HS als etwas ganz Besonderes begreifen!

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HS als etwas ganz Besonderes begreifen!

Beitragvon Naturverbunden1978 » Mi 19. Feb 2014, 11:30

Mir ist gestern Abend, als ich im Bett lag, so durch den Kopf gegangen, dass ich mir bisher nie wirklich bewusst gemacht habe, wie BESONDERS man ist, wenn man hochsensibel ist. Ich habe die HS lange eher als Last denn als Gabe empfunden. Und doch, als ich dann noch mal bei Wikipedia die allgemeine Definition der HS und deren Ausprägungen durchgelesen habe und mir wieder klar geworden ist, dass ich zu 99,9 % wirklich alles, was da steht, bestätigen kann bzw. dies auch auf mich zutrifft, und wenn ich dann spüre, dass in meinem Inneren diese ABSOLUTE Gewissheit besteht, dass ich eben auch genau das bin: Hochsensibel, und dass ich damit doch etwas BESONDERES bin, anders als der Durchschnitt, da habe ich regelrechtes Glück empfunden und mir wurde ganz warm, weil mir klar wurde, dass ich nicht etwa eine Last, sondern eben ein Privileg besitze.
Nun stellt sich mir die Frage, wie ich für mich selbst diese Besonderheit am optimalsten nutzen kann. Leider habe ich in meinem bisherigen Leben eher Probleme damit gehabt, so zu sein, nicht zuletzt im Berufsleben, aber auch im Privaten Bereich, fasse zum Beispiel nur schwer Vertrauen zu anderen, bin eher ein Einzelgänger, hab wenige Freunde, brauche extrem viel Zeit für mich, (wobei ich das nicht als Nachteil empfinde, ich bin kein Typ, der sich einsam fühlt oder massenweise Freunde wünscht), aber eben dadurch, dass ich so oft von anderen missverstanden werde bzw. diese einfach nichts mit meiner Art anfangen können, ist es nicht immer einfach, im "normalen" Leben zu bestehen.
Ich finde es schade, dass man im Grunde auch kaum mit anderen über die eigene Besonderheit sprechen kann. Ich spreche zumindest mit niemandem darüber, außer mit einem sehr guten Freund, der ebenfalls HS ist. Aber weder mein Freund noch dessen Familie oder auch meine eigene Familie oder sonst wer, wissen davon. Meinem Freund gegenüber hab ich es zwar mal angesprochen, aber er kann damit absolut nichts anfangen und begreift folglich auch nicht, warum ich manchmal so empfindlich reagiere.
Wie auch immer, ich hab mir einfach so meine Gedanken gemacht, dass ich einerseits glücklich darüber bin, so "Besonders" zu sein, es andererseits aber nicht wirklich nutzen kann. Ich möchte jetzt auch eigentlich keinen "Rat" in dem Sinn, sondern eher den Austausch mit Euch. Wie geht es Euch damit? Seid Ihr glücklich, HS zu sein, seht Ihr das Besondere darin, oder hadert Ihr eher manchmal damit? smeil
Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie wieder in deinem Leben arbeiten.
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Re: HS als etwas ganz Besonderes begreifen!

Beitragvon Puschel » Mi 19. Feb 2014, 14:23

Hallo! _Mij_

In deinem Text habe ich mich oft wiedererkannt. Ich hab mich auch oft wie ein gepunktetes lila Zebra gefühlt, als irgendwie nicht ganz wo zugehörig. Heute ist das ab und an immer noch der Fall. Vermutlich werden wir HS das auch nie los, weil wir eben anders als der Durchschnitt sind. _nüxweiss_
Das mit den Bekannten kenn ich auch. Ich bin auch sehr gern für mich, was nicht heißt, dass ich keine Freunde habe. Kommt manchen vielleicht so vor, aber ich finde viele Kontakte sehr anstrengend. Inzwischen hab ich einen kleinen, aber stabilen Kreis von 4 Leuten, die ich als meine Freunde betrachte. Die wissen auch alle von der HS.

