Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

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Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Ellie » Mi 8. Okt 2014, 10:16

Hallo,

ich weiß nicht wie es Euch momentan beim Lesen oder Schauen der Nachrichten geht. OIO
Ich kann viele Dinge nicht nachvollziehen, verstehe nicht, dass es so brutale Menschen gibt,
bin grundsätzlich gegen Kriege, ich dachte immer, die Menschen würden irgendwann mal
aus der Vergangenheit lernen und keine Kriege mehr im Namen der Religion führen.
Ich bin ein gläubiger Mensch, aber alles "Radikale und Fanatische" macht mir Angst und
ich kann nicht verstehen, wie man seinen eigenen Glauben anderen Menschen mit Gewalt
aufdrängen will. Toleranz bedeutet Stärke, finde ich! Ich frage mich täglich, in welcher
Welt wir leben und habe das Gefühl, alles wird schlimmer.
Mittlerweile fange ich schon an, an meinem Glauben zu zweifeln und frage mich
täglich, warum Gott das alles zulässt? Ich finde keine Antworten darauf.
Wie geht es Euch damit?

Liebe Grüße von Ellie
Ellie
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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Die_Lucy » Mi 8. Okt 2014, 10:58

Ich selbst bin Atheistin, habe aber auch keine Erklärung. Es gibt ja unterschiedliche, z.B. psychologische, politische oder soziologische Erklärungen für Kriege, Terrorismus und andere Gewalttaten. Aber diese Erklärungen genügen mir nie. Ich kann zum Beispiel auf eine Art nachvollziehen, warum sich Menschen für eine radikale Ideologie begeistern lassen und abstruse Dinge denken. Angst, Gefühl der Benachteiligung, selbst erlebte Gewalt, starkes Männerbild, das das Ego aufpäppeln soll. Das sind ja die gängigen Erklärungen, die soweit plausibel sind.

Aber wie es zu diesem Schritt kommt, dass man dem Leben anderer Menschen keinen Wert mehr beimisst und den Tod dieser Menschen als Lösung eines Problems sieht? An dieser Stelle macht mein Kopf dicht und ich habe keinerlei Erklärung mehr.

Ich weiß aber von religiösen Menschen, dass sie Gott aus dieser Rechnung rausnehmen und argumentieren, dass diese Kriege alleine in der Verantwortung der Menschen liegen. Es gibt das Potential zum Frieden, bloß wird es nicht genutzt.
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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Carolyn » Mi 8. Okt 2014, 13:40

Weil Gott uns nicht so sehr gängelt, dass er uns keinen freien Willen lassen würde. Das ist die Ultra-Kurzfassung meiner Überzeugung. Ein bisschen länger:

Gott gibt uns Richtlinien vor für unser Verhalten. Direkt und vor allem merkbar eingreifen tut er jedoch nur ausnahmsweise. Ich bin mir sicher, dass er nicht glücklich ist darüber, was die Menschen tun. Aber er ist ein geduldiger Vater, der darauf baut, dass wir dazu lernen, wenn wir uns genug Schaden zugefügt haben. Wir sind seine Kinder und Kindern muss man Freiräume zugestehen, damit sie wachsen und lernen können. Ich kann einem Kind sagen "fass da nicht hin, die Herdplatte ist heiß!", ich kann es ihm zweimal oder dreimal oder viermal sagen. Fasst es dann trotzdem hin, dann muss es die Erfahrung der Brandverletzung eben machen. Klingt brutal, ich weiß, aber auf dieser Ebene ist es nachvollziehbar, oder?

In einem Krieg sterben Menschen, das ist für uns ungleich schwerwiegender als Brandblasen. Aber Gott weiß ja, dass der Tod nicht das Ende ist. Also ist für ihn der Tod nicht die Katastrophe, die er für uns ist. Er ist nur etwas vorübergehendes, etwas endliches. Wie eine Wunde, die verheilt.

Gott denkt nicht in so kurzen Zeiträumen wie wir Menschen. Für ihn hat Zeit eine weit geringere Bedeutung. Wie ein Kind wollen wir alles "sofort" haben, ein Kind muss Geduld und die Bedeutung von "morgen" erst lernen. Gott ist geduldig, für uns manchmal wohl zu geduldig. Weil unser Zeitbegriff sehr viel kürzer "getaktet" ist als seiner.
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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Ellie » Mi 8. Okt 2014, 14:11

Danke für Eure Meinungen und Ansichten;
ich kann wirklich alles nachvollziehen, auch, dass Menschen sich solchen
abstrusen Organisiationen anschließen, weil sie z.B. auf der Suche nach etwas sind.

