HSP oder Angststörung oder ..............

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HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Farbenhören » Mi 28. Mai 2014, 08:55

Eine Frage - die ich auch schon in meiner Vorstellung stellte. Sie interessiert mich brennend. Wie unterscheidet man alles? Wie macht ihr aus - dass ihr HSP sein? Ok - mein Test ergab zwar auch - dass HSP bei mir zugrunde liegt - ABER - ich hinterfrage alles. Ist ein nervender Zug - ich weiß smuld

Um zu verdeutlichen - was ich meine:

Ein Eimer Wasser. Kaltes Wasser oder heißes. Herausgefunden werden kann es nur - wenn die Hand rein gesteckt wird.

Für HSP kann es unter Umständen zu heiß sein - weil sie anders fühlen - obwohl das Wasser für "normale" nicht heiß ist - sondern nur warm. Weil für sie die wirkliche Gefahr besteht - dass das Wasser heiß ist - fassen sie nicht rein.

Angst erkrankte packen nicht rein - haben Panik - dass das Wasser heiß sein könnte - weil sie negative Erfahrungen gemacht haben.

2 x das Gefühl/Angst - das Wasser könnte heiß sein - daher wird nicht getestet. Für HSP bliebe das Wasser heiß - einfach weil sie so fühlen. Angst erkrankte könnten bemerken - dass das Wasser doch kalt ist - und ihnen nichts passiert. Schlimm halt nur - wenn sich ihre Angst bestätigt.

Vielleicht hinkt das Bild etwas. smuld Aber ich neige zu so etwas. Ich denke aber - ihr versteht meine Frage.

Ich habe hier die letzten Tage auch fleissig gelesen. Viele Ängste/Gefühle/Befürchtungen kenne ich. Bei vielen überlegte ich - ist es wirklich HSP oder eine Angst durch eine seelische Verletzung? Wie schon mal erwähnt - bin ich überzeugt - dass beides auf der Gefühlsebene des "Betroffenen" die gleiche Auswirkung hat. ABER - der Umgang damit anders ausfallen muss.

In meinem Bild: während sich für die HSP nichts ändert - weil ihnen selbst kaltes Wasser heiß vorkommen kann - könnten Angstmenschen erkennen - dass sie keine Angst zu haben brauchen.

Ich bin gespannt auf eure Antworten.
Farbenhören
 

Re: HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Buntkatz » Mi 28. Mai 2014, 09:36

Guten morgen farbenhören!!
Ich denke ich weiß was Du meinst. Weil ich merke Du neigst genauso wie ich von "Hölzchen auf Stöckchen" zu kommen beim denken. Habe im Alter von 28 - 32 unter einer Angststörung gelitten. Ich denke Du solltest nicht außer acht lassen das Angst eigentlich ein existielles Gefühl ist das Dir von Geburt an mitgegeben wird damit Du z. Bsp. nicht zu dicht an einen Abgrund gehst oder Dich in einer Situation Kampf- oder Fluchtbereit machst. Absolut wichtig für Dein überleben. Dann gibt es Ängste anderer Kategorie - ich hatte einen schweren Motorradunfall und habe die Erfahrung (körperlich nicht theoretisch im Kopf) gemacht - Knochen können brechen. Danach hat die Angst wenn ich das Motorrad nur gesehen habe voll zugeschlagen. Macht aber Sinn, weil mir ja gezeigt wurde - du bist zerbrechlich-. Also eine -reale Angst-. Es kann wenn ich weiter fahre wieder passieren! Wenn nicht durch mich so durch einen unachtsamen Fahrer eines Autofahrers (nicht kontrollierbar und eine unbekannte Komponente in meinem Leben. Nach langem nachdenken und erinnern an das Gefühl was ich beim motorradfahren immer gehabt habe wurde mir klar ich möchte es weitermachen. Also mußte ich die Unwägbarkeit akzeptieren, also meine Angst akzeptieren. Und was soll ich sagen die Angst verging aber mein Fahrstil hat sich geändert und meine Aufmerksamkeit was um mich rum passiert genauso. Dann gibt es irrationale Ängste. Angst vor Gatenzäunen zum Bsp. - kein Witz - selber jemanden in der Therapie gehabt. Der wurde natürlich fachlich angeleitet in einer Kleingartenkolonie damit konfrontiert kurzum es steigerte sich bis zur Todesangst und !verschwand!. Ich selber hatte furchtbare Angst vor Staumauern und habe mich erfolgreich damit konfrontiert. Ich denke es ist nicht unbedingt eine besondere Weise des Hsp so mit Ängsten umzugehen wie Du, das tut auch ein Nicht-Hsp. Stell Dir mal vor das Du als Hsp, meiner Meinung nach viel mehr Fantasie und Kreativität besitzt mit diesen Dingen umzugehen. Viel subtiler erspüren kannst welche Bereiche in Kopf und Körper angstangesprochen werden und somit viel mehr Lösungsansätze hast !!!!! U72(
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Re: HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Buntkatz » Mi 28. Mai 2014, 09:58

