Immer weniger Gewalt in der Welt ...

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Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 21. Apr 2018, 19:52

Hallo zusammen :-)

„In der Welt herrscht immer weniger Gewalt“!?

Aha.
Ich habe heute diesen interessanten Artikel gelesen. – Interessant deshalb, weil er mal ein paar ganz andere Aspekte aufgebracht hat als dies meiner bisherigen Wahrnehmung und meinem gefühlten Erleben entsprochen hat. – Geht euch vielleicht auch so (ich habe jedenfalls auch schon öfter mal hier düstere Menschheits-Gedanken gelesen icon_winkle )?

https://www.spektrum.de/news/immer-weni ... tent=heute

Wer jetzt nicht den ganzen Artikel lesen will, hier die Hauptthesen:

- Aufgrund von Statistiken belegbarer Rückgang von Gewalt über die Jahrhunderte hinweg
- Durch mediale Berichterstattung Entstehung der verzerrten Wahrnehmung, in einer von übermäßiger Gewalt geprägten Welt zu leben
- Mögliche Gründe für den Rückgang von Gewalt:
Entwicklung von Kontrollorganen (anfangs durch Tyrannen, die ihr Volk besser für sie arbeitend als sich einander umbringend gebrauchen konnten, dann Institutionalisierung und Bürokratisierung von Gesellschaften, Gewaltenteilung), Handel und Buchdruck, Aufklärung, Feminisierung der Gesellschaft.
- Empathie, und insbesondere der Verstand zur Selbstkontrolle gewalttätiger Triebe und Impulse
- auch Relativierung übertriebener Reaktionen auf das Phänomen des Terrorismus

Sicher auch einiges dagegen zu sagen:
z. B. Nuklearwaffen in Händen von unberechenbaren „Verrückten“ (womöglich ohne Verstand zur Selbstkontrolle ihrer gewalttätigen Triebe und Impulse) könnten womöglich auf einen Schlag die ganze Statistik kippen?

Andererseits: warum nicht auch mal eine positive Entwicklung der Menschheit konstatieren und über Schlussfolgerungen daraus für eine „bessere Welt“ spekulieren ...?

In diesem Sinne euch noch ein schönes Wochenende! :-)
Anima
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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 21. Apr 2018, 20:39

Hallo Anima,

Das ist ein interessanter Artikel den du da verlinkt hast.

Ich finde die Argumentation des Autors alles in allem auch sehr schlüssig und würde seinen Thesen größtenteils zustimmen.

Zwei Punkte drängen sich mir aber auf:

1. Wenn von weniger Gewalt in der Welt gesprochen wird, dann sollte es doch eigentlich um die absoluten Zahlen gehen, oder sehe ich das falsch? Der Autor rechnet ja die z.B. die Mordrate aus dem Mittelalter auf die heutige Bevölkerung hoch. Damit ist die Gewalt relativ gesehen, also im Verhältnis zu der Gesamtbevölkerung der Erde, damals höher gewesen. Dabei sind die Bevölkerungszahlen und damit auch die Lebensverhältnisse früherer Zeiten mit heute mMn nicht vergleichbar. Dafür sind die Unterschiede einfach zu krass. So hat sich die Weltbevölkerung allein seit den 60ern mehr als verdoppelt. Von welchem Faktor sprechen wir, wenn wir bis z.B. dem Jahr 0 zurückgehen? Laut Schätzungen haben da "nur" ca. 200 Millionen Menschen auf der Erde gelebt. Heute sind es 7,5 Milliarden. Wenn ich richtig gerechnet habe ist das ein Faktor von 37,5 der zwischen diesen beiden Zeitpunkten der Menschheitsgeschichte liegt.

Dazu kommt noch, dass die Überbevölkerung auch einen Druck erzeugt, denn man als Gewalt bezeichnen könnte. Dem Welthunger fallen jährlich ca. 8 Millionen Menschen zum Opfer. Letztendlich ist dies auf eine ungerechte Verteilung und Nutzung der Ressourcen der Erde zurückzuführen, die mit Waffengewalt verteidigt wird. Ich frage mich, ob man diese Zahlen nicht mit einrechnen sollte. Andererseits gab es (menschengemachte) Hungersnöte auch schon in antiken Zeiten.

