Wie findet man seinen Platz im Leben?

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Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon full.of.hope » Mo 3. Feb 2014, 00:02

Hallo Leute,

ich habe eine simple Frage: wie findet man seinen Platz im Leben?

Ich versuche meinen eigenen Weg zu gehen. Habe mich nach längeren Überlegungen für ein Studium der Kunstwissenschaft entschieden und mache es auch gerne. Es interessiert mich schlichtweg. Ich gehe gerne in die Uni und treffe gerne meine Kommilitonen. Sie sind alle sehr offenherzig und nehmen mich so an wie ich bin, selbst wenn ich hin und wieder den Gedanken habe das ich sehr merkwürdig bin.
Nur habe ich so oft Zweifel. Ich bezweifle mein Tun. Kunstwissenschaft ist keine sehr zukunftsorientierte Disziplin. Eigentlich möchte ich sogar freie Kunst studieren, allerdings schaffen es die wenigsten Künstler zu einem nennenswerten Erfolg. Das sind meine Bedenken dabei. Ich weiß aber auch das es, allen Voran in der freien Kunst, um die Kunst selber geht. Es ist eine Art Selbstverwirklichung und auch eine strikte Außeinandersetzung mit dem eigenen Ich. Mein Gefühl sagt mir es ist genau das, was ich möchte. Aber ich habe so viel Angst davor. Ich stehe unter einem richtigen Leistungsdruck und ich weiss nicht wieso. In meiner Familie sind lauter erfolgreiche Karrieretypen mit viel Geld, einer tolle Familie und einem unbeschwerten Leben. Sie sind glücklich und es ist für mich auch völlig nachvollziehbar. Mein Kopf denkt manchmal er möchte das auch alles. Mein Herz sagt etwas anderes. Und ich denke ich habe mehr Vertrauen in mein Herz. Aber mein Kopf, meine Gedanken bringen mich in letzter Zeit immer wieder in eine Zwickmühle. So sehr das ich mich weder auf das Eine noch auf das Andere richtig einlassen kann.

Vielleicht findet ja jemand ein paar nette, aufmunternde Worte?

Schönen Abend
full.of.hope
full.of.hope
 

Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon Liah » Mo 3. Feb 2014, 01:43

Hallo,
nette aufmunternde Worte , die könnte ich ja jetzt viele schreiben. Allen voran: folge deinem Herzen.
Aber so richtig kann ich das nicht.
Du bist ja in einem ziemlichen Konflikt.
Du scheinst ja ziemlich unter Druck zu stehen es allen Recht zu machen. Unter Druck ist es extrem schwer seiner Herzenentscheidung nachzugehen.
Ich sehe es so: Wenn man finanziell abhängig von jemanden ist, und derjenige gibt vor was man machen sollte, dann ist es fast unmöglich seinem Herzen zu folgen. Und mal realistisch gesehen, ob die Wohnung , das Essen oder die Krankenversicherung, sowas wollen wir doch alle gesichtert sehen.
Ich persönlich kann dir da nur als Rat geben: Das Leben ändert sich täglich , und es tun sich viele neue Möglichkeiten auf. Ich würde zunächst für eine Grundsicherung für mich selber sorgen, damit habe ich die Freiheit für die nächste Entscheidung die ich in der Zukunft treffe. Unabhängigkeit ist damit die Folge. Und somit kann ich meinem Herzen folgen, ich selber entscheide.
Was immer ich dann mache , ist meine eigene Entscheidung. Und immer nur einen Schritt nach dem anderem zu machen ist immer eine gute Entscheidung. Man sollte wirklich immer überdenken was für einen Traum habe ich , aber muss ich das auch träumerisch verwirklichen.

