Ist positives Denken naiv ?

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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Schiso » So 30. Dez 2012, 15:43

Ich glaube, positives denken ist immer gut und hat nichts mit Naivität zu tun.

Jedoch nur auf die eigene Person bezogen. Bei dem Nachbarn mit der lauten Musik ist der Denkansatz, der Nachbar würde sein verhalten ändern falsch.
Vielmehr sollte man sich selbst abends sagen: die Laute Musik hilft mir beim einschlafen ich werde gut und tief damit schlafen.

Durch positives denken kann man sich selbst helfen, andere Sichtweisen bzw. Wahrnehmung für etwas zu bekommen, nicht jedoch die Menschen und deren verhalten ändern.

Vor der Geburt meines 2. Kindes habe ich mir von Anfang an jeden Abend im Bett gesagt, dass ich eine schnelle und wunderschöne schmerzarme Geburt haben werde.... Von der ersten Wehe bis zur Geburt dauert es gerade mal knapp 2 Std.

Vor der fuhrerscheinprufung habe ich mir immer wieder gesagt: ich werde am 31. Januar 2011 die fuhrerscheinprufung bestehen. Ich habe sie bestanden, trotz mächtig zitternder Beine und 3 Fehlern, die ich gemacht habe...

Wenn ich pessimistisch gedacht hatte, wie: hoffentlich schaffe ich die Prüfung o.ä. Dann hätte ich sie vielleicht nicht bestanden, weil ich an mir selbst gezweifelt hätte.

Ich glaube, darin liegt der Unterschied.
Schiso
 

Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Mattania » Mo 31. Dez 2012, 00:00

Mit der Idee des positiven Denkens befasse ich mich seit über 20 Jahren immer mal wieder und hab mich jedesmal wieder gewundert, wieso das bei mir einfach nicht klappen will.
Erst vor kurzem bin ich auf den Haken an der Sache gekommen. Man kann sich positive Gedanken und Affirmationen Millionen mal herunterbeten, ohne dass sie irgendeinen Effekt hätten - außer dem Gedanken "Wen will ich hier eigentlich verarschen?"
Der Punkt ist, dass man positiv FÜHLEN lernt. Wer das nicht gebacken kriegt - wie ich - wird beim Manipulieren der Gedanken immer scheitern. Und dadurch noch schlechter denken und fühlen als vorher.
Die Menschen, die es relativ leicht schaffen, ihre wiederkehrenden schlechten Gedanken durch wiederkehrende gute Gedanken zu ersetzen und das als das Universal-Heilmittel propagieren, haben für sich und ihresgleichen recht. Aber sie wissen nichts von denen, die niemals die Chance hatten, schöne Gefühle zu erleben UND ungestraft zu genießen.

Vor über 10 Jahren machte ich die Bekanntschaft mit NLP (NeuroLinguistischesProgrammieren), da wurden wir angewiesen, an eine entspannte und schöne Situation unseres Lebens zu denken und mit diesem Gefühl einen "Anker" zu setzen - also sich zum Beispiel die Hand auf den Bauch zu legen, oder wo man sonst die positive Emotion spürt - und mit dieser Aktion auch in schwierigen Situationen ein gutes Gefühl auszulösen.

Ich fragte damals, was man tun soll, wenn man sich an eine solche ankerfähige Situation nicht erinnern kann. - Ich wurde ignoriert. Juhu. Noch eine Situation, die ich nicht verankern wollte...

Ich vermute, dass der "Trick" beim positiven Denken ist, dass die Gedanken die Gefühlswelt wirklich erreichen. Wer bei dem Gedanken "Alles wird jeden Tag ein bisschen besser" wirklich Vorfreude auf die sich ändernden Zustände empfinden kann, wird garantiert Erfolge verzeichnen.
Aber solche wie ich heulen bei jedem Missgeschick weiter rum und kommen auch nicht klar, wenn sie sich täglich 100mal den gleichen Kram vorsagen.

Schwermütige Grüße zum Jahresausklang...

Mattania
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon oceanna » Mo 31. Dez 2012, 04:07

Hallo Mattania

Mit diesen NLP-Techniken komm ich auch nicht zurecht .
Wenn es mir grad wirklich schlecht geht,dann bin ich doch gar nicht in der Lage ,noch an einen Anker zu denken und wie gut es mir irgendwann früher mal ging.
Wenn ich in einer Krise so klar und logisch denken könnte,würde diese Krise erst gar nicht bestehen .
Ob man schwierige Gefühlssituationen einfach so mit Logik unter Kontrolle bekommen kann ?
Rückwirkend in der Analyse vielleicht schon ,im schmerzenden Hier und Jetzt vielleicht eher nicht .