smuld muß noch was nachtragen. Ich möchte etwas an der Meinung " ein HSP ist halt so " rumkritteln - aber liebevoll. Ein HSP ist halt so - ok, eine Erklärung. Wie hört sich das an:
Ok, ich bin so aber ich habe eine Gabe, die mir nicht nur im Weg steht und mir Dinge nicht ermöglicht, sondern mir unkonventionelle Wege im Kopf und im meinem Leben bietet, mir Wege ermöglicht die andere nie beschritten haben oder beschreiten werden.
Du bist HSP aber nicht! hilflos.
Wir können viele Dinge dazulernen und uns sagen "Ich weiß es -noch- nicht.
Ich weiß das uns nicht alle Wege offen stehen und vielleicht müssen wir manchmal mehr Kraft einsetzen wie andere - aber ich weigere mich der Welt zu sagen: Ich bin Hsp, ich kann nicht.
Ich sage: Ich bin HSP, ich kann anders.
Und mache mich ganz allein auf meinen Weg, der manchmal sehr, sehr anstrengend und einsam ist.
Vielleicht springt ein wenig Mut zu Dir rüber, -Deinen Weg zu gehen- nicht nur im Kopf, sondern ganz pragmatisch im Leben. Fühl Dich ganz fest umarmt bis Deine Rippchen knacken!!!!
Gruß Buntkatz smuup
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Re: HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Farbenhören » Mi 28. Mai 2014, 10:49

Hallo Buntkatz,

ein(e) schöne(r) Siam in Deiner Sig. Da passt Dein Nickname bei den Maskenkatzen.

Danke für Deine Antwort. Ich habe aber das Gefühl - Du bist schon mitten auf dem Weg - während ich die Lösung am Start suche. Wir haben uns knapp verfehlt. Tut mir leid - ich kann mich nur so ausdrücken.

Dann versuche ich es mal etwas anders auszudrücken - ich nehme mich als Beispiel - nur als Beispiel. Diese Frage interessiert mich nun auch - weil ich hier nun häufiger solches lese.

Bei anderen Menschen habe ich größtenteils das Gefühl - zu bemerken - sie mögen mich nicht. Lehnen mich ab. Bekomme negatives zu spüren.

Das also ist die Auswirkung.

Wenn ich HSP bin - müsste ich davon ausgehen - dass ich so sensibel bin - dass ich wirklich spüren kann - ob andere mich mögen oder nicht? Zumindest beschreiben einige das so. Wenn ich davon ausgehe - muss ich annehmen - dass die meisten Menschen - die ich treffe - mich wirklich ablehnen - weil ich es als HSP ja so spüre. Das was ich spüre ist also real. Ich bilde mir nicht ein - dass alle anderen Menschen mich nicht mögen.

Wenn ich aber z. B. wie ich auch - genug Verletzungen in der Kindheit erlebt habe - um z. B. eine Angstphobie oder zu wenig Selbstbewusstsein oder -liebe erworben habe - dann kann es sein - dass ich meine eigene Gefühle auf andere projektiere - und davon ausgehe - die mögen mich nicht - und genau das dann auch spüre.

In der Wirkung dürfte beides gleich sein - ich bemerke negatives bei meinem Gegenüber.

Wie gesagt - ich lese hier dieses Gefühl häufiger. Und ich denke ja auch - dass bei beiden Startpunkten der Lösungsweg anders aussehen müsste.

