sind HSPs häufiger depressiv?

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sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon letsgo » Mo 14. Okt 2013, 09:18

Hallo ihr,

mich beschäftigt schon lange die Frage, ob hochsensible Personen wie wir zeitgleich häufiger an Depressionen leiden als anders geartete Menschen. Ich könnte fast meinen, dass das so ist, einfach weil eine HSP viel aufnahmefähiger ist für die Dinge hinter den Dingen, und die sind nunmal leider oftmals deprimierend. Was denkt ihr?
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Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon jjn » Mo 14. Okt 2013, 09:33

Gegenfrage: befinden sich HSP öfters in einem Stimmungshoch? Man wäre ja auch aufnahme fähiger für positive Dinge. Eventuell haben HSP intensivere Stimmungsschwankungen?!

Ansonsten kann ja wohl das sich anders fühlen zu psychischen Problemen führen und eben auch Depressionen.

Für mich selber würde ich sagen, ich bin je nach Laune persimistisch oder optimistisch.
jjn
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Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon Juliaria » Mo 14. Okt 2013, 12:43

Ich für meinen Teil kann dem Zustimmen.
Ich habe sehr oft depressive Phasen durch ( für andere) "Kleinigkeiten".
Manchmal , wenn ich andere Menschen mit meiner Meinung verletze , denke ich sehr oft ich bin zu nichts zu gebrauchen. Das ich alle unglücklich mache in meinem Umfeld. Das es besser wäre, ich hau ab oder lasse sie in Ruhe.
Da kann ich mich auch sehr gut reinsteigern.
Das hält manchmal Tage an.
Grad negative Sachen, Gespräche oder Stress nehme ich immer überall hin mit.
Ich kann das nicht " abschütteln"
Ich denke schon, heut in dieser Welt wo fast jeder von Egoismus beherscht wird, ist es für HSP schwierig immer positiv zu bleiben.
Juliaria
 

Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon HSM_HeartSoulMind » Mo 14. Okt 2013, 16:19

Hey Du!

Wissenschaftliche Studien kann ich dir nicht liefern, aber ich habe das Buch "zart besaitet" von Georg Parlow gelesen und kann ihm zustimmen, dass die Hochsensibilität einer Person immer wieder auftretende Problematiken, u.a. Depressionen, "begünstigt".
Wenn man ganz vorne bei der Sensibilität anfängt, allein die Wahrnehmung für äußere wie auch innere Reize und was dadurch alles ausgelöst werden kann, ist das doch nur leicht zu verstehen. Oder wie Bekannte aus meiner Elterngeneration immer gesagt haben "Umso intensiver du dich mit der Welt und ihren Zuständen auseinandersetzt, umso schlechter geht es dir/umso mehr macht es dich kaputt". Meine Eltern sagen auch jedes Mal, wenn sie Nachrichten von Naturkatastrophen, Lebensmittelskandalen oder Terror- und Kriegsakten sehen, dass man sich das Ganze nicht "zu oft" vor Augen führen darf, weil man sonst depressiv wird.

Das große Problem und der große Unterschied (in meinen Augen) bei HSPs ist, dass wir uns nicht sonderlich dagegen "wehren" können, dass wir uns oft ZWANGSLÄUFIG mit den Dingen auseinandersetzen. ABER MANCHMAL EBEN AUCH NICHT.

Manchmal tun wir uns damit mehr weh, als wir müssten. Wir bekommen so viel von allem um uns und IN uns mit, dass die Chance sehr hoch ist, dass wir damit überfordert sind. Das KANN (in diesem Fall) eine Schattenseite der sonst so wunderbaren Sensibilität sein, und da ist es für mich persönlich immer das Ziel, mich abzuhärten, im Sinne von schlimme Dinge nicht allzustark an sich heranzulassen und vor allem Distanz zu jeden Dingen zu halten, bei denen wir es getrost KÖNNEN! Denn als HSP macht man doch viel zu oft den Fehler, sich mit Problemen zu beschäftigen, die a) nicht die eigenen sind und an denen man auch oft nichts ändern kann oder b) die nicht real sind, sondern nur durch eine sehr starke Vorstellungskraft ausgeprägte Ängste sind.