Das ist nur meine Meinung. Aber ich bin schon älter und mir persönlich ist eine Grundabsicherung wichtig, auch wenn es nur im kleinem Rahmen ist.
vg Liah
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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon Sonni » Mo 3. Feb 2014, 12:36

Hallo full.of.hope.

du hast einen wunderbaren Namen,
womit möchtet du aufgemunterte werden?
So wie ich wahrnehme was du beschreibst, bist du auf dem besten Wege, für dich selber die richtigen Antworten zu finden.
Wie willst du leben?
Was willst du tun?
Wobei möchtest du deinen Beitrag leisten?
Womit möchtet du dich umgeben?

Die Antworten auf solche Fragen sind nicht jeden Tag gleich und genau das ist das spannende, das vorantreibende.

Auch eine "glatte" Straße im Leben birgt viele Gefahren, das man ausrutscht.
Herzlich Sonni
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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon Anael » Mo 3. Feb 2014, 15:57

@ full.op.hope.

Wir werden ungefragt in dieses Leben hineingeboren, und wir müssen unseren Platz im Leben finden.
Stellen wir uns einmal folgendes Bild vor:
Wir gehen in einen dunklen Wald hinein, über uns die funkelnden Sterne.
Was geschieht, wenn wir beim Laufen den Sternenhimmel bestaunen?
Wir sehen den Weg vor uns nicht und stürzen womöglich. Vielleicht übersehen wir auch
das sanfte Licht im Fenster der Hütte, wobei die Hütte für das Ziel, das Ankommen, das Zuhause steht.
Was ich sagen will: Wir müssen auf das achten, was direkt vor uns liegt (die Chance ergreifen, die sich
uns geradewegs bzw. unmittelbar anbietet), damit wir Hindernisse rechtzeitig erkennen, überwinden
oder umgehen können, und damit wir das, was für uns bestimmt ist, nicht aus den Augen verlieren,
nämlich unsere Bestimmung.
Allerdings lässt sich das Leben nicht vollends vorausplanen. Im Gegenteil:
Das Leben bietet uns immer wieder neue Herausforderungen.
Es gilt, diese Herausforderungen zu meistern. Hieran wachsen und reifen wir.
Kreative Menschen oder Menschen mit „Künstlerseele“, vermutlich so wie du, full.op.hope.,
„ticken anders“ als andere, obwohl jeder Mensch ein gewisses kreatives Potential hat.
Aber wer gar nicht anders kann als in irgendeiner Weise schöpferisch-produktiv zu sein,
(z. B. wissenschaftliche Bücher oder Artikel über Kunst/Künstler und Kultur/en zu schreiben),
der lebt sein Leben auch dementsprechend und findet originelle, fantasievolle und
künstlerische Lösungen.
Du kennst den Begriff „brotlose Kunst“, aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Finanzielle Sicherheit ist wichtig, doch nicht alles im Leben. Viel wichtiger ist, dass du
deinen Weg im Leben gehst, und zwar ohne Angst. Mit ganz viel Mut und Zuversicht.
Das Leben fordert dich nämlich nicht nur heraus, es bietet dir auch immer wieder Lösungen an.
Ich drücke dir die Daumen!

