Toleranz und Akzeptanz als Mittelweg

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Toleranz und Akzeptanz als Mittelweg

Beitragvon Eisvogel » So 17. Feb 2019, 13:33

Nachdem ich nun ca. 15 Seiten lang den "Dunkle-Seiten-Thread" gelesen habe, fällt mir etwas ein, worüber ich manchmal nachdenke.
Tolerenz würde ich alltagssprachlich verstehen, als etwas das über Duldung hinausgeht aber nicht dasselbe ist wie Akzeptanz im Sinn von besonders wohlheißend.

Wenn über die dunklen Seiten von HS gesprochen wird, so könnte man diese doch einfach anerkennen. Sie haben viel mehr mit dem Menschsein an sich zu tun als speziell mit der HS-Natur. Mir ist zwar klar, worum esim Dunkle-Seiten-Thread geht, hier meine ich andere Aspekte.

Wenn man sich also auch als HSP seine eigenen schlechten Eigenschaft anerkennt, so muss das Gegenteil von sanft nicht grob sein, von nett nicht unfreundlich. Anstatt nicht nett zu sein, kann man doch einfach tolerant oder auch ignorant sein.

Bei Facebook hatte ich eine Diskussion und kaum jemand hat verstanden, was ich meine, daher versuche ich es hier besser zu beschreiben.
Auf der Facebookseite meines Lieblingscafés kam ein Posting mit einer Lebensweisheit, die meiner Meinung nach sehr neutral auf Toleranz für das rl abzielte. Es war eine Lebensweisheit als kleine Geschichte oder Metapher, wobei sich unterschiedliche Religionsangehörige (Christ, Moslem, Jude) in einem Café im interkulturellen Dialog Austausch miteinader fanden und sich am Ende super verstanden und einig waren. Sehr viele Kommentare gingen in die Richtung, dass es oberstes Ziel ist, wenn alle so miteinander umgingen und dass man andere Religionen und Kulturen ganz besonders toll finden muss, also nicht im Sinn von Toleranz, sondern Akzeptanz, die über eine gewisse menschliche neutrale (und kulturelle) Grenze eigentlich hinaus geht. Es wurde ein Ideal aus einer kleinen Geschichte für real erstrebenswert beurteilt. Als ich dort meine Einwände hatte und sagte, man könne auch durch gegenseitigege neutrale Toleranz oder auch durch Ingnoranz (aus dem Weg gehen) gut mit anderen Religionen und Kulturen leben, wurde ich sogar als intolerant und rassistisch betitelt. Die Inhaber des Cafés haben meine Kommentare dann auf der Seite gelöscht, obwohl ich nichts menschenfeindliches, sondern nur sachliches, geschrieben hatte. Die beiden Inhaber sind schwul und ich hatte sie zuvor als sehr tolerante und liebe Menschen kennengelernt. Später bin ich dann mit einem Blumenstrauß hingegagen, habe mich entschuldigt und meine Position (Missverständnis) klargestellt. Sie wussten vorher auch nicht, dass das bei Facebook meine Person war. Danach war wieder alles ok. Aus dem Gespräch hörte ich ich allerdings auch mitschwingen, dass die beiden auch mit der Masse (ihrer Kunden), die ihrer Facebookseite folgen, gehen müssen und für die Mehrheitsmeinung Harmonie um jeden Preis bewahren müssen, da sie schließlich damit ihrem Lebensunterhalt verdienen und sich selbst zu der queer-toleranten Bewegung zählen, selbst wenn sie privat eigentlich alles differenzierter sehen würden.

Es ist schon öfter passiert, dass ich komisch angesehen wurde, wenn ich gesagt habe, dass mich manche Kulturen nicht interessieren und ich niemals (hauptsächlich wegen der Hitze) in entsprechende Länder reisen würde. Wenn man nicht für alles offen ist und nicht alles toleriert und nebeneinander herlebt, ist man doch kein schlechter Mensch, aber es wird eine Akzeptanz erwartet, die ich auch anders leben kann und niemandem dabei schade. [*]
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Re: Toleranz und Akzeptanz als Mittelweg

Beitragvon Hortensie » So 17. Feb 2019, 13:48

Hallo Eisvogel,

gerne von meiner Seite wieder ein Link zu den Begrifflichkeiten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz
https://de.wikipedia.org/wiki/Akzeptanz

LG, Hortensie
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Re: Toleranz und Akzeptanz als Mittelweg

Beitragvon Eisvogel » Mo 18. Feb 2019, 09:55

Vielen Dank, durch die Links wird die Unterscheidung besser erläutert. :-)
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