Freitod des Vaters verarbeiten

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Freitod des Vaters verarbeiten

Beitragvon Elfenreigen » Sa 15. Dez 2018, 15:57

Hallo,

12 Tage nach meinem letzten Eintrag hat sich mein Papa aus Trauer um meine Mutter das Leben genommen. Die Beziehung zu ihm war schwierig, aber nach dem Tod wird einem die Liebe wieder bewusst.

Wie sind eure Erfahrungen mit Trauer, Verarbeitung, Kopfkino, Gedankenkreisen in solch einer Situation?

Ich habe das Gefühl, viel mehr daran zu knabbern als meine beiden Schwestern. Ich bin ja einglück in Therapie.

Bin auch zur Zeit krank geschrieben, meine Chefin kündigte mich 2 Tage vor der Beerdigung, nachdem ich komplett die Nerven verlor, wegen Ihrem unpassenden Verhalten nach Bekanntwerden meines Trauerfalls/ Wunschäusserung nach frei wegen der Beerdigung (Meine Mutter starb letztes Jahr im Dezember an Krebs, es war wohl "unbequem", dass ich nun wieder eine Baustelle habe um die Weihnachtszeit, die meine persönliche, private Zeit erfordert).

Es sind so viele Fragen in meinem Kopf und ich habe nächste Woche schon wieder 2 Vorstellungsgespräche, da es ja finanziell iregndwie weitergehen muss.
Ich merke allerdings, dass ich mich gedanklich eigentlich nur mit dem Thema beschäftige, da ich meinen Vater auch nicht mehr gesehen habe bevor er beerdigt wurde. Dies bereue ich nun und muss eine Strategie finden, damit umzugehen.

Sonntag gehe ich in ein neues Trauercafe, vielleicht gibt mir dies Aufschlüsse. Ich habe das Gefühl nach einem Weg zu suchen und ich hoffe, ich werde mich nicht in der Trauer verlieren.

Falls das Thema hier falsch ist, tut es mir leid, das war nicht beabsichtigt.

Ach ja als Buch habe ich gerade "Wenn aus Trauma Trauer wird" angefangen. zumindest wird mir dort aufgezeigt, dass viele Gedanken normal sind wie sie gerade sind. Man hat teilweise das Gefühl durchzudrehen.

Es wäre toll jemand zu finden der Ebenfalls in einer Trauersituation steckt, mit der er schlecht umgehen kann.

Liebe Grüße, Elfenreigen
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Re: Freitod des Vaters verarbeiten

Beitragvon Lampe » Sa 15. Dez 2018, 20:07

Hi Elfenreigen,

erst einmal möchte ich Dir mein herzliches Beileid aussprechen.

Mein Tipp: Rede mit so vielen Leuten wie möglich über den Freitod Deines Vaters. Achte dabei darauf, dass diese Gesprächspartner für eine derartige Unterhaltung geeignet sind, sie sollten also ausreichend sensibel sein. Du könntest auch Dienste wie den Krisendienst Mittelfranken (so als Beispiel) in Anspruch nehmen. In Deiner Region heißt dieser Art von Dienst anders.

Ich musste vor ein paar Monaten den Freitod eines guten Freundes verarbeiten, der sich aufgrund jahrelanger Depressionen das Leben genommen hatte. Als ich davon erfuhr, war ich wie vor den Kopf geschlagen. Es dauerte ca. 14 Tage, in denen ich mit mehreren Leuten darüber gesprochen hatte, bis ich wieder ausgeglichen war und das Geschehene grundsätzlich, aber noch nicht komplett, verarbeitet hatte.

Alles Gute und liebe Grüße

Lampe
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