Was ist ein "gutes" Leben?

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Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 27. Mai 2018, 10:18

Hallo zusammen, :-)

von Vertretern des HS-Konzepts wird ja immer wieder postuliert, dass HSPs durch ihre Veranlagung von vorneherein mehr Tiefgang, mehr Kreativität, mehr Spiritualität, höhere ethische Grundsätze, mehr Empathie usw. mitbringen. – Das klingt schön – und klingt eigentlich auch nützlich für ein „gutes“ Leben.
Aber ob das haltbar ist, weiß ich nicht, ich möchte mir auch kein Urteil darüber erlauben, ob Nicht-HSPs diese Merkmale weniger als HSPs in sich haben.

Jedenfalls: Etliche bis viele (?) Stränge im Forum handeln von Traurigkeit (bis hin zu Depressionen).

Ich für mich selbst stelle mir immer wieder grundsätzlich solche Fragen:
Lohnt sich das Leben überhaupt? Was will ich denn mit meinem Leben anfangen, wofür will ich einstehen, nach welchen Grundsätzen mein Leben gestalten und ausrichten? Gibt es Ideale, für die ich mich einsetzen will? Was macht denn überhaupt ein „gut“ gelebtes Leben aus?

Deshalb habe ich in meiner ‚Welt‘ rundrumgeschaut, was es denn so für Eigenschaften und Verhaltensformen gibt, die ich an anderen bewundere und die ich für „gut gelebt“ halte.

So kam beispielsweise raus, dass es mich sehr anspricht, wenn ich eine grundsätzliche Art von Offenheit und Interesse an anderen Menschen vorfinde und nicht nur ein ständiges Kreiseln um sich selbst.
Oder auch wenn mir jemand eine Neugier und Bereitschaft für sich verzweigende, nicht so eingefahrene Gedanken und Ideen entgegenbringt.
Oder auch ganz wichtig und wertvoll ist mir, wenn man mir authentisch und geradlinig begegnet.

So denke ich mir, dass das Beispiele sind, die ich auch für mich als „Aufgaben“ sehen kann, in diese Richtungen zu leben, weil es sich eben auf längere Sicht gut und richtig anfühlt.

Vielen Dank für eure Überlegungen ...

Liebe Grüße! :-)
Anima
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon Golbin » So 27. Mai 2018, 16:28

Hallo Anima,

du stellst eine schwere, für mich auch philosophisch klingende Frage. Sie hat mich dazu angeregt, einmal nachzudenken, was ich an meinem Leben gut finde und ob das etwas mit HS zu tun hat.

Der zweite Teil fiel mir nach deiner Einleitung leichter. HS empfinden, ich schreibe es masl etwas pauschsal, weil du es schon detailliert aufgelistet hast, tiefer. Damit empfinden sie mehr,mehr Gutes, aber auch mehr von dem nicht so guten.Aus meiner Sicht ist es eine Frage der Selektion und der Beurteilung.Mit zunehmenden ALte,r ich bin jetzt 57, habe ich immer mehr die Vorzüge von HS erkannt, stehe ihr heute sehr positiv gegenüber und genieße sie. Ich kenne auch die negativen Seiten, wenn ich bei Veranstsaltungen wie Konzerten schneller erschöpfe oder wenn ich eine Phase des Weltschmerzes habe.

Ich habe mich dann gefragt, was ein gutes Leben ausmacht. Ich finde, dass ich sehr gute Rahmenbedingungen für mein Leben habe, auf der einen Seite meien Familiäre Situation mit Frau und drei gesunden, inzwsichen erwachsenen Kinden und auf der anderen Seite einen Beruf, den ich gern ausübe und mit dem ich gut verdiene.

Was das Leben für mich weiterhin lebenswert machtm sind meine zahlreichen Interessen. An erster Stelle sind es GEsellschaftsspiele. Meine Frau und ich betreiben seit 20 Jahre eine Wensite dazu. Weiterhin betreibe ich hobbymäßig Schriftstellerei, habe mehr als 20 Kurzgeschichten bzw. Lyriken veröffentlicht und war aus etlichen Lesungen als Aotor. Es geht weiter über Reisen (vor allem Kreuzfahrten), Fotografie, Sport (passiv), Lese sowie weitere Engagements wie zum Beispiel Interesse an HS. Mein Leben ist damit so ausgefüllt, dass ich Ruhezeiten und Pausen einplane, damit ich mich nicht übernehme. Ich kann deine Frage für mich klar beantworten: Ich habe ein gutes Leben.

