Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

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Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon herzblut » Di 1. Okt 2013, 16:43

Hallo Ihr!

ich hatte vorhin mit meiner "linken" Freundin eine hitzige Diskussion - ihr neuer Untermieter (Tierarzt)
verdient 2200,- Netto im Monat und geht containern.

Ihre Meinung: die Wirtschaft ist schuld, es wird so viel weggeschmissen, der Mann setzt ein ( richtiges) politsiches Zeichen

Meine Meinung: wer gut verdient, sollte ein Zeichen setzen und hochwertige (Bio-)Lebensmittel kaufen und nicht jeden "Dreck" konsumieren, nur weil es umsonst ist.


Wie seht ihr das, ich würde mich über weitere Meinungen zum Thema "containern" und auch "Geld Rückfluß" freuen!?

Liebe Grüße, herzblut
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon originalC » Di 1. Okt 2013, 16:52

Was ist denn mit Containern gemeint? Etwa den Müll durchwühlen?
Manchmal muss man sich seine Gedanken einfach aus dem Kopf schütteln!!! _headbang_
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon coconut » Di 1. Okt 2013, 17:43

@originalC:
Containern bedeutet, dass Leute Müll durchwühlen nach weggeworfenen Lebensmitteln - meist sind die Riesencontainer von Supermarktketten das Ziel. Zwar ist es strafbar, aber die meisten Supermarktketten verzichten auf eine Anzeige - Pech hast du nur, wenn dich die Polizei erwischt. Soweit erinnere mich noch aus einer Doku von vor einer Weile.


herzblut, möchtest du allgemein über das Containern diskutieren oder interessiert dich unsere Meinung im Bezug auf den Tierarzt?
Verstehe die Aufforderung nicht ganz )/898u
Die Welt ist bunt und hat unendliche Graustufen, also warum sich auf Schwarz und Weiss beschränken?
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon originalC » Di 1. Okt 2013, 18:18

Danke Coconut! Ich wusste nicht, dass das sogar schon nen Namen hat. Klingt ja schon irgendwie nach Sport.

Also nimmt der Arzt, der genug Geld hätte um sich im Laden etwas zu kaufen, denen die das machen "müssen", weil sie nix haben, das Essen weg.

Zu allererst finde ich es beschämend, dass überhaupt irgendwer darauf angewiesen ist, im Müll nach Essbarem zu wühlen. Andererseits wird wohl lieber weg geworfen, als es zu spenden.

Ich sehe kein politisches Zeichen darin, den Müll nach Essbarem zu durchsuchen. Wenn er was gegen den Wegwerfkonsum tun will, soll er ne Initiative gründen oder so. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Mir ist es im Grunde egal, wo und was man kauft. Das sollte jedem selbst überlassen sein. Wir haben hier auch so einen Sozialverein, da gibt's warmes Essen und da kann man auch Essen (Obst, Gemüse, Brot, Wurst) mit nach Hause nehmen. Ich glaub nicht dass hier irgendwer "Containert".

Furchtbares, für mich unvorstellbares Thema.
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon herzblut » Di 1. Okt 2013, 18:21

beides _hj7_

gern auch Allgemein smasz _yessa_

http://de.wikipedia.org/wiki/Containern

als Alternative gibt es ja auch "Foodsharing" http://foodsharing.de/

das eine ist eher nehmen, das andere im falle der Besserverdiener wäre eher geben 647&/
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon herzblut » Di 1. Okt 2013, 18:24

überschnitten, deshalb Nachtrag:
original c schrieb:
Zu allererst finde ich es beschämend, dass überhaupt irgendwer darauf angewiesen ist, im Müll nach Essbarem zu wühlen. Andererseits wird wohl lieber weg geworfen, als es zu spenden.


Das hat eher nichts mit angewiesen sein zu tun, soll eher eine "Klatsche" für die Konsumwelt darstellen.

aus Wiki:

Unter den Personen, die sich von Container-Abfall ernähren, sind einerseits bedürftige Menschen und andererseits politische Aktivisten, die auf diese Weise ein Zeichen gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln in großen Mengen setzen wollen.[1][2] Containern ist die bekannteste Praxis des Freeganismus und ein fixer Teilbereich dieser Lebensweise, die auf weitgehender Konsumverweigerung und einer Boykottierung der sogenannten Wegwerfgesellschaft beruht.
[containern]
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon originalC » Di 1. Okt 2013, 18:37

Ach, das glauben die doch selber nicht! Ist doch nur ne Ausrede.