Wie redet man sich Hochsensibilität durchs Ankern schön ?

Liebe Grüsse iwikx
Die Menschen,die du auf dem Weg der Heilung triffst sind wie die Blumen am Wegesrand.
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon oceanna » Mo 31. Dez 2012, 04:14

Hallo Schiso

Du meinst so eine Art von Selbsthypnose ?
Für zukunftige Situationen finde ich das teilweise ganz brauchbar ,vorausgesetzt man schafft es in einen entspannten Zustand zu gelangen .
Man braucht für diese Techniken auf jeden Fall sehr viel Selbstreflexion ,Selbstkontrolle-das ist nichts für sehr impulsive Menschen .

"Schlechte Musik" lässt mich sehr schnell abstürzen,da gibt es für mich effizientere Methoden .
Auch Schmerzen kann ich mir nicht einfach wegdenken .

Bei anderen Situationen ist es zumindest den Versuch wert .

Liebe Grüsse iwikx
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Serenity » Mo 31. Dez 2012, 09:51

Hallo oceanna, Dein Beitrag von 3:07 uhr könnte von mir sein, in der Krise denke ich auch nicht mehr sondern handle nur und das unüberlegt.
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon oceanna » Mo 31. Dez 2012, 13:12

Hallo Serenity

Genau das ist das Problem .
Wir sind ja intelligente Frauen und kennen die meissten vernünftigen Antworten-zumindest in einer ruhigen Situation.
Ich war grad ein paar Tage in einer sehr gespannten Gemütsverfassung .
Und dann kommt mein Mann und möchte eine logische Erklärung dafür haben ,versucht mich mit Sprüchen aufzumuntern oder Witze zu reissen und es funktioniert einfach nicht .
Eine Tafel Schokolade wirkt schneller und effektiver .

Was ich sagen will ist ,dass man sich auf verschiedenen Ebenen versucht wohlzufühlen ,körperlich,gefühlsmässig,vielleicht spirituell falls man einen Glauben hat .
Das Denken ist letzten Endes nur ein kleiner Teil des Menschen und zwar teilweise beeinflussbar ,aber nicht vollständig umprogrammierbar, sonst wären wir ja alle perfekt funktionierende Roboter ,wo man ab und zu nur mal wieder die Schrauben fest zieht . _violent4_

Liebe Grüsse elefant2
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Schiso » Mo 31. Dez 2012, 14:09

Selbsthypnose..... Mmhh ja, ich denke das trifft es... Bei mir klappt das ganz gut.... Wenn ich entspannen kann jedenfalls. Da ich meistens vor meinem Mann ins Bett gehe, gelingt mir das zu dieser zeit am besten. Tagsüber habe ich einfach nicht die Ruhe dafür. Da würde es sicher auch nicht klappen, oder wenn ich zu sehr aufgewühlt bin...
Schiso
 

Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Serenity » Mo 31. Dez 2012, 15:31

Hallo oceanna.
Ich bin gerade wieder in einer sehr gespannten Situation. Hatte Stress mit mit den Kids vorgestern und sie sind mir ausser Kontrolle geraten und waren nicht mehr zu bändigen. Ich wusste nicht mehr weiter und bat meinen Mann nach Hause zu kommen und ein Machtwort zu sprechen. Das artete in Streit aus, er dann meinte er muss immer alles können. Ich hatte ihn noch nie darum gebeten. Es ging noch weiter und nun bockt er wieder, sagt nichts oder stänkert rum. Wahrscheinlich hat er wegen irgendwas anderem Ärger und sagt natürlich nichts. Das macht er nie.
Sorry, jetzt hab ich hier rumgejammert, aber es ist gut es irgendwo mal rauslassen zu können.
Sei froh, wenn Dein Mann wenigstens auf Dich einzugehen versucht.
Serenity
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Frau Kopfsalat » So 3. Mär 2013, 00:55

Hallo

Der Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat. Hab ich mal gelesen.
Führt dann das Nachdenken an sich dazu negativer zu werden oder ist der Optimist naiv, wenn er nicht nachdenkt, weil er die Wirklichkeit verschleiert?

Hm.. ob ein Glas halbleer oder halbvoll ist, entscheidet der Beobachter, der es durch seine Wertung zu seiner Wirklichkeit macht..