Ob ich glücklich bin, HS zu sein? Öh. Keine Ahnung. _nüxweiss_ Bin ich glücklich mit meiner Augenfarbe? U72( Ich hab mir keine Gedanken darüber gemacht, ob die HS für mein Glück verantwortlich ist. Seit ich weiß, wie ich sie nutzen kann, bin ich auf jeden Fall glücklicher als vorher.

Ob ich die HS als etwas besonderes betrachte? Jein. Einerseits schon, da HS ja außerhalb der Norm liegt, andererseits nicht, da es ebenso "normal" ist wie zwei verschiedene Augenfarben.

LG,
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And with strange æons, even death may die
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Re: HS als etwas ganz Besonderes begreifen!

Beitragvon habibti » Mi 19. Feb 2014, 14:49

Hallo,

hm, ja, also ich sehe bei mir selbst schon Segen und Fluch zugleich.
Denn ich kann zwar die pos. Seiten der HS nutzen, aber ich kann mit
den neg. Seiten noch nicht so umgehen, sprich, ich leide darunter.
Es hat sich zwar schon deutlich besser, aber eben nicht so, wie ich es mir
wünsche.
Trotzdem denke ich, die HS als etwas Besondere sehen, denn wir
dürfen ja nicht nur die neg. Erlebnise, sondern auch die Pos. intensiver
erleben, als andere. Gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen
kommt das Positive bei mir sehr zum Tragen. Ich habe auch eher weniger
Freunde, aber da ist die Qualität der Beziehung entsprechend gut und tief.

Diese Freunde und auch meine Mum wissen darum und können eigentlich
ganz gut damit umgehen. Besonders wichtig finde ich es, daß meine Mum
davon weiß, denn jetzt kann sie mich in vielen Dingen besser verstehen.
Unsere Beziehung ist etwas Besonderes und ich denke, sie ist auch eine
HSP. Wie sind uns in unseren Denk- und Verhaltensmustern sehr ähnlich.

Fazit: Ich denke HS ist troz Segen und Fluch etwas Besonderes.

_flöwer_
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Re: HS als etwas ganz Besonderes begreifen!

Beitragvon Ährengast » Mi 19. Feb 2014, 23:10

Ich hab wohl Glueck, seit langem beruflich komplett selbstaendig sein zu koennen,
sodurch ich meine HS ueberwiegend positiv erlebe.
Und ich genaudiese als Weg zu spirituellem Wachsen wahrnehme.
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Re: HS als etwas ganz Besonderes begreifen!

Beitragvon habibti » Mi 19. Feb 2014, 23:27

Was machst Du denn freiberuflich ?

Kann mir gut vorstellen, daß Du da die pos. Seiten,
die Begabungen leben kannst. Da hast Du ja auch keinen Chef
der immer sein Auge auf Dich hat.

Ich bin aus dem Berufsleben raus, berentet. Aber dafür habe ich
die Möglichkeit, mein Leben so zu gestalten, wie ich es haben
möchte.

Ich nutze die HS auch auf dem spirituellen Weg. Das gehört
für mich zu den Dingen, die ich als lebensnotwenig brauche.
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Re: HS als etwas ganz Besonderes begreifen!

Beitragvon Rapunzel » Mi 19. Feb 2014, 23:47

Hallo ihr Lieben,

ach ich fühle mich doch ziemlich einsam. Ich sehe, rieche und empfinde Dinge, die mein Umfeld nicht wahrnimmt...und oft heißt es, Antonia, das bildest du dir ein oder du hast eine Wahrnehmungsstörung.
Ich sehe es öfter als Fluch als anders herum, aber wenn ich dann manchmal im Bus sitze und meine Musik höre und ich weiß ich kann alles sehen, ich habe die Mauer eingerissen die soo viele Menschen mit sich tragen, dann fühle ich mich besonders.

Das fällt aber, sobald ich mit anderen Menschen die "normal" sind Kontakt habe. Was ich bin, gibt es bei denen nicht. So empfinde ich es. Meine Welt ist irgendwie unsichtbar. :( und das macht mich todtraurig.

I'm an alien, I'm a legal alien....

Rapunzel
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