Warum denke ich so?

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Warum denke ich so?

Beitragvon Dok » So 2. Feb 2014, 20:41

Abend,

ich stelle mich kurz mal vor: Ich heiße Dominique komme aus Berlin und treffe in ein paar Tagen die zweite Schnapszahl, 22 ;) Laut den Tests bin ich HSP'ler und auch HSS'ler. Auf Nachfrage mach ich die Test nochmal, die Zahlen der Ergebnisse weiß ich jetzt nicht mehr^^

Nun, wie der Titel schon sagt, hab ich irgendwie große Probleme mit meiner Denkweise. Natürlich sehr sehr schwer zu umschreiben, ich versuch aber einfach mal 647&/ Im großen und ganzen denke ich sehr negativ. Warum genau, weiß ich selber nicht. Ich denke sehr weit, egal in welcher Hinsicht (Zukunft, bevorstehende Situationen etc.). Und wenn ich mir im Geiste meine bzw. unsere Zukunft vorstelle, kriege ich, auf gut Deutsch, das kalte Kotzen. Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber ich finde, bei dieser Art der Erklärung ist es nötig. Wozu sollte ich etwas machen? Wir bomben uns eh demnächst in die Steinzeit zurück, ist ja nicht so, als wäre es nicht schon mal fast passiert. Weiterhin seh ich es einfach als Sinnlos an, irgendwem oder irgendwas hinterherzujagen. Es gibt genug Dinge, die dir alles nehmen können. Und damit meine ich ALLES. Überrollt dich n LKW - biste tot, oder so schwer verletzt, dass man nicht mehr alleine sein Leben führen kann. Meint n Verbrecher deine Identität zu stehlen, bist du Bettelarm. Dann hat man Schulden und viele Türen im Leben sind einfach zu, wahrscheinlich für immer. Ich hasse Menschen. Sie sind selbstzerstörerisch, Egoistisch, Habgierig und anscheinend einfach nicht in der Lage eine Gesellschaft zu bilden, die in Frieden leben kann. Oberflächlich bis zum Get-No. ist man anders, wird man ausgegrenzt, wehrt man sich in dieser Situation... Wird man eiskalt gemobbt, verprügelt... Ich könnte also ewig so weitermachen. Ich sehe kein Sinn - wie auch? Diese "Kälte" die ich jeden Tag spüre, wenn ich unter Menschen bin, bringt mich noch um den Verstand. Der einzige Grund, warum ich noch unter den Lebenden weile, ist einzig und allein die Tatsache, dass noch niemand versucht hat (außer mir selbst), mir das Leben zu rauben. Wäre halt auch nicht ganz so schlimm, wenn ich fehlen würde. Man könnte vermuten, dass es Zukunftsängste sind. Jedoch seh ich das ganze sehr realistisch, von daher würde ich es nicht als Angst bezeichnen.

Ich könnte noch ewig weiterschreiben, aber ich denke, es würde den Kontext zerstören... Ich warte auf Antworten, falls jemand welche hat. Oder ich vielleicht doch nicht der einzige bin, der so denkt.

Viele Grüße

Dok
Dok
 

Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Renton » So 2. Feb 2014, 22:36

Hallo Dok,

zuerst einmal herzlich smwk hier im Forum.


Fürs erste kann ich dich beruhigen, ich bin zwar auch noch nicht lange hier im Forum registriert aber eines weiß ich mit bestimmtheit:
wir pflegen hier alle einen sehr respektvollen und tolleranten Umgang miteinender. Also mobbing usw. findet hier nicht statt.

Was deine Gedanken angeht muss ich sagen, dass es mir sehr nahe geht. Ich kann dich teilweise gut verstehen. Es ist kein Geheimnis das wir HSPler Weltschmerz, Ungerechtigkeit, den Egoismus dieser Ellenbogengesellschaft verstärkt wahrnehmen und darüber mehr grübeln als nicht HSPler. Ich kann dir keinen Tip geben wie man mit diesen Gedanken der Zukunftsangst, Lethargie bis hin zur Selbstaufgabe klar kommt aber ich kann dir, wenn es dir hilft, ein paar Zeilen über mich schreiben.

