Ist positives Denken naiv ?

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Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon oceanna » So 25. Nov 2012, 16:27

...frage ich mal so in die Runde .

Lässt sich die Realität oder Zukunft durch positives Denken beeinflussen oder macht das keinen Unterschied ?

Positive Grüsse _yessa_
Die Menschen,die du auf dem Weg der Heilung triffst sind wie die Blumen am Wegesrand.
Geniesse sie in ihrer einzigartigen Schönheit und gehe sorgsam mit ihnen um.
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Wolfsspinne » So 25. Nov 2012, 17:58

Ich denke nicht, dass reines Denken einen direkten Einfluss auf etwas außerhalb der denkenden Person haben kann.
Wenn man zum Beispiel einen Nachbarn hat, der ständig laut Musik hört, dann kann man noch so oft mit dem positiven Gedanken ins Bett gehen "wenn ich morgen aufwache wird er nurnoch leise Musik hören", aber es wird sich nichts an dem Nachbarn ändern.
Oder eine Pflanze wird auch nicht schneller wachsen, nur weil ich mir ständig selbst vorsage, dass sie schneller Wachsen soll.


Für die eigenen Handlungen spielt es dagegen sicher eine entscheidende Rolle.
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon herbst » So 25. Nov 2012, 18:14

oceanna hat geschrieben:...frage ich mal so in die Runde .

Lässt sich die Realität oder Zukunft durch positives Denken beeinflussen oder macht das keinen Unterschied ?

Positive Grüsse _yessa_


Ich denke, dass sich die Realität nicht ändern lässt. Die Wahrnehmung unserer Realität und das was wir daraus machen, das heisst ob wir aus unserer Realität etwas zu machen vermögen oder ob wir uns dieser einfach ergeben spielt meines Erachtens das Zünglein an der Wage! Die Kreativen unter uns sind oft die Überlebensfähigsten. Sie schaffen es aus den unmöglichsten Ausgangslagen welche das Leben so bietet gestärkt hervorzugehen, während andere daran zu Grunde gehen.

Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt. (Huxley, Aldous)
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon oceanna » So 25. Nov 2012, 19:07

Ich danke euch Herbst und Wolfsspinne

Je mehr man positiv denkt ,desto aktiver wird man vielleicht wo der Pessimist sich eher verkriechen würde .
Also ändert sich in gewissem Sinne durch die zusätzliche Aktivität die Zukunft .

Der Nachbar wird höchstwahrscheinlich nicht allein durch mein Denken die Musik runterdrehen ,doch wenn ich davon ausgehe,dass er ein toleranter Mensch ist und freundlich mit ihm drüber rede ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher ,dass er in Zukunft wenigstens ein klein wenig mehr Rücksicht nimmt .

Ich hab schon mehrfach beobachtet,dass Leute relativ genervt auf positives Denken reagieren, obwohl das nicht unbedingt logisch ist .
Vielleicht erträgt man Menschen besser ,die in einer ähnlichen Stimmungslage sind ?

Liebe Grüsse _Mij_
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Cassy5 » So 25. Nov 2012, 20:23

Das blöde am positiv denken ist eben, dass man schneller Enttäuscht werden kann.

Deshalb ist für mich reines positiv denken nichts, da ich schnell enttäuscht werde.
Aber wenn du es nicht bist, dann ist es garantiert von Vorteil positiv zu denken, da es in gewisser WEise sich unbewusst schon auf das auswirkt was passiert.

Stell dir vor du gehst durch deinen Alltag und konzentrierst dich nur auf deine Fehler, dann übersiehst du die positiven Dinge weil du nur noch schwarz malst.

Lg Cassy
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon bumblebee » So 25. Nov 2012, 22:52

Positives Denken ist nur dann naiv, wenn man noch keine negativen Erfahrungen in bestimmten Bereichen gemacht hat und/oder entsprechend potientielle Risiken nicht mit einkalkuliert hat.

Wenn man trotz negativer Erfahrung und Risikokalkulierung positiv denkt, ist dies sehr förderlich für sich und das Umfeld.
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon herbst » So 25. Nov 2012, 23:33

oceanna hat geschrieben:Ich hab schon mehrfach beobachtet,dass Leute relativ genervt auf positives Denken reagieren, obwohl das nicht unbedingt logisch ist.Vielleicht erträgt man Menschen besser, die in einer ähnlichen Stimmungslage sind?


