Bitte nicht falsch verstehen (Fragen zum Parlow Thread)

In diesem Forum möchten wir uns kritisch mit Schamanen, spirituellen Heilern, Gurus, Familienaufstellern aber auch konventionellen Therapeuten und euren Erfahrungen und Meinungen dazu auseinandersetzen.

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Bitte nicht falsch verstehen (Fragen zum Parlow Thread)

Beitragvon Pünktchen » Di 4. Dez 2012, 01:22

hier her verschoben aus Vorstellungsbereich.

Hallo an euch!

Ich möchte -hier in der Vorstellungsrunde- gerne ein paar Worte an euch richten, nachdem ich mich doch dazu durchringen konnte, mich hier anzumelden.

Ich beginne einfach mal von vorne: Ich las vor ca. einem halben Jahr ein Buch über dieses Thema. Und fühlte mich somit das erste Mal so wirklich verstanden. Es kam mir vor, als würde der Autor über MICH schreiben.

Seit ein paar Tagen befasse ich mich wieder etwas vermehrt mit diesem Thema. Versuche, mehr darüber zu erfahren, weil ich im Alltag stetig wieder auf Probleme stoße.

Somit fand ich auch "euch" und dieses Forum hier.

Doch das erste, was ich hier las, war ein Thread über einen gewissen Autor (ich selbst habe sein Buch hier liegen aber bisher nicht gelesen - kann daher nichts darüber sagen).

Ich möchte euch gerne einfach nur meine Gedanken über mein Empfinden mitteilen. Ich war richtig schockiert. Nicht über das, was er so schlimmes gemacht haben soll (oder auch wirklich gemacht hat bzw. nicht gemacht hat - das kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht dabei war). Ich war geschockt darüber, dass solches öffentlich gemacht wird.

Und ich war geschockt darüber, dass so dermaßen viel an "Ego" zu lesen war.

Ich sagte mir und fragte mich: "Ok. Da wurden Menschen verletzt. Bestimmt. Und bestimmt hat jeder von denen auch das Recht, sich nochmals dazu äußern zu dürfen. Aber bitte, um was geht es jetzt noch? Was bitte möchten diese Personen jetzt noch von dem Autor hören? Was bitte könnte er jetzt noch sagen, was für gut erklärt werden würde?"

Ich hatte beim Lesen dieses Threads das Gefühl, dass er von Beginn an, einfach chancenlos war.

Diese ganze Geschichte, die kenne ich nicht. Ich kann mir auf der einen Seite sehr gut vorstellen, dass ich genau wie ihr darauf reagiert hätte. Dass ich genau wie ihr immer wieder mein eigenes Ego hätte erzählen / reagieren lassen. Hätte meine Sichtweise erzählen wollen. Hätte Antworten gefordert. Und und und.

Doch.. was bringt dies einem selbst? Dass man am Ende recht bekommt? Recht oder eine Bestätigung zu bekommen, bringt einem -meiner Meinung nach- nur etwas auf kurze Dauer. Mehr auch nicht.

Das zweite, was mir hier ins Auge fiel, war ein anderer Thread, wo Menschen, die irgendwelche Fehler begannen, an den Pranger gestellt wurden. Wo aufgelistet wird, wer gesperrt wurde. Dies gab mir das Gefühl: "Wei, pass ja auf. Mach ja keinen Fehler."

Ich möchte nicht, dass ihr mich falsch versteht. Oder denkt, dass ich irgendetwas böses möchte. Es war nur das, was mir so arg auffiel, was mich auch echt irgendwie traurig machte.

Auch sage ich nicht, dass es falsch ist, Menschen, die einen verletzten, dies zu sagen. Doch denke ich, dass irgendwann einfach mal gut ist. Und dass man an diesem Punkt anfangen sollte bei sich selbst zu schauen warum solche Menschen es "schaffen" einen so verletzen zu können.

Mir kommt es vor, als würde in diesem Forum das damalige Forum (von dem Autor) noch total "mitschwingen". Irgendwo, irgendwann stößt man auf dieses Thema. So mein Empfinden bisher. Und das finde ich einfach schade.

Ich würde mich über einen Austausch mit euch sehr freuen. Aber ehrlich gesagt nur dann, wenn ich das Gefühl bekomme, dass ich einfach sagen darf, was mir so im Kopf herumschwirrt. Und ich nicht Angst haben muss, dass etwas falsch verstanden wird. Oder auch Angst haben muss, dass eine Meinung über ein bestimmtes Thema nicht erwünscht ist.

Und noch etwas ist mir wichtig: Man weiß nie, warum Menschen zu dem geworden sind, was sie sind. Damit möchte ich nicht sagen, dass man niemanden verurteilen darf, auf niemanden sauer sein darf. Doch finde ich, dass man dennoch immer wieder mal kurz "innehalten" sollte, daran denken sollte, und ebenso auch einfach froh drum sein sollte, dass man selbst nicht zu einem Menschen geworden ist, den man verurteilt / nicht mag / nicht versteht / vielleicht sogar hasst.

Viele Grüße an euch
Pünktchen
Pünktchen
 

Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon Jamania » Di 4. Dez 2012, 10:17

Liebe Pünktchen,

ich denke, ich möchte das tun, von dem du hier so viel schreibst und möchte mich mal ganz kräftig in dich und deine Lage versetzen:

würde ich hier ankommen, wäre ich auch verstört, wenn ich diesen Thread als einen der ersten lese.
Erschrocken, evtl. abgestoßen, und vor allem würde ich denken: wenn mit so jemandem, der doch nur hilflos versucht, sich zu verteidigen und niemandem was Böses tut, so verfahren wird, kann da nicht jede kleine Dummheit von mir, die vielleicht auch nur aus Unwissen passiert ist, genau so geahndet werden?

