(Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

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(Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon Mint » Mi 14. Jan 2015, 20:12

Alle meine Gedanken, Gefühle, Fakten aus der Welt, andere Menschen und ihre Gefühle etc sind wie Netz. Sie sind einzelne Knotenpunkte, von denen Verbindungen kreuz und quer zu allen möglichen anderen Punkten reichen, das sich immer weiter ergänzt und vergrößert, Erkenntnis für Erkenntnis. So beschrieb ich mein Denken in meiner frühen Jugend einmal meinen Freunden.

Ich habe wohl schon immer eine Faszination dafür logisches, jedoch auch philosophisches, meist von moralischen Fragen durchzogenes, Denken zu kultivieren.

Natürlich bin ich auch nur ein Mensch, der nicht jede Kleinigkeit sofort richtig darstellt und der auch nicht einfach schweigen kann, nur um nie etwas Falsches zu sagen, aber wenn ich etwas Schwerwiegendes ausspreche, kann man davon ausgehen, dass ich alle mit der Aussage und den Fakten, die diese in die Welt setzt, zusammenhängen anderen Fakten wie z.B. Zeit, die Zukunft, andere Menschen etc mit einbezogen habe und mir dem, was ich sage, bewusst und sicher bin. So würde ich niemals starke Worte oder gar Versprechen geben, die ich nicht halten kann. Wenn ich denke, dass ich noch nicht genug von der Welt weiß, um etwas mit Sicherheit zu sagen, sage ich bei so etwas gar nichts (bzw, falls eine Frage vorausging, dass ich das noch nicht mit Sicherheit sagen kann.) Ich komme mir übertrieben gesagt (Ich kann z.B. auch wütend werden(ich brülle zwar fast nie), mich über Dinge aufregen oder freuen, nervös sein etc, habe also normale Gefühle wie jeder andere auch) im Gegensatz zu anderen Menschen wie ein Roboter ohne Triebe und Impulse vor, der anhand eines rechnenden Programms steuert, woran und wie er seine Emotionen, Worte etc auslebt, aber gleichzeitig kommen mir die anderen wie Trieb- und Impulsgesteuerte Roboter vor.

Ich bin so leider oft von anderen Menschen enttäuscht worden, da diese leichtfertiger Dinge sagen, die man meiner Meinung nach nicht so leichtfertig sagen sollte, die sie auch natürlich nicht halten konnten. Ich verstehe mich aufgrund dieses Denkens z.T. sehr schlecht mit anderen. (Als (ziemlich extremes) Bsp. eine geschiedene Dame aus meiner Verwandtschaft: Sie schreit bei jedem neuen Kerl, den sie findet, vor Hormonen geblendet "Er ist der eine!", nur um es hinterher zurückzunehmen...bis nach einer Weile der nächste "der eine" kommt... Was ich sehr, sehr schrecklich finde. Sie sollte den Mund halten, ehe ihr die Hormone herausquellen, finde ich.)

Wie steht ihr zu dem Thema?
Gibt es hier Leute, denen es ähnlich geht? Was für enttäuschende Erfahrungen hattet ihr damit schon?

Ich freue mich auf den zukünftigen Austausch über dieses Thema!

Liebe Grüße,
Mint
Mint
 

Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon lebensrad » Mi 14. Jan 2015, 20:39

Mint hat geschrieben:Ich bin so leider oft von anderen Menschen enttäuscht worden, da diese leichtfertiger Dinge sagen, die man meiner Meinung nach nicht so leichtfertig sagen sollte, die sie auch natürlich nicht halten konnten. Ich verstehe mich aufgrund dieses Denkens z.T. sehr schlecht mit anderen. (Als (ziemlich extremes) Bsp. eine geschiedene Dame aus meiner Verwandtschaft: Sie schreit bei jedem neuen Kerl, den sie findet, vor Hormonen geblendet "Er ist der eine!", nur um es hinterher zurückzunehmen...bis nach einer Weile der nächste "der eine" kommt... Was ich sehr, sehr schrecklich finde. Sie sollte den Mund halten, ehe ihr die Hormone herausquellen, finde ich.)

Wie steht ihr zu dem Thema?
Gibt es hier Leute, denen es ähnlich geht? Was für enttäuschende Erfahrungen hattet ihr damit schon?

Ich freue mich auf den zukünftigen Austausch über dieses Thema!

