Wie geht Spiritualität im Alltag?

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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mi 5. Sep 2018, 08:46

Hallo zusammen, :-)

Jamania hat geschrieben:Jetzt frage ich mich einfach: ist das dann Spiritualität, wenn man sich oberflächlich bedient und bestimmtes als Gedankenblase zulässt, also nicht einfach ablehnend dem Gedanken eines tieferen Sinns gegenüber steht?
Reicht das schon aus?


Davon gehe ich persönlich nicht aus.
(Und ich vermute: etliche Anhänger des „Konstrukts“ auch nicht. icon_winkle )

So war ja in deinem Link weiter oben eine – wie ich finde – sehr oft so oder so ähnlich geäußerte Kernaussage hinsichtlich Spiritualität die folgende:
Zitat aus dem Link:
Gemeinsam ist allen Richtungen die Entwicklung von Weisheit und Mitgefühl, die Erkenntnis, dass es nichts Ewiges, Unabänderliches und Substanzhaftes gibt, nur dynamische Zusammenhänge, und die Erkenntnis, dass das Leiden dadurch entsteht, dass man Dinge will, die man nicht bekommen oder nicht behalten kann, und andere nicht will, die man aber bekommt, ohne es verhindern zu können.

Und Sissipha und fee haben auch von einer alles durchdringenden Liebe gesprochen. :-)

Weisheit, Mitgefühl, Akzeptanz, Liebe? – So schöne Worte, die aber vielleicht (auch hier im Forum) doch jede/r anders verstehen mag?
Stimmt denn aber meine Schlussfolgerung, dass es dabei im Kern um weniger Egozentrismus, sondern mehr um eine Gesamtschau und eine auf das Verbindende ausgerichtete Haltung geht?
Ich finde, das klingt, wenn man sich die Welt so anschaut, nach einer fundamentalen Veränderung (danke, a. :-) ) des menschlichen Daseins.
(BITTE alle melden, wenn ich das so nicht gut verstanden habe!)

Wie aber kommt man an diesen mysteriösen Ort X?
Da scheint es ja viele Wege zu geben, die nach Rom (also X) führen wollen: Glaube, Aberglaube, magic mushrooms, Wissenschaft, Nahtoderfahrungen, Schicksalsschläge, Meditation, philosophische Erkenntnisse, tiefe Überzeugungen, psychologische Phänomene, usw. … oder auch so herrlich pragmatisch wie hier: :-)
Jamania hat geschrieben:Im besten Fall finde ich es harmlos wohltuende persönliche Seelenhygiene, eine Möglichkeit mit der Ungewissheit unseres Seins und dem, was danach ist, irgendwie so umzugehen, dass man im Jetzt handlungs- und emotionsfähig bleibt
.

Jedenfalls, was ich dabei insgesamt interessant finde: fast jede/r scheint ziemlich überzeugt davon, sein Weg sei (zumindest für ihn/sie) der „richtige“, um nach X zu gelangen. (Nehme mich da nicht aus! icon_winkle )
Und das mag ja sogar auch stimmen! – Das ist großartig, einen Weg zu haben!

Weiter frage ich mich allerdings: öffnet diese Vielzahl an Wegen nun der reinen Willkür Tür und Tor, so in etwa: „egal, ich gehe jetzt hier auf meinem richtigen Weg, und der führt mich definitiv nach X.“

Nein, das kann ich dann doch so nicht sehen:
Immerhin will ich ja nicht nur von A nach B, sondern immerhin von A nach X.
Und X: Ist das ein Ort der schönen Worte und schönen Konzepte, die uns auf unserem jeweiligen Weg ein Wegweiser sein könnten? Oder sind da größere Umwälzungen in der Erkenntnis notwendig, weg von dem in uns (auch evolutionär) angelegten Ego (A) hin zu einem allumfassenderen X?

Vielleicht definiert sich dann der „richtige“ Weg von all den genannten, indem er sich irgendwie auswirkt.
Wenn ich auf meinem Weg in meinem persönlichen Alltag unterwegs bin, zeigt sich da, dass ich z. B. in die Nähe von X komme oder weiter weg oder immer wieder näher oder zwischendurch wieder weiter weg usw…? Treffe ich da in eben diesem Alltag Entscheidungen immer wieder: entweder für eine Kultivierung von A oder eben für eine Kultivierung von X?