Für eine Überschrift klingt es natürlich reißerischer, wenn von weniger Gewalt in der Welt gesprochen wird, aber ich habe meine Zweifel, dass dieser Sachverhalt für die absoluten Zahlen gilt.

Indirekt wird davon auch die Sache mit den Medien und der Wahrnehmung beeinflusst. Etwas vereinfachend erklärt, in einem Dorf in der Antike ist vlt auf 100 Einwohner ein Mord geschehen. Heute haben wir in einer Großstadt von 100.000 Einwohnern dann statt 1000 Morde, was demselben Faktor von 0,01 entsprechen würde, z.B. 80 Morde. Das würde in diesem fiktiven Beispiel einen enormen verhältnismäßigen Rückgang der Gewalt bedeuten. 80 Morde würden aber wohl trotzdem jede Großstadt dieser Größe in Aufregung versetzen, was mich zu Punkt 2 führt.

2. Leider gibt es immer noch Orte auf der Welt, in denen Gewalt hochkonzentriert und in geradezu höllischer Ausprägung vorkommt. Beispiele wären aus meiner Sicht der Südsudan oder Mogadischu in Somalia. Angesichts der Existenz solcher Orte, fällt es mir in der Tat schwer, irgendwie Freude daran zu empfinden, dass es z.B. bei uns in Mitteleuropa nicht so zu geht.

Ja, das waren jetzt meine Gedanken dazu, ich bin mir nicht sicher, in wie weit diese nachvollziehbar sind, aber das ist mir so beim Lesen des Artikels eingefallen.

Ebenfalls ein schönes Wochenende,
LG DesdiNova87
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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon Jamania » So 22. Apr 2018, 07:44

Hallo zusammen, :-)

spannendes Thema!
Ich glaube die Wahrnehmung ob es so ist (oder vielleicht sogar das Gegenteil), gehört mit zu den heißesten Themen heutzutage und hat, denke ich, auch viel mit persönlicher Wahrnehmung und Ideologie zu tun.

Mein Eindruck:
Es gibt einen großen Unterschied diesbezüglich zwischen den Ländern, die sich als Demokratien entwickelt haben und den Ländern, die weiterhin auf andere Modelle wie Diktatur und Unterdrückung durch religiöse oder politische Ideen setzen.
Dieser Unterschied wird umso deutlicher, je näher wir aneinander heran rücken und sich diese Modelle mischen (sollen).
Ich glaube damit es klappt, gehört dazu sehr viel Auseinandersetzung miteinander und "Handel", der wieder als Vereinheitlicher dient.

Was den Handel aber angeht:
Zum Modell der Demokratien gehört der freie Handel, der zwar auf der einen Seite Wohlstand und Sicherheit (auf die Frage bezogen auch kollektiv für ein jeweiliges Land) schafft und dabei Raubbau an allem betreibt: Natur, Menschen mit kaum genug Einkommen, um selbst für sich zu sorgen, Ausbeutung anderer Länder...
Für mich ist das einfach nur eine andere Art der Gewalttätigkeit.

Ich bin ökonomisch nicht sehr bewandert, treffe aber fast immer auf entweder den Standpunkt, dass der Handel vollkommen frei bleiben muss, DAMIT die Grundsituation so bleibt und wir nicht wieder zurück fallen in Diktatur und Gewalt oder dass der Handel drastisch gezügelt werden muss, WEIL er so mächtig ist und sich mit Gewalt das nimmt, was er will, während immer mehr Menschen davon überrollt werden.
Dabei ist das Argument, dass bei uns diese Menschen ja dann von den teuren Sicherheitsnetzen aufgefangen werden, für mich keins, das in diesem Kontext Relevanz hat.
Es sollte nicht so sein - Punkt!