Vor ca. 4 Jahren habe ich alles verloren was mir etwas bedeutet hat. Ich versank immer mehr in Selbstzweifel, Selbstmitleid, Lethargie, soziale Isolation usw. Ich hatte noch einige Sachen ins reine zu bringen aber ich hatte schon aufgegeben. Wenn ich aus dem Haus ging (und das kam selten vor) also nur für die üblichen sozialen Verpflichtungen wie Arbeit und Einkauf, hoffte ich darauf das ich nicht mehr heim komme, das das Schicksal mich erlöst. Aber nichts geschah. Irgendwann war es dann soweit das ich das Schicksal selbst in die Hand nehmen wollte. Kurzgesagt ich habe kalte Füße bekommen.

Ich kämpfe heute noch mit der sozialen Isolation und mit mangelndem Selbstwertgefühl, aber für mich ist zB dieses Forum ein großer Lichtblick in meinem Leben geworden. Denn hier sind Menschen die dich nicht gleich verurteilen sondern die dich verstehen und dir ein offenes Ohr schenken.

Ich wünsche dir alles Gute und scheue dich nicht hier im Forum mal Rat zu holen.

Lg Renton
Renton
 

Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Anael » Di 4. Feb 2014, 11:15

Hallo!

Ich empfehle die Lektüre von der Dipl.-Psychologin
Dr. Doris Wolf über den Pessimismus

„Pessimismus - Gift für unser Leben, unsere Zufriedenheit
und unsere Beziehungen“

Einfach googeln: Dr. Doris Wolf Pessimismus

Grüße von Anael
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Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Eulien » Di 4. Feb 2014, 11:21

:)

Du denkst so, weil DU Dich dazu entscheidest so zu denken.

So einfach, und doch so schwer.
Kein Mensch muss müssen!

The woods are lovely, dark, and deep. But I have promises to keep, and miles to go before I sleep, and miles to go before I sleep. (R.F.)
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Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Rapunzel » Mi 19. Feb 2014, 21:54

Mir geht es da sehr ähnlich, aber das hat auch etwas damit zu tun WOMIT man sich beschäftigt. Guck mal die Seite http://www.gute-nachrichten.com.de/ an... da sind so schöne Nachrichten, die man nirgendwo öffentlich sieht. Einmal sah ich da ein Video zwischen Palästinensern und Israeliten und die haben sich per youtube Liebesbotschaften geschickt. "Wir hassen euch nicht, wir lieben euch" hieß es da. Und von der anderen Seite kam Gleiches zurück. Ich hab so geheult. Das klingt so altbacken, aber such einfach mal einen Grund die Welt nicht zu hassen.

Klar kannst du von einem lkw überfahren werden, aber dafür guckst du ja nach links und rechts. :-) Hab einen schönen Geburtstag.

P.s. zB 22 sein ist doch so toll!!!! :-p
Rapunzel
 

Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Loptrsson » Mi 26. Feb 2014, 13:25

*Moin und Willkommen!