Ja und genau so denke ich auch, bei den Gewalttaten z.B. Enthauptungen anderer
Menschen usw. hört bei mir das Verständnis auf. Wie kann man selbst nur mit so
einer Schuld weiterleben?

Was mir einfach immense Ängste macht: In was für eine Welt setzen wir unsere Kinder?
Meine Jungs sind nun 20 und 23 Jahre alt, studieren beide und sind fleißig,
was haben sie für eine Zukunft?????????????
Ich weiß nicht, ob ich mit dem Wissen von heute noch einmal bereit wäre Kindern
das Leben zu schenken. Es kommt mir mittlerweile fast egoistisch und blauäugig vor.

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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Carolyn » Mi 8. Okt 2014, 15:44

Ellie hat geschrieben:Was mir einfach immense Ängste macht: In was für eine Welt setzen wir unsere Kinder?
Meine Jungs sind nun 20 und 23 Jahre alt, studieren beide und sind fleißig,
was haben sie für eine Zukunft?????????????

Ein bisschen Relativierung: Was davon beeinflusst tatsächlich Dein Alltags-Leben? Was davon wüsstest Du, wenn es keine weltweiten Nachrichten gäbe? Wie viel hast Du vom Vietnam-Krieg, dem Krieg zwischen Iran und Irak oder den unzähligen anderen Konflikten mitbekommen, an denen Deutschland nicht beteiligt war?
Der Unterscheid zu früher ist, dass wir heute sehr viel mehr erfahren. Noch unsere Eltern hätten vermutlich nicht gewusst, dass in Afrika grad eine Ebola-Epidemie herrscht, weil es aus Afrika keine Nachrichten gab. Unser Alltags-Leben ist sehr viel sicherer als in der Vergangenheit, auch unsere Straßen sind sicherer als früher. Kriminal- und Unfallstatistiken belegen das eindeutig. Da jedoch über jeden Einbruch in Hinterdupfingen und jeden Verkehrsunfall bei Neudorf-Waldgrundstück berichtet wird, EMPFINDEN wir die Welt als unsicherer als früher. Was sie jedoch faktisch nicht ist. Noch als meine Mutter vor ihrer Heirat (also ca. in den 1950er Jahren) am Wochenende zum Tanzen ging waren Prügeleien und Messerstechereien quasi normal. Heute ist das ein Aufreger in der Presse. Mein Bruder (Jahrgang 59) hatte genauso wie seine Klassenkameraden immer ein Taschenmesser dabei, das gehörte dazu. Heute gilt das als Waffe und ist in der Schule verboten.

Meiner Meinung nach wird man leicht ein wenig paranoid, wenn man zu viele Nachrichten schaut. _läch_ icon_winkle
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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Die_Lucy » Mi 8. Okt 2014, 16:34

Wie leben hier in relativer Sicherheit, durch die Medien rückt aber alles zu nahe an uns herum. Die Welt ist nicht nur schlecht, auch in Kriegsgebieten gibt es immer wieder Zeichen von Menschlichkeit und Solidarität. Da mein Partner aus Syrien kommt und seine Familie dort noch lebt, habe ich Einblick in das Geschehen und sehe auch Bilder, die in den Medien nicht ankommen. Bitte nicht falsch verstehen, ich will das nicht herunterspielen, die Gewalt dort ist immens und schockierend, aber es gibt auch dort Menschen, die anderen uneigennützig helfen, sie mit Medikamenten versorgen, die bei sich wohnen lassen. Und das unter Bedingungen, wo es das eigene Leben kosten kann, zu helfen. Die IS-Terroristen spalten dort ganze Familien da es eben viele Menschen gibt, die diese Gruppierung zutiefst ablehnen - gerade weil diese Gewalt mit ihrer Auffassung von Religion nicht vereinbar ist.
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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Ellie » Do 9. Okt 2014, 11:00

Hallo an Euch alle!
Ich hatte gestern einen sehr schlechten Tag, zumal mich
ein Grippevirus seit 3 Tagen plagt; so was schlägt mir immer
enorm auf die Psyche und ich werde dann noch empfindsamer,
kennt Ihr das auch?
An andren Tagen könnte ich Bäume ausreißen und kann auch mal
was nicht so nah an mich ran lassen, aber an solchen Tagen eben nicht.

Ich muss Euch einfach recht geben, dass uns in dieser globalisierten
Welt alle Nachrichten auch vom entferntesten Punkt der Erde erreichen,
was früher nicht der Fall gewesen war. Andererseits ist diese Globalsierung
auch dafür verantwortlich, dass sich z. B. eine Epidemie viel schneller
in andren Ländern ausbreiten kann.