Die Grundsituation bei uns ist eigentlich gut, wenn ich den Unterschied eben zum Sudan oder Nordkorea sehe, und doch habe ich Kritik an vielem.
Dennoch macht es mich nervös, wenn Menschen - hier und anderswo - die Grundsituation der Demokratien als unerträglich einschätzen und fordern, dass sich alles ändern muss, weil wir in einem kapitalistischen, ausbeuterischem System leben, das unterdrückt und überrollt.

Ich finde, dass sich damit viel verspielt werden kann.
Eine Revolution in der Form wie wir sie kannten, können wir uns heutzutage ebenso wie einen Krieg nicht mehr leisten, denn bei den Möglichkeiten, die wir zur Vernichtung haben, könnte das final sein.

Es kann aber sein, dass wir (abseits von dort wo aktive Kampfhandlungen statt finden) auch schon in einer Revolution oder einem Krieg stecken (was sich heutzutage eben komplett anders manifestiert) und es erst in einigen Jahren so sehen werden.

Anima hat geschrieben:- auch Relativierung übertriebener Reaktionen auf das Phänomen des Terrorismus

Das finde ich auch ein sooo komplexes Thema.
Schutz vor Gewalt vs. Freiheit als Mittel zur Unterdrückung z.B. lästiger Kritik...
Überwachung, die auf einmal selbstverständlich wird, wogegen jahrelang protestiert wurde...auf einmal alles möglich
Profiling, das sich auf bestimmte Merkmale des Aussehens, der Herkunft bezieht, aber es darf nur nicht zugegeben werden

Ich habe keine klare Meinung, was ich zu jedem Punkt als richtig oder falsch einstufen würde und habe das Gefühl, dass diejenigen, die für diese Entscheidungen verantwortlich sind, ebenso ratlos sind. _nüxweiss_

Viele Grüße, _Mij_
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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 22. Apr 2018, 11:33

Hallo ihr,

danke für eure interessanten Gedanken! :-)

DesdiNova87 hat geschrieben:Für eine Überschrift klingt es natürlich reißerischer, wenn von weniger Gewalt in der Welt gesprochen wird, aber ich habe meine Zweifel, dass dieser Sachverhalt für die absoluten Zahlen gilt.
...
Heute haben wir in einer Großstadt von 100.000 Einwohnern dann statt 1000 Morde, was demselben Faktor von 0,01 entsprechen würde, z.B. 80 Morde. Das würde in diesem fiktiven Beispiel einen enormen verhältnismäßigen Rückgang der Gewalt bedeuten. 80 Morde würden aber wohl trotzdem jede Großstadt dieser Größe in Aufregung versetzen

Ja, ich habe den Autor auch so verstanden, dass es bei der Berechnung um relative Bevölkerungszahlen geht.
In deinem Beispiel würden es vermutlich also nicht einmal 80 Morde sein, was dann ja im Duktus des Autors sogar noch einen verhältnismäßig weit größeren Rückgang von Gewalt bedeuten würde.

DesdiNova87 hat geschrieben:Leider gibt es immer noch Orte auf der Welt, in denen Gewalt hochkonzentriert und in geradezu höllischer Ausprägung vorkommt. Beispiele wären aus meiner Sicht der Südsudan oder Mogadischu in Somalia. Angesichts der Existenz solcher Orte, fällt es mir in der Tat schwer, irgendwie Freude daran zu empfinden, dass es z.B. bei uns in Mitteleuropa nicht so zu geht.

Ja, das geht mir genauso: da muss man schon aufpassen, dass es nicht zynisch wird … :-(

Ich denke, er hatte das global gesehen und die „Gewalt“ eben in der ganzen Welt zusammengerechnet.
Dabei finde ich, man könnte vielleicht Konsequenzen aus den Erkenntnissen ableiten, eben auch für andere Leidens-Regionen in der Welt gewaltfreiere Verhältnisse zu schaffen?
Und dazu noch ein Nebengedanke: basieren/profitieren unsere gewaltfreieren Verhältnisse womöglich auch noch davon, dass es dafür in anderen Regionen mit „hochkonzentrierter Gewalt“ zugeht?? _gruebel_
Waffenhandel, Ausbeutung von Rohstoffen, Ressourcenverknappung für andere etc. - zu unseren Gunsten, für unseren Frieden, für unsere Sicherheit?

