Ist positives Denken naiv ?

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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon hmmm » Do 19. Jan 2017, 13:39

@schwarz

ziemlich genau so :)

LG!
hmmm
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon cindy sun » Do 19. Jan 2017, 19:07

Eine Anmerkung habe ich noch zum positiven Denken. Weiß nicht, ob es direkt zum Thema passt.

Positives Denken ist auch eine Sache des Blickwinkels und da hat nicht jeder denselben.
Nehmen wir mal das berühmte Beispiele vom halbvollen oder halbleeren Glas. Im Allgemeinen die Aussage, das Glas sei halbleer als negativ gewertet. Gerade in der Therapie, wenn es um die Psyche geht, gilt das halbleere Glas ohne Nachfrage als negatives Denken.

Ich finde aber, das liegt dran. Wenn es sich um eine bittere Medizin handelt, dann bin ich froh, wenn das Glas halbleer ist, wenn ich es soweit geschafft habe oder eben nicht mehr drin ist. Wenn dagegen etwas Gutes drin ist, ja dann ist es eben halbvoll und ich freue mich, dass ich noch so viel habe.
So habe ich das eigentlich bei vielen Dingen, wobei ich mit meiner Sichtweise nicht immer auf Verständnis stoße.

LG, cindy
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Braunbär » Sa 21. Jan 2017, 19:46

huhu Cindy,

das halbleere Glas, wenn es danach geht, wäre ich ein negativer Mensch. Wobei es mir da ebenso geht wie dir, bei unangenehmen Dingen denke ich mir auch, hej, schon die Hälfte geschafft, super, bald ist es geschafft. *+*
Mir geht es aber definitiv so, wenn ich bei etwas Gutem die Halbzeit erreicht habe, dann macht es mich traurig, dass es ab dem Zeitpunkt stetig weniger wird. Ich sehe das relativ "mathematisch"?

Positives Denken sieht bei mir so aus, dass wenn mir etwas unangenehm auf der Seele liegt, ich mir folgende drei Fragen stelle: Love it? Leave it? Change it?
Ich versuche, Unangenehmes aktiv zu beseitigen. Weil ich grundsätzlich schon davon ausgehe, dass ich vieles zum Guten (für mich) verändern kann. Ich sehe oft viel mehr Spielraum als viele andere Menschen. Oder ich habe weniger Angst vor Veränderung. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ist eine Chance.

Also, auf das Beispiel mit dem Glas gebe ich nicht viel. Zu verkürzt, oder? ;-)

Liebe Grüße
Ich bevorzuge freundliche Menschen. _Mij_
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Muntje » Do 26. Jan 2017, 18:17

Es gab Zeiten, da wurden Menschen durch mein unmittelbares Umfeld, die nicht stets und ständig positiv dachen als Naivlinge oder – ja, so muss ich es ausdrücken – irgendwie unreif angesehen.

Doch lasst uns die Zwischenräume ausfüllen, lasst uns zwischen Schwarz und Weiß die bunten Farben finden, lasst uns zwischen Hoch und Tief empfinden, lasst uns zwischen Geburt und Tod im Dasein fließen und… lasst uns zwischen Positiv und Negativ die Nuancen entdecken, die zu einem gesunden Leben führen können.

Denn es gibt Momente, wo Positives hilft, es gibt aber auch Augenblicke, wo Realismus gut tut und der Mensch sich etwas in die Tasche lügt, wenn er sagen würde, er könne hier ausschließlich positiv denken. Gewiss fallen uns allen hierzu genügend Beispiele ein.

Positives Denken ist für mich gesehen keineswegs naiv. Oft ist es förderlich und für den einzelnen Menschen eine nicht zu verachtende Hilfe.

Und doch gibt es Momente, wo ich mich weigere, positiv zu denken, ganz einfach deshalb, weil ich es negativ sehe. In solchen Situationen mag ich nicht an meinem Ohr ein gut gemeintes Schnurren vernehmen, dass doch auch hierbei ein positives Denken möglich wäre. Nein, ich möchte auch mitunter im Nihilismus etwas baden. Auch das kann manchmal – wohl dosiert – reinigend wirken.

Und noch dies: Mein Glas war mein Leben lang halb voll. Doch habe ich das niemals mit positivem Denken verbunden. Es war mir als sprachlichen Ausdruck ganz einfach so beigebracht worden.

Positive Gedanken und Gefühle wünscht euch

Muntje
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Lylia » So 2. Sep 2018, 16:49

Zum Thema allgemein denke ich so:

Ja, positives Denken kann naiv sein, wenn die Tatsachen dem eindeutig wieder-sprechen, wenn ich z.b für eine Woche nur 5 Euro zum Leben habe, ist mir klar, das kann nicht reichen, dann ist es naiv, zu denken:"Klar damit komme ich hin". Muss ich davon noch Fahrkarten z.b kaufen, die ja fast 6 Euro kosten, sollte mir der klare Menschenverstand sagen, dass dies nicht gehen kann. Hier ist rein positives Denken nicht nur naiv, sondern echt dumm.

Anders verhält es sich mit 50 zu 50 Situationen oder ungewissen zukünftigen Ereignissen oder Ergebnissen, hier half mir oft positives Denken, denn die Tatsachen existieren ja da noch nicht. Hier kann positives Denken einen motivieren und Antriebskraft geben noch mal "eine Schüppe z.b beruflich draufzulegen."