Liebe Grüße,
Mint


Was Worte angeht bin ich eigentlich auch penibel.
Ich versuche mich so klar wie möglich auszudrücken um keinerlei Missverständnisse zuzulassen und doch hat man keinerlei Einfluss darauf was in diese Worte reininterpretiert wird.
Versprechen sollte man nicht brechen oder sie überhaupt nicht erst machen.

Andererseits kenne ich leider auch die Situation dass sich Stimmungen und Gefühle sehr schnell ändern können, wodurch die Ratio wieder automatisch mitveränderbar ist.

Nun, auch das moralische, sehr geradlinige Denken kenne ich von mir.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich mir allerdings angewöhnt Menschen etwas weniger ernst zu nehmen, lockerer zu werden, flexibler, humorvoller, Verständnis versuchen, zu verzeihen wann immer möglich.

Enttäuschungen wird es immer geben.
Um diese zu vermeiden darfst du überhaupt nichts mehr mit anderen zu tun haben, dann aber bist du enttäuscht weil dein Leben einsam und unerfüllt ist.

Suche Kompromisse, suche Mittelwege, teile dich mit und schaue was passiert.
Du bist nicht alleine, es gibt viele ähnliche wie dich, versuche sie zu finden, aber versuche auch akzeptierend zu bleiben wenn Dinge nicht wie erwartet funktionieren.

Gib den Menschen eine Chance, manchmal dauert es eine Weile, bleib am Ball.
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Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon Ezekiel. » So 18. Jan 2015, 00:17

Dein Text zeichnet in mir ein Bild von dir, welches ich selbst sein könnte, wie als würde ich mein Spiegelbild betrachten, es ist fast identisch, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die Frisur ist anders, und hier und da ist etwas anders, im großen und ganzen aber, scheine ich das zusein.

Kurz, das was du da schreibst erinnert mich stark an mein eigenes Erleben.
Ich werde demnächst mal eine längere Antwort verfassen, jetzt bin ich gerade etwas müde und habe nicht so den richtigen Draht zu meinen Gedanken um sie richtig niederzuschreiben.

Eine Sache möchte ich jedoch vorwegnehmen, dass Gefühl das Andere nicht so logisch Denken wie man selbst, von dir etwas anders beschrieben.
Ich habe an mir selbst bemerkt, dass ich scheinbar sehr logisch Denke, mein Gehirn scheint alles was ich einmal gelesen und für möglicherweise richtig befunden habe und woran es sich davon im Moment des Denkens erinnert in dieses miteinzubeziehen, entsprechend Komplex erscheinen mir meine Sichtweisen im Vergleich zu den mir bekannten Sichtweisen, Denkweisen und Handlungsweisen anderer Menschen von denen ich glaube sie zu kennen.
Es fällt mir überall auf, im kleinen wie im Großen.
Wie kann man z.B. über Menschen oder Dinge sprechen, die man garnicht kennt, unzwar so als würde man es tun ?
Zum Beispiel von dem Amerikaner zu sprechen, ist für mich eine logische Undenkbarkeit.
In Amerika Leben angeblich ca. 254 M. Menschen.
Vom ,,Amerikaner" zu sprechen bedeutet zu glauben, diese enorme Anzahl an Menschen zu kennen.
Ich habe bisher nur einen Menschen getroffen der von sich sagte in diesem Bereich nicht die nötige wissenschaftliche sowie physiologische Kompetenz zu besitzen, diese Anzahl an Menschen beurteilen zu können.
Anonsten höre ich überall Menschen sagen ,, die Amis sind ja alle ...." oder in den Nachrichten ,, ganz Frankreich befindet sich im Schockzustand" usw.

Für mich ist das völlig einfach zu verstehen und ich ziehe es automatisch in mein Denken mit ein, gleichzeitig scheint es für andere etwas schwer zu sein überhaupt darauf zu kommen. Es sind schon einige Disskussion daran gescheitert, dass meine Mitdisskutanten sich einfacher Dinge wie ,,ein Gefühl ist kein Fakt", nicht bewusst waren.

Ich erstaune immer wieder darüber, wie unreflektiert, kurzsichtig und ja fast dumm viele Menschen um mich herum meines Eindruckes nach sind und wie bedenkenlos scheinbar mit dem eigenem subjektivem Empfinden umgegangen wird.