Ich habe auch überlegt, was ein gutes Leben ausmahcht. Es generell zu formulieren fällt mir ein wenig schwer, ich probiere es einmal. Ein gutes Leben entsteht für mich dadurch, dass ich mich nach meinen Bedürfnisse, Wünschen und Interessen richte, wenn ich meine Zeit mit dem verbringe, aus dem ich Freude und Glück ziehe. Ein gutes Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Es mag eine altmodisch klingende Phrase sein: Un ein erfülltes Leben zu bekommen, muss ICH etwas daraus machen. Der Weg dahin muss nicht einfach sein. Für alle, denen es im Moment nicht so gut geht ein Hinweis. Ich habe solche Zeiten auch gehabt, mit Alkoholabhängigkeit, Burn-Out, Bandscheibenvorfall. Es war jedes Mal eine betrübliche Situation. Heute hilft mir die Erfahrung, mein Leben zu gestlaten und zu genießen.

Schönen Restsonntag
Wolfgang
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon Jamania » So 27. Mai 2018, 17:52

Hallo zusammen,

für mich würde ich es vor allem auf eins herunter brechen: auf die Fähigkeit Zufriedenheit verspüren zu können und nicht den Drang zu haben, immer nur den extremen Glücksgefühlen hinterher jagen zu wollen.
Daraus ergibt sich, dass sich in mir und um mich herum genug findet, das ich schön finde, genießen kann, zu würdigen weiß.
Je mehr davon - und je simpler und selbstverständlicher diese Dinge sind, desto besser fühlt sich das Leben an, glaube ich.

Weiterhin ist für mich ein gutes Leben, wenn ich die Herausforderungen, die es eben so an mich stellt, annehmen kann und nicht an ihnen zerbreche oder kapituliere (das liegt ja nicht immer in meiner Macht oder Fähigkeit)
Vielleicht auch, dass ich immer ein Stückchen weiter komme und das, was in mir angelegt ist, eben so weit es geht, entwickeln und ausschöpfen kann.
Und dass ich keine Träume habe, die für mich nicht realisierbar sind - oder, wenn ich sie denn habe, dass ich sie als mein persönliches Kino betrachte, dass ich anmache, wenn ich mich danach fühle und meine Fantasie kreativ sein lasse, und wieder ausschalte, wenn es genug ist.

Dann noch: wenn weder ich selbst noch andere mich drangsalieren und versuchen zwanghaft zu verformen.
Deckt sich in Teilen wieder mit meinem ersten Punkt, wenn ich selbst es bin, der mich immer nur verändern möchte, weil ich mich nicht gut genug fühle.

Das fiel mir jetzt so spontan ein, vielleicht kommt noch mehr dazu :-)

Euch noch einen schönen Abend,
Jamania
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mo 28. Mai 2018, 07:44

Hallo ihr,

danke Wolfgang und Jamania. :-)

Golbin hat geschrieben:du stellst eine schwere, für mich auch philosophisch klingende Frage.

_yessa_ Das sehe ich auch so, ja, immerhin stehen diese Fragen dahinter:

a) Gibt es überhaupt einen Sinn im Leben?
b) Will ich meinem Leben einen Sinn geben?
c) Wenn ja, welchen, damit es ein „gut“ gelebtes Leben ist?

Frage a) ist heftig. – Frage b) gibt mir eine Entscheidung. – Frage c) gibt mir (wenigstens ein gewisses Maß an) Kontrolle??

Es beschäftigen mich alle drei, philosophieren kann man sicher über alle drei ... _gruebel_

@ Jamania:
Jamania hat geschrieben:Daraus ergibt sich, dass sich in mir und um mich herum genug findet, das ich schön finde, genießen kann, zu würdigen weiß.
Je mehr davon - und je simpler und selbstverständlicher diese Dinge sind, desto besser fühlt sich das Leben an, glaube ich.

Ich weiß, du bist nicht versessen auf Zitate icon_winkle , aber dazu habe ich dann doch eins, das mir schon lange gefällt:

Der Dumme staunt über das Außergewöhnliche, der Weise über das Gewöhnliche (wird Konfuzius zugeschrieben).