Sehe das insofern ähnlich:
Jamania hat geschrieben:Zum Modell der Demokratien gehört der freie Handel, der zwar auf der einen Seite Wohlstand und Sicherheit (auf die Frage bezogen auch kollektiv für ein jeweiliges Land) schafft und dabei Raubbau an allem betreibt: Natur, Menschen mit kaum genug Einkommen, um selbst für sich zu sorgen, Ausbeutung anderer Länder...
Für mich ist das einfach nur eine andere Art der Gewalttätigkeit.

Schließt sich also durchaus die Frage an, wie soll man - hier in diesem Zusammenhang - überhaupt „Gewalt“ definieren? - Hat DesdiNova ja auch angesprochen, welche Zahlen sollte man da eigentlich auch noch einrechnen? Wie z. B. dem "Fortschritt" geschuldete Gewalt-Resultate, die es in früheren Zeiten in dieser Form noch gar nicht geben konnte?

Jamania hat geschrieben:Ich glaube die Wahrnehmung ob es so ist (oder vielleicht sogar das Gegenteil), gehört mit zu den heißesten Themen heutzutage und hat, denke ich, auch viel mit persönlicher Wahrnehmung und Ideologie zu tun.

Genau deshalb habe ich erst überlegt, ob ich den Artikel nicht eigentlich in den Politik-Bereich schieben soll, mich dann aber doch für die Philosophie entschieden ...

Meiner Lebensphilosophie kommt es eher entgegen, den Menschen nicht im Sinne von homo homini lupus zu sehen/bzw. sehen zu wollen, sondern sowohl als Individuum als auch in Gesellschaften in der Lage zur Weiterentwicklung. Wohin? – Wie hier z. B. in Richtung von weniger Gewaltausübung. Und so gab es für mich tatsächlich ein paar Eckpfeiler in dem Artikel (z. B. die schlüssig erklärte Weiterentwicklung der Vernunft und als Resultat die Selbstregulation von aggressiven Impulsen), die mir zugesagt haben. :-)

Ich grüße euch! :-)
Anima
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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon DesdiNova87 » So 22. Apr 2018, 17:58

Hallo,

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Ja, ich habe den Autor auch so verstanden, dass es bei der Berechnung um relative Bevölkerungszahlen geht.
In deinem Beispiel würden es vermutlich also nicht einmal 80 Morde sein, was dann ja im Duktus des Autors sogar noch einen verhältnismäßig weit größeren Rückgang von Gewalt bedeuten würde.


Ja, es ist lediglich ein Gedankenspiel gewesen, alles rein fiktiv. Wäre die Rate gleich geblieben, wären es 1000 Morde. Die Reduzierung auf 80 Morde habe ich dann einfach mal als denkbare Zahl so angesetzt, als eine Zahl die zwar der These im Grunde entspricht (zahlenmäßig würde es einen Rückgang relativ gesehen von 100% auf nur 8% bedeuten - vermutet der Autor einen noch weiteren Rückgang?), die uns aber immer noch sehr hoch erscheint.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Ich denke, er hatte das global gesehen und die „Gewalt“ eben in der ganzen Welt zusammengerechnet.


