Depressionen/ Überempfindlichkeit gegen kleinste Geräusche

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Depressionen/ Überempfindlichkeit gegen kleinste Geräusche

Beitragvon Einbahnstrasse » Di 4. Jun 2013, 05:02

Über Google habe ich zu dieser Seite gefunden und bin erstmal irgendwie froh darüber, dass ich scheinbar nicht der einzige Mensch bin der so empfindet. Das mag sich jetzt etwas blöd anhören, aber ich glaube ihr wisst wie ich das meine.

Ich weiß nicht ob ich generell "Hochsensibel" bin. Es ist wahrscheinlich mehr eine Begleiterscheinung meiner Depressionen, an denen ich seit über 16 Jahren (bewusst) leide, mal mehr, mal weniger schlimm ausgeprägt. Diese haben mich schon ins Gefängnis (eine Verzweiflungstat) und mehrmals stationär in die Psychatrie gebracht.

Seit 2 Jahren ist es wieder besonders schlimm, seit dem bin ich auch wieder stationär in Behandlung gewesen. Aber scheinbar bin ich irgendwie resistent gegen Psychotherapien. Seit dem arbeite ich nicht mehr, habe mich völlig vom sogenannten "gesellschaftlichen Leben" zurückgezogen. Freundschaften pflege ich auch kaum noch welche. Familiären Rückhalt habe ich leider keinen, da alle viel zu früh verstorben sind, was wohl auch mit die Wurzel allen Übels ist.

Nun aber zum Thema. Selbst in meinen "eigenen" 4 Wänden, in die ich mich -mehr oder weniger- den ganzen Tag zurückziehe, finde ich schon seit Jahren keine Ruhe mehr, nach der ich mich so sehne... Geräusche meiner Nachbarn reizen meine Nerven extrem, manchmal ist es nur schwer auszuhalten. Natürlich ist das Haus hellhörig und Kinder, Babys machen nunmal Lärm, ich habe dafür auch verständnis. Aber ständig das Geschrei, auch zu Uhrzeiten an denen (die Kinder) längst ins Bett sollten, das "Getrampel", eigentlich jedes kleinste Geräusch nervt mich. Das hat auch zur Folge das ich selbst dann total unentspannt bin, wenn nichts zu hören ist, weil ich nur auf den Lärm warte um mich wieder innerlich aufregen zu können... Mittlereile mache ich die Nacht zum Tag, weil es da so schön ruhig ist.

Leider habe ich auch nicht das nötige Selbstbewusstsein um z.B. meine Nachbarn darauf anzusprechen, ich fresse dann alles in mich rein. Zudem ist eine solche "Konfrontation" bei mir mit sehr vielen Ängsten verbunden und purer Stress. Aber dann kommt es halt manchmal (oder eher selten) explosionsartig aus mir raus und dann bin ich sicherlich alles andere als ein liebenswerter Zeitgenosse... genau dieser Umstand hat mich schonmal ins Gefängnis gebracht, aber das hatte auch eine lange Vorgeschichte und sei jetzt nur am Rande erwähnt. Auch ist es mir selber unangnehm das ich so empfindlich bin, es nervt mich noch mehr das mich alles nervt !

Mittlerweile bin ich an dem Punkt wo ich mir sage, du musst dir eine neue ruhigere Wohnung suchen, sonst gehe ich total vor die Hunde. Aber hier in diesem Forum liest man ja schon das dies "russisches Roulette" ist. Die Garantie das es dort ruhiger ist (oder nicht sogar noch lauter) hat man halt nicht. Am besten wäre wohl eine Wohnung im Grünen, ohne Nachbarn im Haus. Aber aufgrund meiner finanziellen Verhältnisse (Hartz 4) bleibt das wohl ein Traum. Ausserdem ist es mir unangenehm und peinlich bei der Wohnungssuche angeben zu müssen, dass ich Hartz 4 Empfänger bin. Auch würde ein Umzug eine Menge Stress für mich bedeuten und finanziell ist das auch kaum für mich zu stemmen. Meine Verzweiflung wird immer schlimmer und ich weiß keinen Rat mehr... Ich vertraue mich schon wildfremden Menschen in diesem Forum an, was aber nur geht weil es halt halbwegs anonym ist... Dann kommt halt auch immer wieder die Sehnsucht nach dem Tod und ewige Ruhe auf, nicht wegen dieser "Lärmsache", ich habe halt noch einen Haufen anderer Probleme. Aber dies macht es mir im moment am schwersten... Hätte ich meine Katze nicht, die ich über alles liebe, wäre vieles in der Hinsicht einfacher....

Könnt ihr das nachvollziehen ? Ist mir noch irgendwie zu helfen ?
Einbahnstrasse
 

Re: Depressionen/ Überempfindlichkeit gegen kleinste Geräusc

Beitragvon ja » Di 4. Jun 2013, 08:01

smwk

hier im forum!!!

villeicht möchtest du dich ja uns allem im vorstellungsbereich persönlich vorstellen.

ich bin sicher das wenn du dich hier einliest eine menge an erlebnissen, ansichten und informationen zu deinem thema finden wirst!

gerade die geräuschempfindsamkeit prägt das erleben von vielen uns menschen mit hs!


leise und friedliche grüsse sendet dir einbahnstrasse,
ja.
weniger ist mehr

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Re: Depressionen/ Überempfindlichkeit gegen kleinste Geräusc

Beitragvon GRRotkehlchen » So 19. Jan 2014, 07:11

Hallo Einbahnstrasse, Dein Beitrag ist zwar schon länger her aber ich möchte Dir trotzdem gern mitteilen, dass ich das Gleiche durchgemacht habe wie Du. Vielleicht liest Du meine Zeilen ja trotzdem irgendwann und sie können Dich ein wenig trösten oder Du hast, was ich Dir von Herzen wünsche, inzwischen eine neue und ruhige Wohnung gefunden. Ich bin auch zweimal wegen Lärm umgezogen und mich haben diese Umzüge an die Grenzen meiner körperlichen und psychischen Belastbarkeit gebracht. Ich hatte Gott sei Dank damals einige nette Menschen, die mich unterstützt haben, unter anderem auch mein Vater, der mir etwas Geld gegeben hat. Aber ich kann Dir nur raten alles erdenklich mögliche zu versuchen aus dieser lauten Wohnung herauszukommen. Als Hartz4Empfänger hast Du doch auch Anspruch auf eine Sozialwohnung. Gut da hast Du auch nicht die grosse Auswahl und musst nehmen, was man Dir anbietet, aber vielleicht hast Du in der neuen Wohnung mehr Glück. Auf jeden Fall solltest Du, soweit es möglich ist eine Wohnung in der Endetage haben. Denn es ist schon so viel gewonnen, wenn niemand über einen wohnt. So ist es jetzt auch endlich bei mir. Hatte mein ganzes Leben immer laute Nachbarn über mir und jetzt endlich eine ruhige Wohnung in der Endetage - was für eine Erholung für meine gestreßten Nerven. Auf jeden Fall wünsche ich Dir ganz, ganz viel Glück. Liebe Grüsse Rotkehlchen
GRRotkehlchen
 



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