Kreativität

Fantasie und Gestaltungskraft, was sonst - außer Glaube, Hoffnung, Liebe -
macht das Leben bunt, spannend, wertvoll und fruchtbar?
Ohne menschliche Kreativität, die Visionen hervorbringt, die Eingebungen folgt,
Ideen verwirklicht sowie Träume wahr werden lässt,
würde die Menschheit verarmen - womöglich aussterben.
Alltägliche Kreativität findet sich überall und bereichert unser Leben,
die außergewöhnliche Kreativität bringt uns sogar dem Göttlichen näher.
Viel zu oft und vielerorts wird menschliche Kreativität regelrecht abgewürgt,
abgeschnitten, abgelehnt - kreative Menschen sind wohl auch „gefährlich“,
weil sie unberechenbar sind, unbegrenzt, unangepasst, unbestimmbar,
gelingt es ihnen doch spielerisch, Ordnung und Chaos,
Willkürlichkeiten und Kontraste, also die unerschöpfliche Vielfalt
des Wirklichen und Fantastischen miteinander in Einklang zu bringen
und so Unsichtbares und Verhülltes sichtbar und wahrnehmbar zu machen.
Ja, Schöpfungswille, Erfindungs- und Anfängergeist sowie Hingabe
können stören und in ihrer letzten Konsequenz das Menschen-, Welt- und vor allem
das Selbstbild nicht nur bestimmter Macht- und Befehlshaber bedrohen,
sondern auch die Nichtkreativen,
die in ihren unverformbaren Lebensstrukturen ausharren.
Kreativität hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Intelligenz zu tun -
hochintelligente Menschen behalten oft die Kreativität eines kleinen Kindes,
wohingegen selbst geistig behinderte Menschen hochkreativ und künstlerisch sein können.
Man kann der Kreativität keine Inhalte vorschreiben,
ihr keine Vorschriften machen.
Sie kennt keine Routine, kein Scheitern.
Kreativität sucht stets nach Einsicht und Übersteigerung,
nicht zuletzt, um den Himmel auf die Erde zu bringen.

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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon full.of.hope » Mo 3. Feb 2014, 17:39

Danke für eure tollen Antworten, sie machen mir Mut.

Ich habe oft das Gefühl meine Probleme zu verkopft anzugehen. Aber ich bin nunmal so. Ich denke mir nicht das mache ich jetzt einfach weil ich es eben tun möchte. Nein, ich denke viel zu viel darüber nach, male mir Geschichten aus, wäge alles ab um schlußendlich keinen Schritt weiter zu sein. Im Gegenteil, ich bin nur mehr verunsichert. Und so passiert es eben, das ich nicht weiß ob ich den richtigen Weg gehe. Das klingt ein bisschen zwanghaft, und das ist es bestimmt auch, aber so lebe und denke ich nunmal zur Zeit. Ich habe Angst vor falschen Entscheidungen und drücke mich deshalb ein bisschen davor. Nur wie kann eine Entscheidung falsch sein, wenn man tief im Herzen ihre Richtigkeit und Wahrhaftigkeit spürt?

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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon Anael » Mo 3. Feb 2014, 18:06

Hallo full.of.hope!

Glauben bedeutet: Zweifel unterdrücken. Das ist jedoch gar nicht notwendig.
Es kommt darauf an, dass du deiner inneren Stimme, der Stimme
deines Herzens vertraust – dein Herz weiß mehr als dein Verstand.

Instinkt (Körper), Geist (Intellekt) und Intuition (Seele) bilden
eine Einheit. Leider misstrauen viel zu viele Menschen in unserer
anonymen Leistungs- und Ellenbogengesellschaft ihrer Intuition,
der Stimme ihres Herzens, obgleich gerade die "höchsten" Manager
ihrem Bauchgefühl mehr vertrauen als jeder Statistik oder einem Trend.

Es geht darum, Zweifel zu beseitigen, d. h. sie zu analysieren.
Als ein Kopf-Mensch dürfte dir das Analysieren gelingen.
Denke doch einmal gründlich darüber nach, wodurch oder durch wen
oder in welchen Momenten deines Lebens deine Zweifel und Unsicherheiten zu Stande kommen.

Lass dich überraschen, wie schnell sich auf diese Weise Zweifel auflösen lassen.

Viel Glück wünscht Anael
Anael
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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon full.of.hope » Mo 3. Feb 2014, 23:11

Danke, Anael! Du machst mir wirklichen Mut.

Ich werde versuchen meine Gefühle zu reflektieren, vielleicht komme ich dann weiter. Ich glaube mein größtes Problem sind Ängste. So wie Liah es schon sagte, stehe ich komischerweise unter einem ziemlichen Druck. Das ist völlig irrational und es sitzt tief in mir. Ich glaube ich möchte allen Voran meinen Eltern etwas beweisen. Ich weiß sie wären stolz auf mich wenn ich eine tolle Karriere hinlegen würde. Aber ich bin nicht der Mensch dafür.
Ich brauche Mut um den Weg zu gehen, den ich gehen möchte. Dazu habe ich was richtig tolles beim surfen gefunden.

http://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8

full.of.hope
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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon Anael » Di 4. Feb 2014, 09:09

Guten Morgen, full.of.hope.!