Darf ich dir mal ganz ehrlich und lieb meine Meinung sagen:

Zwischen dem, was du falsch machen könntest und dem was im entsprechenden Thread noch einmal beschrieben wird, liegen Welten.
Sich da mit in der Sippenhaft zu fühlen, ich glaube, da müssten wir zuerst mal über die Definition von Ego sprechen, oder was meinst du?

Bei solchen Kontroversen bin ich persönlich mittlerweile sehr vorsichtig geworden, und prüfe die Glaubwürdigkeit beider Parteien für mich extrem, bis ich dann Stellung beziehe.
Schnellschüsse, um die Wogen zu glätten, sind so ziemlich das Schlimmste, was man machen kann, das habe ich auch mal versucht und es ist niemals gut gewesen.

Nur, weil mehrere in ihrem Anliegen sich zusammentun, muss noch kein Mobbing vorliegen und ich muss sie anprangern.
Nur, weil einer sich auf einmal hilflos auf den Rücken wirft, muss er nicht der Unschuldige sein und ich ihm schnell zu Hilfe eilen.

Das Leben ist sehr komplex.
Wir haben uns alle lieb und vergeben einander ständig und mit gewaltfreier Kommunikation ist ein schönes Ideal, aber stößt nicht nur wegen dem unangemessenen Ego von Menschen, die für sich die Opferrolle ablehnen, an seine Grenzen.
Es kann lebenswichtig sein, "Recht" zu haben, für die Gestaltung des gesamten weiteren Lebens, für einen Abschluss, für Ruhe.

Nicht zu Unrecht gibt es Gerichte, die sich mit der Spitze des Eisbergs in diesem Bereich beschäftigen und wenn schon keinen Ausgleich, dann zumindest Richtigstellung erwirken.

Pünktchen hat geschrieben: Ich möchte euch gerne einfach nur meine Gedanken über mein Empfinden mitteilen. Ich war richtig schockiert. Nicht über das, was er so schlimmes gemacht haben soll (oder auch wirklich gemacht hat bzw. nicht gemacht hat - das kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht dabei war). Ich war geschockt darüber, dass solches öffentlich gemacht wird.


Dazu ist vor allem eins zu sagen: Wir reden hier von therapeutischem Missbrauch, der in Georg Parlows Forum „zartbesaitet“ über längeren Zeitraum in der Öffentlichkeit passiert ist.
Von seiner Verleumdung von Usern, die sich dagegen wehrten, die öffentlich über lange Zeit im Internet zu lesen war.
Von seiner aktuellen Strategie, Betroffenheit zu zeigen, dass es Menschen gibt, die so derart überreagieren und aus einer Mücke einen Elefanten machen und den Missbrauch weiterhin totzuschweigen/bwz. zu negieren.

Stell dir bitte einmal vor, jemand mobbt dich bei Facebook und schreibt dort anschließend „du wärst der Böse, hättest ihn angegriffen, obwohl vorher doch nie was passiert ist, oder wenn, dann muss es in deiner Einbildung gewesen sein – bestimmt bist du extrem hochsensibel…“ – würdest du nicht auch eine öffentliche Richtigstellung für angemessen halten?


Pünktchen hat geschrieben:Ich sagte mir und fragte mich: "Ok. Da wurden Menschen verletzt. Bestimmt. Und bestimmt hat jeder von denen auch das Recht, sich nochmals dazu äußern zu dürfen. Aber bitte, um was geht es jetzt noch? Was bitte möchten diese Personen jetzt noch von dem Autor hören? Was bitte könnte er jetzt noch sagen, was für gut erklärt werden würde?"


Pünktchen, du hast nur reingelesen, oder?
Die ersten 3 evtl. 4 Seiten…?
Ist auch nicht weiter schlimm, obwohl ich für mich den Anspruch hätte, wenn ich das Thema in der Öffentlichkeit anspreche, GENAU zu wissen, um was es geht.

Diese, deine Frage, wurde im hinteren Teil des Threads lang und breit erklärt.

Pünktchen hat geschrieben:Ich hatte beim Lesen dieses Threads das Gefühl, dass er von Beginn an, einfach chancenlos war.


Allerdings, seine Argumentation machte das sehr deutlich.
Wessen Schuld ist das jetzt genau?
Implizierst du damit, dass alle, die die Gelegenheit genutzt haben, mit ihm (der sich selbst dem Thema gestellt hat) diese kritische Diskussion zu führen, unfair und übergriffig waren, evtl. in der Meute über ihn her gefallen sind?
Immerhin ist er ein Mann, der sich mit Psyche, Geist und Wort beschäftigt, darf man ihm da die Kompetenz für sich einzustehen, so einfach absprechen und ihn zum Opfer machen?

Die Frage geht an dich und sie geht auch weiterhin an ihn selbst.

Pünktchen hat geschrieben:Das zweite, was mir hier ins Auge fiel, war ein anderer Thread, wo Menschen, die irgendwelche Fehler begannen, an den Pranger gestellt wurden. Wo aufgelistet wird, wer gesperrt wurde. Dies gab mir das Gefühl: "Wei, pass ja auf. Mach ja keinen Fehler."