In diesem Sinne euch allen einen er-staunlichen Tag! _lüpe_
Anima
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon Träumerle » Mo 28. Mai 2018, 20:55

Hallo Anima :-)

Wieder mal eine tolle Idee für ein kleines Brainstorming. :-)

Zuerst fallen mir dazu auf jeden Fall die Grundbedürfnisse ein, die jeder Mensch benötigt (Stichwort: Maslow), um ein angenehmes Leben führen zu können. Ein Dach über dem Kopf, ein gesichertes Einkommen, Versorgung, Gesundheit und genug Freizeit. All dies sind Dinge, die einer Durchschnittsperson im Allgemeinen wahrscheinlich schon reichen würden.

Als HSP steht bei mir aber auch ziemlich weit oben auf der Liste die Zeit für mich selber. Einfach der Rückzug, Zeit zum Nachdenken, Träumen und Abschalten. Ich lebe mit und ehrlich gesagt auch oft in meinen Tagträumen und ganzen Welten der Gedanken. Wie gesagt, dies dient dem Abschalten. Letztendlich nichts anderes als das Tanken neuer Kraft. Wir leben in einer so rasanten, kommunikativen Welt und da brauchen wir diese stillen Phasen mehr denn je. Ebenfalls zählt für mich auch Harmonie dazu - wahrscheinlich keine Überraschung bei HSP's. Ist diese nicht vorhanden, kann ich die Zufriedenheit vergessen. Alle Menschen sollten stets versuchen, sich mit Respekt zu begegnen, anstatt mit Krawall aufeinander loszugehen, sowohl privat als auch international bezüglich des Weltgeschehens. Da ich nur glücklich sein kann, wenn die anderen glücklich sind, ist es nicht immer einfach, weiterhin mit einem Lächeln durch das Leben zu laufen.

Mir fallen noch Bodenständigkeit, Authentizität und Kontrolle ein. Bodenständigkeit ist mir extrem wichtig und ich distanziere mich von allem, was mir den Boden auch nur minimal unter den Füßen wegziehen würde. Authentizität ist mir wegen diversen früheren Erfahrungen auch immer wertvoller geworden. Und Kontrolle ist so eine Art Herz eines guten Lebens für mich. Ich mag es eher berechenbar und routiniert, als dass ich überhaupt nicht weiß, was morgen passieren wird. Schließlich nehme ich noch Akzeptanz auf, da ich ohne Akzeptanz verloren wäre. Spannung oder Nervenkitzel stelle ich weit hinten an, aber das bewertet jeder ein bisschen anders. Zudem dürfen meine zwei Lieblingsfaktoren nicht fehlen: Natur und Musik. Vielleicht etwas seltsam, aber auch den Abstand zur Technik und den sozialen Netzwerken benötige ich dringend. Immer mehr neige ich zu dem Gedanken, eine Art "Technikaskese" zu starten und alles Unnötige, in erster Linie, das Handy, aus meinem Leben zu verbannen. Ich habe gemerkt, dass ich das nicht brauche und auch nicht will. Einen höheren Stellenwert haben aber auch Urlaube und das Ausleben meiner Interessen und meiner Kreativität.


Ich liste noch einmal die Dinge auf, die mir weniger wichtig sind, als für die meisten anderen im Leben:

- (viel) Geld
- Herausforderungen
- Freundschaften
- Spontaneität
- materieller Besitz
- immer "up-to-date" sein
- Abwechselung
- Abenteuer
- Kommunikation

Das war es erst mal von mir, einen schönen Abend noch. :-)

Liebe Grüße,
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
Träumerle
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Di 29. Mai 2018, 13:44

Hallo Träumerle, :-)

das fand ich sehr interessant, auch von einem jungen Menschen so zu erfahren, was für ihn ein gutes Leben bedeutet.

Was du geschrieben hast, hat mich ein bisschen an meine eigene Jugendzeit erinnert. Schon witzig, ich glaube, ich hätte das seinerzeit ziemlich ähnlich geschrieben: Gedankenwelten, Tagträume, mit mir selbst allein sein können, viel lesen, in der Natur sein ...