Viele Grüße an euch alle! :-)
Anima
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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon sissipha » Mi 5. Sep 2018, 10:23

will ich denn überhaupt von A nach X kommen? Und wenn ja, warum?
"Wenn du Gott (oder sonstetwas) zum Lachen bringen willst, erzähl ihm/ihr deine Pläne."
Ist es unmoralisch, den Augenblick zu genießen oder zu erleiden, dann weiterzugehen und
die nächste Erfahrung zu machen?
Manchmal fühlt es sich aus meiner christlich - westlichen Tradition so an, als würde ich es mir mit dieser
Lebensmaxime zu leicht machen.
Muss ein spiritueller Weg hart, ehrlich, lang und beschwerlich sein?
Nietzsche sagte so etwas(Zitat):
"Wo ich wissen will, will ich redlich sein, nämlich hart, eng, grausam und unerbittlich"

Dagegen stehen die Lebenszeugnisse von weisen Narren, Sufitänzer und .... und...
Ich bekenne hier: Ich will sein wie sie, voller Lachen und Lust und einer tiefen, ehrlichen
"Gleich - Gültigkeit" allem und jedem gegenüber.
Das will ich üben und üben. Es verleiht meinem Leben Sinn, ohne Ziel von A nach X.
Hilfreich scheint mir dabei allenfalls ein Blick von X nach A. (Nur eine kleine Metapher)
Sehe ich das richtig, dass wir hier aus der Sicht von zwei Gegenpolen argumentieren?
Habt ihr noch den Atem und die Lebenslust, mir zu antworten?
Es wäre mir eine Freude...
Sissipha _wol_
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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mi 5. Sep 2018, 11:06

Hi Sissipha, :-)

sissipha hat geschrieben:Habt ihr noch den Atem und die Lebenslust, mir zu antworten?


Kann nur für mich sprechen: Aber ja, sehr gerne! (Wenn Zeit ...)

sissipha hat geschrieben:Dagegen stehen die Lebenszeugnisse von weisen Narren, Sufitänzer und .... und...
Ich bekenne hier: Ich will sein wie sie, voller Lachen und Lust und einer tiefen, ehrlichen
"Gleich - Gültigkeit" allem und jedem gegenüber.
Das will ich üben und üben. Es verleiht meinem Leben Sinn, ohne Ziel von A nach X.


Das ist für mich als Freundin der Logik (sorry 647&/ ) ein kleiner Widerspruch: ich würde hier den Plan des "Übens" sehen und dann doch in eine Richtung X (nämlich: Lachen, Lust, Ehrlichkeit und Gleichgültigkeit) von einem Ausgangspunkt A (da X ja noch nicht erreicht ist)?? smasz

Übung meint für mich Kultivierung (wie ich es oben geschrieben habe). - Insofern dann doch eigentlich keine Gegenpole, oder?

sissipha hat geschrieben:Muss ein spiritueller Weg hart, ehrlich, lang und beschwerlich sein?


Das finde ich eine gute Frage! _gruebel_

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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon sissipha » Mi 5. Sep 2018, 11:50

Deine Logik besticht mich und doch.....
ich muß noch darüber nachdenken, irgendetwas meine ich anders.

Der Plan des Übens ist für mich ohne Richtung, irgendwie ein Selbstzweck, er findet hier und jetzt statt und das beknackte ist,
wenn heute abend ein Gedanke oder ein Gefühl dazu kommt, ändert sich die Richtung (huch oder lach?) icon_winkle
Manchmal geht es auch im Kreis, immer und immer wieder oder stagniert, eben ein Lebensspiel ohne Sinn, innerhalb diesem der Mensch
zur Orientierung und des Überlebens sich "seinen" Sinn bastelt oder sogar basteln muss.
(Aber das ist hier, glaube ich, an anderer Stelle schon gesagt worden.)
Aber du hast recht, solange ich das Gefühl habe, ich genüge nicht und muß üben, um an ein Ziel zu kommen, ist es linear.
Was ist mit der spirituellen These:
Alles ist schon da, jeder hat alles, hat es nur vergessen und will es bestenfalls wiederfinden...(oder nicht)

Ich weiß, dass die meisten von euch wenig Zeit haben für solch einen "Unsinn".
Um so mehr danke ich euch für das Teilen eurer Gedanken.
Geht es euch auch so, dass so ein Austausch von Hirn zu Hirnen sehr befriedigend ist, aber diese digitale Kommunikation Mimik,Gestik und emotionale Wärme nur filigran durchschimmern lässt?
Ach, vielleicht wäre das ein Thema, dass ich zur Diskussion stellen könnte.
Wie dem auch sei, ich umarme euch mal digital... smuld smigl