Pünktchen, hier herrscht eine sehr angenehme, freundliche und offene Atmosphäre.
Es tummeln sich hier ganz viele Leute, die einfach nur nett sind und nichts Böses wollen.
Und alle davon machen mal Fehler oder hauen auch mal daneben (bestimmt).
Ich habe bis jetzt noch nie erlebt, dass jemand wegen einem Fehler oder einem Versehen fertig gemacht oder fies behandelt wird.

Andererseits ist das hier das Internet und kein Märchenland.
Es gibt Menschen, die wollen provozieren und schaden, sie sind auch nicht immer nur böse Trolle, sondern kommen manchmal ganz lieb und geschmeidig daher.
Maßnahmen müssen getroffen werden, die alle betreffen, aber eben nur verhindern, dass Einzelne keinen Schaden anrichten.
Auch hier wieder: öffentliche Klarstellung hat oft wenig mit Pranger zu tun, sondern mit einer Erklärung der Lage, damit deutlich wird, warum wie entschieden wurde, denn schließlich spüren die Auswirkungen ja auch alle.

Pünktchen hat geschrieben:Ich möchte nicht, dass ihr mich falsch versteht. Oder denkt, dass ich irgendetwas böses möchte. Es war nur das, was mir so arg auffiel, was mich auch echt irgendwie traurig machte.


Ich glaube dir das!
Aber, ganz ehrlich, manchmal richtet so eine Haltung auch mehr Schaden als Gutes an, das hat oft mit der Angemessenheit zu tun.
Vielleicht glaubst du das nicht, noch nicht.

Aber ich würde dir raten, dich ganz in Ruhe einzulesen und nicht in einem Schnellschuss deine ganzen Ängste in Form von (zwar devoter) aber dennoch Kritik heraus zu schleudern.
Du wirst bestimmt feststellen, dass es hier ganz, ganz vieles gibt, was dich anspricht, aber es wird auch Dinge geben, die dir nicht passen.
Das gehört auch unter dem Label HS alles zusammen, es ist nicht das Schlaraffenland, dass du da plötzlich gefunden hast, aber ein Zusammenschluss von Menschen, der sehr bereichernd sein kann, vielleicht auch gerade dann, wenn man die rosa Brille mal absetzt.
Jamania
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Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon Anke » Di 4. Dez 2012, 11:02

Hallo Pünktchen,

ein herzliches smwk für Dich!

Wir sind ein ganz friedliches Trüppchen, doch hin und wieder knallt es hier auch mal. Kommt halt in den besten Familien vor _yessa_

Ich hoffe Du bist jetzt nicht völlig eingeschüchtert. Dafür besteht wirklich kein Grund. Vielleicht verstehst Du einiges besser, wenn Du die Geschichte dieses Forums kennen lernst?

11590502nx46300/hochsensibilitaet-allgemein-f8/unsere-progressive-hsp-forums-biografie-bis-heute-t891.html


Schöne Grüße

Anke _flov_
Anke
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Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon oceanna » Di 4. Dez 2012, 11:21

Hallo Pünktchen

Ich finde es sehr gut,dass du dieses Punkte angesprochen hast,weil es offensichtlich für dich sehr wichtig ist Klarheit diesbezüglich zu finden.
Die Antwort von Jamania finde ich auch sehr gut durchdacht und erklärt.
Es gibt nicht nur schwarz oder weiss ,Recht oder Unrecht,sondern viele verschiedene Standpunkte,wo jeder seine Gültigkeit hat.

Den betreffenden Thread habe ich nicht gelesen und möchte es auch nicht,da mich die Geschichte nicht betrifft und ich nicht unnötig mit vergangenen Emotionen und Streitfragen belastet werden möchte ,deren Wahrheitsgehalt ,egal von welcher Seite aus für mich nachträglich nicht objektivierbar ist.

Die Ängste,die du hast kann ich sehr gut verstehen.
Welcher HSP,der regelmässig im Netz unterwegs ist ,hat nicht selber die eine oder andere Wunde davon getragen oder ist unzählige Male Beobachter von Mobbing-Situationen gewesen ?
Mir wird auch oft genug übel von der feigen,hinterhältigen Unzivilisiertheit im Netz,dem ständigen gegenseitigen Fertigmachen.

Die Frage ist nun :Was kann ich,du,jeder tun,damit es besser wird ?
Die Thematik ansprechen ?
Selber hochwertige Beiträge und Antworten schreiben ?
Passive Ohnmacht oder positives aktives Beispiel sein ?

Ist das Glas halbvoll oder halbleer ?
Sucht du nach den negativen Themen und bemerkst nicht,dass es vielleicht zwanzigmal mehr positive/wertvolle Themen gibt ?

Was genau ist es ,was du in einem guten Forum erwartest ?
Was sind deine Besserungsvorschläge ?

Es gibt in jedem Lebensbereich Licht und Dunkel,im Internet zugegebenermassen mehr Dunkelheit.
Im Schutze der Anonymität wird sehr viel Schlimmes veranstaltet,viele Menschen beschweren sich darüber,Lösungsvorschläge,wie sich das ändern lassen würde gibt es nur wenige.

Sollte man die Anonymität aufheben,was meinst du ,und was wäre das Ergebnis ?
Sollte es einen besseren rechtlichen Schutz bei Internet-Vergehen geben ?

Das sind viele Fragen.
Ich hoffe sehr,dass du unser Diskussionsangebot annimmst .