Also, ja - ich denke, dass HSP "häufiger" als nicht-HSP depressiv sind oder werden können - das dieser Umstand eine große Gefahr bietet, der nur mit vieeel Übung etwas entgegen zu setzen ist.
Aber vor allem denke ich, dass Depressionen doch am Ende einfach menschlich sind und man sich (egal ob HSP oder nicht) nicht fertig machen darf und noch depressiver wird, weil man denkt "Oh, Hilfe, ich bin so verletztlich, ich darf nicht depressiv sein/werden!", sondern die eigene Verletztlichkeit als etwas Gutes annimmt und daran arbeitet, sich nicht von ihr übermannen zu lassen.

Es gibt nämlich auch durchaus Menschen, die so abgehärtet sind, dass sie sich überhaupt nichts mehr nahe gehen lassen und nicht nur unfähig sind verletzt zu werden, sondern dadurch auch unfähig sind, zu lieben.
Und da bleibe ich doch lieber ein mitfühlender, sich Dinge ans Herz legender HSM, der sich darauf einlässt, immer wieder mal in seinem Leben der ein oder anderen Depression(sphase) zu begegnen, als... ein Stein. icon_winkle

Liebe, hochsensible Grüße,
HSM
HSM_HeartSoulMind
 

Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon kikilino » Mo 14. Okt 2013, 16:29

Wenn man gefühlsintensiv ist, so braucht es länger bis man die Emotionen 'verpackt' hat, man muss sie ausleben und ist ihnen vielleicht ein Stück weit zunächst einmal ausgeliefert. Dieser an und für sich 'normale' Prozess dauert eben einfach etwas länger, manchmal ist man dadurch auch ein Weilchen handlungsunfähig. Das sollte von dem Begriff Depressionen getrennt werden. in der Fachwelt wurde über den Zusammenhang zwischen HSP und Häufigkeit von Depressionen ebenfalls geforscht und es hängt stark mit den Kindheitserlebnissen/traumata zusammen (wie bei jedem anderen auch). Ich glaube, auch bei gefühlsintensiven Menschen hat es viel damit zu tun wie man mit den Dingen umgeht, welche Erklärungen man sich sucht, welchen Sichtweisen man folgen möchte. Dies unterscheidet ja auch die Menschen die an einer Krise zerbrechen von denen die daran wachsen. Vielleicht braucht man mit stärkeren Gefühlen bei selber 'Therapie' (jetzt im Sinne von Strategien, Gedankenmustern usw) etwas länger als ein nicht so gefühlsintensiver mensch, aber ich glaube nicht unbedingt, dass man dadurch anfälliger ist.


@Juliaria: mmh...ich denke, dass man die Gefühle vielleicht nicht 'abschütteln' kann...die Gedanken die man sich macht kann man allerdings schon beeinflussen. Wieso denkst Du so negativ über Dich? In unserer Welt ist es leider so, dass man zwangsläufig andere verletzt, selbst, wenn man sich noch so bemüht es nicht zu tun. Das ist auch nicht das eigentliche Problem sondern, wie man damit umgeht (der Verletzende sowie der Verletzte). Also gibt es doch gar keinen Grund, dass Du Dich 'minderwertig' fühlst weil es Dir auch nicht besser gelingt als dem Rest der menschheit. icon_winkle Wichtig ist, dass man kommuniziert, sich entschuldigt, auf den anderen eingeht usw.

PS: hat sich überschnitten...
kikilino
 

Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon Stimmungsaufhellerin » Mo 14. Okt 2013, 16:32

HSM_HeartSoulMind hat geschrieben:
Es gibt nämlich auch durchaus Menschen, die so abgehärtet sind, dass sie sich überhaupt nichts mehr nahe gehen lassen und nicht nur unfähig sind verletzt zu werden, sondern dadurch auch unfähig sind, zu lieben.
Und da bleibe ich doch lieber ein mitfühlender, sich Dinge ans Herz legender HSM, der sich darauf einlässt, immer wieder mal in seinem Leben der ein oder anderen Depression(sphase) zu begegnen, als... ein Stein. icon_winkle