So erschafft dann das positive Denken quasi eine sich selber erfüllende gute Prophezeihung, weil man sich noch mal ins Zeug legte. Es kann also manchmal besser sein positiv zu denken, aber es kann auch besser sein, negativ zu denken, um nicht unnötig enttäuscht zu werden.

Jeder muss für sich und je nach Situation entscheiden, was gerade wohl am ehesten passt, ich halte es jedoch so wie ich es hier beschreibe.
"Eine traurige Seele kann einen schneller töten als jeder Krankheitskeim."
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon alice.d » Mi 12. Dez 2018, 19:15

Positives Denken ist niemals naiv.

Wenn etwas noch nicht passiert ist und lediglich in unserer Vorstellung existiert, ist die Chance für ein positives Ergebnis genau so groß wie für ein negatives. Warum sollte man sich also auf das Negative fokussieren?

Es ist jedoch nicht immer leicht. Ich zum Beispiel neige dazu, zu allem gleich eine Katastrophenszenerie im Kopf zu haben. Ein Prägung, die absolut keine Vorteile mit sich bringt aber verdammt schwer loszuwerden ist...
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Source » Do 13. Dez 2018, 10:37

Hallo Alice,

eine positive Grundeinstellung ist zunächst einmal eine gute Sache. Ob positives Denken naiv ist, hängt von dem jeweiligen Menschen und seinen Erfahrungen ab.

Positives Denken ist aus meiner Sicht vor allem eins: einseitig.

alice.d hat geschrieben:Wenn etwas noch nicht passiert ist und lediglich in unserer Vorstellung existiert, ist die Chance für ein positives Ergebnis genau so groß wie für ein negatives. Warum sollte man sich also auf das Negative fokussieren?


Warum sollte ich mich in einer solchen Situation auf das Positive konzentrieren? Ich würde alle Aspekte einer Situation in den Fokus nehmen, die positiven wie die negativen, und mir auf dieser Grundlage ein eigenes Bild machen. Aus eigener Erfahrung bin ich zu der Einsicht gekommen, dass der Mittelweg meist der beste Weg ist. Statt für Optimismus oder Pessimismus entscheide ich mich lieber für Realismus.

Viele Grüße
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Baba » Sa 29. Dez 2018, 20:05

Also ich denke das beides zustimmen kann. In den niederen Dimensionen spielt das denken noch eine mindere Rolle, dort kann man sagen, dass positives denken naiv ist. Ab der 5 Dimension und höher, wird das Leben mehr und mehr zum Klartraum. Gedanken, Worte und Taten in der Gegenwart bestimmen zunehmend die erlebte Zukunft, wer dann nicht positiv zu denken gelernt hat, rutscht von einem Albtraum in den nächsten, das kann dann selbst zum Tod führen. Somit wird diese Gabe überlebenswichtig jeh höher man steigt.
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon alice.d » Mo 7. Jan 2019, 17:18

Hallo Source,

Source hat geschrieben: Ich würde alle Aspekte einer Situation in den Fokus nehmen, die positiven wie die negativen, und mir auf dieser Grundlage ein eigenes Bild machen. Aus eigener Erfahrung bin ich zu der Einsicht gekommen, dass der Mittelweg meist der beste Weg ist. Statt für Optimismus oder Pessimismus entscheide ich mich lieber für Realismus.

Viele Grüße
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Du sagst, du entscheidest dich für den Mittelweg. Was genau meinst du damit? Wenn du alles Aspekte betrachtest, musst du dir eine Meinung dazu bilden und je nachdem wie deine Argumente für und wider sind, wird deine Erwartung ausfallen...also positiv oder negativ. Bereits hier, zeigt sich oft ob jemand positiv oder negativ eingestellt ist, denn die Gewichtung ist bei allen anders und auch die hinzugezogenen Aspekte können von Mensch zu Mensch variieren. Damit ist "Realismus" auch nur eine subjektive Einschätzung.

Ein Mittelweg ist eher die Offenheit für alles. Also sich eher gar keine Gedanken machen und sich darauf einlassen was kommt, oder? Auch eine gute Option...zumindest besser als Pessimismus.

Trotzdem bevorzuge ich es auf die Straße zu schauen wenn ich Auto fahre und nicht in den Graben, in dem ich NICHT landen will. Denn oft bewegen wir uns in die Richtung, in die wir auch unsere Aufmerksamkeit richten.

Das mit den Dimensionen finde ich interessant. Habe mal was dazu gelesen. Würde gerne mehr dazu erfahren...
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Source » Mo 7. Jan 2019, 19:41

Hallo Alice,

alice.d hat geschrieben:
Du sagst, du entscheidest dich für den Mittelweg. Was genau meinst du damit?


Für mich sind Pessimismus und Optimismus Grundeinstellungen. Der Optimist sie die Welt eher positiv, der Pessimist eher negativ. Ich versuche den Mittelweg einzuschlagen, den ich Realismus nenne. Und natürlich ist eine realistisch Einschätzung "auch nur" subjektiv - ich habe nicht den Anspruch, eine objektive Einschätzung zu liefern.

Viele Grüße
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