Liebe Grüsse _Mij_
Die Menschen,die du auf dem Weg der Heilung triffst sind wie die Blumen am Wegesrand.
Geniesse sie in ihrer einzigartigen Schönheit und gehe sorgsam mit ihnen um.
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Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon Pünktchen » Di 4. Dez 2012, 15:48

Hallo _Mij_ ,

ich glaube, dass nicht richtig verstanden wurde, was ich mit meinem Beitrag meinte. Vorab: Es war sicherlich nicht ganz so "geschickt", dies sofort in meinem ersten Beitrag hier, anzusprechen. Doch war es für mich eine Grundvoraussetzung, um euch ehrlich begegnen zu können.

Ich versuche mal, auf jede Frage zu antworten und hoffe, dass ich nichts vergesse.

Also zuerst: Ich las den ganzen Thread durch. Naja.. ich sage mal zu 90 Prozent. Ein paar Beiträge habe ich übersprungen (gegen Ende). Es war ja doch recht viel.

Bei mir kam halt das Gefühl an, dass diese ganze Diskussion von vorne herein zum Scheitern verurteilt war. Und möchte euch erzählen, wie ich zu diesem Gefühl kam. Ich kenne es von mir selbst, dass wenn ich das Gefühl habe, ungerecht behandelt worden zu sein, ständig versuch(t)e, meinem Gegenüber zu erklären was er tat. Weil ich das Gefühl hatte, dass es mir sonst nicht wird besser gehen. Teils wurde sich entschuldigt, und das auch ehrlich. Und dennoch begannen solche Situationen immer wieder von vorne. Hatte das Gefühl, dass ich mich in Bezug auf solche Geschichte, in einem riesen Hamsterrad befand. Für kurze Momente kam das Rad zum stoppen, doch irgendwann fing es wieder an sich zu drehen. Und irgendwann entdeckte ich für mich, dass ich auch anderes tun kann, als darauf zu warten, dass jemand (andere oder ich) dieses Rad anhält. Ich stieg einfach aus. Raus aus dem Rad. Und damit konnte mir egal werden, ob sich das Rad wieder dreht oder bewegungslos ist.

Versteht ihr wie ich das meine?

Ich wollte mit meinem Beitrag ganz sicher nicht(!) aussagen, dass man nicht seine Meinung äußern darf. Dass man nicht seine Verletztheit zum Ausdruck bringen darf. Auch nicht, dass man nicht wüten darf. Ebenso nicht, dass man nicht sein Recht einfordern darf.

Ich nenne euch mal ein Beispiel aus meinem Leben: Ich bin seit ein paar Jahren von einer Person umgeben, die wahnsinnig viel an -ich sag mal so blöde- Gegenenergie in sich hat. Sie übertreibt und lügt. Täglich. Und für mich keine Chance der Person aus dem Weg zu gehen. Lange wütete ich gegen sie. Und tue es auch noch. Ich sprach mit ihr (allerdings nur ein einziges Mal - sie verstand nicht) und auch vielen anderen. Ich bekam und bekomme noch immer Recht (in Form von Rückmeldungen, die ich nicht erfrage). Für kurze Zeiten war es gut, aber es hielt nie auf Dauer. Auch war ich unendlich erleichtert, wenn mir jemand zuhielt, weil es auch Personen gab und gibt, die die andere Person nicht "durchschauen" (oder nicht durchschauen wollen - vielleicht aus Gründen eigener Ängste). Doch auch damit ging es mir auf Dauer nie wirklich gut. Ich fing dann an, mir diese Person mal so wirklich anzuschauen. Und meine ganze Wüterei und meine Vorurteile ihr gegenüber, einfach mal für kurze Zeit zur Seite zu legen. Dadurch kam bei mir an, dass sie selbst unwahrscheinlich verletzt ist. Dass sie diese Dinge tut, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Dass sie diese Aufmerksamkeit braucht, um etwas zu füllen, was ihr fehlt.

Auch damit möchte ich nicht sagen, dass man nicht wütend sein darf und Wut nicht berechtigt ist. Doch in dem Moment, wo ich einer Person, die Fehler macht (kleine, große, ganz schlimme), dennoch offen begegne (der Person, die hinter den ganzen Fehlern steht - meiner Meinung nach wird niemand schlecht geboren), bekomme ich die Chance für mich selbst, Frieden damit schließen zu können. Meine eigene Gegenwehr (die berechtigt sein mag) ein Stück weit los lassen zu können. Und meine Erfahrung ist, dass auch dann die Energie des anderen ein wenig "leichter" wird.

Im Grunde bin ich total eurer Meinung. Auch in dem anderem Thread (wenn ich versuche mich in eure Situation hineinzuversetzen). Ich verstehe es voll und ganz. Doch wollte ich euch mitteilen, was mein Empfinden darüber war. Und dieses kann ich auch nur so empfinden, weil ich selbst nicht beteiligt / betroffen war. Wer weiß, wenn ich es gewesen wäre, vielleicht wäre ich die Person gewesen, die die meisten Beiträge erfasst hätte ;-). Möglich ist auch, dass mich dieses Thema so sehr "ansprach", weil es auch immer wieder Thema bei mir selbst ist.

Ich möchte keine der "Seiten" als gut, richtig, falsch oder wie auch immer, beurteilen. Das steht mir gar nicht zu. Das könnte ich auch gar nicht. Doch eine Sache, die fand ich gut. Ich fand gut, dass er sich nicht mehr gemeldet hat. Nicht mehr reagiert hat. Aber auch damit sage ich nicht(!), dass er sich sicherlich positives dabei dachte (sich nicht mehr zu melden). Vielleicht steckt dahinter sogar was negatives (zum Beispiel, dass es ihm egal war). Gut fand ich ausschließlich den Umstand, dass er es nicht mehr tat (mehr kann ich auch gar nicht beurteilen).