Was mir in Sachen Politik auch viele Ängste macht, dass man kein Vertrauen
in die Politiker haben kann, wer weiß, was das für Wahnsinnige sind und welches
Ziel sie verfolgen? Wir Normalbürger haben ja fast keinen Einfluß auf diese
Dinge und ganz ehrlich, wer ist von der Partei, die er wählt wirklich überzeugt,
nach all den Skandalen, welche da immer wieder Schlagzeilen machen?

Was will unser "kleines Deutschland" welches so abhängig von den Ressourcen anderer
Länder ist, Russland Sanktionen verhängens? Ist das nicht schon fast eine
Kriegserklärung an so eine Weltmacht? smecht

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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon Equilibrium » Do 9. Okt 2014, 16:15

Für mich ist der Sinn des Lebens Erfahrungen zu sammeln, diese in gut und schlecht zu unterscheiden ist etwas Menschliches. Deshalb betrachte ich Gott nicht als einen der Gut ist, sondern als den "all einen", der alles ist, das gute und das böse, bzw wir Menschen erst durch die Bewertung Gut und Böse erschaffen. Gott und die Wirklichkeit IST.

Vieles besser zu verstehen, ermöglichte mir das Buch "Auf ein Wort - Eine Reise zum Gipfel der Philosophie"

Das gegenwärtige politische Schauspiel soll denke ich u.a. verhindern das Russland eine Weltmacht wird, vllt geht es aber auch um etwas noch ganz anderes, das viel zu verrückt klingen würde, sollte es jemand aussprechen.
Einen völlig anderen Blickwinkel als normalerweise nehmen die Tagesenergien ein. Ein Gespräch über die Nachrichten mit Erklärungen zu Hintergründen: http://bewusst.tv/tagesenergie-62/

Die Weltpolitik zu durchschauen ist immer wieder schwierig jedoch auch äußerst spannend wenn man sich
wirklich darauf einlässt. Das schwierige ist dabei aber eigentlich vor allem die eigene Akzeptanzgrenze, nicht die Wahrheit heraus zu finden, sondern sie zu ertragen, denn die Wahrheit IST, eine Lüge kann man sich aussuchen.

Nichts ist so, wie es scheint, das Gegenteil ist Wahr smecht


PS: Warum schaust du Nachrichten wenns dir damit so schlecht geht?
Findet euch selbst, seid ihr selbst, folgt euren eigenen Eingebungen und Impulsen, nichts und niemand anderem. Zerstört alle Bilder, die ihr euch von euch selbst, von den anderen und von den Rollen der Geschlechter gemacht habt, und vertraut dem Wildwuchs eurer eigenen Natur.
Safi Nidiaye


-->Ich bin hier nicht mehr aktiv. Du darfst mir jedoch gern eine Email schreiben. Ich bin offen für Austausch über das Nichtalltägliche.
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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon yeoldecranky » Do 9. Okt 2014, 18:16

Carolyn hat geschrieben:Der Unterscheid zu früher ist, dass wir heute sehr viel mehr erfahren. Noch unsere Eltern hätten vermutlich nicht gewusst, dass in Afrika grad eine Ebola-Epidemie herrscht, weil es aus Afrika keine Nachrichten gab.

Nein. Die Menge an Nachrichten war schon früher groß. Das Tempo hat sich zwar in den letzten zwei Jahrzehnten weiter gesteigert, aber hoch war es schon vorher.
Täglich erscheinende Zeitungen gibt es schon seit weit über 100 Jahren, Radio seit 70 oder 80, Fernseher seit 50 bis 60. Und schon Stefan Zweig beklagt sich Anfang der 40er, daß man am anderen Ende der Welt von einem Hauseinsturz in Kalkutta erfährt, bevor die Verletzten herausgeholt werden konnten. Dem könnte man zwar noch hinzufügen, daß heute die Nachricht getwittert wäre, bevor sich der Staub verzogen hat, aber das ist nur noch ein gradueller Unterschied. Es sind Dinge, die mich eigentlich gar nicht interessieren müssen, aber mit denen man vollgeworfen wird, als würde man ansonsten vor Langeweile sterben.

Verändert hat sich auch die Direktheit der Präsentation: Was also vor 30 Jahren die Textmeldung von einem Scharmützel war, geht heute gleich mit Bildern von Beschuß und Opfern einher.