Wie aber unterscheidet ihr nun ob eure negativen Gefühle auf HSP oder sonstige Dinge - wie z. B. Verletzungen - zurück zu führen sind?

Wie habt ihr für euch entschieden - das gehört zu HSP?

Entschuldigung nochmals - aber ich bin neugierig und möchte solchen Fragen meistens auf den Grund gehen. Daher kann ich schon ganz gut nerven. _grinsevil_
Farbenhören
 

Re: HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Buntkatz » Mi 28. Mai 2014, 12:08

Nein, Du nervst überhaupt nicht!!!!!!!!! Ich habe andere genervt und tue es noch heute.
Ich bin seit 10 Jahren auf dem Weg zu wissen -HSP-. Vorher war ich sehr sehr hilflos weil egal an welche Tür ich geklopft habe mit meinen Gedanken, mein Lohn war Unverständnis. Ich habe vielleicht einen Vorteil gegenüber Dir (sehe ich auch heute erst so). Die meiste Zeit meines Leben gab es keine Bezeichnung für mich.
Sehe es doch mal so, wenn Du die Dinge trennen willst ist doch völlig irrelevant. Alles, Deine Kindheitsverletzungen, Deine Angst, Deine Traumata, Deine Vorlieben, Deine Abneigungen finden innerhalb Deines HSP statt, also stellt sich nicht die Frage der Unterscheidung, sondern - ich fühle als HSP die Dinge so wie ich sie fühle und auch als HSP habe ich die Möglichkeit einen Weg zu finden damit umzugehen. OK?

Gruß Buntkatz _hih_
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Re: HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Buntkatz » Mi 28. Mai 2014, 12:33

iwikx Noch zu dem "andere mögen Dich nicht"
Ich habe am meisten zu leiden unter der Ausgrenzung die Zeit meines Lebens stattgefunden hat. Ich habe mich selbst durch solches Hinterfragen - sehe ich das richtig, fühle ich richtig - total verunsichert. Und habe mich immer auf die anderen konzentriert. Habe mich gefragt, was ich falsch gemacht habe. Dann kam mir der Gedanke, das ich versucht habe endlich mal richtig zu sein-und wußte gar nicht wie. Völliger Blödsinn. Weil wenn ich richtig wäre, würden mich die anderen akzeptieren. In diesem Schwachsinn habe ich mit Sicherheit 2 Jahrzehnte verweilt bis mir die erlösende Frage einfiel. Was ist richtig was ist falsch? Wer bin ich eigentlich und wie kann ich zu mir stehen? Und warum bin ich so darauf angewiesen von anderen akzeptiert zu werden? Ich mußte erstmal zu mir selbst stehen, zu meinem so sein. Und ich durfte lernen in unserem Dorf, die ist extravagant, die ist arrogant, die glaubt wohl etwas besseres zu sein. Ich war am Boden zerstört warum die Leute mich so sehen!?. Ich habe am Dorffest gesessen um mich herum geschaut, erschlagen von den Eindrücken, erschlagen von Gefühlen die durch meinen Körper rasten, tausenden Analysen die durch den Kopf gingen. Nein, man könnte nicht behaupten das ich den Eindruck eines offenen Menschen gemacht habe (nicht für die anderen). Die haben gesehen, die redet nicht mit uns, die sitzt da und guckt nur, wir sind ihr nicht gut genug(denn man höre und staune auch Nicht-HSP leiden unter Minderwertigkeitskomplexen. Mitunter habe ich gemerkt das ich mit gewissen Thematiken viel freier umgehen kann, die anderen Angst machen. Und ich habe gemerkt das sehr viele Menschen um mich herum mich nicht einschätzen können, so mit ihrer eigenen Unsicherheit konfrontiert werden, weil ihre Lebensstrategie nicht funktioniert. Nee, die ist komisch, mit der weiß ich nicht! Liegt das jetzt an mir oder an deren Unsicherheiten icon_winkle ? Viel Spaß, beim analysieren Deiner Erfahrungen unter anderen Vorzeichen-----------------Gruß Buntkatz
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Re: HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Belasi » Fr 13. Jun 2014, 09:31

Ich denke man kann das gar nicht so trennen, weil das eine auch das andere bedingt. Ich leide seit meiner Kindheit an Ängsten, mal mehr, mal weniger, in den letzten 1,5 Jahren sehr stark, auch an Panikattacken.