Was ist schon ein einzelner Magnet? Er braucht immer noch ein Gegenstück, um seine Kraft zum Ausdruck bringen zu können. Und ist es nicht so auch mit Menschen? Stellt euch mal bildlich zwei Magneten vor. Entweder ziehen sie sich an, oder stoßen sich ab. Und nun stellt euch zwei Menschen vor, die voller Energie sind. Und keine Seite kann davon ablassen. Dann wird diese Energie immer vorhanden sein. Auf beiden Seiten. Wir haben keine Möglichkeit die Energie des anderen "abzuschalten". Das funktioniert halt einfach nicht. Doch haben wir die Möglichkeit bei uns selbst zu schauen. Zu schauen, warum wir so voller Energie sind. Und haben die Möglichkeit unsere Energie sich auflösen zu lassen. Und was passiert, wenn man sich einen einzelnen Magneten vorstellt? In der Nähe eines energielosen Dings? Dann schaut der Magnet ganz schön blöde drein, ohne die Möglichkeit, seine Energie auf das andere Ding zu übertragen. Weil der Magnet halt immer diese "Gegenenergie" braucht.

Ich kenne eine Person, die absolut diese "Schiene" geht. Immer weiter versucht, nicht zu reagieren. Aber auch das halte ich dann irgendwann für keinen "gesunden" Zustand mehr. Ich finde es schon als sehr wichtig, dass man auch wüten darf und seine Verletztheit zum Ausdruck bringen darf und auch angehört wird. Doch irgendwann -finde ich- wenn man merkt, dass einfach keine Seite weiter kommt, sollte man für sich selbst einfach mal loslassen können. Einfach mal "stopp" sagen. Um sich selbst nicht zu verlieren.

Ich stand mal vor der Überlegung, ob ich mich über eine Person beschwere (eine andere, als von der ich eben schrieb). Ich war furchtbar sauer, enttäuscht, wütend und verstand die Welt nicht mehr. Er war übrigens auch ein Therapeut. Mir ging es schlechter und schlechter bei ihm, bis ich kurz davor war, in einer Klinik zu landen. Ich beendete (zu spät) dann die Therapie bei ihm. Daraufhin war er völligst eingeschnappt. Hielt Unterlagen zurück, die ich benötigte. Ich hatte keine Chance normal mit ihm darüber zu sprechen. Er legte den Hörer auf, als ich ihn bat mir doch bitte meine persönlichen Dinge zukommen zu lassen. Jemand anders riet mir dann, dass ich mich über ihn beschweren soll. Und das wollte ich zuerst tun. Verfasste einen Beschwerdebrief und ebenso eine E-Mail an ihn, um ihm zu zeigen, wie sehr mich sein Verhalten verletzte. Doch dann konnte ich die zwei Schreiben nicht abschicken. Fühlte mich nicht wohl dabei. Fühlte, dass mir das auf Dauer keinen "inneren Frieden" bringen wird. Ich denke es wäre auch gar nicht bei ihm angekommen. Er hätte es gelesen, aber nicht verstanden und nicht gefühlt, was ich selbst fühlte.

Ich wüte noch immer gegen ihn. Auch gerade jetzt wieder, wenn ich darüber schreibe. Aber ich spüre auch, dass ich ein wenig loslassen konnte. Ihn zu verändern, wäre mir nie gelungen. Egal wieviel ich geschrieben hätte. Ich kann ihm nur wünschen, dass er irgendwann für sich selbst erkennt. Sich selbst anschaut. Und dann vielleicht auch wird loslassen können.

Um Besserungsvorschläge oder dergleichen geht es mir gar nicht. Ich denke wie du, dass wenn man das versucht (ein ok für alle hinzubekommen), ganz schnell an Grenzen stoßen wird. Denke, dass das gar nicht möglich ist.

Ich höre an dieser Stelle mal lieber auf, es ist doch länger geworden, als ich mir vornahm. Entschuldigt bitte, wenn es nun am Thema vorbei ging. Vielleicht hätte ich meinen ersten Beitrag auch einfach sein lassen sollen und erst mal weiter "gucken", auch mehr auf die positiven Beiträge schauen sollen. Ich las auch andere Beiträge, die mir gefielen, blieb aber dennoch total an diesem einen Beitrag hängen. Und als ich dann den anderen (Sperrungen) las, hängte sich dieser noch als "Bestätigung" an den ersten.
Pünktchen
 

Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon herzblut » Di 4. Dez 2012, 16:10

Hallo Pünktchen,

ich hänge mich schon etwas am thread titel auf, aber egal wub
Ich möchte euch gerne einfach nur meine Gedanken über mein Empfinden mitteilen. Ich war richtig schockiert. Nicht über das, was er so schlimmes gemacht haben soll (oder auch wirklich gemacht hat bzw. nicht gemacht hat - das kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht dabei war). Ich war geschockt darüber, dass solches öffentlich gemacht wird.


Dieser Mensch hat den Weg hierher selbsständig gesucht, sich aktiv angemeldet und aktiv gepostet - die Antworten muss man da auch vertragen können.
Und du leider auch, denn es zwingt schließlich niemand irgendwen hier, irgend etwas zu lesen, was ihn a) nicht betrifft und b) er nicht verkraftet.
mehr Zeilen ist der gemeinte mir nicht wert, und über den thread diskutiere ich sicherlich hier auch nicht an dieser Stelle - sorry.

dennoch, erst mal _HW_ - vielleicht gefallen Dir ja die anderen 99,9999% des Forums icon_winkle

Tschuldigung für meinen Chefinnen Ton smuup

Lg, herzblut

Und als ich dann den anderen (Sperrungen) las, hängte sich dieser noch als "Bestätigung" an den ersten.