Edit: Aber n Smartphone und Tablet und und und wollen alle haben (oder haben sie), auch diese sog. Aktivisten...
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon Fabian90 » Di 1. Okt 2013, 18:51

Hallo, mein Senf:

durch meine Tätigkeit bei den naturschützern, kenne ich so einige Leute, die containern gehen und ich finde das in Ordnung, auch wenn ich persönlich nicht den Mumm dazu habe. :D
Was da natürlich stört, ist, dass keiner weiß, wie wie Supermärkte das besser regeln können.

Was ich da krass finde ist, als ich noch in einem Rewe gearbeitet habe, musste ich über 1000 Eier wegwerfen, weil wir keinen Platz in der Kühlabteilung hatten. Ich finde sowas sehr schade, denn diese Eier waren noch gut. Also, wie regelt man das ganze dann?

Ich finde das gut, was dein Nachbar tut. Sei nicht normal und tuh, was du gut findest. :D
Fabian/23/Student

Naturfakt des Monats: Eine Grillenart auf Hawaii wird bedroht durch einen Parasiten, der von den Balzrufen der Männchen angelockt werden. So kommt es dazu, dass nur noch stumme Männchen zum Zug kommen. mehr hier -> http://sciencev1.orf.at/science/news/145783

Leitsätze des Lebens: -Jedes Lebewesen hat sein Daseinsbegründigung.
-Freund der Kompromisse, Gegner der Extreme!
-Ekel und so manche Ängste sind nur Zerrbilder der Logik!
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon Prisma » Di 1. Okt 2013, 21:08

herzblut hat geschrieben: Meine Meinung: wer gut verdient, sollte ein Zeichen setzen und hochwertige (Bio-)Lebensmittel kaufen und nicht jeden "Dreck" konsumieren, nur weil es umsonst ist.

Oh, man kann auch hervorragend Bio containern.. oder Feinkost.. _grin_

Insgesamt halte ich es für eine Frage der persönlichen Einstellung, da spielt das Einkommen keine Rolle. Natürlich ist es sinnvoll mit seinem Einkommen im Konsumfall jene Erzeuger zu fördern, die nachhaltig wirtschaften.

Aber selbst die Bio-Schiene spielt zum weitaus größten Teil zu den Regeln unseres Wirtschaftssystems. Und das bedeutet zum Beispiel 200 Millionen Jahre altes Salz in einen Karton zu packen, ein Mindesthaltbarkeitsdatum drauf zu schreiben und es nach dessen Ablauf wegzuwerfen..

Je nach Land liegen die Schätzungen der weggeworfenen Nahrung in Industrienationen bei 30%-50% aller erzeugten Lebensmittel. Siehe dieser SZ Artikel oder diese Seite zu einer Doku über das Thema.

Ich finde, jeder darf im Angesicht seiner Verzweiflung ob der von ihm beobachteten Missstände zu allen kreativen Ausdrucksmitteln greifen, die ihm einfallen - so lange er niemanden verletzt. Und Containern ist so ein legitimes Mittel.

(Dass man wirklich Armen etwas wegschnappt, muss man übrigens nicht befürchten. Dafür sorgt der Markt.. _läch_ )
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Re: Gutes Einkommen und (trotzdem) containern?

Beitragvon Jamania » Mi 2. Okt 2013, 12:42

Protest finde ich gut, zu viel läuft schief.
Müll ist nur einer der Auswüchse unserer Produktion und in dieser Konsequenz auch unseres Konsums.

Wie ich protestiere, hängt, glaube ich, von meiner Vorstellung ab, wie die Welt besser aussähe.

Würde ich das System komplett abgeschafft sehen wollen, dann würde ich es auch komplett boykottieren, da ist der Grundgedanke niemandem mehr Geld zukommen zu lassen schon der richtige.
Würde ich das System prinzipiell nur "anders" haben wollen, würde ich die unterstützen, die das schon so praktizieren.

Ich kann gut mit dem Wirtschaftssystem und der Demokratie, wie wir sie heute haben, leben, finde aber, dass sich wesentliches daran ändern muss.
Losgelöst von jeder Ethik (Ewigkeitsschäden, Ausbeutung von Mensch und Tier) DARF es einfach nicht so weiter gehen, und nur durch freiwillige Selbstverpflichtung funktioniert es nun mal nicht, also müssen Regeln her - und bitte als aller-allererstes in der Nutztierindustrie.
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