Aber definitiv! Ich erinnere mich noch gut daran, wie es mich genervt hat, als meine Psychologin welche mich begleitet hat weiterhin zuversichtlich war, als ich beruflich alles verloren habe, worum ich in den vergangenen zwei Jahren mit ihrer Unterstützung gekämpft habe. Meine Hausärztin war da schon pragmatischer und hat nur zu mir gesagt: "Sie haben nicht viel Glück gehabt in ihrem Leben." Diese Feststellung hat mir sehr geholfen, danach war ich in der Lage dort wo ich gescheitert war zusammenzupacken und mich beruflich neu zu orientieren.

oceanna hat geschrieben:Der Nachbar wird höchstwahrscheinlich nicht allein durch mein Denken die Musik runterdrehen, doch wenn ich davon ausgehe,dass er ein toleranter Mensch ist und freundlich mit ihm drüber rede ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass er in Zukunft wenigstens ein klein wenig mehr Rücksicht nimmt.


Eine andere Möglichkeit wäre natürlich das Fenster zu öffnen und irgenwelche "hässliche" klassische Musik in voller Lautstärke abzuspielen;-) Wenn dein Nachbar dann reklamieren kommt sagst du zu ihm völlig unschuldig: "Aber das ist doch schön, gefällt es Ihnen nicht?"
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon Larc_Vincent » Mo 26. Nov 2012, 09:45

Ich denke, dass wir Menschen wie Blätter im Wind sind, wir reagieren nur auf äußere Umstände. Und, wenn wir denken, wir würden positiv denken, dann ist das in soweit gut, dass wir uns einbilden können, wir könnten mit unseren positiven Gedanken irgendetwas an der Realität ändern. Ich sage nur: "Meine Hochachtung vor Leuten, die meinen, sie würden positiv denken oder an irgendetwas ausserhalb von sich selbst glauben können...." By the way, ich selbst bin ob solcher Denke nich automatisch ein Pessimist oder ein Nihilist....
Einfachheit stellt sich ein, wenn der Geist nicht mehr anhaftet, wenn er nichts mehr erreichen will, wenn er akzeptiert, was ist. Krishnamurti: Jiddu Krishnamurti - Freiheit und wahres Glück
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon oceanna » Mo 26. Nov 2012, 10:41

bumblebee hat geschrieben:Positives Denken ist nur dann naiv, wenn man noch keine negativen Erfahrungen in bestimmten Bereichen gemacht hat und/oder entsprechend potientielle Risiken nicht mit einkalkuliert hat.

Wenn man trotz negativer Erfahrung und Risikokalkulierung positiv denkt, ist dies sehr förderlich für sich und das Umfeld.


Hallo bumblebee

Für mich selber würde ich positives Denken als absolut überlebensnotwendig einschätzen ,da ich genetisch bedingt plus schwere Kindheit immer und immer wieder depressive Schübe habe ,wo mich das Leben von ganz alleine tief nach unten zieht und die Schattenseiten überdeutlich sind .

Als Ausgleich versuche ich in den guten Zeiten vermehrt das Leben zu geniessen .

Wer nun aber nur meine Sonnenseite kennt hat schnell den Eindruck ,dass ich irgendwie nicht ernst zu nehmen bin,weil ich einfach keine Ahnung habe.
Ich versuche einfach nur positive Energie zu geben ,weil ich das auch in schwierigen Zeiten benötige .

Liebe Grüsse _flöwer_
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Re: Ist positives Denken naiv ?

Beitragvon oceanna » Mo 26. Nov 2012, 10:47

Cassy5 hat geschrieben:Das blöde am positiv denken ist eben, dass man schneller Enttäuscht werden kann.

Deshalb ist für mich reines positiv denken nichts, da ich schnell enttäuscht werde.
Aber wenn du es nicht bist, dann ist es garantiert von Vorteil positiv zu denken, da es in gewisser WEise sich unbewusst schon auf das auswirkt was passiert.

Stell dir vor du gehst durch deinen Alltag und konzentrierst dich nur auf deine Fehler, dann übersiehst du die positiven Dinge weil du nur noch schwarz malst.

Lg Cassy


Gut ,wenn man negativer denkt ist man auf Katastrophen besser mental vorbereitet,ob das bei der Verarbeitung dann aber weiter hilft ?

Jetzt stell dir mal vor ,du würdest dich mit einem Pessimisten anfreunden wollen und der hat aus einem Sicherheitsdenken heraus erst mal lieber sehr negative Gedanken dir gegenüber .
Wie lange würdest du dich wohl bemühen ohne selber den Mut zu verlieren ?

Sowohl zu positives als auch zu negatives Denken sind wohl Vorurteile ,denk ich mal .

Liebe Grüsse _#)_
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