Durch die Stürme des Lebens wurde das alles zwar etwas aufgewirbelt und durcheinandergebracht, aber mir scheint, diese Dinge sind mir doch auch in groben Zügen bis heute so geblieben. Es kamen dann irgendwie zusätzlich noch Erweiterungen und Ergänzungen hinzu, die mir für ein „gut“ gelebtes Leben wichtig geworden sind. So ist mir z. B. auch der Umgang mit anderen Menschen wertvoll geworden, habe den zunehmend auch als bereichernd und meinen Horizont erweiternd erlebt.

Auch das finde ich noch gut, dass du das angesprochen hast.

Träumerle hat geschrieben:Zuerst fallen mir dazu auf jeden Fall die Grundbedürfnisse ein, die jeder Mensch benötigt (Stichwort: Maslow), um ein angenehmes Leben führen zu können. Ein Dach über dem Kopf, ein gesichertes Einkommen, Versorgung, Gesundheit und genug Freizeit.


Ich denke auch, dass essenzielle Grund- und Rahmenbedingungen für die Lebensführung gegeben sein müssen, die leider auf dieser Welt zu Viele so nicht haben. :-(
Und was man dann darüber hinaus für sich zum Sinn seines eigenen ‚gut‘ gelebten Lebens machen kann, ist sicher im Grunde ein Geschenk.

Danke dir für deinen Beitrag! :-)

Weiterhin alles Gute und liebe Grüße!
Anima
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon cindy sun » Mi 30. Mai 2018, 17:40

Hallo Anima,

spannende Fragen, die du da stellst, über die ich mir auch schon Gedanken gemacht habe. Die Antworten waren bis jetzt mehr Gefühle, wage, nebulös.
Ich werde deine Fragen jetzt mal zum Anlass nehmen, sie genauer zu benennen.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Lohnt sich das Leben überhaupt?

Definitiv ja. Für mich ist das Leben schön. Ich liebe das Leben, auch wenn es mitunter nach außen anders wirken mag.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Was will ich denn mit meinem Leben anfangen, wofür will ich einstehen, nach welchen Grundsätzen mein Leben gestalten und ausrichten?

Am Ende meines Lebens möchte ich im Rückblick sagen können, dass ich zwar nicht alles richtig gemacht habe, aber dass ich mein Leben gelebt habe, mein Zeit genutzt habe. Dass ich einige Freunde hatte, in deren Herzen ich weiterleben werde. Und dass ich dem ein oder anderen Menschen vielleicht etwas geben konnte, was er gerade brauchte, ob nun ein offenes Ohr, eine Umarmung, Zeit, Hilfe oder sonst was. Dass ich das von Herzen getan habe, und nicht um Dank zu bekommen.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Gibt es Ideale, für die ich mich einsetzen will?

Ja, finde ich schon. Vieles bereits genannt
Ich mag Menschen, die tolerant sind, offen und ehrlich, die sich bemühen, den anderen zu verstehen, die verzeihen können, die Fehler zugeben können und die authentisch sind.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Was macht denn überhaupt ein „gut“ gelebtes Leben aus?

Für mich bedeutet ein gut gelebtes Leben zufrieden zu sein. Ich bewundere Menschen, die vom Schicksal gebeutelt sind und trotzdem mit ihrem Leben zufrieden sind.
Zufriedenheit ist für mich wichtiger als Gesundheit, Geld und andere Besitztümer. Zufriedenheit ist für mich eine Lebenseinstellung (an der ich noch zu arbeiten habe 647&/ ) Klar, diese erleichtern das Zufriedensein vielleicht, aber sie sind nicht die Voraussetzung dafür. Es gibt genug Menschen, die haben alles und sind dennoch unzufrieden wie nur was.

LG, cindy
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon streunerin » Mi 30. Mai 2018, 20:32

cindy sun hat geschrieben:Es gibt genug Menschen, die haben alles und sind dennoch unzufrieden wie nur was.


Ja, liebe Cindy, und vor solchen Menschen muss man sich in acht nehmen, sie sind in ihrer Unzufriedenheit unberechenbar und verbreiten um sich herum kein Glück.

Als junger Mensch haben mich solche Menschen tief verunsichert und kosteten mich eine Menge Energie. Unzuverlässigkeit und mangelnde Aufrichtigkeit brachten mich oft an meine Grenzen. Im Rückblick erkenne ich erst, wie sehr es diesen Menschen (meinen Eltern und meiner älteren Schwester) durch Demütigungen und ständigen Grenzüberschreitungen gelungen ist, mich glauben zu machen, dass ich zu nichts tauge und nichts wert bin.