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Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon Juliaria » Di 15. Okt 2013, 12:27

Ich kann dir nicht sagen, wieso ich so von mir denke.
Ich denke es liegt an meiner Vergangenheit, durch meine Art wurde mir ständig gezeigt , ich bin nicht richtig, bin irgendwie falsch und anders.
Dadurch denke ich sehr oft, ich mache nur Fehler.
Ich kann zwar auch sehr gut gelaunt sein, aber Kummer macht mir immer sehr zu schaffen.
Juliaria
 

Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon kikilino » Di 15. Okt 2013, 18:34

@juliara: sorry...hab mich blöd ausgedrückt. Ich hatte die Frage eher gestellt, weil Du Dir selbst eine Antwort darauf geben solltest. Bitte entschuldige! 647&/

Vielleicht eine zweite Frage für Dich selbst: vergleiche mal, ob Du andere auch unter den selben Kriterien wie Dich selbst betrachtest. manchmal hilft ein Perspektivwechsel damit man sich selbst genauso viel Verständnis entgegenbringen kann wie man es anderen gegenüber tut, damit man sich selbst genauso annimmt etc.

Kritik von aussen ist nicht schlecht, weil sie uns hilft uns selbst kritisch zu betrachten. Leider vergessen wir oft, dass es an uns selbst liegt, ob wir der Kritik zustimmen wollen oder nicht.

Wenn Du für andere 'falsch' und/oder 'anders' bist, ist das ein grund es für Dich selbst auch zu sein? Ich denke eher nicht, denn Du bist genau richtig für Dich selbst. Nachbessern kann man immer, wenn man das möchte und es als richtig und wichtig empfindet. Aber das betrifft nur einzelne Punkte und ist niemals (!!!) ein grund, den gesamten Menschen in Frage zu stellen oder abzulehnen.Gut, man kann nicht mit jedem, aber für jeden gibt es andere Menschen die ganz genau passen denke ich. Das wichtigste ist, dass Du schaust, ob es etwas an Dir selbst gibt was Dich selber stört, beeinträchtigt. Wenn Du da im Reinen bist kannst Du anfangen an die anderen zu denken und zu schauen, ob Du etwas für die anderen tun kannst. Also zuerst: wie geht es mir damit, ist es ein Problem für mich? dann: schränke ich andere damit ein, tue ich anderen damit weh?

Ich hoffe, ich war mit meinen Gedanken jetzt nicht zu offen. Habe einfach mal niedergeschrieben, was mir so dazu einfällt...vielleicht ist ja etwas für Dich dabei, vielleicht ist das auch alles nicht neu kann aber bestärken den Weg weiter zu gehen...wie auch immer. _flöwer_
kikilino
 

Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon letsgo » Di 15. Okt 2013, 20:38

jjn hat geschrieben:Gegenfrage: befinden sich HSP öfters in einem Stimmungshoch? Man wäre ja auch aufnahme fähiger für positive Dinge.
ich würde das fast verneinen )/898u und zwar deswegen, weil ich (ich kann ja nur von mir ausgehen) eher selten rundum glücklich, locker, leicht, frei bin, weil immer irgendetwas in mir denkt, fühlt, sieht, riecht, wie auch immer. Und wenn man rund um sich schaut, sieht man eben viel, viel Unglück und das wiederum verhindert das klare Stimmungshoch.

aber ich werde mal weiter darauf achten, interessante Frage jedenfalls _yessa_
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Re: sind HSPs häufiger depressiv?

Beitragvon letsgo » Di 15. Okt 2013, 20:42

HSM_HeartSoulMind hat geschrieben:Es gibt nämlich auch durchaus Menschen, die so abgehärtet sind, dass sie sich überhaupt nichts mehr nahe gehen lassen und nicht nur unfähig sind verletzt zu werden, sondern dadurch auch unfähig sind, zu lieben.
Und da bleibe ich doch lieber ein mitfühlender, sich Dinge ans Herz legender HSM, der sich darauf einlässt, immer wieder mal in seinem Leben der ein oder anderen Depression(sphase) zu begegnen, als... ein Stein. icon_winkle
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