die Beschreibung klingt wie (m)ein ständiges Starren in Zukunft und Rückblicken in die Vergangenheit - das sticht mir in letzter Zeit dauernd ins Auge - man kann das <Jetzt> überhaupt nicht mehr erfassen , geniessen . und klebt dauernd mit den Gedanken in dem, was sein könnte oder war, woanders ist, usw.
Es wird wohl nicht einfach mehr alles rausgefiltert, was einem nichts sagt / nicht zusagt. - sondern es flutet alles zu , und man muss selbst sehen, was denn gerade wichtig/wahr ist, in all dem wabrigen Chaos.
So kommts mir eben manchmal vor;
bin selbst nicht gerade positiv eingestellt, ich merke ne gewisse "Angst vor allem".
Nicht immer hilft da "zu wissen", dass man gerade so denkt, wie man denkt, weil man gefühlsmäßig überlastet ist. Ich versuch mich dann, nach Kräften, wachzurütteln .
Wenn mich mal "heftige Gedanken/Emotionen anfallen" ( ein "emotionaler Backstab", wie ich es gern nenne^^ ),versuche ich das auch mal wie einen Ekel abzuschütteln, auch oft aus Reflex.
Es gibt echt tonnenweise Dinge "da draussen", die man "zu beachten" hat. Im Umgang miteinander, in der allgemeinen Hektik , und all dem Unsinn. Und es gibt wohl noch mehr Dinge, die einen sauer aufstoßen lassen können. <<Manchmal>> hilft es mir, das alles als Phase zu betrachtet.Egal ob es sich um die nächsten 5 Minuten oder 5 Monate handelt. Weitergehen, so gut es geht ( jaaaa auch oft Zahnfleischkriechen, und im Grunde geht mir dieser "Unmotivationsspruch" selbst auf den Keks :> ), irgendwann kommt man aber irgendwo an. Dort kann man sich eine Zeit lang wohlfühlen - ohne große Bedrängnis durch Chaos oder Ordnung - und bald darauf muss man wohl wieder hinausziehen.
Vllt findet man auch ein schönes Plätzchen , um länger zu bleiben, wer weiß.
Dabei besondere Ansprüche zu stellen, ist doch ganz in Ordnung.
Und wenn dieser Anspruch ist, dass die Leute <ab und an mal> ihr Gehirn benutzen sollten - um sich nicht , auch noch völlig unlogischerweise, ständig gegenseitig zu Schaden - finde ich den auch bei mir. Ist ja vollkommen nachvollziehbar. Leider kann man selbst oft kaum nachvollziehen, in was für Welten diese Leute , teilweise gefangen, drinstecken. Und - daran geknüpft - Wenn man selbst so viel schlechtes gleichzeitig im Blickfeld haben kann - so sieht man doch eigentlich auch enorm viel schönes - nur ist das Bewusstsein eben gerade damit beschäftigt, "seinen Hintern zu retten" , da einem die Welt als Bedrohung vorkommt. Und somit konzentriert es sich auf die Probleme. trifft das vllt zu ?
Ist verdammt viel ,und wenn ich zu stark projiziert haben sollte - sry^^. Die Beschreibung deines Empfindens kommt mir ziemlich vertraut vor , und Ich habe gerade selber (wieder) diese Wahrnehmung als "mögliches Problem" vor Augen. Allerdings auch als "Werkzeug" - hoffe, du kannst was positives aus meinem Post gewinnen :D oder zumindest nichts schlechtes ;D
----
*edit:* >Zu viel< Wissen ist manchmal schädlich - besonders , wenn man sich leicht erinnert fühlt.
----
MFG!
Loptrsson
 

Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Loptrsson » Mi 5. Mär 2014, 10:22

Loptrsson hat geschrieben:----
*edit:* >Zu viel< Wissen ist manchmal schädlich - besonders , wenn man sich leicht erinnert fühlt.
----
MFG!


ist -> wirkt - es wirkt schädlich : es scheint so und wird es deshalb auch ,zunächst

wieso hab ich denn "ist" geschrieben ich paddel... Ich weiß ja nicht ob das noch Bedeutung hat, hier zu posten, aber dieser Patzer soll mal korrigiert sein^^

mfg :>
Loptrsson
 

Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Lystra » Do 6. Mär 2014, 19:29

Ich kenne diese Gedanken, wenn man sich dauernd fragt, ob es Sinn macht, dies oder jenes zu tun, mit etwas anzufangen wo man dann doch weiß man macht es nicht fertig.

Früher hatte ich auch Angst vor der Zukunft, Angst mich auf etwas zu freuen das weit entfernt liegt aus Angst enttäuscht zu werden, ich habe immer mehr das Negative gesehen und vergessen oder verdrängt, dass es auch schöne Dinge gibt.

Heute versuche ich nur die groben DInge für die Zukunft zu planen und ansonsten jeden Tag zu nehmen wie er kommt. Ich halte die Augen offen, auch für die schönen Momente im Leben und geniesse diese ohne direkt den Gedanken dabei zu haben wie lange das wohl noch schön bleibt.....

Wenn ich etwas tun möchte, z.B. etwas lernen möchte, dann fange ich einfach an, auch ohne zu wissen wohin es führt oder ob es Sinn macht. Sobald ich auch nur eine Weile Spaß dran habe hat es sich gelohnt, weil es mich glücklich gemacht hat während dieser Zeit, und darum gehts doch.