Sissipha

Ach übrigens:
Das Buchstabenspiel von X nach A meint, dass es manchmal "heilsam und klug" sein kann, die Dinge aus der Perspektive des baldigen Todes (hypothetisch natürlich) zu betrachten, da relativieren sich viele Denk - und Fühlprozesse. smop
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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 6. Sep 2018, 20:54

Hallo ihr, :-)

ich finde, der Plan, plan-los zu leben, hört sich nach einem interessanten Plan an. icon_winkle
(Ähm, kleiner Scherz. Ich bin froh, dass du nichts gegen scherzhafte Äußerungen zu haben scheinst, denn nach meiner Erfahrung ist das auf diesem „ernsten“ Gebiet einer „richtigen“ Spiritualität nicht so oft der Fall, leider.
Und Logik in einem Austausch sehe ich als ein gemeinsames Spiel, in dem man nicht recht behalten will, sondern es bereitet einfach von sich aus Vergnügen, na ja, wenn auch nicht jedem, das muss ich auch noch lernen. _nüxweiss_
Vorsicht ketzerisch, denn das wird zuweilen nicht gern gehört: Logik ist für mich auch eine 'Form' für den Erkenntnisgewinn … ich halte sie für "bestechend" in ihrer Unbestechlichkeit. :-) )

Das mit dem X sehe ich so wie du es auch zum Schluss geschrieben hast.
Ich fühle mich auf einer Reise in Richtung X (eben nicht linear, sonst wäre es nur von A nach B. Und ergänzend: für Y, Z gibt es keinerlei Evidenz). Und diese Reise ist von sich aus nur ein ganz begrenzter Ausschnitt. Was ich nun damit anfange, denke ich schon, dass ich in gewissem Maße was gestalten kann: und sei es nur „Augen zu und durch“ (den Tunnel) oder Augen auf und die Pracht und den Schrecken sehen, die Landschaften, die Mitreisenden, das, was sich mir vielleicht zeigen mag und damit in einer Art Verbindung sein.

sissipha hat geschrieben:Was ist mit der spirituellen These:
Alles ist schon da, jeder hat alles, hat es nur vergessen und will es bestenfalls wiederfinden...(oder nicht)

Na so was, das habe ich ja auch nur selten im üblichen Spiritualitäts-Hausgebrauch so gehört: spirituelle „These“??? Das lädt ja direkt zum Nachdenken ein, danke schön! Wie ich das mehrheitlich bis jetzt kennengelernt habe, werden da eher„Weisheiten und Wahrheiten“ verkündet, die beileibe nicht als „Thesen“ womöglich in Frage stehen (dürfen), oder mal ein Sowohl-als-auch icon_winkle erlauben würden.

Aber gut, bei dem Begriff „alles“ kam ich jetzt erst nicht so recht weiter. Kannst du vielleicht noch was dazu sagen?
Jedenfalls, was ich mir darunter vorstellen könnte: dass es wenig „Sinn“ macht, sich selbst bestimmte Labels zu verpassen (so ähnlich hatten wir ja auch schon im anderen Strang gesprochen, z. B. warum soll ich denn eine HSP sein), weil man sich da nur in der Vielfalt seiner vielen Möglichkeiten selbst beschränkt? Meinst du das damit? – Wenn ja, da würde ich definitiv zustimmen. :-)

Ich grüße dich/euch! :-)
Anima
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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon sissipha » Fr 7. Sep 2018, 07:42

https://youtu.be/0Uk2Auv86T4

Guten Morgen ihr alle, laßt euch nicht täuschen von dem salbungsvollen Ton in dem Video.
Alles, was wir hier diskutieren, ernst nehmen und tragisch erarbeiten, ist ein Witz, eine "Beschäftigung"
sinnloser Art. (Davon bin nicht nur ich überzeugt)
Aber es macht einfach Spaß, diese unnützen Gedanken zu denken, Logik darin zu finden befeuert
unsere Abenteuerlust...und warum auch nicht...wenn man letztendlich erkennt, dass das Leben einfach
nur ein Spiel ist, in dem wir HSP spielen oder Millionär oder armes Würstchen.. oder..oder..

Versteht mich nicht falsch, alle Schmerzen und Leiden sind ernsthaft, ehrlich und real und ich habe
großen Respekt vor allen Suchenden....