Die Gedanken sind frei..
Was allerdings sich-selbst-erfüllende Prophezeiiungen und Autosuggestion angeht..
Wörter sind Energie, und wenn ich daran denke was Dr Masaru Emoto in seinen Büchern über Wasserkristalle schreibt wie sie sich verhalten wenn sie "beschallt" werden.. Die fotografierten Kristalle zeigten harmonische bis zerstörte Strukturen. Da wir aus 70% H2O bestehen und Wasser Informationen "speichert" können wir unseren chemischen Cocktail also neu mischen, mit jedem Gedanken...glaube schon, dass sich gut zu fühlen an gutes Denken gekoppelt ist..
Frau Kopfsalat
 

Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon hmmm » Mo 16. Jan 2017, 20:27

oceanna hat geschrieben:...frage ich mal so in die Runde .

Lässt sich die Realität oder Zukunft durch positives Denken beeinflussen oder macht das keinen Unterschied ?

Positive Grüsse _yessa_


Interessanter, alter Faden :)

Möchte eigentlich was ansprechen, was sich aus dem Thema heraus ableitet, aber vorab meine Meinung dazu, bzw. Standpunkt.

Ja, der Körper wird auf jeden Fall beeinflusst und weil er ständig agiert auch die stoffliche Realität, die ihn umgibt.

Habe das im Forum an verschiedenen Stellen schon angesprochen wie Plusgefühle und Plusgedanken Wasser in ein seiner Struktur "veredeln" kann. Minusgefühle und Minusgedanken hingegen "verunstalten" diese Wassereiskristalle. Wir bestehen aus Wasser usw... also ausgegangen davon dass schöne, geometrische Kristalle gut sind unterstreiche ich positives denken. Auch wegen dem Placeboeffekt bin ich vom positiven Denken überzeugt.

(eine Google Bildersuche: mit den Worten "Gefühle Wasserkristalle" starten, da sehr ihr die Wasserkristallbilder)

Eigentlich aber geht es mir wie schon geschrieben um ein sich daraus ableitendes Thema. Positives Sprechen.
Einfach gesagt, alles Sagen mit Ausnahme der Wörter "Kein, Nicht, Nein, Ohne", ich nenne sie mal MinusWörter oder negierende Wörter.

Frage mich, wie so manche Konfliktsituation ohne diese Wörter verlaufen wäre oder wie sogar dieser Faden mit ausschließlich positiven Wörtern verlaufen wäre. Ich finde mich in vielen Situationen wieder, in denen ich diese Minus-Wörter, negierenden Wörter verwende, manchmal weil weil ich etwas scheinbar direkter und schneller deutlicher machen kann. "Nein, Ich will das nicht" (Klassiker)

Nur mal als klassisches Beispiel. Vielleicht habt auch ihr mal schon mal so eine "Was will ich vom oder im Leben Liste" gemacht. Wenn ich Menschen manchmal frage, "Was willst du" sagen viele eher was sie nicht wollen, bzw. die meisten wissen eher mehr darüber, was sie nicht wollen. Finde ich erst mal gut, weil durch das Spiegeln der Wörter kommt ja auch schon oft das heraus, was man will oder dem näher...

"Ich will nicht so viel unnötig Arbeiten" Das "Gehirn" speichert nun ab "Ich unnötig viel Arbeiten" (weil "nicht" kein Gefühl darstellt sondern eher einen "Zustand" wird das dann einfach "weggelassen" und man programmiert sich aus versehen selbst falsch) anstelle zu sagen, "Ich möchte meine Berufung finden, damit ich mich als wertvollen Teil dieser Welt fühlen kann". Ich denke die Unterschiede werden klar?

Wenn ihr Spass daran empfindet, spielt das einfach mal mit wem einen Abend, wenn ihr ausgeht oder einfach so gemütlich am diskutieren seid, finde es spannend, was da für bewusste Momente zum Teil entstehen. Oder achtet einfach nur mal selbst drauf, zum Beispiel wenn ihr mit Kindern redet oder auch mit Arbeitskollegen... oder auch beim Schreiben hier im Forum.

Generell wird dadurch viel mehr das hervorgehoben, was man selbst will und das beeinflusst natürlich mein Umfeld, wenn auch sehr weich...
Vielleicht habt ihr ja auch schon damit Erfahrung, auf diese Art zu sprechen, würde mich interessieren...

GLG!
hmmm
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