das es sowohl in der Stadt rücksichtsvollere und freundlichere Menschen geben kann, genauso wie weniger rücksichtsvolle und weniger freundliche und das auch das bei den meisten Menschen wohl tagtäglich verschieden ist, ist klar.

Ährengast hat geschrieben:ich denke, dass die (Kontrolleure) sich aus Erfahrung solche
"Haltung" angeeignet haben

Ja, sicher. Das mag sein. Nur irgendwie ist das doch auch mit deren Aufgabe danach zu gucken, oder? Ich meine, man kann auch sagen, deren Job ist nur zu kontrollieren. Dann wäre es manchmal auch ganz gut, wenn es Leute dafür gäbe, die dafür sorgen könnten, dass im "Gepäck,etc.-Bereich" dann auch wirklich Platz für die Leute mit "Gepäck,etc." ist.
Ist komisch irgendwie. Wenn selbst solche Leute so eine Haltung haben, ja, wie soll sich denn was ändern?
Selbst eine Kollegin meinte letztens zu mir, sie würde sich auch auf die Seitensitze der Bahn setzen, zumal sich meistens die Fahrradfahrer dann eh irgendwo anders hinstellen. Ja, vermutlich weil die eben kein Bock mehr auf diskutieren haben. ...und so wird dieses Verhalten irgendwann normal.
Die einen denken nicht daran, mal aufzustehen und aus dem Gepäckbereich zu gehen und die anderen stellen sich lieber woanders hin, als mit jenen zu diskutieren. Irgendwas scheint da schief gelaufen, wenn auch komisch. Wie das wieder umzudrehen ist, weiß ich nicht.
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Re: Freundliches Verhalten gegenüber anderen Menschen

Beitragvon ninifee » Mo 27. Jan 2014, 00:20

Diese Thema beschäftigt mich auch sehr. Ich frage mich auch, weshalb die Menschen nicht netter miteinander umgehen. Immer öfter habe auch ich keine Lust mehr, ständig an mir zu arbeiten, in mich zu gehen und mir zu überlegen, wie ich mit andern besser umgehen kann, so dass sie nicht verletzt sind etc.,während ich feststellen muss, dass sich andere keinerlei Gedanken machen, wie sie mit den Mitmenschen umgehen.
ninifee
 

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