Wer sein eigenes Leben leben will, darf sich nicht leben lassen!
In dem Augenblick, in dem du die Erwartungen anderer (auch deiner Eltern) erfüllst,
wirst du gelebt. Natürlich prägen Elternhaus und Erziehung.
Prestige, Image, Status - hier geht es jedoch in Wahrheit um Symbole der Eitelkeit
sowie um das Gefühl, etwas zu gelten, etwas wert, „gewichtig“ zu sein.
Und wer etwas gilt, der hat schließlich auch etwas zu sagen.
Doch leider verbergen sich hinter Einflussnahme meist die Willenslenkung anderer,
Suggestion, Nötigung, kurz: Machtmissbrauch.
Nur eine reife, in sich ruhende Persönlichkeit strahlt eine natürliche (angenehme) Autorität aus.
Das ist eine individualistische Persönlichkeit - jemand, der zu seinen Überzeugungen steht,
der sich nicht vor den Karren anderer spannen lässt.
Jemand, der es nicht nötig hat, zu beschwören oder zu überreden.
Jemand, der durch seine Nähe zum Leben und zu den Menschen überzeugt.
Menschen mit einer natürlichen Autorität findet man übrigens in jedem Alter und
in jedem Beruf. Egal ob Gärtner, Pilot, Fischer, Künstler oder Wissenschaftler.
Alle haben eines gemeinsam: Sie gehen ihren eigenen Weg, nicht um erfolgreich,
sondern um glücklich und zufrieden (und damit "wie von selbst" Vorbild) zu sein.

Herzliche Grüße
Anael
Anael
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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon Eulien » Di 4. Feb 2014, 09:20

:)

Dazu nur kurze Worte von mir....

"Geld" ist eine Erfindung der Menschen.

"Liebe", "Leidenschaft" und dem Herzen folgen, ist das was einen Menschen erst ausmacht. Das ist das was das LEBEN ausmacht.

Geld ist einfach nur Geld.


follow your <3
Kein Mensch muss müssen!

The woods are lovely, dark, and deep. But I have promises to keep, and miles to go before I sleep, and miles to go before I sleep. (R.F.)
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Re: Wie findet man seinen Platz im Leben?

Beitragvon Sonni » Di 4. Feb 2014, 10:46

Hallo,

vielleicht noch eine Sache, die ich noch für sehr wichtig halte zu reflektieren.

Das Leben/meine Entwicklung... hat auch eine eigene Dynamik, ist nicht nur abhängig von dem was
ich für mich vorgesehen habe, egal ob aus dem Verstand oder aus dem Herzen.
Das heißt ich mache in bester Absicht etwas, was sich als unsinnig herausstellt, eine arge Wendung nehmen kann,
sich einfach vollkommen ins Nichts oder ins Gegenteil bewegen kann.

Wir nennen das dann Fehler, oder Fehlentscheidung, geben uns möglicherweise die Schuld, ärgern uns…
Aber in Wirklichkeit konnte es gar nicht so laufen wie wir uns das vorgestellt haben,
weil wir der Zusammenhänge und der Verknüpfungen nicht bewusst waren (auch nicht in Gänze sein konnten).

Dann ist es eine große Gabe diese "Fehler" ins Leben zu integrieren, daraus neue Möglichkeiten zu erkennen
und mit uns liebevoll, vertrauensvoll zu sein.
So habe ich zunehmend Vertrauen in mich und mein Handeln gewonnen, selbstverantwortlich und im Einklang
mit anderen und dem Leben.
Herzlich Sonni
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