Gedanken beim einschlafen

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Gedanken beim einschlafen

Beitragvon Sabo » Mi 19. Nov 2014, 00:32

Jeder Tag, jede Sekunde, jeder Moment verändert und prägt uns. Manchmal sind die Veränderungen subtil und manchal trifft es einen wie ein Schlag ins Gesicht. Stück für Stück, Tag für Tag. Die Veränderung summieren sich und irgendwann hat man sich so sehr verändert, dass man nicht mehr der ist, der man wahr.

Ich denk zurück an die Person die ich einst war, wie sie sich vorgestellt hat was sie werden würde und sich darauf gefreut hat. Ich vermisse diese Person, aber sie ist tot. Die Zeit hat sie umgebracht und auch mich wird die Zeit umbringen. Und wie ich mir als Kind vorgestellt habe, was ich mal werden würde, so stell ich mir nun auch vor, wer ich nun werden würde. Ich frag mich ob mich diese Person auch vermissen wird.
Der Segen und Fluch eines Skeptikers ist der Zweifel an sich selbst.
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Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon gyn » Mi 19. Nov 2014, 00:48

Das hört sich irgendiwe sehr melancholisch an. Es gibt aber auch etwas, das sich nicht, das sich nie verändert.

LG Günter
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Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon atemlos » Mi 19. Nov 2014, 02:17

gyn hat geschrieben:Das hört sich irgendiwe sehr melancholisch an. Es gibt aber auch etwas, das sich nicht, das sich nie verändert...

Das Einzige was sich nicht verändert ist die Tatsache dass sich alles verändert icon_winkle

@Sabo: Melancholisch, hm 1güt Obs die "richtigen" Gedanken zum Einschlafen sind? Wenn ich daran denke wie dumm ich vor 10 Jahren war frage ich mich auch gleich ob ich mir das in 10 Jahren auch denken werde..
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Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon gyn » Mi 19. Nov 2014, 02:21

atemlos hat geschrieben:Das Einzige was sich nicht verändert ist die Tatsache dass sich alles verändert icon_winkle


Hehe, ja, das mein ich aber nicht. Was ich meine, ist:
Wer oder was nimmt denn wahr, daß sich alles verändert? Irgendeine Instanz muß das doch wahrnehmen. Hat sich diese Instanz jemals verändert?
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Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon derKleine » Mi 19. Nov 2014, 14:08

gyn hat geschrieben:Hehe, ja, das mein ich aber nicht. Was ich meine, ist:
Wer oder was nimmt denn wahr, daß sich alles verändert? Irgendeine Instanz muß das doch wahrnehmen. Hat sich diese Instanz jemals verändert?


Was für eine Instanz soll denn das sein? Letztlich bleibt nichts wie es ist, alles ändert sich. Und nur wir nehmen das wahr, aber nur für den begrenzten Zeitraum unserer jeweiligen Existenzen...
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Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon Siegi67 » Mi 19. Nov 2014, 14:55

Zeit und Leben ist Veränderung - und das ist doch eigentlich gut. Man wird reifer und weiser.
Und du bist dein eigener Schöpfer - jeden Moment deines Lebens. Wenn du die Person von früher so vermisst,
warum holst du sie - du dich - nicht wieder zurück? Ich glaube nicht, dass sie tot ist - vielleicht nur ganz weit entfernt bzw. ganz tief im Unterbewusstsein...
Als Gedanken zum Einschlafen empfehle ich, für den vergangenen Tag, für alles schöne und gute, zu danken - das ist uns nämlich gar nicht so sehr bewusst, wie glücklich wir sein können. Und konzentriere dich und höre auf deinen Atem - das ist die beste Möglichkeit, das Gedankenkarussell zu durchbrechen...
Liebe Grüße, Sieglinde
Siegi67
 

Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon familienmensch » Di 2. Dez 2014, 02:53

hallöchen wub

also erstmal möchte ich noch etwas zu meiner Vorrednerin sagen:
Was ist so schlimm an diesem Gedankenkarussel? Selbstreflexion ist sehr wichtig für die prsönliche Entwickliung eines jeden Menschen. Was ist also falsch daran? Es klang nicht so als ob es Probleme beim einschlafen gäbe...


Und zu meine eigentlichen Punkt 647&/

Warum glaubst du, dass du durch und durch jemand anderes bist? Kannst du diese Person nicht mehr hervorholen? Was vermisst du an dieser Person? Warum machst du das was du vermisst nicht zu einer Eigenart zu deiner jetzigen Person? Was hindert dich daran? Du sagst es selbst, dass du irgendwann wieder jemand anderes sein wirst, warum also nicht eine Mischung aus altem und neuen?
familienmensch
 

Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon Bolysses » Do 4. Dez 2014, 12:17

Ein tolles Gespräch, an Allem was Wahres dran. Gerade das denken an das Ur-Ich (vgl. Platons Höhlengleichnis), wie auch das erdachte Bild der betrachtenden Instanz - superinteressant.

Um mal Was gänzlich unkreatives beizutragen: Stellt euch ein schwarzes Loch vor, in das alle Gedanken eingesogen werden. (Mehr Einschlafhilfe, als Einschlafgedanke. Klappt bei mir in 1 von 10 fällen, also recht erfolgreich. Alternativ: Möglichst langatmige Märchen als Hörbuch / Hörspiel)

Liebe Grüße,

Boris
Bolysses
 

Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon Idefix » Di 6. Jan 2015, 23:27

... irgendwo habe ich schon geschrieben, was ich dazu denke und auch fühle (nicht immer, aber immer öfter)

Das was mich ausmacht, dass war und wird immer da sein. Es ist lediglich verdeckt von Dingen, mit denen ich mich identifizieren KANN - aber nicht unbedingt muss. Die Frage nach dem ICH BIN ist die Antwort. Das ICH BIN bleibt unveränderlich das, was es ist, war, sein wird. Alles andere zu dem ich ICH sagen könnte, sind materielle bzw. vergängliche Dinge wie z.B. Name, Beruf, Körper... so bin ich NICHT das Produkt meiner Eltern, der Gesellschaft, meiner Erziehung usw. Es sei denn, ich möchte das sein.

Gibt es hier jemanden, der das auch so sieht ?
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Re: Gedanken beim einschlafen

Beitragvon gyn » Di 6. Jan 2015, 23:58

Idefix hat geschrieben:... irgendwo habe ich schon geschrieben, was ich dazu denke und auch fühle (nicht immer, aber immer öfter)

Das was mich ausmacht, dass war und wird immer da sein. Es ist lediglich verdeckt von Dingen, mit denen ich mich identifizieren KANN - aber nicht unbedingt muss. Die Frage nach dem ICH BIN ist die Antwort. Das ICH BIN bleibt unveränderlich das, was es ist, war, sein wird. Alles andere zu dem ich ICH sagen könnte, sind materielle bzw. vergängliche Dinge wie z.B. Name, Beruf, Körper... so bin ich NICHT das Produkt meiner Eltern, der Gesellschaft, meiner Erziehung usw. Es sei denn, ich möchte das sein.

Gibt es hier jemanden, der das auch so sieht ?


Jupp. Ist "dein" Ich bzw. die Identifikation damit weggefallen oder wie kamst du zu diesen Einsichten?
Zuletzt geändert von gyn am Mi 7. Jan 2015, 02:21, insgesamt 1-mal geändert.
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