Heute bin ich so dankbar, dass ich ein gesundes Selbstwertgefühl habe und das ist für mich das wichtigste in einem guten Leben. Wenn man dann noch das Glück hat körperlich gesund zu sein, ist das ein Megagrund zufrieden zu sein.

Wenn ich heute so auf meine Schwester schaue, sie versuchte mich mit vielen Lügen und Intrigen um mein Erbe zu bringen, verstrickte sich dabei in so unfassbare Konstruktionen, dass selbst ihr eigener Anwalt zur Mäßigung riet, tut sie mir einfach nur noch leid.

LG
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Der geistigen Menschen höchste Leistung ist immer Freiheit, Freiheit von den Menschen, von den Meinungen, von den Dingen, Freiheit zu sich selbst.

(Stefan Zweig 1881 - 1942)
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon cindy sun » Do 31. Mai 2018, 10:37

streunerin hat geschrieben:Ja, liebe Cindy, und vor solchen Menschen muss man sich in acht nehmen, sie sind in ihrer Unzufriedenheit unberechenbar und verbreiten um sich herum kein Glück.


Liebe Streunerin, da hast du recht. Ich kenne einige solcher Menschen, sogar in meiner Familie. Ich bezeichne sie dann gerne als Energiesauger und die brauche ich tatsächlich nicht.

Du nennst ein gutes Selbstwertgefühl als wichtig. Da stimme ich dir zu, wobei ich denke, nur mit einem gesunden Selbstwertgefühl kann ich authentisch sein. Denn Authenisch sein bedeutet ja häufig gegen den Strom zu schwimmen.

LG, cindy


P.S. @ Anima, ich hoffe, das ist jetzt nicht zu off topic.
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Re: Was ist ein "gutes" Leben?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 31. Mai 2018, 21:10

Hallo zusammen, hallo cindy, :-)

cindy sun hat geschrieben:P.S. @ Anima, ich hoffe, das ist jetzt nicht zu off topic.


Nein, finde ich gar nicht ot: wenn man - wie ihr beiden ja gesagt habt - ein gutes Selbstwertgefühl als Sinn und Plan für ein 'gutes' Leben hat, passt das doch.
(Auch wenn mir jetzt persönlich das Selbstwertgefühl für mein Leben nicht so eine große Rolle spielt. Ich lasse das mehr so nebenher mitlaufen.)

cindy sun hat geschrieben:Am Ende meines Lebens möchte ich im Rückblick sagen können, dass ich zwar nicht alles richtig gemacht habe, aber dass ich mein Leben gelebt habe, mein Zeit genutzt habe.

Das ist, so glaube ich auch, ein guter Maßstab, den man an sich anlegen kann ...

Beim Thema (Un-)Zufriedenheit bin ich etwas zwiegespalten.
Ja, chronische Unzufriedenheit oder auch so was Unsympathisch-Missgünstiges und Destruktives wie im Beispiel von streunerin ist echt nervig!!
(Ich denke mir, wenn mir so etwas begegnet, dass da vielleicht ein übergeordneter Plan für ein ‚gutes‘ Leben (noch?) nicht gefunden wurde? icon_winkle )

Andererseits möchte ich auch eine chronische Zufriedenheit nicht anstreben. Momente der Unzufriedenheit - sei es mit Umständen und Gegebenheiten, sei es auch mit mir selbst (das auch kurz ergänzend zum Thema Selbstwert oben!) - finde ich sehr oft auch hilfreich und notwendig, da sie Anstöße und Motivation geben für mögliche Veränderung: von eben nicht zufrieden stimmenden Bedingungen (im Außen und/oder Innen).
Ich sehe das so, dass letztlich Unzufriedenheit Bewegung und Entwicklung erst möglich macht. Eine grundsätzliche Akzeptanz oder Zufriedenheit mit dem, „was halt ist, wie es ist“, bedeutet für mich Stehen-bleiben und womöglich Sich-Abfinden oder womöglich Sich-auf-den-eigenen-Lorbeeren-ausruhen anstelle von Dynamik und weiterem Vorankommen.

So bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für mein Leben beides (hoffentlich einigermaßen im Gleichgewicht) geben muss: Zufriedenheit und Unzufriedenheit.

Euch allen einen schönen Abend! :-)
Anima
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