Man muss versuchen sich nicht um alles Gedanken zu machen. Ja ich weiß es ist verdammt schwer und ich habe Jahre gebraucht....ich bin jetzt 32 und für mich ist seit 2 Jahren die schönste Zeit meines Lebens, auch wenn nicht alles rosig ist und es ein steiniger Weg war. _grinsevil_

Und ja ich weiß auch immer, dass sich alles schnell ändern kann, aber das hilft mir auch die kleinen schönen Dinge intensiv zu geniessen.

LG
Lystra
Lystra
 

Re: Warum denke ich so?

Beitragvon Dok » Mo 31. Mär 2014, 01:01

Ich danke zunächst allen, die geantwortet haben. danke2

(leider) wird zu oft von Ängsten in den Antworten gesprochen... Warum?

Eulien hat geschrieben::)

Du denkst so, weil DU Dich dazu entscheidest so zu denken.

So einfach, und doch so schwer.


Du empfiehlst mir also eine andere, eine fremde Denkweise an den Tag zu legen? ala Gehirnwäsche? Dann könnte ich mir auch jeden Tag das deutsche Fernsehprogramm geben, das is sogar weitesgehend kostenlos. Welch Individuum sind wir, wenn wir uns durch massive globale Gehirnwäsche kontrollieren und gleichstellen lassen? Keines. Ich kenne Menschen, die dachten genau wie ich. Sie haben aufgegeben. Nun sind sie Teil des Kollektivs, das uns schlussendlich in den 3. Weltkrieg führt :) smasz

Nun, sich voll und ganz den positiven Nachrichten dieser Welt zu widmen, wäre nicht mehr, als die negativen komplett auszublenden. Keine Frage, auch das habe ich probiert. Ergebnis: Die Waage zwischen positiv und negativ ist einseitig. Selbst vermeintlch "gute" Nachrichten sind (vor allem heutzutage) einfach verdreht, manipuliert und durch Lauchsuppe gezogen. smarkt <--- der is gut haha xD
Was bringen dir Palästinenser und Israeliten die sich über Youtube Liebeserklärungen schicken, wenn fremde Menschen in ihr Land eindringen um Energien usw. zu sichern? Euch ist zu 100% nicht bewusst, was eigentlich >wirklich< da draußen abgeht. Das nehme ich auch keinem übel, ich bin sehr tolerant. Aber bitte... sagt niemals, es ist eigentlich alles gut, obwohl es nicht so ist. (Zum Thema Toleranz werde ich hier auch mal ein Test durchführen :)

Ich kann diesem "negativem etwas" in meinem Kopf relativ gut Paroli bieten. Schon fast mit einer Eiseskälte hab ich das Schicksal unseres Planeten akzeptiert. Soll es halt passieren, ist eh nicht mehr aufzuhalten. Ich mache eben das, was mir mein derzeitigen Lebenstandart sichert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Wenn ich hin und wieder feiern gehe, meiner "HSS" ( ich nenne es gerne "Berufung") nachgehe und viel zu arbeiten habe, gehts mir mental auf jeden Fall besser. Das genaue Gegenteil habe ich auch schon hinter mir... Wenn man ganz unten ist, gibts nur noch einen Weg... Und das ist der nach oben :)

Ich lass das ganze jetzt einfach mal im Raum stehen und warte auf eventuelle Antworten :) smachti
Dok
 

Re: Warum denke ich so?

Beitragvon TasmanDevil » Mo 31. Mär 2014, 06:42

Hallo Dok,

muß gestehen, daß es mir beim Lesen ein bissel gruselte.

Ja, dieses Leben ist eins der schrecklichsten und endet prinzipiell mit dem Tod.

Ich verstehe Dich sehr gut, so hab ich auch mal gedacht und gefühlt. Und hab die Ungerechtigkeit verflucht, warum ausgerechnet mir diese absolute Klarsicht gegeben wurde. Ich wollte auch eine rosarote Brille oder ein bissel Verdrängung - Glaube wäre auch nicht schlecht gewesen.

Du hast die Entscheidung zwischen Leben und Tod und wenn Du Dich für das Leben entschieden hast, kannst Du noch entscheiden, ob Du mit Blick auf den Weltuntergang leben möchtest, oder lieber die schönen Dinge, die es nämlich auch gibt, betrachten, genießen oder sogar mitgestalten willst. Und nicht vergessen: Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Liebe Grüße vom TasmanDevil
"Keiner ist so verrückt, daß er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht."
Friedrich Nietzsche

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