Richtig, und nicht in absoluten Zahlen, sondern relativ zur Weltbevölkerung. Wenn ich das richtig verstanden habe. Also sollte die Überschrift so gesehen eigentlich lauten: "Relativ gesehen weniger Gewalt in der Welt; insgesamt aber mehr" oder so ähnlich. Würd dann wahrscheinlich aber niemand mehr lesen wollen.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Dabei finde ich, man könnte vielleicht Konsequenzen aus den Erkenntnissen ableiten, eben auch für andere Leidens-Regionen in der Welt gewaltfreiere Verhältnisse zu schaffen?
Und dazu noch ein Nebengedanke: basieren/profitieren unsere gewaltfreieren Verhältnisse womöglich auch noch davon, dass es dafür in anderen Regionen mit „hochkonzentrierter Gewalt“ zugeht?? _gruebel_
Waffenhandel, Ausbeutung von Rohstoffen, Ressourcenverknappung für andere etc. - zu unseren Gunsten, für unseren Frieden, für unsere Sicherheit?


Ja und nein. Ich habe das im ersten Post ja auch kurz angedeutet, wie ich es zumindest sehe. Zum einen wird der Status quo, sprich die ungleiche Verteilung des Wohlstands durch Waffengewalt verteidigt. Andererseits ist es ja nicht so, dass wenn wir z.B. hier unseren Garten nicht mehr bewässern, dadurch durstleidende Menschen in von Dürre betroffenen Weltregionen mehr zu trinken haben.

Da könnte man aber jetzt seitenweise drüber diskutieren. Das geht dann alles in Richtung Kolonialismusdebatte, und um die Schuldfrage. Ich persönlich glaube nicht, dass es da einfache Antworten gibt. Ich meine z.B. mal gelesen zu haben (nagelt mich nicht drauf fest), dass die größten Sklavenhändler Afrikaner waren. Die Europäer haben die Sklaven ja nicht selbst gefangen, sondern in Afrika gekauft. Was ich damit sagen will, irgendwie hängen letztendlich alle mit drin. Lange Zeit wurde z.B. auch vermutet, dass es in Afrika südlich der Sahara nie eine Hochkultur gegeben hat, bzw. es wurde "den Schwarzen" nicht zugetraut. Heute gibt es mit dem Wissenstand über Groß-Simbabwe, einer eisenzeitlichen Siedlung (und damit vorkolonialen Siedlung) in Simbabwe, darüber keine Zweifel mehr:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Simbabwe

Anima (Lufthauch) hat geschrieben: Und so gab es für mich tatsächlich ein paar Eckpfeiler in dem Artikel (z. B. die schlüssig erklärte Weiterentwicklung der Vernunft und als Resultat die Selbstregulation von aggressiven Impulsen), die mir zugesagt haben. :-)


Das ist natürlich wünschenswert. Aber auch heute gibt es diese eher archaisch tickenden Leute noch, die dann in dem Experiment einem das Geld direkt aus der Hand nehmen würden. Schön, wenn der Anteil dieser Leute an der Bevölkerung zurückgeht, er kann gar nicht klein genug sein. Mich beschleicht aber das Gefühl, dass es dafür auch immer mehr Leute gibt, die geschlagen sind und langfristige Strategien entwickeln einem zu schaden. Aber vielleicht bin ich auch zu pessimistisch. Andererseits wenn ich mir unsere Eliten so ansehe, dann kann ich nicht anders als so zu denken icon_winkle.

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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon Anders » So 22. Apr 2018, 20:14

Naja, ganz ganz früher wo Könige regierten gab es Schlachten und Verräter wurden hinterlistig erstochen, gefoltert und was noch alles. Damit verglichen könnte es heutzutage durchaus weniger sein, aber ich würde eher sagen die Arten der Ausübung von Gewalt haben sich geändert. Mobbing ist auch eine Art von Gewalt, und wie viel Kinder bekommen seelische Gewalt zugefügt von ihren Eltern, was hinter verschlossenen Türen abläuft. Deshalb denke ich, es gibt es heutzutage eben andere Arten von "Gewalt" vielleicht "modernere Arten" wenn man es so nennen kann.
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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon DesdiNova87 » So 22. Apr 2018, 20:56

Anders hat geschrieben:Naja, ganz ganz früher wo Könige regierten gab es Schlachten und Verräter wurden hinterlistig erstochen, gefoltert und was noch alles. Damit verglichen könnte es heutzutage durchaus weniger sein, aber ich würde eher sagen die Arten der Ausübung von Gewalt haben sich geändert. Mobbing ist auch eine Art von Gewalt, und wie viel Kinder bekommen seelische Gewalt zugefügt von ihren Eltern, was hinter verschlossenen Türen abläuft. Deshalb denke ich, es gibt es heutzutage eben andere Arten von "Gewalt" vielleicht "modernere Arten" wenn man es so nennen kann.