Sei versichert, dass hier absolut sensibel mit Sperrungen umgegangen wird und diese wirklich so gut wie nie ausgesprochen werden.
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Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon Hasi » Mi 5. Dez 2012, 00:48

ich denke, in diesem forum treffen sich viele verschiedene individuelle menschen, die auch jeweils ihre individuelle sichtweise haben. von daher finde ich es ein bischen problematisch von "euch" oder "ihr" zu sprechen.
und ich meine die sache mit herrn parlow müssen diejenigen untereinander klären, die es betrifft.
mich betrifft die diskussion z.b. nicht, weil ich mich erst viel später in diesem forum gemeldet habe. ich überfliege die diskussionen darüber auch hin und wieder mal.
aber wenn man als aussenstehender versucht, das zu beurteilen, landet man schnell in der rolle des schiedsrichters, welche dann auch wieder nicht so ganz gerechtfertigt ist...
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Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon Lovisa » Mi 5. Dez 2012, 01:08

Liebe Pünktchen,

ich würde Dir gern eine Frage stellen:

Stell Dir mal vor, Du hattest einen Verkehrsunfall (nur mal angenommen), hast viel Blut verloren und komplizierte Knochenbrüche. Du kommst ins Krankenhaus. Was würdest Du von den Behandlern dort erwarten? Würdest du ihnen einen Vertrauensvorschuss geben, dass sie alles dafür tun werden, dem aktuellen medizinischen Standard, all ihren Kompetenzen folgend alles dafür zu tun, Dich wieder so zusammenzuflicken, dass Du danach möglichst wenig Komplikationen hast und Dein Leben annähernd so weiterleben kannst wie vorher?

Und nun stell Dir mal vor, derselbe Arzt, der Dich operiert hat, sieht in seinem eigenen Garten ein fremdes Kind vom Baum fallen und vor Schmerzen schreien. Es liegt reglos am Boden und schreit um Hilfe. Was würdest Du von dem Arzt erwarten?

Was würdest Du denken, wenn dieser Arzt sagt: „Ich hatte so einen anstrengenden Tag. Ich bin echt erschöpft und mein Sohn liegt mit Grippe im Bett. Was interessiert mich dieses fremde Kind? Ich bin doch nicht für ALLES verantwortlich! Hat doch selbst Schuld, wenn es in meinem Garten spielt. Hat es doch auf eigene Gefahr gemacht!“

Welche Gefühle löst diese Vorstellung in Dir aus?

Bei Deiner nächsten Blutuntersuchung wird festgestellt, dass Du HIV-positiv bist. Offenbar hast Du bei der OP verseuchte Blutkonserven bekommen. Du bist fassungslos, verzweifelt und rasend wütend. Du hast denen vertraut! Das sind doch Ärzte, die gesagt haben, dass sie Dir helfen können! Und nun geht es Dir noch schlechter als vorher! Dieses Hamsterrad an Emotionen scheint sich immer schneller zu drehen. Was würdest Du machen? Würdest Du die Ärzte verklagen? Sie haftbar machen für ihren groben Behandlungsfehler? Oder würdest Du Dir sagen: Es ist schlauer, aus diesem Hamsterrad an Emotionen auszusteigen und die Sache einfach auf sich beruhen zu lassen, um von meinen negativen Gefühlen nicht vergiftet zu werden. Das sind auch nur Menschen und die sind eben fehlbar. Auch Profis!

Entbindet die Fehlbarkeit von Menschen Berufstätige in tragenden Positionen gleich welcher Profession von der Verantwortung für ihr Tun?

Und nun möchte ich Dir noch eine letzte Frage stellen:

Würdest Du einen Unterschied machen, ob es sich um ein gebrochenes Bein handelt oder um eine verletzte Seele? Ist ein Arzt einem höheren Behandlungsstandard verpflichtet als jemand, der sich einer gebrochenen Seele annimmt? Würdest Du von einem Arzt erwarten, dass er auch privat in einer akuten Notlage hilft? Gibt ein „Seelen-Klempner“ seine menschlichen Kompetenzen beim Verlassen seiner Praxis an der Garderobe ab? Oder glaubst Du, dass seine beruflichen Kompetenzen nicht auch ein Stück weit Teil seiner Persönlichkeit (geworden) sind und ihn nicht auch in seinem Privat-Verhalten prägen - im Umgang mit Konflikten zum Beispiel?

Ich würde von einem Therapeuten als allererstes Grundhandwerkszeug Verlässlichkeit erwarten. Denn das ist die Basis von Vertrauen. Und ohne Vertrauen kein therapeutisches Arbeiten. Und um Verlässlichkeit zu signalisieren braucht es eigentlich gar nicht so viel. Es bedeutet zum Beispiel klare Ansagen und dann auch zu seinem Wort zu stehen: „Ich bin dann und dann für Sie erreichbar“ ... und dann auch erreichbar zu sein. Dazu gehört wirklich nicht so viel. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit im tagtäglichen Umgang. Sonst wäre die Wirtschaft schon den Bach runtergegangen wenn nicht die Mehrheit nach dieser Maxime handeln würde. ☺

Einfach aus einem angebotenen Kontakt rauszugehen ist das Gegenteil von Verlässlichkeit. Dann weiß das Gegenüber nämlich gar nicht mehr, woran es ist. Für den, der geht aber vermutlich die einfachste Lösung wenn es für ihn unbequem und irgendwie zu schwierig geworden ist.