Das ich wie ein Roboter ohne Triebe oder Impulse und anderem "Niederem" bin, kann ich nicht teilen, ich scheine eine besonders ausgeprägte Ratio zu besitzen oder zu sein, jedoch habe ich ein genausomächtiges Es, welches in mir tobt, scheinbar mit dem Unterschied zu Anderen und ich vermute dieser gibt eine mögliches Erklärung für das weshalb ist das möglicherweise so ab, dass ich mir dieser Komponenten bewusst bin, unterscheide in Impuls, Trieb, Emotion, Stimmung, Anderem, Gefühl, Vernunft und Wille, wobei ich die letzteren 3 bevorzuge.
Ich spüre ganz genau wovon mein momentanes Empfinden oder Glauben motiviert ist bzw. habe ein intuitives Gefühl dafür und wenn ich etwas mit der Vernunft als irrational erachte, mir meine Emotionen aber sagen ich solle das dennoch denken, dann spüre ich diesen Konflikt des Inneren und kann oftmals eingreifen, mich bewusst für etwas entscheiden.

Was mir durch Gespräche mit Anderen und gemeinsames Reflektieren kam ist, dass ich scheinbar sehr viel Bedenke, manch einer würde sagen, zuviel hineinterpretiere, best. Dinge als zu wichtig bewerte, was bei mir ebenfalls zu enttäuschungen fürht, neben meiner Eigenschaft sehr schnell etwas für Menschen zu empfinden, welche ebenfalls immer wieder zu enttäuschungen meinerseits führt.
Und da bin ich noch Spielball meiner Gefühle ,,Lebensrad", ich kanns rational lockernehmen, doch das deckt sich nicht mit meinem Empfinden, dass macht in diesem Bereich was es will, auch im Moralischen.

Enttäuschungen hmm,
was mir öfters wiederfährt ist Erschrecken über mir plötzlich bekanntwerdende ausgeübte Aggression seitens mir Bekannter gegenüber mir oder ihren Mitmenschen, Erleben des beschränkens der Wahrheit auf den eigenen subjektiven Glauben seitens Anderer und um ein drittes zu nennen, die Erkenntnis das das Verhalten meiner Mitmenschen und ihre Worte mir gegenüber nicht das bedeutet haben, was sie eigl. ausdrücken, weil man einfach nur so nett ist und Verhaltensweisen an den Tag legt, die man bei geliebten oder gemochten Menschen hat, obwohl die eig. Empfindungen garnicht soweit gehen, was mich immer wieder emotional trifft, nachdem sich diese Missverständnisse allmählich aufgelöst haben.
Achja, noch ein vierter Punkt, das Lügen und verstecken der eigenen Gefühle, Haltungen und Emotionen anderer Gegenüber und das aufsetzen einer Maske in Anwesenheit dieser, aufgrund von Angst oder einem unangenehmen Gefühl welches einen dazu bringt und manchmal der Verdrängung dieses in Form einer herabsetzung des Anderen, statt sich seine eigene Angst oder dieses unangenehme Gefühl einzugestehen.
Und ein fünfter Punkt, dass Zulassen und Ausleben von andere herabsetzenden Gefühlen, statt mit Menschen zu reden, sie lieber zu verurteilen, schlecht und fertigzumachen.


Hmm,
ist doch nen etwas langer Text geworden, ich lass den hier erstmal so stehen.
Ezekiel.
 

Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon Elektra » Di 20. Jan 2015, 18:31

Hallo Mint, ja das kommt mir auch alles sehr bekannt vor. Sowohl die Netzgedanken, als auch das moralisch durchzogene Denken. Ich lege auch immer viel Wert darauf, die richtigen Worte zu verwenden und auch nur über die Dinge zu reden, von denen ich eine Ahnung habe. Im Laufe der Zeit habe ich das auch etwas relativiert, da gerade Smalltalk erfordert etwas ungenau zu reden, bzw. nicht alles so ernst zu nehmen. Das hat bei mir glaube ich wie so ein T-9 System funktioniert freüde , mit der Zeit konnte ich immer mehr Dinge als Floskel in meinen Sprachgebrauch mit aufnehmen und das hat den Umgang mit anderen sehr erleichtert. Aber wenn es im ernstere Themen geht, kann ich Ungenauigkeit auch gar nicht leiden. Da werden mir auch Klischees manchmal zu wider. Obwohl das mit den Klischees auch so eine Sache ist. Man muss ja Schubladen schaffen, um Abstraktionen zu schaffen und sich austauschen zu können. Aber da kommt es dann auch immer auf das, ich nenne es jetzt mal Klischee Kontingent, des gegenübers an. Wenn dieser Klischees verwendet, die für mich total überholt sind, dann komm ich damit nicht gut klar. Wenn wir aber die gleiche Vorstellung eines Klischees haben, ist das ok. Ein Beispiel; habe mich mit meinem Chef über gefallenen Persönlichkeiten unterhalten. Sein alter Freund hatte ein sehr reiches Elternhaus, hat Materiell alles bekommen, ist nicht misshandelt worden, aber die Eltern waren wohl Gefühlskrüppel. Dieser Freund hatte im Leben immer wieder Probleme klar zu kommen, Selbstmordversuche etc. Mein Chef konnte das gar nicht verstehen, der hatte doch alles und is auch nich geschlagen worden. Da geht mir innerlich natürlich die Hutkrempe hoch. Ich denke, Ihr wisst was ich meine.