Der Umstand, dass ich HSP bin und das ja nun auch herausgefunden habe, hilft mir auch zu verstehen, weshalb ich diese Ängste entwickelt habe und bei vielen Dingen ängstlicher bin als andere. Früher habe ich mir Vorwürfe gemacht und mich wie ein Alien gefühlt, weil ich so unnormal gefühlt/reagiert habe. Inzwischen kann ich das aber besser akzeptieren und kann auch analysieren, weshalb ich in gewissen Situationen Angst habe oder Panik bekomme und kann da auch einiges auf HSP zurückführen.
Mit dem Vermeiden muss man sicher immer im Einzelfall abwägen. Ich fahre z. B. nicht so gern Straßenbahn, vor allem im Sommer. Ich reagiere sehr empfindlich auf Hitze und stickige Luft und das kann dann auch mal in Panik enden. Die Grenze zwischen einfacher Abneigung oder Vermeidung zieht da sicher jeder anders. Also wenn ich im Sommer in die Stadt will und ich da egal ob mit Straßenbahn der klimatisierter S-Bahn gut hinkomme (ähnliche Zeit und Ankunft auch in der gleichen Ecke), dann finde ich das ganz natürlich als HSP die S-Bahn zu wählen, ein anderer würde vielleicht sagen, dass das Vermeidung ist. Manchmal ist es aber auch schwer zu entscheiden, ob es sich nun um Angst handelt oder Hochsensibilität.

Das Beispiel mit dem heißen Wasser kenne ich auch. Ich sollte bei meinen Eltern mal abwaschen, mein Papa hat das Wasser schon eingelassen und ich hab kurz reingefasst und mich halb verbrannt und mich dann geweigert, abzuwaschen, weil mir das viel zu heiß war. Mein Papa hat dann selber abgewaschen und hatte kein Problem mit der Temperatur.
"Lately I been walking walking in circles, watching waiting for something
Feel me touch me heal me, come take me higher "
(The Rasmus - In the shadows)
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Re: HSP oder Angststörung oder ..............

Beitragvon Efraimstochter » Di 17. Jun 2014, 00:50

Hmm...

Hab jetzt ein paar Beiträge von dir gelesen, Farbenhören. Da muss ich ganz schön mitdenken, aber deine Zeilen finde ich spannend. ^^

Bei mir war das so, dass ich mich sofort in den ganzen Büchern wiedergefunden habe, die ich über HSP gelesen habe. Außerdem hatte ich in allen Tests entweder direkt die Maximalpunktzahl oder 98 % davon. Also eine klare Sache. Für mich. Dafür brauchte ich auch keine "Zertifizierung" von außen mehr. Die meisten verstehen mich doch ohnehin nicht. Ich spreche das Thema auch nur sehr selten an. Da muss schon das Gegenüber das Gespräch sehr, sehr nahe in die Richtung lenken.

Bei mir sind aber natürlich auch andere Anteile da, die in meiner Persönlichkeit eine Rolle spielen. Ich hatte schätzungsweise eine recht ähnliche Kindheit wie du. Zusätzlich noch gespickt mit Gewalt und einem Alkoholiker als Vater. Ich hab schon eine fünfjährige Essstörung hinter mir, habe Leute kennengelernt, die mir mit Gewalt einreden wollten, dass ich Borderliner bin, etc. Hab bisher mehr Jahre erlebt, in denen ich meinen gefühlten Selbstwert sehr niedrig einstufen würde, als andersherum. Auch wenn man sich das bei mir nie gedacht hätte. Nach außen fröhlich, schnell beliebt, schnell eine Rolle spielend, damit sich die anderen wohl fühlen und ich meine Anerkennung bekommen habe, die für mich so wahnsinnig wichtig war und detailliert am anderen interessiert. Sobald andere Leute ihre Geschichte erzählen können, fühlen sie sich alle sehr schnell wohl und glücklich und finden, dass man eine sehr sympathische Person ist. Dass sie teilweise so gut wie nichts vom anderen mitkriegen, checken sehr viele nicht. Und darauf hab ich auch heute noch recht oft keine Lust. Zu enge Bindungen mag ich in der Regel nicht, weil mich Leute - ähnlich wie bei dir - sehr schnell langweilen. Und dass ich mich dann jede Woche zu einem Kaffee treffe.... Gähn. Viel zu langweilig. In der Zeit kann ich mich mit zig anderen Themen beschäftigen. Ich komm gerade ins Labern sorry...

