Gedankenexperiment - die Welt in 100 Jahren

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Re: Gedankenexperiment - die Welt in 100 Jahren

Beitragvon Baba » Mo 31. Dez 2018, 13:29

Wegen dem rassistischen Begriff möchte ich mich entschuldigen. Mir war diese Bedeutung nicht bewusst. Ich habe eine ausgeprägte Phantasie und benutze gerne Neologismen und Analogieen beim schreiben. Wollte niemanden beleidigen. _wol_
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Re: Gedankenexperiment - die Welt in 100 Jahren

Beitragvon Anna » Do 21. Mär 2019, 00:11

Hey da es mir nicht so gut geht, hab ich nur den Anfang gelesen. Ich hab vor kurzem einen Roman angefangen. Er ist angelehnt an 1984 und soll 284 heißen und beginnt in etwa so...


„Guten Morgen liebe Bewohnerin, lieber Bewohner, der Tag beginnt. Heute, in 100 Meter Entfernung folgende Sale-Aktionen zu Frischfleisch…“ Nadja öffnete genervt das rechte Auge, die Neonlampen schienen direkt in ihr Bewusstsein – und dazu dieses Geschrei.
Sie nannten es „Wohnungsmarketing“ Seitdem der Wohnungsmarkt den Höhepunkt seiner Mietpreise seit Beginn der Zeitrechnung erreicht hatte, ließ man sich viel einfallen um nicht 5000 BRD- Coins pro Monat zahlen zu müssen, sondern nur 4900. Sie war ja froh. Noch durfte sie hier zweckungebunden wohnen – viele ihrer sozialen Kontakte mussten bereits einen Grund angeben, um wohnen zu dürfen. Aber Vonovia hatte gerade eine besonders reizvolle Aktion. Man bezahlte nun ¾ der Miete mit Geld und ein Viertel mit persönlichen Daten. Nun - hätte sie geahnt, welche Auswirkungen das haben sollte, hätte sie nicht unbedingt angegeben, dass sie gerne rohes Fleisch aß und günstige Klamotten trug. Aus den, in der ganzen Wohnung, bestehend aus 5qm Schlaf- und 3 qm Nebenfläche bestehenden Wohnraum angebrachten Wandintegrierten „smart-walls“ schallte es jeden Morgen in einer unerträglichen Lautstärke – die personalisierte Flatwerbung. Die Regierung sah dies nicht als Eingriff in die Privatsphäre an- denn es war ja ein Persönlichkeits-strukturierendes, smartes Wohnelement welches man dort den Bürgern großzügig angedeihen ließ. Dankbarkeit und Demut ja das lernte man hier. Sie schaute auf das in der Wand erscheinende Datum: „1.6.2084“ Schon erschien der Avatar ihrer Personal-Controllerin im Raum. „Denk dran Nadja – heute ist deine Schuldeinsichtsmessung“ Ja Nadja hatte sich daneben benommen. Sie hatte in einer Sekunde des Zornes ein Loch in die Smart-Wall gehämmert – das hatte ein Nachspiel. Sie hatte schon geübt die letzten Tage. – Das Weinen. Denn das war gar nicht einfach aber furchtbar wichtig heutzutage. Die Regierung hatte weite Teile des psychologischen, pädagogischen und lehrenden Sozialapparates, wie es selektiv in den letzten zwei Jahrzehnten zusammengefasst wurde, abgeschafft. Kam es nun zu nicht sozial – verträglichen Handlungen, griff man auf Maschinen zurück, die mittels automatisierter Messung und Interpretation von Gefühlen und Handlungen programmiert und autorisiert waren zu urteilen. Man bediente sich da ganz unterschiedlicher Methoden. Die letzten Jahre war die Wissenschaft ganz schön wandelbar gewesen. Unmögliches wurde möglich. Die Sozialwissenschaften wurden zunächst in die Naturwissenschaften integriert, anschließend unterstellt und schließlich aufgelöst. Grundannahme war hier: Das Erleben äußert sich im Verhalten. Nun gut, mehr dazu später. Nadja hatte es eilig. Sie startete die Drei-D Filminstallation und öffnete den Ordner: Kindestötung und Beerdigung. – Ja manch eine Industrie hatte diesen Markt entdeckt. Nachdem die Menschen hier verlernt hatten, mit Gefühlen umzugehen, stumpfte man ab. Es gab jedoch uralte Reize denen man sich aussetzen konnte um Urgefühle hervorzubringen. Normaler Weise war das Programm zur Aufheiterung geschrieben worden und zeigte in Dauerschleife Aufnahmen aus alter Zeit, in denen die Menschen noch laut loslachen konnten. Doch sie hatte im Darknet ein Programm mit Reizen zur Hervorlockung von Traurigkeit gefunden. Das war sehr gefragt. Warum? Ja das wird bei der Schuldeinsichtsmessung deutlich. Nadja rieb sich das China-Oil unter die Augen und ließ die Reize auf sich einwirken. Ja ein paar Tränen kamen – aber das war nicht genug. „Das ist nicht genug“ schrie sie die Personal-Controllerin aus der Mitte des Wohnraums an- gib dir Mühe! Nadja merkte wie sie sich in den Unterarm kniff. „Nun hör schon auf- Nadja – du weißt doch die scannen dich. Das ist ein Schummelversuch- dann musst du wieder rein zur Messung.
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Re: Gedankenexperiment - die Welt in 100 Jahren

Beitragvon Anna » Do 21. Mär 2019, 00:13

2084 sorry
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