Den Vergleich mit dem Roboter kann ich schon auch nachvollziehen. Ich habe einerseits auch ein sehr analytisches Denken, was alles menschliche Regungen wie Mitleid, Mitgefühl und auch Moral aussen vor lässt. Einfach weil es dann ums Verstehen geht und um zu verstehen, darf man sich nicht von anderen Regungen beeinflussen lassen. Und genau in diesem Punkt sind viele andere, wie Du schön anmerktest Mint impulsgesteuerte Roboter. Weil sie sich von allem leiten, ausser vom Verstand und genau hier, kommt mir dieses verhalten auch oft unheimlich dumm vor. Aber es resultiert wahrscheinlich nur daraus, dass ihre Art zu Denken sich nicht um Reflektion und Analyse dreht, sondern andere Prioritäten hat.

Und ja, die Enttäuschungen. Da hab ich auch einige im Repertoire und es tut auch immer mal wieder weh, wenn ich daran denke. Allerbeste Freundinnen, die von heute auf morgen einfach verschwinden, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, obwohl man sich jahrelang ewige beste Freundschaft geschworen hatte. So was vergisst man gerade als HSP wohl nie so ganz. Aber ich habe mir über die Jahre einen Schutzpanzer angelegt, der mir erlaubt normal mit Menschen umzugehen aber nur sehr wenige auch wirklich an mich ran zu lassen.

Ich vergleiche den menschlichen Geist, womit ich Charakter, Emotionen, Verstand, Handlungsraum etc., mit einer Art Motorsteuergerät. Darin wird je, nach Modell, alles gespeichert was dieses System für wichtig erachtet. Und jedes neue Ereignis wird mit diesen Daten abgeglichen, ausgewertet und die bestmögliche Reaktion ausgegeben. Und HSPler haben halt ein ganz besonders feines Motorsteuergerät icon_winkle
Der Sensible hat es immer schwerer im Leben - dafür lernt er auch mehr.
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Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon Mint » Di 20. Jan 2015, 19:33

Ich will zu dem Thema und zu euren Beiträgen auch noch etwas (Langes) schreiben, aber bin momentan nicht fit genug im Kopf - ich lasse mir also erst einmal Zeit bis dahin.

Was mich aber gerade brennend interessiert, ...
Ezekiel. hat geschrieben:Dein Text zeichnet in mir ein Bild von dir, welches ich selbst sein könnte, wie als würde ich mein Spiegelbild betrachten, es ist fast identisch, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die Frisur ist anders, und hier und da ist etwas anders, im großen und ganzen aber, scheine ich das zusein.

... ist, wie ich auf diesem Bild aussehe! _grin_
Mint
 

Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon Ezekiel. » Mi 21. Jan 2015, 00:32

Es handelt sich hierbei um eine Metapher.
Nun, tun wir mal so als wär es ernst gemeint.
Dann sähest du auf dem Bild aus wie ich, nur mit ein paar kleinen Abweichungen.

Übertragen bedeutet diese Metapher soviel wie, der Text hätte bis auf ein paar Dinge auch von mir sein können.
Ezekiel.
 

Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon Adama » Do 24. Sep 2015, 05:03

@Mint
Das Problem ist, man wird rasch überheblich, denn in Deinem Blickwinkel mag etwas richtig erscheinen, die Welt ist aber relativ, es gibt unterschiedliche Blickwinkel/ Perspektiven und aus jeder/m zeigt sich ein anderes Bild. So kann für Deinen Blickwinkel etwas absolut richtig sein, unterliegst aber der Täuschung, es gibt hinter der Wahrheit noch eine andere Wahrheit. Nehmen wir nur Deine Dame, aus ihrem Blickwinkel ist es der richtige aus Deinem nicht. Nun erlebst Du, Dein Blickwinkel hatte stets recht also muß das die Wahrheit sein und schon irrst Du Dich, denn beim nächsten klappts und die Dame hat den richtigen, was machst Du dann? Schmollend eingestehen eine Fehlbeurteilung abgegeben zu haben? Aber ein "Professor" irrt sich doch nicht also schiebst Du es zur Seite "Ausnahmen bestätigen die Regel" eine Ausrede, nur damit die eigene Beurteilung ihren Wert der Richtigkeit behält, schon bist oder wärest Du überheblich ... verstehst Du was ich meine? Schon mit Deinem schlußfolgerndem Ansatz "Sie sollte den Mund halten", da wäre ich vorsichtig mit. Du vermagst gar nicht alle Eventualitäten zu berücksichtigen und wie willst Du die Konstante Zufall berechnen? ... man sollte sich immer ein gewisses Maß an Bescheidenheit bewahren. Das fällt sehr sehr schwer und um so mehr sollte man das nicht vergessen. Nicht alles ist zählbar, nicht alles ist meßbar!

edit:
ein abgewandelter (wie ich meine, sehr passender) Spruch dazu:
"Tjahahar, meinte Adama mit einem stillen Lachen,
Du solltest niemals die Rechnung ohne den Joker machen!"
Adama
 

Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon kikilino » Do 24. Sep 2015, 06:43

Ist etwas in einem Moment weniger wahr, nur, weil es veränderlich ist?
kikilino
 

Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon MaryContrary » Di 29. Mär 2016, 10:23

Hm. Hier finde ich mich gerade auch wieder, obwohl sich der "Roboter"-Teil bei mir anders gestaltet, denn ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Ausgelöst durch eine für mich ärgerliche Situation im Arbeitsumfeld versuche ich gerade meine Gedanken und Gefühle zu ordnen und merke dabei, dass ich "vom Hundertsten ins Tausendste" komme.. plötzlich regt mich alles auf und mir gehen alle grundsätzlichen Probleme und Missverständnisse im Zusammenleben mit den Mitmenschen durch den Kopf, der Zustand der Welt im Allgemeinen und meiner momentanen Umwelt im Besonderen. Ich frage mich, warum Leute nicht nachdenken, bevor sie den Mund aufmachen, warum Leute sich selbst erhöhen, indem sie andere niedermachen, warum Leute sich für besser halten, weil sie anders sind als ich. Warum ständig alles bewertet und in maximal 2einhalb Schubladen eingeordnet werden muss, obwohl die Welt so viel vielfältiger ist. Warum einige sich so sehr bemühen, alle Eventualitäten zu berücksichtigen und andere so gar nicht. Wer bin ich, dass ich anderen vorschreiben kann wie sie zu leben oder zu denken haben? Wieso maßen sich das andere ohne zu zögern an?
Du musst nicht tanzen, aber beweg dein Herz
Wir sind Helden
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Re: (Zu sehr) im Großen und moralisch denken?

Beitragvon Ikarus » Di 23. Aug 2016, 10:58

Wow,
da ich neu hier bin, überrascht es mich sehr positiv, hier ganz viel zu lesen, was ich so unterschreiben würde!

Ich frage mich diesbezüglich des Öfteren, inwieweit man die eigenen moralischen Vorstellungen herunterschrauben sollte und komme immer wieder zu folgendem Schluss:
Wenn ich das tue, dann unterstütze ich indirekt das Handeln anderer, auch wenn ich es nicht gut heiße.
Und gerade im Kleinen, im nächsten Umfeld fängt es doch an, sich gegenseitig zu reflektieren.
Nietzsche hat das m. E. schön formuliert, indem er sagte, Freund sein, heißt auch Feind sein zu können d. h. auf Fehler aufmerksam machen zu können.

Und wo ich eure ganzen Beiträge hier lese, denke ich, wir sollten dran bleiben und weiterhin "im Großen und moralisch denken".
Nur, dass es schwer ist, sich dadzu zu motivieren.
Kenne das, dass man mancher Diskussion aus dem Weg geht, weil man genau weiß, a) was vom Gegenüber kommt, b) dass er/sie es nicht verstehen wird und mit Floskeln um sich wirft ("die Welt ist nunmal so") und c) am Ende aus diesen Gründen keiner was davon hat, außer Stress.
Meistens gehe ich dem nicht aus dem Weg, habe aber das Gefühl, es mittlerweile immer öfter zu tun...
Ikarus
 

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