Was meines Erachtens immer am Ende raus kommen wird:
Das Leben ist ein absurder Witz und bestenfalls brechen wir über unseren emsigen Ameisenhaufen irgendwann
in schallendes Gelächter aus....Ich finde, dieser Thread lädt uns alle bereits dazu ein.

Einen lachenden Tag wünsche ich euch
Sissipha _wav_

Liebe Anima, es ist Abend geworden.
Eine Antwort würde mich sehr freuen und dann möchte ich gerne eine Pause machen mit unserem "Zweierspiel".
Gerne nehme ich es an anderer Stelle wieder auf, dieses Endlosthema...Spiritualität, Intellekt und Emotionen...
Du bist eine großartige Spielerin, danke, dass du "dich" mit mir geteilt hast. _rosegirl_ iwikx
Sissipha
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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 8. Sep 2018, 08:34

Hi Sissipha, :-)

JA, für mich ist Humor auch das tollste Geschenk, das wir Menschen mitbekommen haben (trübsinnig und traurig - auch mit genug Anlässen und Gründen, und auch ohne - sind wir ohnehin genug, ich auch).
„Das Paradies in der Jackentasche“ (oder wie es so ähnlich in deinem Video heißt): wenn ich mir selbst oder mir irgendwas anderes begegne/t, greife ich oft in meine Jackentasche und fühle, ob es noch da ist, freue mich darüber, und manchmal ziehe ich es gerne heraus und lege es mir auf die geöffnete Hand: magisch und wunderbar! _magic_


Illusionen, Sinnlosigkeit, Schmerz und Absurdistan – wie soll man das überhaupt aushalten?

Humor, Spiel und auch die ureigenste Sinngebung (trotz allem!?) mögen die ‚Revolte‘ nach Albert Camus sein:

„Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ (Der Mythos des Sisyphos, 1942)


Liebe Grüße an euch alle! :-)
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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon sissipha » Sa 8. Sep 2018, 22:31

Mein Name ist Sissipha, die kleine Schwester des Sisyphos gepaart mit der Kaiserin.(die Filmdiva, ein wenig naiv,
aber herzig... ich bin reich...an Humor... _clown_ )
Ich freue mich auf unseren nächsten Schlagabtausch...bis bald...jetzt ist für mich Pause _hello2_ 1büssi
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Re: Wie geht Spiritualität im Alltag?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 13. Sep 2018, 19:43

Hallo zusammen, :-)

wie passend: ich habe gerade ein Interview mit einem Psychologie-Prof. gelesen, das auch unser Thema hier betrifft.

Da wird weitgehend meine eigene Auffassung zu dieser hier eingangs gestellten Frage wiedergegeben:
* Spielt das „Ego“ im Zusammenhang mit Spiritualität eine geringere oder eine größere Rolle? *

Zunächst einmal wird in dem Artikel der Achtsamkeits-Hype sehr kritisch gesehen. Die Achtsamkeits-Vermarktungs-„Industrie“ führe dazu, dass eine ursprünglich authentische, wertvolle Idee inflationär missbraucht den Bach runtergeht – und schlimmer noch, dass das genaue Gegenteil erreicht wird von dem, was der Idee eigentlich innewohnt.

Wörtlich:

Vielen Achtsamkeitstrainings fehlt das Moment der Demut. Dem ursprünglichen Geist nach soll uns Achtsamkeit Bescheidenheit und Distanz lehren. Bei dieser Sichtweise ist das Ich vielleicht nicht gerade eine Illusion, aber doch gar nicht so wichtig, es ist ein Staubkorn im Universum. Der gegenwärtige Hype um die Achtsamkeit stellt den Einzelnen und sein Befinden in den Mittelpunkt. Statt auf Demut zielen viele Trainings auf Selbstoptimierung.
….
In unserer ichbezogenen Gesellschaft hat die Achtsamkeit auf einmal eine ganz neue Funktion bekommen: Sie wird als Mittel zur Potenzialentfaltung und zur ungehemmten Beschäftigung mit dem eigenen Befinden betrachtet. Diese narzisstische Selbstbespiegelung ist ein Symptom unserer Zeit.

Na ja, da fragt sich, ob so gelebte Spiritualität geht??

(Für Interessierte:
https://www.spektrum.de/news/der-hype-u ... tent=heute)

An alle viele Grüße und noch einen schönen Abend! :-)
Anima
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