Eine Auszeit wenn die Wogen zu hoch schlagen halte ich im Übrigen gar nicht für verkehrt. Aber ganz abhauen und den anderen im Regen stehen lassen ist Schei...upssagtmannicht. Und zu lange warten lassen ist auch doof! (Nur meine Meinung)

Darüber hinaus glaube ich in Anlehnung an Deine Ausführungen, Pünktchen, dass Menschen in der Verarbeitung von Konflikten recht verschieden sein können. Der „emotional-impulsive Typ“ braucht es vielleicht, seine Emotionen erst mal „unkontrolliert“ ausagieren zu können bis die Wogen sich langsam glätten, ein „Kopfmensch“ findet durch gedankliches „Sezieren“, Durchdenken bis in die letzten Winkel vielleicht irgendwann seinen Frieden damit, ein kreativer Mensch verwandelt all seine Emotionen vielleicht in Kunst, so dass etwas Schöpferisches draus erwächst. Ein „Luftikus“ geht erst mal auf Reisen, lenkt sich ab, sammelt neue Eindrücke und dann sieht die Welt schon anders aus. Ein bisschen ist das ja auch typbedingt, es wurde uns sozusagen in die Wiege gelegt. Und nicht zuletzt können allein diese unterschiedlichen Strategien für neues Konfliktpotenzial sorgen. Kennt man ja aus Partnerschaften. Er: „Nun bleib doch mal sachlich.“ Sie: „Je ruhiger er wird, desto rasender macht mich das!“ (natürlich sehr plakativ).

Und ein vierter braucht vielleicht bei schwerwiegenden Vorfällen die Fürsprache, von höherer Instanz Recht zugesprochen zu bekommen, um innerlich loslassen zu können. Das kann man ja immer wieder bei medial breitgetretenen Prozessen beobachten. Ich glaube letztlich geht es auch dabei um nichts anderes als um die Validierung des eigenen Erlebens: Da ist grobes Unrecht passiert und das wird höchstrichterlich bestätigt. Diese Bestätigung rückt das eigene Weltbild wieder ein Stück gerade.

Es ist schön, wenn Du mit Deiner „Magnet-Therapie“ einen Weg für Dich gefunden hast, Pünktchen. ☺ Ich würde allerdings nicht unbedingt von mir auf andere übertragen wollen. Dazu sind die Wege von Menschen zu individuell. Ich glaube, da gibt es kein "richtig" oder "falsch". Aber so hast Du es sicher auch nicht gemeint.

Verständnis für die Schwächen von jemandem zu zeigen muss nicht gleichgesetzt sein damit, alles Verhalten tolerieren und akzeptieren zu müssen. Das halte ich persönlich eher für falsch verstandene Empathie. Ich kann versuchen, mich in jemanden hineinzuversetzen und ihn trotzdem konfrontieren.
Lovisa
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Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon Jamania » Mi 5. Dez 2012, 10:12

Als jemand der dabei gewesen ist, gsd ohne eine Geschädigte gewesen zu sein, möchte ich jetzt auch noch einmal sehr gefühlvoll werden:

@ Lovisa

Wenn du schreibst (im anderen Thread oder auch dein obiger Beitrag) ist das für mich ein Gefühl wie Steine, die von einem abfallen.
Man hat versucht, sich zu erklären - damals in der Situation - und wurde mundtot gemacht, zum Idioten erklärt.
Später, als sich dann ein paar von den Geschädigten hier trafen, konnte man es zum ersten Mal - und zwar so wie es war – aufrollen.
Es gab sogar die Möglichkeit, denjenigen unter dessen Obhutschaft es passiert ist, damit zu konfrontieren.
Er kam freiwillig her, zwar wegen anderer Sache, erklärte sich aber bereit, "aufzuarbeiten", manövrierte aber immer nur um den Punkt, sich weit zu distanzieren und zwar vor allem davon, dass diese Dinge schlimm gewesen wären.

Dieses Vorgehen führte u.a. zu Unverständnis und auch zu Wut bei denen, die dabei waren.
Ich habe oft gedacht: "was würde ich als Außenstehende von dieser Auseinandersetzung denken?"

Es war eine Riesenerleichterung, dass es mehrere User gab, die sich im Laufe der Zeit tatsächlich von außen her positionierten.
Vorsichtig, mit Distanz, aber immer deutlicher, als es daran ging, das von Parlow hier im Jetzt Geäußerte in Relation zu der ganzen Sache zu setzen.
Diese Bestätigung war unerwachtet, aber sie tat unendlich gut, nahm diesen enormen Druck, der auf einem lastet, wenn man so etwas behauptet und alles drumherum - einschließlich natürlich des Angeklagten - einen großäugig anstarrt und suggeriert: "komm mal runter, wird schon nicht so schlimm gewesen sein"
Für mich ist es eine große Sache jemanden öffentlich des therapeutischen Missbrauchs (bzw. dessen Duldung) zu bezichtigen.
Ich mache so was nicht regelmäßig, kann mich auch in Meinungsverschiedenheiten mal zurücknehmen oder schaffe es sogar, mich bis zu gewissem Grad in andere hinein zu versetzen.
Deshalb muss es für mich schon eine eindeutige Lage geben, und die gab es.
Nachdem Parlow damals alles gelöscht hatte, blieben nur noch einige Textstellen und die übereinstimmenden Aussagen mehrerer User, die im entsprechenden Thread jetzt geschrieben stehen.
Ich hatte ein extrem mulmiges Gefühl, mit so „Beweisen“ die Diskussion führen zu wollen und es war einfach nur erleichternd, verstanden zu werden, von Menschen, die sich ein eigenes Bild innerhalb der Diskussion gemacht hatten über die Aussagen und Reaktionen des Herrn Parlow und eben nicht als Trittbrettfahrer oder solidarische Schafe aufsprangen.

