Empfindungsblind...geht das vorbei?

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Empfindungsblind...geht das vorbei?

Beitragvon Chickadee89 » Mo 20. Jan 2014, 01:14

Mir fällt es schon einiger Jahre so schwer andere Leute wirklich als einzelne Person wahr zu nehmen.
Irgendwie sehe ich andere als eine Masse, als gesteuert und ansonsten gefühslos und kann sie auch charakterlich
nicht auseinanderhalten. Ich kann mich irgendwie schwer bzw gar nicht in sie einfühlen, das wirkt alles so unecht,
maschinell...ich weiß auch nicht so recht. Sie lachen, sie erzählen, sie gucken andere an, sie unterhalten sich miteinander
oder mit mir...aber wie fühlen sie sich? Wenn sie lachen oder ich höre zwei haben Schluss gemacht oder oder geht es irgendwie kalt an mir vorbei...wenn sie erzählen und ich
weiß, dass sie ebenso sehr emotionale/sensible Menschen sind und man von ihnen weiß, dass sie eigentlich genauso süß
denken wie ich, merke bzw sehe ich irgendwie nichts bei Aufeinandertreffen. Ich kann mich nicht in sie einfühlen, weiß nicht was
in ihnen abgehen könnte...sie scheinen irgendwie gleich zu sein und ich nicht in der Lage nachzuempfinden,einzuschätzen.

Ist das vielleicht nur Depressionsbedingt (allerdings geht das schon 5-6 Jahre so) und kommt irgendwann ganz von selbst wieder? Früher konnte ich mich doch auch in andere einfühlen
und differenzieren/beurteilen. Das ist ja auch unfair den anderen gegenüber und mich ärgert es irgendwie, wenn ich sehe wie nuanciert der Guido zB
jede Einzelne "versteht" und charakterisiert und Empfindungen sieht & nachempfindet und ich frag mich, wie hat der das nur rausgelesen? Oder wenn
andere mir sofort ansehen, was ich für ein Sensibelchen ich bin und selbst wenn ich grimmig ausschau, zu wissen scheinen, was gerad mit mir sein könnte und mit mir
passend reden. Ich seh immer nur den geraden oder für mich "unfreundlichen" Mundstrich im Gesicht der anderen und weiß nicht, was das außer "ich bin eine Maschine/Stein/dauergrimmig heißen könnte. Ob sie neutral drauf sind, schlechten Tag haben, traurig sind, eigentlich lieb und sensibel sind...keine Ahnung.
Chickadee89
 

Re: Empfindungsblind...geht das vorbei?

Beitragvon Liah » Mo 20. Jan 2014, 01:29

Hallo, als ich deinen Beitrag las, kam mir bei dem Satz:
st das vielleicht nur Depressionsbedingt (allerdings geht das schon 5-6 Jahre so) und kommt irgendwann ganz von selbst wieder? Früher konnte ich mich doch auch in andere einfühlen

der Gedanke: Nimmst du ein Medikament? Manchmal kann durch ein Medikament eine Nebenwirkung in der Form so etwas auslösen. D.H. deine natürliche Empathie wird einfach nur unterdrückt.
Sie ist jedoch immer noch vorhanden.

Ich kenne eine Menge Personen die absolut nicht herauslesen oder empfinden können, wie andere Menschen gerade so ticken. Das ist ganz normal.

Ich seh immer nur den geraden oder für mich "unfreundlichen" Mundstrich im Gesicht der anderen und weiß nicht, was das außer "ich bin eine Maschine/Stein/dauergrimmig heißen könnte. Ob sie neutral drauf sind, schlechten Tag haben, traurig sind, eigentlich lieb und sensibel sind...keine Ahnung.