Dem würde ich so beipflichten. Wobei es auch in der Antike schon Mobbing oder seelische Gewalt gab, nur gab es die Bezeichnungen nicht. Aber es stimmt schon, die Gewaltausübung passt sich an die Zeiten an. Wobei es auch heute noch z.B. Guantanamo gibt, wo Menschen gefoltert werden.

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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 22. Apr 2018, 21:51

DesdiNova87 hat geschrieben:Richtig, und nicht in absoluten Zahlen, sondern relativ zur Weltbevölkerung. Wenn ich das richtig verstanden habe. Also sollte die Überschrift so gesehen eigentlich lauten: "Relativ gesehen weniger Gewalt in der Welt; insgesamt aber mehr" oder so ähnlich.


Noch mal kurz ein Zitat aus dem Artikel:
Viele Menschen widersprechen mir und sagen, dass die heutige Welt furchtbar gewalttätig ist. Tatsächlich ist sie etwa 50-mal weniger gewalttätig als im Mittelalter, wo die Wahrscheinlichkeit, von einem Mitmenschen erschlagen zu werden, etwa bei 1 : 1000 stand, während sie im heutigen Westeuropa etwa bei 1 : 50 000 liegt.


Stimmt natürlich: einmal erschlagen werden, reicht ja völlig icon_winkle
Trotzdem würde ich mich im ersteren Fall vermutlich unsicherer fühlen als im zweiten - so wegen Wahrscheinlichkeit, und so mal relativ gesehen, oder?

Viele Grüße!
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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon DesdiNova87 » So 22. Apr 2018, 22:43

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Stimmt natürlich: einmal erschlagen werden, reicht ja völlig icon_winkle
Trotzdem würde ich mich im ersteren Fall vermutlich unsicherer fühlen als im zweiten - so wegen Wahrscheinlichkeit, und so mal relativ gesehen, oder?


Hehe^^ ja einmal sollte wohl reichen.

Nur waren sich die Menschen damals es sich vermutlich nicht so bewusst, wie gefährlich es um sie rum ist. Genauso wenig wie wir heute sagen, in 200 Jahren wird es weniger Gewalt geben, ich muss also heute um mein Leben fürchten icon_winkle

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Re: Immer weniger Gewalt in der Welt ...

Beitragvon Orphée » Mo 23. Apr 2018, 00:36

Hallo Anima, hallo Ihr :-)

Würde es vielleicht aus einer anderen Ecke betrachten... Wüsste nicht, wie durch solche Artikel ein positiveres Bild über die Lage der Welt entstehen kann oder soll, wenn wir die heutige Zeit mal so salopp mit der von vor vielen Jahrhunderten vergleichen und es auch eher vermeiden oder es sogar für verwerflich halten auf so einen Es-wird-alles-besser-Zug aufzuspringen. Habe den Artikel zwar nicht gelesen, aber ein Beispiel: Unter den Folgen des Ersten Weltkriegs starben ca. 17 Millionen Menschen und unter den Folgen des Zweiten ca. 60 Millionen Menschen. Na schau an... der Erste war doch gar nicht so schlimm!? Verzerrt oder relativiert, egal wie wir es drehen und wenden. Solche Artikel bewirken am Ende vermutlich nur, dass wir allzu oft und leicht beeinflussbaren naiven Menschen bei fundamentalen Problemen nur noch mehr wegsehen, als wir es ohnehin schon zu sehr tun.

Viele Grüße!
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