Was für mich absolut in Ordnung ist und was ich eine gute Haltung finde, ist das, was oceanna schrieb und was hasi noch mal auf den Punkt brachte.
So handhabe ich auch solche Dinge, die mir entgegenkommen und bei denen ich außen vor bin.
Es geht diejenigen etwas an, die es mitgemacht haben, vieles KANN ich einfach nicht nachvollziehen und täte mit einer banalen Stellungnahme, die meine eigene Befindlichkeit momentan zum wichtigen Thema macht, damit denjenigen Unrecht, die in dieser Sache stecken und für die diese Sache evtl. lebenseinschneidend, vielleicht sogar lebensbedrohend war.

@ Pünktchen
Was du hier gemacht hast, war denjenigen, die hier übereinstimmend versuchen zu erklären und aufzuarbeiten, Glaubwürdigkeit abzusprechen.
Zwar mit gutem Rat, wie DU jetzt mittlerweile „so was“ handhabst, aber eigentlich aus dem Blauen, denn richtig gelesen kannst du den Thread nicht haben, sonst wäre dir evtl. z.B. die Passage aufgefallen, wo Herr Parlow dafür plädiert, dass es für ihn ok sei, wenn sein Schamane, der das Forum informell damals leitete, Leute abfischt und zwecks Therapie mit zu sich nach Hause nimmt - ein grober Verstoß in jedem therapeutischen Verhältnis und kein kleiner Schnitzer.

WARUM ist es für dich so wichtig, das zu schreiben und die Menschen, die jahrelang auf die Gelegenheit gewartet haben, Dinge richtig zu rücken, wieder herunter zu drücken auf eine banale Streitigkeit zwischen 2 Parteien, von denen jeder wahrscheinlich ein bisschen Recht und Unrecht hat?

Sprichst du uns, die wir hier von therapeutischem Missbrauch reden, nicht damit die Urteilsfähigkeit und Seriosität ab und nimmst die Schwere der Anklage heraus - eigenmächtig?
Glaubst du uns denn nicht, dass es um therapeutischen Missbrauch ging?
Und wenn doch, plädierst du hier dafür, den Täter als armen Kerl zu sehen, weil er in der Diskussion vielleicht rhetorisch unterliegt oder verletzter Soldat spielt und sich sogar (jetzt wird mir schlecht) „mit erhobenem Haupt“ sich zurückzieht?

Und wenn wir hier solche Lügner sind und jemanden so derart verleumden (denn nichts anderes wäre es, handelte es sich in Wahrheit nur um einen banalen Streit), wäre es dann nicht besser die Beine in die Hand zu nehmen und sich erst gar nicht mit SO Menschen abgeben zu wollen?

Was deine Befindlichkeit angeht, hätte es die Möglichkeit gegeben, den Thread in Relation zum Rest des Forums zu konsumieren, evtl. die beteiligten User auch mal anderswo zu lesen und sich insgesamt ein Bild zu machen, abwartend.
Keiner zwingt dich zur Beteiligung.
Was du gemacht hast, war ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit der Menschen, die hier für gerechte Auseinandersetzung einstehen.
Und du hast dich selbst auch als „unser“ Opfer präsentiert, auf deine eigene Weise, denn wenn wir SO MIT JEMANDEM UMGEHEN, werden wir bestimmt auch mit dir so umgehen…
…und wolltest vorauseilend Versprechen, dass wir lieb zu dir sind, oder?

Sei doch einfach erwachsen und stell dich den Menschen!
Du kannst die ignorieren, die du nicht magst und die suchen, die dir liegen.
Diese Aufgabe kann für dich auch in einem HSP-Forum niemand übernehmen.
Jamania
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Re: Bitte nicht falsch verstehen

Beitragvon herzblut » Mi 5. Dez 2012, 14:48

wub Danke Hasi, lovisa und Jamania - letzteren beiden auch erneut für eingesetzten Zeitaufwand und Geduld.

@Pünktchen (@ alle neuen user, die es betrifft )

Sicher mag es befremdlich klingen, wenn man von HS hört, sich nach Literatur umschaut, natürlich zuerst "das" deutschsprachige
Fachbuch mit den vielen guten Kritiken, empfohlen bekommt und dann beim Suchen nach weiteren Austausch auf das größte deutsch-sprachige HS Forum stößt, in welchem gleich beim Eintreten die rote Alarmlampe blinkt und "Durchsagen" ertönen, dass das hier nichts mit diesem Autor zu tun haben möchte - welcher schon allein auf Grund der Qualifikation und der Selbstdarstellung hier bei uns völlig
ungeeignet erscheint, um im Becken der verlässlichen, gut ausgebildeten Psychologie als Autorität mitmischen zu können.

man könnte sich aber auch denken, DA muss es ja wirklich gute Gründe geben, wenn Menschen sich so gegen jemanden formieren -
man kann natürlich auch kommen, und zig Leuten absprechen, dass sie sozial verantwortlich agieren und vorher gut nachgedacht haben.

Deine Erkenntnisse, Pünktchen als Allheilmittel zu verpflastern, untermauert wohl das zweite und ist zudem sogar ganz leicht übergriffig - was im Titel des threads seinen Anfang nimmt...

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