Nein, die Menschen sind keine Maschinen. Aber Menschen fühlen und haben als Schutz vor Verletzungen täglich eine Maske auf. Dazu umgeben sie sich mit einem Umhang voller Unnahbarkeit.
Alles nur als Schutz vor emotionalen Verletzungen.
Lächle mal spontan an einem Tag , in der Bahn, auf der Straße , im Geschäft , mal jemanden an.
Du wirst erstaunt sein, wie überrascht der Gesichtsausdruck des Menschen ist der dann zurück lächelt. Da ist dann einen winzigen Augenblick das wahre Gesicht hinter der Maske zu sehen.

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Re: Empfindungsblind...geht das vorbei?

Beitragvon Chickadee89 » Mo 20. Jan 2014, 13:08

Danke für dein Feedback. :-)
Nein ich nehme keine Medikamente.
Chickadee89
 

Re: Empfindungsblind...geht das vorbei?

Beitragvon Eulien » Mo 20. Jan 2014, 13:24

Ist das ganze evt, ein klein bisschen, ein Spiegel Deiner selbst?

Kannst Du Dich denn in DICH hineinfühlen??
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Re: Empfindungsblind...geht das vorbei?

Beitragvon Chickadee89 » Mi 22. Jan 2014, 22:55

Mit mir kann ich ehrlicherweise auch nichts anfangen und weiß nicht wie es mir geht. Freuen fühlt sich auch immer so unreal an. Fühlt sich alles an wie ein Theaterspiel...jede Emotion anstrengend und als Fremdemotion/-körper.
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Re: Empfindungsblind...geht das vorbei?

Beitragvon Liah » Mi 22. Jan 2014, 23:42

Hallo,
ich weiss ja aus einem anderem Posting das du das ganze auch von der therapeutischen Seite angehst. iwikx

Wenn ich mal dein Posting so erlese, dann habe ich den Eindruck das du mit Macht das Gefühl wiederhaben willst, dich so fühlen willst, wie es vor 5-6 Jahren ,vor der Depression war.
Ich könnte mir vorstellen, das es ein erster Schritt wäre, dich selber mal neu kennenzulernen, dich selber so zu akzeptieren ,wie du jetzt bist. Und keine Gedanken mehr an die Vergangenheit zu verwenden.
Jeder Mensch befindet sich ständig in einem Prozess der Veränderung, das ist allein schon altermässig bedingt. Interessant ist es da auch mal bei Milton Erickson nachzulesen, der das Leben in verschiedene Entwicklungsabschnitte eingeteilt hat und man kann es da gut wiedererkennen.
Im Durchschnitt nimmt man seine Entwicklungstufe als Erwachsener eher selten war, man lebt einfach so vor sich.
Auch eine Depression wird in unterschiedlichen Entwicklungsstufen anders erlebt.
Es ist aber wirklich sehr positiv ,wie du an dir arbeitest. Du bist auf einem gutem Weg.
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Re: Empfindungsblind...geht das vorbei?

Beitragvon Tamelca » Di 19. Aug 2014, 16:20

Deine Beschreibung könnte auf "Gefühlsblindheit" hinweisen - Alexithymie. Meistens ein in der Kindheit erworbener Abwehrmechanismus. Sprich das doch mal an bei der Therapie. Das geht meiner Meinung nach nicht einfach vorbei, denn es hat ja einen Sinn und eine Ursache.

Der Buddhismus geht sehr auf Gefühle und Gedanken ein. Ich würde dir daher eine entsprechende Meditation empfehlen. Sie hilft, Gefühle wahrzunehmen. Bei Interesse bitte einfach fragen. Ich gebe dann gerne weitere Infos.
Tamelca
 

Alexithym?

Beitragvon silverlady » Fr 5. Okt 2018, 18:30

Alexithymie - Unfähigkeit, Gefühle zu "lesen" und auszudrücken.

Bei Wikipedia steht, daß die praktische Bedeutung unklar ist und per MRT und PET daran geforscht wird.
Könnte die Alexithymie einer Genveränderung zu Grunde liegen, so wie evtl. die Hochsensibilität?

Hat jemand ganz generell, Erfahrungen mit Gen-Tests?
silverlady
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