Wobei ich mich da zum größten Teil ausgeklinkt habe. Der Fernseher ist schon lange verkauft. Der Newsticker abbestellt, der mich alle halbe Stunde mit den aktuellen Schlagzeilen bewirft. Ein- oder zweimal am Tag die Nachrichtenseiten überfliegen, das reicht eigentlich schon, will man sich mal wieder deprimieren.

Carolyn hat geschrieben:Unser Alltags-Leben ist sehr viel sicherer als in der Vergangenheit, auch unsere Straßen sind sicherer als früher. Kriminal- und Unfallstatistiken belegen das eindeutig. Da jedoch über jeden Einbruch in Hinterdupfingen und jeden Verkehrsunfall bei Neudorf-Waldgrundstück berichtet wird, EMPFINDEN wir die Welt als unsicherer als früher.

Das kann man nicht oft genug wiederholen. Fehlt nur noch die Frage, ob so eine Form von Berichterstattung mit einem Hintergedanken betrieben wird. Eines der Konzepte in "1984" war ja auch, daß die Menschen in ständiger Angst gehalten werden, damit sie nicht anfangen, sich gegen die Unterdrückung zu wehren. Wenn man will, kann man das in unserer gesellschaftlichen Entwicklung wiederfinden. Die Totalüberwachung sowieso.
E-Mail: cah­neece(at)web.de

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Re: Weltgeschehen - Ängste - warum lässt Gott das alles zu?

Beitragvon yeoldecranky » Do 9. Okt 2014, 18:42

Ellie hat geschrieben:Ich bin ein gläubiger Mensch, aber alles "Radikale und Fanatische" macht mir Angst und
ich kann nicht verstehen, wie man seinen eigenen Glauben anderen Menschen mit Gewalt
aufdrängen will. Toleranz bedeutet Stärke, finde ich! Ich frage mich täglich, in welcher
Welt wir leben und habe das Gefühl, alles wird schlimmer.

Wir leben in einer Welt, in der immer weniger Dinge nur diskret angedeutet werden; stattdessen gilt brutale Darstellung auch der letzten Details als die einzige Wahrheit. So wird, kleines Beispiel, aus einem Tod "nach langer schwerer Krankheit" eine mit peinlich genaue Darstellung der Krankheit mit allen Operationen und Therapien. Vielen Dank auch, das mußte ich gar nicht so genau wissen, es ist schon so schlimm genug. Die Kultur von Big Brother und Selfies hat das nur noch deutlicher gemacht, Voyerismus und Hang zur Selbstdarstellung gab es schon vorher.

Das Verständnis über das soziale Funktionieren des Menschen hat zugenommen, und das wird für immer subtilere Propaganda ausgenutzt. Zwar gibt es viel besseren Zugang zu anderen Meinungen, aber das hilft nicht dagegen, daß die Menschen doch nur das wahrnehmen, was sie wahrnehmen wollen. Kritisches Hinterfragen ist weiterhin unerwünscht, man braucht das gar nicht zu verbieten, denn in irgendwelchen Nischen wird es ohnehin nicht wahrgenommen.

Und nicht zuletzt, es wird deutlicher, daß die wenigsten Machtmenschen für ihr Handeln die Gründe haben, die sie vorgeben. So geht es nur scheinbar um Religion, tatsächlich aber um Macht. Aber mit einem religiösen Motiv kann man gerade die einfachen Menschen problemlos ködern und dann für eigene Zwecke einsetzen. Das ist überhaupt nicht neu, schon die Kreuzzüge hatten sehr weltliche Ziele: Genua schwächen, Konstantinopel erobern und so weiter.

Die Religion in Deutschland heißt übrigens "Arbeitsplätze". Dafür wird alles getan, egal wie unseriös das Versprechen ist.

Ellie hat geschrieben:Mittlerweile fange ich schon an, an meinem Glauben zu zweifeln und frage mich
täglich, warum Gott das alles zulässt? Ich finde keine Antworten darauf.

Meine ehrliche Antwort wäre eine unnötige Provokation, deshalb eine Geschichte aus meinem Leben: Da las ich, leider mit zu wenig Zeit, das Buch "Der Name der Rose", worin es neben vielen anderen Dingen und einigen bewußten Anachronismen auch um die wesentliche theologische Frage ging, ob und wie Gott in das Geschehen der Welt eingreift. Und bei aller Haarespalterei stellte sich mir dann nur die ketzerische Frage: Würden sich alle Eure Erörterungen nicht in Wohlgefallen auflösen, wenn Ihr mal einen anderen Standpunkt probiert? Nämlich den, daß es gar keinen Gott gibt?
E-Mail: cah­neece(at)web.de

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