Auf jeden Fall hab ich einen langen und sehr intensiven Weg hinter mir. Das hat mich aber auch echt weiter gebracht. Heute lebe ich 600 km von "Zuhause" entfernt in Berlin und mache, was ich will. Außer von meinem Mann lasse ich mir da auch von niemanden reinreden. Und der unterstützt mich ohnehin in allem, was mir wichtig ist. Genauso auch andersherum. So soll es doch eigentlich auch sein. Und das hilft mir auch sehr, mich nicht wie ein Vogel im Käfig zu fühlen.

Warum brauchst du denn diese ganzen Labels für dich? Also die konkrete Klärung, ob du jetzt HSP bist und/oder Angststörungen hast oder was weiß ich....

Aus meiner Sicht hast du klare HSP-Anteile. So wie du denkst, wie du schreibst, was dich bewegt, etc. In kann mir vorstellen, dass dazu eine Hochbegabung kommt und noch diverse andere Schubladen. Aber wer bin ich schon, das einfach so zu behaupten? ^^ Und wer sind all diese Freud´s und Jung´s und was weiß ich wer noch. Auch nur einzelne Menschen, die etwas behaupten. Oder nicht? ;-)

Worauf ich hinaus will ist, dass es doch eigentlich egal ist, wo und warum etwas her kommt. Wenn dir Konzepte, um dich selbst zu erkennen helfen, dich wohler zu fühlen, ist es doch völlig unwichtig, ob du jetzt ein HSP´ler als Legitimierung bist oder eine Angststörung die Ergebnisse produziert. Das sind doch alles bloß Kategorien. Du bist so viel mehr. Und das, was ich von dir bis dato gelesen habe, zeigt mir, dass du auf jeden Fall kein Mensch bist, den ich ablehnen würde, der mir nichts wert wäre, etc. Ganz im Gegenteil. Du schreibst tolle Texte. Du hast großartige Gedankengänge, die interessante Abzweigungen nehmen und ich bin sicher, dass dein Mann dich auch toll findet, sonst wäre er nicht schon so lange mit dir zusammen und würde dich die meiste Zeit so akzeptieren, wie du bist.

Ach ja und wegen dem Gefühl, was andere denken... Das hab ich auch. Ich bilde mir ein, dass ich auch sehr schnell fühlen kann, wie genau es dem anderen geht. Jede Stimmung zwischen den Zeilen kriege ich mit, usw. Das stimmt auch wirklich sehr oft. Wenn das dann zu viel ist, kann das durchaus auch recht anstrengend für mich sein. Dann brauche ich wieder mehr Zeit für mich. Und manchmal stimmt meine Einschätzung aber auch nicht. Dann kann es passiert sein, dass ich eine andere "Brille" aufgesetzt habe, die von meinen Kindheitsprägungen noch stammt. Das wird zwar immer weniger, je älter ich werde. Aber das passiert und da ich durchlebte SItuationen sowieso tausend Mal durchdenke, komme ich dann auch immer wieder an den Punkt, wo ich merke, dass meine Sicht tatsächlich unlogisch sein könnte, kann mich dadurch selbst wieder einfangen, lerne aus dieser Situation und entwickle mich wieder ein Stück weiter. Mehr brauch ich für mich gar nicht mehr. Und schon gar keine Leute, die mir sagen, was ich tun soll oder welches Label für mich richtig ist. ^^

Puh, ich hoffe, dass der Text einigermaßen verständlich ist. Kann sein, dass der rote Faden ein wenig fehlt. Ich hab jetzt einfach drauf los geschrieben, was mir kreuz und quer eingefallen ist.
Efraimstochter
 



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